NachdenKKlich
Was wir unbedingt von älteren Menschen lernen sollten
Ein Rückblick auf ein Wochenende
Vergangenes Wochenende gab es eine dieser Gelegenheiten.
Eine Familienfeier. 75. Geburtstag.
Diese Momente, in denen die Generationen zusammen kommen. Die Kinder zwischen den Beinen flitzen, während sich die Leute am Sektglas festhalten und Smalltalk betreiben - und all die Freunde und Bekannten des Jubilars beieinander sind.
Ich sitze bei so etwas dann gerne mal still dazwischen und höre in Ruhe zu, was die anderen so zu erzählen wissen.
Mir gegenüber sassen 3 Damen Ende 50 bis Ende 60.
Und sie erzählten viel, von dem, was sie gerade so umtreibt.
Und womit sie den Tag so verbringen.
Sie gaben sich Tipps, welcher Arzt gut sei, und welches Medikament. Und tauschten sich darüber aus, welche Zipperlein sie so plagen.
Ich wusste von der einen, dass sie vor anderthalb Monaten gerade ihren Mann beerdigt hatte. Es kam schnell und relativ unerwartet. Zwei Monate hatte er den Übergang durchlebt von etwas Unwohlsein bis zur Diagnose Krebs im Endstadium und dann dem unvermeidlichen Tod zuhause.
Sie meinte er sei so fit gewesen, habe immer gesund gelebt, es sei ein Rätsel, wo das auf einmal hergekommen sei. Es sei halt Krebs gewesen. Und dann hat sie nach dem Salz verlangt.
So normal ist das für uns geworden.
Zwischen einem Bissen Weissbrötchen mit Marmelade und dem Salz für das Rührei hat der Krebs heute gerade noch Platz. Und der Mann, der den überwiegenden Teil mit ihr ein aktives Leben geführt hat... es bleibt ein Rätsel.
Aber da waren noch mehr.
Einmal Parkinson, viele mit Diabetes, Herzkrankheiten, Arthrose und Beipässe, sage ich Euch... Beipässe, soweit das Auge reichte...
Eine berichtete über ihr Asthma, das sie so lange geplagt hat und das auf einmal verschwand.
Ich fragte sie, ob sie die Milch weggelassen habe, bevor die Beschwerden ausblieben und sie meinte, ja, die hätten "immer so ihre Bronchien verschleimt".
Einen Zusammenhang zu dem Asthma sah sie aber trotz meines Hinweises nicht.
Das sei wie durch ein Wunder verschwunden, weil sie einmal ihr Mittel nicht dabei gehabt habe...
Ich sass inmitten der Generation Patient - so kam mir das zumindest vor.
Nicht nur, dass diese Menschen kaum ein anderes Thema hatten als Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder die Kur - und welche Medikamente welche Nebenwirkungen erzeugten...
nicht nur, dass diese Menschen offensichtlich einen sehr grossen Teil ihres Lebens mit der Terminvereinbarung, Warten im Wartezimmer, Warten auf Ergebnisse, Überweisung zum nächsten Spezialisten und mindestens 4 bunten Pillen täglich (mindestens!) verbringen.
Nein, an einem Tag wie diesem verbringen sie ihre Zeit auch noch damit, so gut wie nur davon zu sprechen.
So normal ist das geworden. So vereinnahmt ist ihr Leben davon.
Und so abgestumpft sind wir, dass Salz reichen auf Krebs folgt...
Mich macht das aus verschiedenen Gründen traurig.
Da sind all diese Leute, die doch eigentlich ein viel besseres Leben als Wartesäle verdient hätten und damit einer Industrie unfassbare Summen in den Rachen zu werfen, die von sich selbst erst neulich wieder gesagt hat "Wir sind nicht da, um Leute zu heilen, wir sind da, um Geld zu verdienen" (O-Ton Pharma-CEO eines amerikanischen Konzerns).
Die unglaublich vielen, netten Menschen die ihre Enkel nicht wiedererkennen, weil der Alzheimer-Alois ihnen den Verstand geraubt hat oder die ihren Kaffee mit der Handfläche vom Tischtuch in die Tasse zurück schieben, weil Herr Parkinson ihnen den Weg von der Untertasse an den Mund fast unmöglich macht.
Und dann sind da die eher jungen, mit denen ich zu tun habe, die teilweise nicht verstehen, dass es sich bei der jetzigen Ruhestandsgeneration um jene handelt, die mit voller Wucht einen Grossteil von dem abbekommen haben, was die moderne Ritsch-Ratsch-Schnell-Fix-Kochmentalität uns allen als Folgen bescheren wird, gestützt und am Leben erhalten von dem korrupten "Fach"-Wissen, das aktuell noch immer wider besseren Wissens überall als Pyramide und deren Ableger gelehrt wird.
Erst heute las ich wieder den Satz "Das wird mich schon nicht umbringen..."
Tja, das stimmt. Aber wie lebenswert ist ein Leben, in dem ab 40, 50 der Arztbesuch ist, was ihr Leben bestimmt.
Ich war still an diesem Tag.
Ich wollte irgendwie die Verantwortung nicht übernehmen, was wohl passieren würde, wenn die alten Herrschaften verstünden, dass es mit grosser Wahrscheinlichkeit ihre Ernährungsgewohnheiten waren, die sie hauptsächlich beim Arzt vorsprechen oder unerwartet früh versterben lassen.
Auch wenn ich das alles haarklein erklären und nahezu lückenlos belegen könnte, warum ich dieser Überzeugung bin.
Vermutlich wird sich das auch jetzt kaum noch überall rückgängig machen lassen, Menschen in diesem Alter hängen doch zu sehr an ihren Gewohnheiten...
Aber wenigstens die jungen sollten verstehen, dass das, was sie heute zu sich nehmen und ihrem Stoffwechsel/Hormonhaushalt antun, und von dem das Übergewicht nur ein Symptom, nicht die Ursache ist. Denn dort wäre doch mit Sicherheit noch nicht aller Tage Abend...
Vielleicht sollte ich das alleine schon tun, damit ich nicht selbst in diesem Alter nur mit Menschen spreche, die nichts anderes zu erzählen haben als ein Medizinlexikon.
Falls sie mich dann überhaupt noch wiedererkennen, wenn wir uns treffen.
900 Demenzkranke kommen aktuell täglich hinzu... Tendenz steigend...
Bis später.
Weiterführende Links:
Lebensmittelbedingte Krankheitsbilder
Dienstag, 10. November 2015
Mittwoch, 4. November 2015
Dick fühlen und Dick sein: Ein Unterschied
NachdenKKlich
Über den Unterschied von Dick sein und Dick fühlen
Wie sehr hat uns der Druck "von aussen" im Griff?
Ich weiss nicht ob viele von uns das mitbekommen haben, aber gestern hat eine australische 18jährige Bloggerin mit dem Namen Essena O'Neill unter ihr exponiertes Online-Leben mit einem letzten Video einen drastischen Schluss-Strich gezogen.
Sie war ein gut bezahltes Model und hat sich unter anderem mit veganer/vegetarischer Ernährung beschäftigt. Die Werbeverträge und Einnahmen über YouTube hatten ihr nach eigenen Aussagen ein sehr schönes Leben ermöglicht.
Sie hatte eine beträchtliche Menge an Menschen, die ihrem Online-Leben täglich gefolgt sind, auf den verschiedenen Online-Plattformen kamen da wohl teilweise pro Plattform bis zu einer halben Million Zuschauer/Abonnenten/Follower zusammen.
Jetzt mögt Ihr Euch vielleicht fragen, was das mit uns zu tun hat?
Leider ist das Video, mit dem sie ihren Rückzug begründet hat nicht mehr online, aber ich kann Euch sagen, es war ziemlich eindrucksvoll und emotional.
Es hat mich eine ganze Weile beschäftigt.
Die Kernaussage war:
Seit sie 12 Jahre alt war wollte sie nicht mehr und nicht weniger als beachtet und geliebt werden. Und je mehr Likes, Daumen hoch und freundliche Kommentare sie online bekam, je begehrter sie zu sein schien, desto näher schien sie ihrem Ziel gekommen. Aber genug war es nie. Hatte man 100.000 follower, wolle man 200.000...
Tatsächlich war es so, dass sie sich in diesen 3 Jahren ihres rasanten Erfolges mit jedem Tag leerer fühlte.
Sie sprach davon, dass sie mit ein paar Online-Grössen in Los Angeles unterwegs war, und es denen ähnlich erging. Alle hatten Ruhm und Reichtum, schicke Autos und waren beliebt und beachtet. Aber im Innern traurig, ausgebrannt und leer.
Von sich selbst sagte sie, sie habe durchaus Symptome von Depression und Angstzuständen bei sich festgestellt, je länger der Erfolg andauerte.
Die komplette Online-Industrie sei Fake, die Werbemenschen hätten ihr vorgeschrieben, wie sie ein Produkt zu halten habe oder wo es zu stehen habe, wenn sie ihre täglichen Videos gepostet hat. Die wohlgemerkt gar nicht immer einen kommerziellen Charakter hatten... Nichts war real, alles künstlich, ihre wirklich schönen Fotos hätten manchmal 3 Stunden gebraucht, bis sie ein einziges hatte, das sie posten konnte.
Wir alle wissen das - irgendwie.
Und trotzdem gibt es - auch unter unseren Mitgliedern - welche, die trotzdem diesem Diktat des "Was-andere-über-mich-denken" nachgeben.
Und sich mit eben jenen Menschen vergleichen, die so sind wie die junge Essena.
Es macht einen Unterschied, ob man dick ist, oder sich dick fühlt.
Die ganze Arbeit, die ich in den letzten Jahren in diesen Blog, in unsere Facebookgruppe und KK gesteckt habe... ich mache das aus Überzeugung.
Aus der Überzeugung, dass wir unmerklich mehr und mehr zu inakzeptabel bedenklichen Gesundheitszuständen kommen, wenn wir nicht darauf achten, was wir essen und was wir trinken. Und unser Lebensmittel-Umfeld alles andere als hilfreich ist, wenn man gesund bleiben will.
Und weil das mit dem Abnehmen bei uns so gut funktioniert "verirren" sich manchmal auch Menschen bei uns, die eigentlich gar nicht abnehmen müssten.
Weil sie so, wie sie sind - genau richtig sind.
Dieses kleine Speckröllchen hier, das bisschen mehr Schenkel da oder der Po...
Das ist, sich "dick fühlen". Und das eigene "sich-nicht-akzeptieren-können" und den Menschen um sich herum in die Köpfe zu denken, man sei nicht liebenswert, weil man zu dick sei. Egal wie oft sie das anders beteuern, wenn man sie fragt...
Aber "Dick fühlen" ist nicht, worum es mir geht.
Natürlich sind diese Menschen alle recht herzlich eingeladen bei uns, ein bisschen mehr über gesunde Ernährung zu lernen und vor allem nach und nach das Diktat von "Fett macht fett" und "Keine Kalorien = besser" loszulassen, weil sie bei uns lernen und live erleben, wie falsch diese überholten Denkmuster sind.
Der bessere Massstab als das Spiegelbild ist der BMI.
Ich weiss, dass es viele Menschen gibt, die den BMI kritisieren.
Schweinsteiger habe einen BMI um die 30 und sei auch nicht übergewichtig, heisst es da. Interessanterweise kommt das sogar ganz schön oft von fragwürdigen Journalisten und Essens-Verharmlosern, die es eigentlich so viel besser wissen als das, was sie den Menschen da draussen erzählen.
Ja, es gibt in den Übergangsbereichen tatsächlich Überschneidungen, wo man genauer hinschauen muss.
Aber bezogen auf die normalsterbliche Bevölkerung, die ja gar nicht so athletisch sein kann wie ein Herr Schweinsteiger, der seine komplette Arbeitszeit dazu nutzt zu trainieren -empfinde ich den BMI als durchaus gutes Mittel, um zumindest annähernd zu verstehen, wo man sich selbst einordnen kann.
Umso mehr, als dass der Pupillenknick bei den Damen alles andere als ein zuverlässiges Bild bei der Selbsteinschätzung zuzulassen scheint und das "sich-dick-fühlen"-Männchen im Ohr alles andere als ein guter Berater ist, wenn man sich um Tatsachen bemüht.
Wo sehe ich die Überschneidungen?
Bei einem BMI zwischen 25 und 27 kann man durchaus streiten, ob das Abnehmen dringlich ist, sofern nicht erste Symptome einer Fehlernährung wie Insulinresistenz, Diabetes oder ähnliche auftauchen. Auch Autoimmunerkrankungen haben zumindest das Potential, dass sie von der Ernährung erzeugt oder zumindest negativ beeinflusst werden.
Zwischen einem BMI von 27 und 30 sage ich: Jawoll, haut rein, schaut, dass Ihr Euch mehr gesunde Lebensenergie holt mit KK, freut Euch an den Ergebnissen und seid erstaunt, wieviel mehr Power eigentlich in Euch steckt, wenn Ihr sie nicht aus einem Schokoriegel bezieht.
Aber ab BMI 30, Leute... da sage ich: BITTE! Macht was! Nehmt Euch ernst!
Ihr ruiniert nicht nur Eure Gesundheit, sondern Ihr habt definitiv weniger vom Leben, als Euch zusteht.
Und ich sage das noch etwas genauer:
Es geht absolut nicht darum, was andere von Euch denken mögen, es geht darum, was Ihr Euch mit den Lebensmittelgewohnheiten antut. Und was auf mittlere Sicht immer schwerer wird, zurück zu führen, und irgendwann dann fast unmöglich aufzuhalten sein wird.
Ich hatte hier ja schon einmal eine Liste, was an Krankheiten so alles verbunden ist mit den Ernährungsgewohnheiten, die Otto Normal sich so antut.
Und wenn wir ehrlich sind - nichts davon hat man gerne, oder braucht man wirklich...
Zum Schluss möchte ich nochmal auf das Essena-Video zurück kommen.
Wisst Ihr, was sie in ihrem Video zum Schluss statt Ruhm Geld und Ehre als wirklich erfüllend für sich erkannt hat:
Sich für andere zu engagieren.
Freiwillige Arbeiten für Menschen, die einen Nutzen davon haben.
Und das kann ich sowas von bestätigen.
Denn genau deshalb mache ich das hier alles.
Bis später.
Weiterführende Links:
Bericht im Spiegel über Essena O'Neils Ausstieg
Über den Unterschied von Dick sein und Dick fühlen
Wie sehr hat uns der Druck "von aussen" im Griff?
Ich weiss nicht ob viele von uns das mitbekommen haben, aber gestern hat eine australische 18jährige Bloggerin mit dem Namen Essena O'Neill unter ihr exponiertes Online-Leben mit einem letzten Video einen drastischen Schluss-Strich gezogen.
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| Offline mit einem letzten Video: Essena O'Neill |
Sie war ein gut bezahltes Model und hat sich unter anderem mit veganer/vegetarischer Ernährung beschäftigt. Die Werbeverträge und Einnahmen über YouTube hatten ihr nach eigenen Aussagen ein sehr schönes Leben ermöglicht.
Sie hatte eine beträchtliche Menge an Menschen, die ihrem Online-Leben täglich gefolgt sind, auf den verschiedenen Online-Plattformen kamen da wohl teilweise pro Plattform bis zu einer halben Million Zuschauer/Abonnenten/Follower zusammen.
Jetzt mögt Ihr Euch vielleicht fragen, was das mit uns zu tun hat?
Leider ist das Video, mit dem sie ihren Rückzug begründet hat nicht mehr online, aber ich kann Euch sagen, es war ziemlich eindrucksvoll und emotional.
Es hat mich eine ganze Weile beschäftigt.
Die Kernaussage war:
Seit sie 12 Jahre alt war wollte sie nicht mehr und nicht weniger als beachtet und geliebt werden. Und je mehr Likes, Daumen hoch und freundliche Kommentare sie online bekam, je begehrter sie zu sein schien, desto näher schien sie ihrem Ziel gekommen. Aber genug war es nie. Hatte man 100.000 follower, wolle man 200.000...
Tatsächlich war es so, dass sie sich in diesen 3 Jahren ihres rasanten Erfolges mit jedem Tag leerer fühlte.
Sie sprach davon, dass sie mit ein paar Online-Grössen in Los Angeles unterwegs war, und es denen ähnlich erging. Alle hatten Ruhm und Reichtum, schicke Autos und waren beliebt und beachtet. Aber im Innern traurig, ausgebrannt und leer.
Von sich selbst sagte sie, sie habe durchaus Symptome von Depression und Angstzuständen bei sich festgestellt, je länger der Erfolg andauerte.
Die komplette Online-Industrie sei Fake, die Werbemenschen hätten ihr vorgeschrieben, wie sie ein Produkt zu halten habe oder wo es zu stehen habe, wenn sie ihre täglichen Videos gepostet hat. Die wohlgemerkt gar nicht immer einen kommerziellen Charakter hatten... Nichts war real, alles künstlich, ihre wirklich schönen Fotos hätten manchmal 3 Stunden gebraucht, bis sie ein einziges hatte, das sie posten konnte.
Wir alle wissen das - irgendwie.
Und trotzdem gibt es - auch unter unseren Mitgliedern - welche, die trotzdem diesem Diktat des "Was-andere-über-mich-denken" nachgeben.
Und sich mit eben jenen Menschen vergleichen, die so sind wie die junge Essena.
Es macht einen Unterschied, ob man dick ist, oder sich dick fühlt.
Die ganze Arbeit, die ich in den letzten Jahren in diesen Blog, in unsere Facebookgruppe und KK gesteckt habe... ich mache das aus Überzeugung.
Aus der Überzeugung, dass wir unmerklich mehr und mehr zu inakzeptabel bedenklichen Gesundheitszuständen kommen, wenn wir nicht darauf achten, was wir essen und was wir trinken. Und unser Lebensmittel-Umfeld alles andere als hilfreich ist, wenn man gesund bleiben will.
Und weil das mit dem Abnehmen bei uns so gut funktioniert "verirren" sich manchmal auch Menschen bei uns, die eigentlich gar nicht abnehmen müssten.
Weil sie so, wie sie sind - genau richtig sind.
Dieses kleine Speckröllchen hier, das bisschen mehr Schenkel da oder der Po...
Das ist, sich "dick fühlen". Und das eigene "sich-nicht-akzeptieren-können" und den Menschen um sich herum in die Köpfe zu denken, man sei nicht liebenswert, weil man zu dick sei. Egal wie oft sie das anders beteuern, wenn man sie fragt...
Aber "Dick fühlen" ist nicht, worum es mir geht.
Natürlich sind diese Menschen alle recht herzlich eingeladen bei uns, ein bisschen mehr über gesunde Ernährung zu lernen und vor allem nach und nach das Diktat von "Fett macht fett" und "Keine Kalorien = besser" loszulassen, weil sie bei uns lernen und live erleben, wie falsch diese überholten Denkmuster sind.
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| Prognose: Kürzeres Leben, Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Demenz |
Der bessere Massstab als das Spiegelbild ist der BMI.
Ich weiss, dass es viele Menschen gibt, die den BMI kritisieren.
Schweinsteiger habe einen BMI um die 30 und sei auch nicht übergewichtig, heisst es da. Interessanterweise kommt das sogar ganz schön oft von fragwürdigen Journalisten und Essens-Verharmlosern, die es eigentlich so viel besser wissen als das, was sie den Menschen da draussen erzählen.
Ja, es gibt in den Übergangsbereichen tatsächlich Überschneidungen, wo man genauer hinschauen muss.
Aber bezogen auf die normalsterbliche Bevölkerung, die ja gar nicht so athletisch sein kann wie ein Herr Schweinsteiger, der seine komplette Arbeitszeit dazu nutzt zu trainieren -empfinde ich den BMI als durchaus gutes Mittel, um zumindest annähernd zu verstehen, wo man sich selbst einordnen kann.
Umso mehr, als dass der Pupillenknick bei den Damen alles andere als ein zuverlässiges Bild bei der Selbsteinschätzung zuzulassen scheint und das "sich-dick-fühlen"-Männchen im Ohr alles andere als ein guter Berater ist, wenn man sich um Tatsachen bemüht.
Wo sehe ich die Überschneidungen?
Bei einem BMI zwischen 25 und 27 kann man durchaus streiten, ob das Abnehmen dringlich ist, sofern nicht erste Symptome einer Fehlernährung wie Insulinresistenz, Diabetes oder ähnliche auftauchen. Auch Autoimmunerkrankungen haben zumindest das Potential, dass sie von der Ernährung erzeugt oder zumindest negativ beeinflusst werden.
Zwischen einem BMI von 27 und 30 sage ich: Jawoll, haut rein, schaut, dass Ihr Euch mehr gesunde Lebensenergie holt mit KK, freut Euch an den Ergebnissen und seid erstaunt, wieviel mehr Power eigentlich in Euch steckt, wenn Ihr sie nicht aus einem Schokoriegel bezieht.
Aber ab BMI 30, Leute... da sage ich: BITTE! Macht was! Nehmt Euch ernst!
Ihr ruiniert nicht nur Eure Gesundheit, sondern Ihr habt definitiv weniger vom Leben, als Euch zusteht.
Und ich sage das noch etwas genauer:
Es geht absolut nicht darum, was andere von Euch denken mögen, es geht darum, was Ihr Euch mit den Lebensmittelgewohnheiten antut. Und was auf mittlere Sicht immer schwerer wird, zurück zu führen, und irgendwann dann fast unmöglich aufzuhalten sein wird.
Ich hatte hier ja schon einmal eine Liste, was an Krankheiten so alles verbunden ist mit den Ernährungsgewohnheiten, die Otto Normal sich so antut.
Und wenn wir ehrlich sind - nichts davon hat man gerne, oder braucht man wirklich...
Zum Schluss möchte ich nochmal auf das Essena-Video zurück kommen.
Wisst Ihr, was sie in ihrem Video zum Schluss statt Ruhm Geld und Ehre als wirklich erfüllend für sich erkannt hat:
Sich für andere zu engagieren.
Freiwillige Arbeiten für Menschen, die einen Nutzen davon haben.
Und das kann ich sowas von bestätigen.
Denn genau deshalb mache ich das hier alles.
Bis später.
Weiterführende Links:
Bericht im Spiegel über Essena O'Neils Ausstieg
Dienstag, 27. Oktober 2015
Krebs! Hat die Wurst ein Ende?
KK-Wissen
Der Wurst-Frust: Wurst erzeugt Krebs.
Beunruhigendes von der Krebsforscherfront zu rotem Fleisch und Wurstwaren
Eines vorweg: Ihr wisst, ich bin ziemlich gründlich.
Was ich heute notiere ist der erste Eindruck, ein bisschen Bauchgefühl und meine Einschätzung, wo man auf jeden Fall noch genauer hinschauen sollte.
Ich will nicht ausschliessen, dass zu dem folgenden Bericht noch Ergänzungen folgen werden - das ist sogar wahrscheinlich.
Denn das Thema ist definitiv zu wichtig für Schnellschüsse, wie sie leider teilweise jetzt schon im Internet und bei einigen Journalisten auftauchen...
Was ist überhaupt geschehen?
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine eigene Abteilung (genannt IARC), die sich spezialisiert mit Krebsrisiken auseinandersetzt und zu bestimmten Dingen in unserem Alltag Einschätzungen trifft, inwiefern sie krebserregend sind. Sie tut das in verschiedenen Stufen.
Altgediente Blogleser mögen sich noch an die 2a - Einstufung für den Unkrautvernichter Glyphosat erinnern. 2 a bedeutet "vermutlich krebserregend".
Nun hat die IARC sehr aktuell nach der Auswertung von einer schwindelerregenden Grössenordnung von Daten aus verschiedenen Studien eine neue Feststellung getroffen - zu 2 Lebensmittelkategorien, die vielen von uns lieb und teuer sei mögen:
Rotes Fleisch und verarbeitetes Fleisch (u.a Wurst, Schinken, Speck, Salami...).
Die Einschätzung ist ziemlich ernüchternd, denn während das rote Fleisch noch auf 2a "vermutlich krebserregend" eingestuft wurde, hat die IARC keine Zweifel mehr, dass verarbeitetes Fleisch als krebserregend gilt.
Die geteilte Leserschaft
Hier wird es unter Euch vermutlich schon zu der ersten Aufspaltung kommen.
Die einen werden sagen "Dann kann man ja bald gar nichts mehr essen...", die zweiten werden sagen "Alles Quatsch, die Wurst nehmt Ihr mir nicht auch noch weg" und die Veggies werden feste nicken und sagen "Na, habe ich das nicht schon immer gesagt!?"
Aber ganz so einfach ist das nicht.
Konzentrieren wir uns auf Fakten
Und ich möchte Euch auf jeden Fall einladen, ein wenig näher hinzusehen, und die Faktenlage anzuschauen, damit Ihr in Diskussionen zu diesem Thema ein wenig solideres Hintergrundwissen habt. Und mir einen grossen Gefallen tut, in dem Ihr den unsäglichen Kreislauf von "Fakten werden zu Mythen und Mythen hemmen das Handeln" durchbrecht.
Denn was mich schon länger unglaublich Nerven kostet ist der Umstand, dass so viele Interessensgruppen die Wahrheiten immer ein bisschen zu ihrem Vorteil auslegen und wir es uns selbst damit immer schwerer machen, die eigentlichen Fakten zu verstehen und darauf basierend die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Grundlagen
Ich habe mich zwar auch bei der deutschen und internationalen Presse informiert, aber eben nicht nur, sondern ich habe mir das ursprüngliche Dokument der IARC herausgesucht, denn wo sonst erlebt man die unverfälschten Informationen, wenn nicht - direkt an der Quelle?
- TEIL 1 -
Auszüge aus dem Original in freier Übersetzung
Hier ein paar Fakten und Definitionen aus der Original-Einschätzung:
"Rotes Fleisch" - Definition:
Muskelfleisch von Säugetieren, darunter fallen Rind, Kalb, Schwein, Schaf, Pferd, sowie Hammel/Ziege. Hierbei sei es unerheblich, ob es sich dabei im Rohzustand, gehackt (ohne Zusätze) oder gefroren handele.
"Verarbeitetes Fleisch" - Definition:
Gemeint ist Fleisch, das durch das Hinzufügen von Salz, durch Pökeln, Fermentieren, Räuchern und anderen Prozessen dienen, die den Geschmack verbesssern oder einer erweiterten Haltbarkeit dienen sollen. Die überwiegende Menge bestehe aus Schwein oder Rind, es gäbe auch aber auch Mischvarianten mit anderem roten Fleisch, Geflügel, Innereien (z.B. Leber) oder Nebenerzeugnisse der Fleischherstellung wie Tierblut.
Nicht ganz unwichtig bei der Nährstoffaufnahme:
Rotes Fleisch enthalte biologisch hochwertige Eiweisse sowie wichtige Mikronährstoffe wie B-Vitamine, Eisen und Zink. Der Fettanteil variiere je nach Geschlecht, Haltung und Fütterung der Tiere, auch spiele es eine Rolle, wie es geschnitten sei.
Die Verarbeitung - problematisch:
Sobald Fleisch verarbeitet werde, z.B. durch Räuchern oder Pökeln entstünden chemische Verbindungen, die Krebs erzeugen können. Zwar würde das Kochen oder Braten die Verdaubarkeit und den Geschmack stark verbessern, aber vor allem das Kochen auf hohen Temperaturen wie frittieren, stark anbraten oder grillen würde ebenfalls krebserregende chemische Verbindungen freisetzen, die bei der Aufnahme in den menschlichen Organismus problematisch werden können.
Die Grössenordnung der Untersuchung - bemerkenswert:
Nun hat die Arbeitsgruppe der IARC über 800 Studien aus verschiedenen Ländern und Kontinenten herangezogen, mit unterschiedlicher Volkszugehörigkeit und deren (traditionellen) Essensgewohnheiten. Abgeglichen wurde hier der Zusammenhang der Verzehrhäufigkeit mit dem Auftreten verschiedener Krebsarten, hier insbesondere jene, die im Verdauungsapparat vorkommen. Das grösste Datenvolumen umfasste hier Untersuchungen zu Darmkrebs.
Der Ergebnis:
Im Ergebnis konnten sie feststellen, dass es bei rotem Fleisch eine deutliche Verbindung zu Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs zu geben scheine, bei verarbeitetem Fleisch seien Darmkrebs und Magenkrebs zu vermerken gewesen.
Die Neueinschätzung:
Aufgrund der umfassenden Datenlage und den deutlichen Anzeichen wurde deshalb folgende Einschätzung getroffen:
Verarbeitetes Fleisch: Gruppe 1 - Krebserregend.
Rotes Fleisch: Gruppe 2a - Vermutlich krebserregend.
Weia. Soweit die Zusammenfassung des IARC-Dokumentes.
Ich würde es Euch gerne der Vollständigkeit verlinken, aber Ihr braucht einen Zugang zum onkologischen Teil des Lancet, um das Öffnen zu können, und ich respektiere das Urheberrecht. Wer das genauer wissen will, soll sich da um einen eigenen Zugang bemühen. (Google-Tipp: "Carcinogenicity of consumption of red and processed meat" "the lancet")
- TEIL 2 -
Meine persönliche Einschätzung dieser Nachrichten
Ignorieren: unmöglich.
Wer diese Datenlage mit einem "Dann darf man ja bald gar nichts mehr..." oder "Alles Quatsch ich lass mir nicht" einfach ignoriert und beiseite wischt, begeht meiner Meinung nach einen Fehler. Da scheint dann einfach doch viel zu viel dran zu sein.
Klug ist, wer das ernst nimmt.
Aber auch überzureagieren scheint mir keine gute Idee.
Die von der IARC aufgebrachten wichtigen positiven Aspekte des Verzehrs von Fleisch einfach wegzuwischen und komplett darauf zu verzichten halte ich persönlich nicht für eine akzeptable Lösung.
Was mir fehlt ist die Ursachen-Analyse.
2 logische Schlüsse bieten sich doch bei diesen Ergebnissen förmlich an:
- Fleisch wird problematisch, wenn es zu heiss gegart wird.
- Fleisch wird krebserregend, wenn man bei der Verarbeitung "etwas" hinzufügt.
Während das erste sicher etwas ist, das man ein wenig regulieren kann, ist beim zweiten doch unglaublich interessant zu sehen, WAS da beim zufügen vielleicht noch eine Rolle spielen könnte? Wieso ist das unberücksichtigt?
Was ist mit den Standardzusätzen bei der Verarbeitung?
Was ist mit der Langzeitwirkung des Hinzufügens von Geschmacksverstärkern?
Welche Rolle spielt das Nitrit(pökelsalz) denn dabei nun genau?
Und in welcher Intensität ist es Teil des Problems?
Und was ist mit den Phosphaten, die nur deshalb hinzugefügt werden, um das Verhältnis von Preis und Gewinn zu optimieren, aber für den Verbraucher absolut keinen Vorteil beim Nährwert haben? Was, wenn DAS die Problematik unterstützt, verstärkt, oder eventuell der eigentliche Auslöser ist? Die Fleischindustrie tut das noch nicht allzu lange, aber dafür mit exponentiell wachsender Begeisterung.
Und was ist mit dem anderen Krebserreger, der sich ebenfalls wachsender Beliebtheit bei den Herstellern erfreut, und den man heute in fast keiner Wurst mehr meiden kann?
Was ist mit Zucker in seinen verschiedenen Formen? Was ist damit!?
Spielt DAS vielleicht auch hier eine Rolle?
Was mir bei der IARC-Arbeit leider fehlt: Der Faktor Zeit.
Wir hätten es so einfach, näher hinzusehen, wenn wir den Faktor Zeit in der Arbeit auch noch hätten. Denn könnten wir noch das Verhältnis des Auftretens der gesundheitlichen Risiken ein bisschen abgleichen mit den Bestandteilen, die ich oben in Frage gestellt habe, würde sich vielleicht (ich denke sogar ziemlich sicher) ein spannendes Bild ergeben, das vollkommen neue Auswege aufzeigen würde. Nämlich das Weglassen derselben. Per Verbot.
So neu ist das Wissen um die Risiken übrigens gar nicht:
Schon im Jahr 2013 wurde für Europa in einer Auswertung der EPIC-Studie (treue Blogleser werden sich erinnern) ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von verarbeitetem Fleisch und einer höheren Sterblichkeit deutlich festgestellt.
- Teil 3 -
Was heisst das für KK-Mitglieder?Eine erste Empfehlung aufgrund der aktuellen Neu-Einschätzung:
Wenig Wurst:
Ich hatte ja in dem Blog hier schon länger einmal darauf hingewiesen, den Einsatz von Wurstwaren möglichst niedrig zu halten. Es werden uns hier Zusätze untergeschoben, die nicht deklariert werden müssen, die unser Ess- und Hungerverhalten negativ verändern, das Satt-System aushebeln und wie wir jetzt lernen müssen auch die Gesundheit nicht unbeträchtlich zu gefährden scheinen.
Achtet auf die Hitzebeständigkeit der Fette > Kokosfett beim Braten
Ausserdem haben wir schon lange auf den Vorzug von Kokosfett beim Braten bezüglich der Hitzebeständigkeit hingewiesen.
Deshalb erneuere und unterstreiche ich diese lange bestehenden Empfehlungen erneut als richtig und wichtig. Behaltet das bei, achtet noch mehr darauf, diese sinnvollen Empfehlungen in Euer Leben einzubauen, wo immer Euch das möglich ist.
Je weniger vorverarbeitet, desto besser, auch das ein Credo, das Ihr alle schon längst verinnerlicht habt. Auch das bewahrheitet sich nun einmal mehr.
Achtet auf die Fütterung bei rotem Fleisch
Was noch wichtig ist zu erwähnen: Leider keine Auswertung erfolgte durch die IARC über die Rolle der Auswahl des Futters der Nutztiere.
Ich aber verwette meinen zarten Hintern, dass das aber sehr wohl eine grosse Rolle spielt in der gesamten Problematik.
Denn wenn ein Rind Sojakraftfutter aus Argentinen frisst, das dermassen Glyphosat-verseucht ist, dass die Bauern spürbare Auswirkungen am Vieh selbst erleben (zur Erinnerung, Glyphosat selbst ist bezüglich krebserregend ebenfalls auf 2a... nur mal so... Zufälle gibts...), dann KANN das nicht folgenlos bleiben.
Holt Euer Fleisch bei denen, bei denen Ihr Euch überzeugen könnt, dass das unsägliche Kraftfutter keine Rolle spielt oder kauft das Fleisch, wenn "Von Weiderindern" drauf steht.
Die Kennung "Bio" allein ist hier leider kaum eine 100% zuverlässige Aussage.
Das kostet - zumindest nach meinen eigenen Erfahrungen - erträglich mehr, und wem der Preisunterschied zu hoch ist, der reduziert das einfach ein wenig, das mag kein Schaden sein. Aber ganz sicher nicht auf Null, dazu gleich noch mehr...
Wird KK jetzt rotes Fleisch und Wurstwaren vom Speisenplan nehmen?
Das Problem ist: Wir haben momentan keine sinnvollen Alternativen.
Das haben wir uns über die Jahre kaputt gemacht, in dem wir als Verbraucher bei allem weggeschaut haben, und das müssten wir uns erst mühsam wieder zurück holen, ich habe aber kaum Hoffnung, dass wir das in einem akzeptablen Zeitrahmen schaffen werden.
Das weisse Fleisch (Hühner/Pute) ist Dank der Antibiotika-Zugaben kein machbarer Dauerersatz, wenn man gesund bleiben will.
Fisch erhalten wir heute überwiegend aus Fisch-Farmen, von denen Ihr nicht wissen wollt, wie es da aussieht und was denen zu Fressen gegeben wird.
Pflanzliches Eiweiss - die Vegetarierschiene
Abgesehen davon, dass diese grösstenteils kein vollwertiger Ersatz sind haben sie zum grossen Teil ihre ganz eigenen Probleme - und damit meine ich nicht nur die Herkunft des Soja und die Frage, ob die nicht ebenfalls glyphosatgetränkt sind (irgendwo müssen die 6000 Tonnen in Deutschland ja angewendet werden, oder?)
Totalverzicht?
Die Aussagen der IARC über die Bedeutung des Fleisches in einer vollwertigen Ernährung sind nicht aus der hohlen Luft gegriffen, das hat meiner Meinung nach Substanz.
Ebenso leben Vegetarier und Veganer in vielerlei Hinsicht zwar gesünder, aber da muss man schon genauer hinschauen, mit was das verglichen wird: Mit der Standardernährung.
Es ist kein Zufall, dass KK diese starken Verbesserungen in den Blutwerten mit sich bringt, das Problem ist eben genau: der aktuelle Standard.
Bei allem, was ich in den letzten Jahren gelernt, erlebt und gesehen habe:
Der Totalverzicht ist für mich keine Alternative, die ich irgendwem empfehlen würde.
Das geht nicht ohne Mangel und Mangel ist ebenso ein Risiko. D.h. man würde das Risiko allenfalls verlagern. Und am Ende stellt sich doch die Frage, woher das vegane B12 denn nun gewonnen wird, und all die teuren Nahrungsergänzungsmittel die nötig wären, den Mangel aufzufangen.
Tatsächlich scheinen mir daher unsere aktuellen Empfehlungen - mit den Akzenten wie oben beschrieben durchaus noch immer der gesündeste Mittelweg.
Teil 4 - Prognosen
Was für ein langer Bericht, schön, dass Du noch hier bist...
Ich wage jetzt aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen ein paar Prognosen, was in den nächsten Wochen zu diesen Thema passiert, falls es nicht schon sowieso gleich unter den Teppich gekehrt wird und aus dem öffentlichen Interesse verschwindet:
- Die Fleischindustrie wird die Glaubwürdigkeit der IARC angreifen. Es werden Gegenstudien auftauchen oder zitiert, die das Gegenteil behaupten. Ausserdem werden sie auf den Zug aufspringen, dass die IARC ja gesagt hat, man sollte reduzieren. Das wird die Industrie uns auch erzählen, wohl wissend, dass das in 6 bis 8 Wochen vergessen ist und alle zu ihren alten Gewohnheiten zurückfinden, wenn das Thema nur schnell genug aus den Medien verschwindet.
- Die Glyphosatindustrie wird sich lustig machen und ihr eigenes Problem in Kontext zu der "lächerlichen" Einschätzung bringen nach dem Motto "Das sind auch die Leute, die Euch den Speck wegnehmen wollen"
- Die Politik sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, denn die Lebensmittel in Deutschland sind sicher (auch wenn die Zahlen das Gegenteil belegen, wird das trotzdem behauptet).
- Die DGE wird sich dumpf auf Hinweise zu Mengenbegrenzungen beschränken und bleibt weiter echte Information schuldig, inwiefern sich Zusatzstoffe und Fütterung in den Mengen trotzdem negativ auswirken werden. Und sowieso: Welche Rolle das spielt.
- Der kommerziell motivierte Teil bei Vegetariern und Veganern wird das Ergebnis in allen Formen und Farben schildern, "vergisst" dabei, auf die möglichen Folgen des Verzichts hinzuweisen. Denn da gibt es derzeit keinen Ersatz, der nicht seine eigenen Probleme mit sich bringt. Aber das zu erwähnen wäre ja auch ins eigene Knie geschossen.
- Angesichts der Milchseen und Butterberge, die der Wegfall der Quotenregelung jüngst mit sich gebracht hat werden wir in nicht allzu ferner Zukunft Werbung sehen, die "hochwertiges Eiweiss" anpreist, das aus Molke gewonnen wird und als Ersatz für das gefährliche Fleisch und die tödlichen Wurstwaren dienen soll. Diese Hightech-Industrie wird dabei vergessen zu erwähnen, dass genau diese Molken-Proteine das Risiko um ein Vielfaches stärker anheben, als das Fleisch das könnte. Für Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs und Darmkrebs. Was für ein Tausch...
Kleine Bitte: Wenn Ihr in der Presse oder im Web etwas findet, dass meine Prognosen bestätigt, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir den Link schickt. Mal gespannt, ob ich auf 6 Richtige komme...
Zum Schluss.
"Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie", soll Bismarck gesagt haben.
Ich sage: Wieso sollte das als unveränderbar hingenommen werden? Beides?
Wäre es nicht für alle so viel besser, wenn wir mit gutem Gewissen gesund schlafen könnten, statt unsere Gesundheit den negativen Auswirkungen von untergeschummelten Zu-sätzen und Ge-setzen unterzuordnen, die nur einigen wenigen Positives einbringen?
Zu einem derart hohen Preis!?
Bis später.
Der Wurst-Frust: Wurst erzeugt Krebs.
Beunruhigendes von der Krebsforscherfront zu rotem Fleisch und Wurstwaren
Eines vorweg: Ihr wisst, ich bin ziemlich gründlich.
Was ich heute notiere ist der erste Eindruck, ein bisschen Bauchgefühl und meine Einschätzung, wo man auf jeden Fall noch genauer hinschauen sollte.
Ich will nicht ausschliessen, dass zu dem folgenden Bericht noch Ergänzungen folgen werden - das ist sogar wahrscheinlich.
Denn das Thema ist definitiv zu wichtig für Schnellschüsse, wie sie leider teilweise jetzt schon im Internet und bei einigen Journalisten auftauchen...
Was ist überhaupt geschehen?
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine eigene Abteilung (genannt IARC), die sich spezialisiert mit Krebsrisiken auseinandersetzt und zu bestimmten Dingen in unserem Alltag Einschätzungen trifft, inwiefern sie krebserregend sind. Sie tut das in verschiedenen Stufen.
Altgediente Blogleser mögen sich noch an die 2a - Einstufung für den Unkrautvernichter Glyphosat erinnern. 2 a bedeutet "vermutlich krebserregend".
Nun hat die IARC sehr aktuell nach der Auswertung von einer schwindelerregenden Grössenordnung von Daten aus verschiedenen Studien eine neue Feststellung getroffen - zu 2 Lebensmittelkategorien, die vielen von uns lieb und teuer sei mögen:
Rotes Fleisch und verarbeitetes Fleisch (u.a Wurst, Schinken, Speck, Salami...).
Die Einschätzung ist ziemlich ernüchternd, denn während das rote Fleisch noch auf 2a "vermutlich krebserregend" eingestuft wurde, hat die IARC keine Zweifel mehr, dass verarbeitetes Fleisch als krebserregend gilt.
Die geteilte Leserschaft
Hier wird es unter Euch vermutlich schon zu der ersten Aufspaltung kommen.
Die einen werden sagen "Dann kann man ja bald gar nichts mehr essen...", die zweiten werden sagen "Alles Quatsch, die Wurst nehmt Ihr mir nicht auch noch weg" und die Veggies werden feste nicken und sagen "Na, habe ich das nicht schon immer gesagt!?"
Aber ganz so einfach ist das nicht.
Konzentrieren wir uns auf Fakten
Und ich möchte Euch auf jeden Fall einladen, ein wenig näher hinzusehen, und die Faktenlage anzuschauen, damit Ihr in Diskussionen zu diesem Thema ein wenig solideres Hintergrundwissen habt. Und mir einen grossen Gefallen tut, in dem Ihr den unsäglichen Kreislauf von "Fakten werden zu Mythen und Mythen hemmen das Handeln" durchbrecht.
Denn was mich schon länger unglaublich Nerven kostet ist der Umstand, dass so viele Interessensgruppen die Wahrheiten immer ein bisschen zu ihrem Vorteil auslegen und wir es uns selbst damit immer schwerer machen, die eigentlichen Fakten zu verstehen und darauf basierend die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Grundlagen
Ich habe mich zwar auch bei der deutschen und internationalen Presse informiert, aber eben nicht nur, sondern ich habe mir das ursprüngliche Dokument der IARC herausgesucht, denn wo sonst erlebt man die unverfälschten Informationen, wenn nicht - direkt an der Quelle?
- TEIL 1 -
Auszüge aus dem Original in freier Übersetzung
Hier ein paar Fakten und Definitionen aus der Original-Einschätzung:
"Rotes Fleisch" - Definition:
Muskelfleisch von Säugetieren, darunter fallen Rind, Kalb, Schwein, Schaf, Pferd, sowie Hammel/Ziege. Hierbei sei es unerheblich, ob es sich dabei im Rohzustand, gehackt (ohne Zusätze) oder gefroren handele.
"Verarbeitetes Fleisch" - Definition:
Gemeint ist Fleisch, das durch das Hinzufügen von Salz, durch Pökeln, Fermentieren, Räuchern und anderen Prozessen dienen, die den Geschmack verbesssern oder einer erweiterten Haltbarkeit dienen sollen. Die überwiegende Menge bestehe aus Schwein oder Rind, es gäbe auch aber auch Mischvarianten mit anderem roten Fleisch, Geflügel, Innereien (z.B. Leber) oder Nebenerzeugnisse der Fleischherstellung wie Tierblut.
Nicht ganz unwichtig bei der Nährstoffaufnahme:
Rotes Fleisch enthalte biologisch hochwertige Eiweisse sowie wichtige Mikronährstoffe wie B-Vitamine, Eisen und Zink. Der Fettanteil variiere je nach Geschlecht, Haltung und Fütterung der Tiere, auch spiele es eine Rolle, wie es geschnitten sei.
Die Verarbeitung - problematisch:
Sobald Fleisch verarbeitet werde, z.B. durch Räuchern oder Pökeln entstünden chemische Verbindungen, die Krebs erzeugen können. Zwar würde das Kochen oder Braten die Verdaubarkeit und den Geschmack stark verbessern, aber vor allem das Kochen auf hohen Temperaturen wie frittieren, stark anbraten oder grillen würde ebenfalls krebserregende chemische Verbindungen freisetzen, die bei der Aufnahme in den menschlichen Organismus problematisch werden können.
Die Grössenordnung der Untersuchung - bemerkenswert:
Nun hat die Arbeitsgruppe der IARC über 800 Studien aus verschiedenen Ländern und Kontinenten herangezogen, mit unterschiedlicher Volkszugehörigkeit und deren (traditionellen) Essensgewohnheiten. Abgeglichen wurde hier der Zusammenhang der Verzehrhäufigkeit mit dem Auftreten verschiedener Krebsarten, hier insbesondere jene, die im Verdauungsapparat vorkommen. Das grösste Datenvolumen umfasste hier Untersuchungen zu Darmkrebs.
Der Ergebnis:
Im Ergebnis konnten sie feststellen, dass es bei rotem Fleisch eine deutliche Verbindung zu Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs zu geben scheine, bei verarbeitetem Fleisch seien Darmkrebs und Magenkrebs zu vermerken gewesen.
Die Neueinschätzung:
Aufgrund der umfassenden Datenlage und den deutlichen Anzeichen wurde deshalb folgende Einschätzung getroffen:
Verarbeitetes Fleisch: Gruppe 1 - Krebserregend.
Rotes Fleisch: Gruppe 2a - Vermutlich krebserregend.
Weia. Soweit die Zusammenfassung des IARC-Dokumentes.
Ich würde es Euch gerne der Vollständigkeit verlinken, aber Ihr braucht einen Zugang zum onkologischen Teil des Lancet, um das Öffnen zu können, und ich respektiere das Urheberrecht. Wer das genauer wissen will, soll sich da um einen eigenen Zugang bemühen. (Google-Tipp: "Carcinogenicity of consumption of red and processed meat" "the lancet")
- TEIL 2 -
Meine persönliche Einschätzung dieser Nachrichten
Ignorieren: unmöglich.
Wer diese Datenlage mit einem "Dann darf man ja bald gar nichts mehr..." oder "Alles Quatsch ich lass mir nicht" einfach ignoriert und beiseite wischt, begeht meiner Meinung nach einen Fehler. Da scheint dann einfach doch viel zu viel dran zu sein.
Klug ist, wer das ernst nimmt.
Aber auch überzureagieren scheint mir keine gute Idee.
Die von der IARC aufgebrachten wichtigen positiven Aspekte des Verzehrs von Fleisch einfach wegzuwischen und komplett darauf zu verzichten halte ich persönlich nicht für eine akzeptable Lösung.
Was mir fehlt ist die Ursachen-Analyse.
2 logische Schlüsse bieten sich doch bei diesen Ergebnissen förmlich an:
- Fleisch wird problematisch, wenn es zu heiss gegart wird.
- Fleisch wird krebserregend, wenn man bei der Verarbeitung "etwas" hinzufügt.
Während das erste sicher etwas ist, das man ein wenig regulieren kann, ist beim zweiten doch unglaublich interessant zu sehen, WAS da beim zufügen vielleicht noch eine Rolle spielen könnte? Wieso ist das unberücksichtigt?
Was ist mit den Standardzusätzen bei der Verarbeitung?
Was ist mit der Langzeitwirkung des Hinzufügens von Geschmacksverstärkern?
Welche Rolle spielt das Nitrit(pökelsalz) denn dabei nun genau?
Und in welcher Intensität ist es Teil des Problems?
Und was ist mit den Phosphaten, die nur deshalb hinzugefügt werden, um das Verhältnis von Preis und Gewinn zu optimieren, aber für den Verbraucher absolut keinen Vorteil beim Nährwert haben? Was, wenn DAS die Problematik unterstützt, verstärkt, oder eventuell der eigentliche Auslöser ist? Die Fleischindustrie tut das noch nicht allzu lange, aber dafür mit exponentiell wachsender Begeisterung.
Und was ist mit dem anderen Krebserreger, der sich ebenfalls wachsender Beliebtheit bei den Herstellern erfreut, und den man heute in fast keiner Wurst mehr meiden kann?
Was ist mit Zucker in seinen verschiedenen Formen? Was ist damit!?
Spielt DAS vielleicht auch hier eine Rolle?
Was mir bei der IARC-Arbeit leider fehlt: Der Faktor Zeit.
Wir hätten es so einfach, näher hinzusehen, wenn wir den Faktor Zeit in der Arbeit auch noch hätten. Denn könnten wir noch das Verhältnis des Auftretens der gesundheitlichen Risiken ein bisschen abgleichen mit den Bestandteilen, die ich oben in Frage gestellt habe, würde sich vielleicht (ich denke sogar ziemlich sicher) ein spannendes Bild ergeben, das vollkommen neue Auswege aufzeigen würde. Nämlich das Weglassen derselben. Per Verbot.
So neu ist das Wissen um die Risiken übrigens gar nicht:
Schon im Jahr 2013 wurde für Europa in einer Auswertung der EPIC-Studie (treue Blogleser werden sich erinnern) ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von verarbeitetem Fleisch und einer höheren Sterblichkeit deutlich festgestellt.
- Teil 3 -
Was heisst das für KK-Mitglieder?Eine erste Empfehlung aufgrund der aktuellen Neu-Einschätzung:
Wenig Wurst:
Ich hatte ja in dem Blog hier schon länger einmal darauf hingewiesen, den Einsatz von Wurstwaren möglichst niedrig zu halten. Es werden uns hier Zusätze untergeschoben, die nicht deklariert werden müssen, die unser Ess- und Hungerverhalten negativ verändern, das Satt-System aushebeln und wie wir jetzt lernen müssen auch die Gesundheit nicht unbeträchtlich zu gefährden scheinen.
Achtet auf die Hitzebeständigkeit der Fette > Kokosfett beim Braten
Ausserdem haben wir schon lange auf den Vorzug von Kokosfett beim Braten bezüglich der Hitzebeständigkeit hingewiesen.
Deshalb erneuere und unterstreiche ich diese lange bestehenden Empfehlungen erneut als richtig und wichtig. Behaltet das bei, achtet noch mehr darauf, diese sinnvollen Empfehlungen in Euer Leben einzubauen, wo immer Euch das möglich ist.
Je weniger vorverarbeitet, desto besser, auch das ein Credo, das Ihr alle schon längst verinnerlicht habt. Auch das bewahrheitet sich nun einmal mehr.
Achtet auf die Fütterung bei rotem Fleisch
Was noch wichtig ist zu erwähnen: Leider keine Auswertung erfolgte durch die IARC über die Rolle der Auswahl des Futters der Nutztiere.
Ich aber verwette meinen zarten Hintern, dass das aber sehr wohl eine grosse Rolle spielt in der gesamten Problematik.
Denn wenn ein Rind Sojakraftfutter aus Argentinen frisst, das dermassen Glyphosat-verseucht ist, dass die Bauern spürbare Auswirkungen am Vieh selbst erleben (zur Erinnerung, Glyphosat selbst ist bezüglich krebserregend ebenfalls auf 2a... nur mal so... Zufälle gibts...), dann KANN das nicht folgenlos bleiben.
Holt Euer Fleisch bei denen, bei denen Ihr Euch überzeugen könnt, dass das unsägliche Kraftfutter keine Rolle spielt oder kauft das Fleisch, wenn "Von Weiderindern" drauf steht.
Die Kennung "Bio" allein ist hier leider kaum eine 100% zuverlässige Aussage.
Das kostet - zumindest nach meinen eigenen Erfahrungen - erträglich mehr, und wem der Preisunterschied zu hoch ist, der reduziert das einfach ein wenig, das mag kein Schaden sein. Aber ganz sicher nicht auf Null, dazu gleich noch mehr...
Wird KK jetzt rotes Fleisch und Wurstwaren vom Speisenplan nehmen?
Das Problem ist: Wir haben momentan keine sinnvollen Alternativen.
Das haben wir uns über die Jahre kaputt gemacht, in dem wir als Verbraucher bei allem weggeschaut haben, und das müssten wir uns erst mühsam wieder zurück holen, ich habe aber kaum Hoffnung, dass wir das in einem akzeptablen Zeitrahmen schaffen werden.
Das weisse Fleisch (Hühner/Pute) ist Dank der Antibiotika-Zugaben kein machbarer Dauerersatz, wenn man gesund bleiben will.
Fisch erhalten wir heute überwiegend aus Fisch-Farmen, von denen Ihr nicht wissen wollt, wie es da aussieht und was denen zu Fressen gegeben wird.
Pflanzliches Eiweiss - die Vegetarierschiene
Abgesehen davon, dass diese grösstenteils kein vollwertiger Ersatz sind haben sie zum grossen Teil ihre ganz eigenen Probleme - und damit meine ich nicht nur die Herkunft des Soja und die Frage, ob die nicht ebenfalls glyphosatgetränkt sind (irgendwo müssen die 6000 Tonnen in Deutschland ja angewendet werden, oder?)
Totalverzicht?
Die Aussagen der IARC über die Bedeutung des Fleisches in einer vollwertigen Ernährung sind nicht aus der hohlen Luft gegriffen, das hat meiner Meinung nach Substanz.
Ebenso leben Vegetarier und Veganer in vielerlei Hinsicht zwar gesünder, aber da muss man schon genauer hinschauen, mit was das verglichen wird: Mit der Standardernährung.
Es ist kein Zufall, dass KK diese starken Verbesserungen in den Blutwerten mit sich bringt, das Problem ist eben genau: der aktuelle Standard.
Bei allem, was ich in den letzten Jahren gelernt, erlebt und gesehen habe:
Der Totalverzicht ist für mich keine Alternative, die ich irgendwem empfehlen würde.
Das geht nicht ohne Mangel und Mangel ist ebenso ein Risiko. D.h. man würde das Risiko allenfalls verlagern. Und am Ende stellt sich doch die Frage, woher das vegane B12 denn nun gewonnen wird, und all die teuren Nahrungsergänzungsmittel die nötig wären, den Mangel aufzufangen.
Tatsächlich scheinen mir daher unsere aktuellen Empfehlungen - mit den Akzenten wie oben beschrieben durchaus noch immer der gesündeste Mittelweg.
Teil 4 - Prognosen
Was für ein langer Bericht, schön, dass Du noch hier bist...
Ich wage jetzt aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen ein paar Prognosen, was in den nächsten Wochen zu diesen Thema passiert, falls es nicht schon sowieso gleich unter den Teppich gekehrt wird und aus dem öffentlichen Interesse verschwindet:
- Die Fleischindustrie wird die Glaubwürdigkeit der IARC angreifen. Es werden Gegenstudien auftauchen oder zitiert, die das Gegenteil behaupten. Ausserdem werden sie auf den Zug aufspringen, dass die IARC ja gesagt hat, man sollte reduzieren. Das wird die Industrie uns auch erzählen, wohl wissend, dass das in 6 bis 8 Wochen vergessen ist und alle zu ihren alten Gewohnheiten zurückfinden, wenn das Thema nur schnell genug aus den Medien verschwindet.
- Die Glyphosatindustrie wird sich lustig machen und ihr eigenes Problem in Kontext zu der "lächerlichen" Einschätzung bringen nach dem Motto "Das sind auch die Leute, die Euch den Speck wegnehmen wollen"
- Die Politik sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, denn die Lebensmittel in Deutschland sind sicher (auch wenn die Zahlen das Gegenteil belegen, wird das trotzdem behauptet).
- Die DGE wird sich dumpf auf Hinweise zu Mengenbegrenzungen beschränken und bleibt weiter echte Information schuldig, inwiefern sich Zusatzstoffe und Fütterung in den Mengen trotzdem negativ auswirken werden. Und sowieso: Welche Rolle das spielt.
- Der kommerziell motivierte Teil bei Vegetariern und Veganern wird das Ergebnis in allen Formen und Farben schildern, "vergisst" dabei, auf die möglichen Folgen des Verzichts hinzuweisen. Denn da gibt es derzeit keinen Ersatz, der nicht seine eigenen Probleme mit sich bringt. Aber das zu erwähnen wäre ja auch ins eigene Knie geschossen.
- Angesichts der Milchseen und Butterberge, die der Wegfall der Quotenregelung jüngst mit sich gebracht hat werden wir in nicht allzu ferner Zukunft Werbung sehen, die "hochwertiges Eiweiss" anpreist, das aus Molke gewonnen wird und als Ersatz für das gefährliche Fleisch und die tödlichen Wurstwaren dienen soll. Diese Hightech-Industrie wird dabei vergessen zu erwähnen, dass genau diese Molken-Proteine das Risiko um ein Vielfaches stärker anheben, als das Fleisch das könnte. Für Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs und Darmkrebs. Was für ein Tausch...
Kleine Bitte: Wenn Ihr in der Presse oder im Web etwas findet, dass meine Prognosen bestätigt, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir den Link schickt. Mal gespannt, ob ich auf 6 Richtige komme...
Zum Schluss.
"Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie", soll Bismarck gesagt haben.
Ich sage: Wieso sollte das als unveränderbar hingenommen werden? Beides?
Wäre es nicht für alle so viel besser, wenn wir mit gutem Gewissen gesund schlafen könnten, statt unsere Gesundheit den negativen Auswirkungen von untergeschummelten Zu-sätzen und Ge-setzen unterzuordnen, die nur einigen wenigen Positives einbringen?
Zu einem derart hohen Preis!?
Bis später.
Freitag, 23. Oktober 2015
Sieht Unschuld tatsächlich so aus? Nachdenkliches über Obst-ge-safte.
KK-Wissen
WIE UNSCHULDIG IST INNOCENT?
Smoothies - oder wieso auch Gemüse-Esser unerwartet schwer werden können.
WIE UNSCHULDIG IST INNOCENT?
Smoothies - oder wieso auch Gemüse-Esser unerwartet schwer werden können.
Da sitze ich gestern an einer Infografik und warte nebenher im TV auf die Nachrichten, als ein Werbespot über den Schirm flimmert.
Einer dieser hippen, flinken Spots von Innocent, dem Smoothie-Spezialisten mit dem unschuldigen Image von reinen Zutaten.
Die kleinen Fläschchen, mit dem eingebauten Heiligenschein.
Sie haben ein neues Produkt: Antioxidant.
Super Smoothie. Mit Obst, Gemüse, Weizengras und Leinsamen.
Super Smoothie. Mit Obst, Gemüse, Weizengras und Leinsamen.
Ich habe so eine Ahnung, an welche Zielgruppe das gerichtet ist, und werde neugierig...
< Flashback. <
Zu der Zeit, als ich noch vollkommen naiv in den MäcBörger biss, hatte ich mich einmal gewundert, wieso jemand vegan oder vegetarisch leben kann, und trotzdem... sagen wir... recht propper daher kommen kann. Ich meine - Tofu, Gemüse... Wo ist denn da das Fett?!
Ich hatte dann irgendwann in den vergangenen drei Jahren meines Selbststudiums mehr oder weniger nebenbei eine Antwort auf diese Frage gefunden. Aber noch nie war etwas so deutlich, dass ich es als Denkanstoss weitergeben könnte, wie im heutigen Fall.
Zu der Zeit, als ich noch vollkommen naiv in den MäcBörger biss, hatte ich mich einmal gewundert, wieso jemand vegan oder vegetarisch leben kann, und trotzdem... sagen wir... recht propper daher kommen kann. Ich meine - Tofu, Gemüse... Wo ist denn da das Fett?!
Ich hatte dann irgendwann in den vergangenen drei Jahren meines Selbststudiums mehr oder weniger nebenbei eine Antwort auf diese Frage gefunden. Aber noch nie war etwas so deutlich, dass ich es als Denkanstoss weitergeben könnte, wie im heutigen Fall.
> Flashforward. >
Fast schon in traumwandlerischer Gewohnheit surfte ich nach dem Spot auf die Herstellerseite auf der Suche nach der Zutatenliste und Nährstoffangabe.
Na klar. Wusst ich's doch. Genau...
Kiwi, Limette, Weizengras, Leinsamen, Vitamin C, Vitamin E und Selen.
Das klingt aber sowas von "grün", "gesund" und "Bio"...
Ich wette, dass die hippen "Auf-Sich-Aufpasser" morgen loslaufen, um sich das testweise hinter die Binde zu kippen.
Diesen möchte ich diesen Artikel widmen, und den altgedienten Ernährungsberatern, die ihren Klienten noch immer das Märchen vom gesunden Smoothie antun gleich mit.
Aber der Reihe nach:
Als erstes Mal zu den Zutaten, die man wohl mehr für das Extra-Super-Bio-Unschulds-Feeling hinzugefügt hat: Gurken, Leinsamen und Weizengras.
Sorry, aber das ist eine Lachnummer. Gurkensaft hat einen Anteil von 2%, die zerriebenen Leinsamen strotzen mit 0,6% im Fläschchen und das zerriebene Weizengras - ist vermutlich nur unterm Mikroskop zu finden, weil 0,02%.
Die übliche Krux mit dem Unterschied von werbeträchtigen Aufdrucken, der geweckten Erwartung und was dann tatsächlich in den Produkten stattfindet. Nun ja.
Als zweites mal kurz ein Blick auf die letztgenannten Zutaten - Vitamin C, E und Selen.
Während wir fest davon ausgehen können, dass in unseren Breitengraden ein normalsterblicher Bürger kaum eine Unterversorgung an Vitamin C haben dürfte,
ist Vitamin E fettlöslich. Ich bezweifle jetzt einfach mal, dass der Fettanteil dieses Produkts ausreicht, dass der Körper das Vitamin überhaupt in nennenswerter Menge aufnehmen kann, bin aber sehr offen für einen gegenteiligen Nachweis.
Auf jeden Fall wird das gemäss Auskunft auf der Seite dem Getränk künstlich (bzw. "extra" hinzugefügt. In dem Fall hat sich das wohl mit dem "ohne Zusätze", wie dort überall steht und in den Spots pauschal glauben gemacht wird, oder?
Bei Selen ist das so eine Sache.
Das hat man hinzugefügt, weil es die Zellen vor oxidativem Stress bewahren soll.
Hierzu berichtet Wikipedia:
Aha. Weder ein Frühchen, noch ein Alkoholkranker wird jetzt typischerweise nach diesem Produkt greifen, und auch ein künstlich Ernährter hat sicher andere Sorgen.
Jetzt mögen einige neuere Leser womöglich denken:
Diese Zuckermenge tut das. Man muss sie nur regelmässig genug zu sich nehmen.
Und ich würde fast wetten, dass die putzigen Kartons nicht bei den Erwachsenen landen, sondern tatsächlich für die Zielgruppe der "Gewöhnt-sie-doch-schon-mal-dran"-Kinder - äh Kunden reserviert bleiben.
Trifft das zu, dann kann man sagen: Wer einen (gar nicht so) "unschuldigen" Smoothie leer trinkt, knackt die Tagesobergrenze so gut wie sicher mit schon einer einzelnen Packung - und das teilweise um ein Vielfaches.
Und das ist der Punkt.
Aber weiter auf Wikipedia:
"In einer kritischen Bewertung [..] wird festgestellt, dass die bislang verfügbaren Studien keine Hinweise für einen Nutzen einer zusätzlichen Gabe von Selen in irgendeinem Zusammenhang erbringen konnten. Zwar scheint eine positive Beeinflussung verschiedener Krebsarten möglich, andererseits die Begünstigung anderer Karzinome nicht unwahrscheinlich. Die „SELECT“-Studie („Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial“) sollte diesbezüglich Auskunft geben und 2013 abgeschlossen werden. Allerdings wurde diese im Oktober 2008 abgebrochen, da während der Studie nachgewiesen werden konnte, dass es keine verbesserte Schutzwirkung im Vergleich zum Placebo gibt und ein Nutzen ausgeschlossen werden konnte. In dieser Studie wurde zwar sogar eine erhöhte Prostatakrebshäufigkeit unter der Gabe von Vitamin E und eine erhöhte Diabetesentstehung unter der Selengabe festgestellt[...]"
Na das ist doch mal ein Wort...
Lediglich bei Schilddrüsen-Erkrankungen wie Hashimoto ist eine zusätzliche Selen-Einnahme sinnvoll, schreiben sie dort weiter.
"In einer kritischen Bewertung [..] wird festgestellt, dass die bislang verfügbaren Studien keine Hinweise für einen Nutzen einer zusätzlichen Gabe von Selen in irgendeinem Zusammenhang erbringen konnten. Zwar scheint eine positive Beeinflussung verschiedener Krebsarten möglich, andererseits die Begünstigung anderer Karzinome nicht unwahrscheinlich. Die „SELECT“-Studie („Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial“) sollte diesbezüglich Auskunft geben und 2013 abgeschlossen werden. Allerdings wurde diese im Oktober 2008 abgebrochen, da während der Studie nachgewiesen werden konnte, dass es keine verbesserte Schutzwirkung im Vergleich zum Placebo gibt und ein Nutzen ausgeschlossen werden konnte. In dieser Studie wurde zwar sogar eine erhöhte Prostatakrebshäufigkeit unter der Gabe von Vitamin E und eine erhöhte Diabetesentstehung unter der Selengabe festgestellt[...]"
Na das ist doch mal ein Wort...
Lediglich bei Schilddrüsen-Erkrankungen wie Hashimoto ist eine zusätzliche Selen-Einnahme sinnvoll, schreiben sie dort weiter.
Allerdings - nach ärztlicher Abklärung!
Feine Sache - dann gibt es den Supersmoothie bald schon auf Rezept? Ick froi mir schon...
Aber halt!
Aber halt!
Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, dieses flüssige Schilddrüsen-Schutz-Präparat vorbeugend zu einzunehmen... Ich hab da noch ein kleines, nicht ganz unwichtiges Detail...
Das wird seltsamerweise nirgends grossartig erwähnt, dabei halte ich es für nicht ganz unwichtig.
Der Zuckergehalt:
In einer Flasche á 360ml befinden sich sage und schreibe 43 Gramm Zucker,
das ist der Gegenwert von 18 Stückchen Würfelzucker.
Das klingt jetzt vielleicht erst mal noch nicht viel, aber für einen anschaulichen Vergleich auf einen Liter hochgerechnet kommt Coca Cola pro Liter gerundet auf 44 Zuckerwürfel, während der Supersmooxidant mit satten 50(!!) Zuckerwürfel zu Buche schlägt.
Richtig gelesen!
In diesem "unschuldigen" Produkt steckt mehr Zucker drin als in Coca Cola.
Jetzt mögen einige neuere Leser womöglich denken:
"Ja, aber das ist ja natürlicher Zucker..."
Sorry. Falle! Stimmt nicht!
Dem Körper ist es vollkommen egal, ob das aus Obst oder Zuckerrohr oder Zuckerrüben ist... Zucker ist Zucker.
Eher sogar Im Gegenteil: Fruchtzucker ist viel problematischer, vor allem dann, wenn er wie in diesem Fall flüssig daher kommt.
Genau genommen dürfte diese Menge die Leber sogar beträchtlich belasten.
Was dann aber wieder die Alkoholkranken disqualifiziert, die ihren Selenmangel wie oben beschrieben so dringend decken müssen. Hach, man hat's nicht leicht...
Was dann aber wieder die Alkoholkranken disqualifiziert, die ihren Selenmangel wie oben beschrieben so dringend decken müssen. Hach, man hat's nicht leicht...
Aber falls die Kombi von Vitamin E und Selen nicht für Diabetes sorgt...
Diese Zuckermenge tut das. Man muss sie nur regelmässig genug zu sich nehmen.
Aus purer Neugierde habe ich dann noch die anderen Supersmoothies angeschaut, die da klangvoll Defence und Energise genannt werden. Sie kommen auf je 40 Gramm die Flasche, drei Gramm weniger, dass macht dann den Kohl - genauso fett.
Und dann habe ich weiter geklickt und weiter geklickt und eine Exceltabelle gebaut,
weil ich es dann einfach mal genauer wissen wollte.
Die Unschuld oder auch Innozenz hat da schon ein recht bemerkenswertes Portfolio beieinander.
Die Unschuld oder auch Innozenz hat da schon ein recht bemerkenswertes Portfolio beieinander.
Sie haben relativ eigenwillige Verpackungsgrösse und die sind nun wirklich nicht gewaltig - eher unter der typischen Norm (siehe unter "Füllmenge" auf der Grafik).
Und trotzdem bleibt kein einziges Produkt mit Flasche oder Trinkkarton im Rahmen der maximal empfohlenen Tagesobergrenze der WHO für Kinder und Jugendliche, im Gegenteil, diese liegt bei einem der Produkte sogar beim rund 8fachen!!! von dem, was ein Kind aufnehmen sollte. Und da sind die anderen Zuckerkunststücke des Tages ja noch gar nicht berücksichtigt, die das Kind an diesem Tag womöglich sonst noch so drauf hat...
Aber seht selbst...
Die einzigen Zahlen im "grünen" Bereich sind gemäss meinen Berechnungen die Kinderprodukte, wenn sie die Erwachsenen trinken.
Aber das liegt weniger an einem geringeren Zuckerzusatz,
Aber das liegt weniger an einem geringeren Zuckerzusatz,
sondern an einer kleineren Portionsgrösse.
Und ich würde fast wetten, dass die putzigen Kartons nicht bei den Erwachsenen landen, sondern tatsächlich für die Zielgruppe der "Gewöhnt-sie-doch-schon-mal-dran"-Kinder - äh Kunden reserviert bleiben.
Trifft das zu, dann kann man sagen: Wer einen (gar nicht so) "unschuldigen" Smoothie leer trinkt, knackt die Tagesobergrenze so gut wie sicher mit schon einer einzelnen Packung - und das teilweise um ein Vielfaches.
Und das ist der Punkt.
Denn es ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr ein Produkt, das aufgrund seiner Zutaten als grün, bio und gesund propagiert wird, und mit den (leider zu oft falschen) Erwartungen der Konsumenten spielt.
Ich kann nur allen Veganern und Vegetariern, die das noch nicht tun - dringend anraten, von diesen im Fernsehen beworbenen Hochglanz-Produkten Abstand zu nehmen und auch in diesem Bereich sehr, sehr genau hinzusehen. Und unseren Mitgliedern sowieso.
Es ist nicht alles unschuldig, was aus der Fabrik kommt, ganz egal, was sie drauf schreiben.
Schliesslich möchte ich sie gerne ernst nehmen, wenn sie auf ihrer Webseite über ihren Superschmuhsie schreiben:
"Dieser Smoothie ist eine Quelle von Vitamin C, E und Selen, welche dazu beitragen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Als Teil einer gesunden Lebensweise und einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung zu genießen. Man könnte es auch einfacher sagen: Iss Dein Gemüse und geh ab und zu joggen."
Genau. Iss Dein Gemüse. Geh joggen - wenn Du eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung vorziehst.
Schliesslich möchte ich sie gerne ernst nehmen, wenn sie auf ihrer Webseite über ihren Superschmuhsie schreiben:
"Dieser Smoothie ist eine Quelle von Vitamin C, E und Selen, welche dazu beitragen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Als Teil einer gesunden Lebensweise und einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung zu genießen. Man könnte es auch einfacher sagen: Iss Dein Gemüse und geh ab und zu joggen."
Genau. Iss Dein Gemüse. Geh joggen - wenn Du eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung vorziehst.
Aber lass diese Zuckerbomben vielleicht lieber im Regal.
Und noch etwas zum guten Schluss:
Auf ihrer Webseite werben sie für den lovestorm, weil shitstorm jeder könne.
Den lovestorm finde ich ne gute Idee, kann man nicht genug von haben.
Aber wenn ich daran denke, dass eines Tages einmal nachgewiesen ist, dass unsere steigenden Diabeteszahlen zu einem enormen Prozentsatz aus vermeintlich gesunden Süssgetränken kommt... bei dem Shitstorm möchte ich nicht im Zentrum des Interesses stehen. Hoffentlich reicht das bisschen Liebe da dann vorab... Ich wünsche es ihnen.
Auf ihrer Webseite werben sie für den lovestorm, weil shitstorm jeder könne.
Den lovestorm finde ich ne gute Idee, kann man nicht genug von haben.
Aber wenn ich daran denke, dass eines Tages einmal nachgewiesen ist, dass unsere steigenden Diabeteszahlen zu einem enormen Prozentsatz aus vermeintlich gesunden Süssgetränken kommt... bei dem Shitstorm möchte ich nicht im Zentrum des Interesses stehen. Hoffentlich reicht das bisschen Liebe da dann vorab... Ich wünsche es ihnen.
Bis später.
Weiterführende Links:
Herstellerwebseite
Auswertung als hochauflösende Grafik
Auswertung als PDF
Herstellerwebseite
Auswertung als hochauflösende Grafik
Auswertung als PDF
Montag, 12. Oktober 2015
Über eine Viertelmillion Menschen laufen in Berlin gegen TTIP
Presseschau
Die grösste Unverschämtheit 2015?
Was wir aus den Pressereaktionen lernen sollten
Ich bin sauer. Und zwar ziemlich.
Und das obwohl mich die ersten Meldungen wirklich gefreut haben, was die Teilnehmerzahlen der aktuellen TTIP-Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin anbetrifft. Die Bilder sind mehr als eindrucksvoll.
Die grösste Unverschämtheit 2015?
Was wir aus den Pressereaktionen lernen sollten
Ich bin sauer. Und zwar ziemlich.
Und das obwohl mich die ersten Meldungen wirklich gefreut haben, was die Teilnehmerzahlen der aktuellen TTIP-Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin anbetrifft. Die Bilder sind mehr als eindrucksvoll.
Wer dem Blog schon ein wenig länger folgt, der erinnert, dass ich selbst in München bei der ersten grösseren Demo mitgelaufen bin.
Aus der Überzeugung heraus, dass wir nicht zuletzt in Bezug auf unsere Lebensmittelsicherheit einen sehr grossen Nachteil erleben werden, wenn diese Vereinbarung wie geplant zustande kommt.
Das ist aber nicht der einzige Grund, die Geschichte vergleichbarer Verträge wie u.a. die Nafta haben gezeigt, dass die Auswirkungen daraus weder gewünscht, noch sozial oder sinnvoll sind - sondern vielmehr verheerend. Der Lohn in Detroit ist von runden 20 Dollar die Stunde auf unter 10 Dollar gesunken, und die "neuen" Arbeitsplätze in Mexiko werden mit ein paar Dollar-Cent bezahlt, die denen aber auch nicht zum Leben reichen.
Australien, Kanada. Mexiko, Uruguay haben alle gerade mehrere hundert Millionen Schadensersatz u.a. an Phillip Morris zu überweisen, weil der Tabakkonzern über die Schiedsgerichte geltend gemacht hat, dass die aufgedruckten Abschreckungsbildern auf den Zigaretten nachteilig für den Gewinn waren.
Wollen wir so einen Scheiss wirklich auch bei uns zulassen?! Wirklich?!
Bei uns wird glasklar damit gerechnet, dass wir einen Verlust von hundertausenden von Arbeitsplätze für Europa zu erwarten haben und einen Anstieg der Billiglohn-Jobs. Beides nichts, was unser Land besser, sicherer macht oder voran bringt.
Und trotzdem treibt unsere Regierung diesen Unsinn nicht nur voran, sondern unternimmt auch nichts gegen die Intransparenz, die diesem Verhandlungsprozess schon von vorneherein einherging. Und der immer noch weiter andauert. Selbst gegen die Proteste von Bundestagsabgeordneten.
Und aktuell kommt nun heraus, dass die Bundesregierung, allen voran unser Sozial-Siggi Steuergelder dafür ausgibt, ganzseitige Werbeanzeigen in den grossen Zeitungen pro TTIP zu schalten. Ich zweifle, dass das rechtmässig geschieht. Ein kleines Ärgernis für sich.
Aber der richtige Dampfhammer kam diesmal aus dem "Der Spiegel."
„Doch bei den TTIP-Protesten sind die Rechten nicht Mitläufer, sondern heimliche Anführer…Die Kampagne gegen den Freihandel ist wie auf dem braunen Mist gewachsen…Wer nichts Schlimmes daran findet, sich gedanklich bei Pegida-Bachmann, Marine Le Pen und Donald Trump unterzuhaken, darf bei der Demo heute gerne hinter dem Plakat mit dem Chlorhühnchen herrennen. Alle anderen jedoch sollten sich fragen, wie sie aus einer solchen Gesellschaft schnell wieder herauskommen.“
Wertes Arschloch, das diesen Text geschrieben hat:
Als ich in München war, sah ich nicht einen einzigen rechten. Ich bin kein rechter. Und mich hat auch kein rechter nach München zitiert.
Australien, Kanada. Mexiko, Uruguay haben alle gerade mehrere hundert Millionen Schadensersatz u.a. an Phillip Morris zu überweisen, weil der Tabakkonzern über die Schiedsgerichte geltend gemacht hat, dass die aufgedruckten Abschreckungsbildern auf den Zigaretten nachteilig für den Gewinn waren.
Wollen wir so einen Scheiss wirklich auch bei uns zulassen?! Wirklich?!
Bei uns wird glasklar damit gerechnet, dass wir einen Verlust von hundertausenden von Arbeitsplätze für Europa zu erwarten haben und einen Anstieg der Billiglohn-Jobs. Beides nichts, was unser Land besser, sicherer macht oder voran bringt.
Und trotzdem treibt unsere Regierung diesen Unsinn nicht nur voran, sondern unternimmt auch nichts gegen die Intransparenz, die diesem Verhandlungsprozess schon von vorneherein einherging. Und der immer noch weiter andauert. Selbst gegen die Proteste von Bundestagsabgeordneten.
Und aktuell kommt nun heraus, dass die Bundesregierung, allen voran unser Sozial-Siggi Steuergelder dafür ausgibt, ganzseitige Werbeanzeigen in den grossen Zeitungen pro TTIP zu schalten. Ich zweifle, dass das rechtmässig geschieht. Ein kleines Ärgernis für sich.
Aber der richtige Dampfhammer kam diesmal aus dem "Der Spiegel."
„Doch bei den TTIP-Protesten sind die Rechten nicht Mitläufer, sondern heimliche Anführer…Die Kampagne gegen den Freihandel ist wie auf dem braunen Mist gewachsen…Wer nichts Schlimmes daran findet, sich gedanklich bei Pegida-Bachmann, Marine Le Pen und Donald Trump unterzuhaken, darf bei der Demo heute gerne hinter dem Plakat mit dem Chlorhühnchen herrennen. Alle anderen jedoch sollten sich fragen, wie sie aus einer solchen Gesellschaft schnell wieder herauskommen.“
Wertes Arschloch, das diesen Text geschrieben hat:
Als ich in München war, sah ich nicht einen einzigen rechten. Ich bin kein rechter. Und mich hat auch kein rechter nach München zitiert.
Diese billige Panikmache zieht nicht mehr, das könnt Ihr vergessen. Jedes Mal, wenn es darum geht, den Normalbürger von irgendwas abzuhalten, zieht ihr diese rechte Kelle. Damit er sich ja nicht traut, irgendwo seine demokratischen Grundrechte wahrzunehmen und aus Überzeugung für irgendwas auf die Strasse zu gehen. Das ist wohl grandios gescheitert, und falls nicht, dann wären es wohl noch mehr in Berlin gewesen.
Nein, hier geht es darum, dass hier die Demokratie unterwandert wird und um sehr reale und ernste Sorgen und Befürchtungen, wie unser Land durch einen solchen Vertrag schlechter wird. Und wenn Ihr verstehen würdet, was der Treibstoff für eine rechte Bewegung ist, dann ganz sicher der, dass es Menschen schlechter geht.
Was definitiv passieren wird. Dementsprechend wäre es vermutlich sogar sehr kontraproduktiv, wenn ein Rechter gegen TTIP ist.
Und wie ignorant und unbedarft diese Panikmacher-Pfeife ist, die das geschrieben hat sieht man schon allein nur beim Gedanken daran, wie PRO TTIP ein Republikaner wie Donald Trump wohl sein mag.
Während wir uns gerade noch über die möglichen Probleme, die die grossen Zahlen an Flüchtlingen mit sich bringen (an deren Notwendigkeit zur Flucht wir wohlgemerkt gar nicht so unschuldig sind) noch die Hosen vollmachen - erleben wir hier ganz nebenher tatsächlich so etwas wie den Anfang vom Ende der repräsentativen Demokratie.
Denn wenn die Presse ihre Arbeit nicht macht und ignoriert, dass eine VIERTELMILLION Menschen GEGEN etwas ist, und alles, was Ihr könnt, ist die Berichte schmal zu halten oder gar - wie die FAZ (erwartungsgemäss) sich darüber lustig zu machen, dann ist habt Ihr Euren Job nicht verstanden. Ich wünsche Euch, dass sich das so langsam mal in der Auflage bemerkbar macht, anders seid Ihr ja offensichtlich nicht zur Vernunft zu bringen, das ist wohl der einzige Massstab, auf den Ihr reagiert...
Und falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dass eine Viertelmillion Stimmen weiterhin stoisch ignoriert werden, dann solltet Ihr mal vorausdenken, wo das hinführt.
Die nächste Bundestagswahl ist nicht so weit, und die Alternativen sind begrenzt.
Vor allem, wenn CDU und SPD - wie schreibt Ihr oben so schön - "untergehakt" dem Land mehr schadet als nützt.
Das hier ist ein Skandal, und wer das nicht sieht oder desinteressiert wegschaut wird in wenigen Monaten und Jahren bereuen, dass er das tat.
Weiterführende Links:
Aktueller Pressebericht über die TTIP-Demo vom Wochenende
Deutsche Wirtschaftsnachrichten
Informationsfilme zu TTIP, eine kleine Auswahl
Informationsfilme zu TTIP, eine kleine Auswahl
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