Dienstag, 23. Dezember 2014

Der letzte Post

Der letzte Post
Süsser die Glocken nie klingen,...
Nachdenkliches zum Jahreswechsel


Wenn ich dieses Jahr so zurück blicke, dann war das heisseste Eisen, das man anpacken kann - die Ernährung von Kindern. 
Eltern leben immer im Bewusstsein, das beste für ihr Kind zu wollen. Und oft stimmt das ja auch. Allerdings bin ich mir gelegentlich nicht ganz sicher, wie gut informiert sie sind, um auch tatsächlich das beste für ihre Kinder umzusetzen.

Eine Schwierigkeit scheint zu sein, wo das "Modell Eltern" herkommt, dem man so folgt.



Klick für Zoom im neuen Fenster


Wir bekommen wenig Anleitung, wie man das macht: Eltern sein.

Wenn ich die Verunsicherung in meinem Bekanntenkreis so beobachte, bei denen, die gerade Eltern werden oder dieses Jahr wurden - da ist eine Menge davon vorhanden.

Und oft greift man dann -teilweise unbewusst- auf das zurück, was man selbst erlebt hat. 
Also das, was einem die eigenen Eltern selbst vorgelebt haben. Das muss ja gut gewesen sein. 
Denn die meinten es ja auch schon gut.

Es gibt für mich keinen vernünftigen Grund anzunehmen, warum dieses "Modell" nicht auch bei der Ernährung angewendet wird. Wie gross wird die Wahrscheinlichkeit sein?

Als ich neulich eine Diplomarbeit kontrollgelesen habe (Gratulation zur 1.0!) habe ich mich darüber gewundert, wieso in der offiziellen Betrachtung niemand auf die Idee kommt, einen Zusammenhang herzustellen. Zwischen dem, was die Eltern selbst erlebt haben und dem, wie sich dann später die Kinder gewichtstechnisch entwickeln.

Als billige Entschuldigung werden dann gerne mal die Gene angeführt. 

Mag sein, dass die ihren Anteil daran haben aber - ist es nicht viel offensichtlicher, dass die Kinder eher in genau dem gleichen Ernährungsumfeld aufwachsen, in dem auch die Eltern ausgesetzt sind? Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die Kinder ihren eigenen Kühlschrank mit gesundem Essen haben? Genull: Nau!

In meiner Betrachtung, was von den Schulzwergen so gegessen wird und was die Eltern ihren Kindern so mitgeben sind neben einigen kleinen Zuckerbömbchen in Kauform auch eine Menge Süssgetränke, vorneweg beliebt sind die Energydrinks bei den Kids. Gummibärchensaft vom Roten Bullen ist dabei eines der beliebtesten. Hinzu kommt die Cola, die Kinder teilweise als Liter oder als 1,5 Literflaschen mitgegeben wird.

Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Kids deshalb besser lernen, im Gegenteil. 

Der Zuckerflash sorgt eher für einen Mangel an Konzentration und Hibbelichkeit als konzentrierte Lernruhe.

Und zusätzlich machen sie natürlich in der Regelmässigkeit dann - dick.
Und Diabetes. Und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Heute schon ist in Deutschland jedes fünfte Kind übergewichtig, Tendenz steigend.
Und die übergewichtigen Kinder werden immer jünger.
Hier ist ein interessanter Bericht zur Faktenlage. 


Und es gibt noch weitere Aspekte. Gesundheitliche. 
Litauen hat Anfang November gerade ein Verbot für Energydrinks an Minderjährige ausgerufen. Hier geht es in der Betrachtung zwar leider nicht um den massiven Zuckeranteil, den diese Getränke beinhalten, sondern um das enthaltene Koffein (das übrigens auch in Cola...) 
kurzer Filmbericht

Vermutlich sollte man das sehr ernst nehmen, wenn man tatsächlich das beste für seine Kinder will.

Und wenn ich mir etwas für 2015 wünschen dürfte, was besser werden könnte, nur eine Klitzekleinigkeit, dann liebe Eltern - lasst doch mindestens mal diese Süssgetränke für Eure Kinder weg. Sie sind nicht das beste. 


Auch Fruchtsäfte nicht. Die haben teilweise genau oder mehr, Zucker drin als Coca Cola (Testwerte: 43 Zuckerwürfel auf den Liter) - checkt das gerne mal selbst.
Zuckerrechner

Wer selbst übergewichtig ist oder mit den Kilos zu kämpfen hat sollte unbedingt das eigene (Ernährungs-)modell hinterfragen und sich selbst gut informieren. Es sind nicht die Gene...



In diesem Sinne wünsche ich allen fleissigen Bloglesern eine Frohe Weihnacht und einen guten Start ins 2015!



Ab Januar geht es hier wieder weiter.


Bis... nächstes Jahr!



Mittwoch, 17. Dezember 2014

Konservierungsstoffe: Wie gut ist keimfrei wirklich?

KKWISS
Wie viel von uns selbst ist eigentlich "ich"?

Eine nachdenkliche Betrachtung über unsere Konservierungsmassnahmen


Das KKWISS stellte folgende Frage:






Die Antworten in der Facebook-Gruppe waren wie gewohnt vielfältig. 

Ein paar Mitglieder haben es sogar ganz schön gut getroffen, vielleicht auch - gewusst?


Keine Frage: Wir schenken einen grossen Teil unserer Aufmerksamkeit der Hygiene.

Regelmässiges Händewaschen ist eine allgemein bekannte Selbstverständlichkeit, jeder weiss um die Problematik bei rohen Eiern und Salmonellen und sehr viel wird unternommen, um unsere Lebensmittel möglichst keimfrei zu halten, damit sie länger haltbar sind und auch nach längerer Zeit noch appetitlich aussehen. 

Der Kühlschrank ist ein nicht wegzudenkendes Möbelstück in jedem Haushalt. 
Schliesslich sorgt er doch dafür, dass sich Sporen und Bakterien im künstlichen Winterschlaf nicht oder langsamer weiter vermehren.

Die Lebensmittelwirtschaft sorgt mit sogenannten Hilfs- und Konservierungsstoffen dafür, dass wir die Produkte möglichst lang haltbar aufbewahren können.


Aber wie erfolgreich ist dieses Konzept eigentlich?
Gibt es vielleicht auch negative Aspekte an dieser so üblichen Vorgehensweise - über die es sich lohnt, einmal näher nachzudenken?



Doch zunächst zur Auflösung:
Die möglicherweise überraschende, in jedem Fall erstaunliche Antwort auf unsere aktuelle KKWISS-Frage lautet:




Tatsächlich sind wir in Körperzellen gerechnet innerhalb der Grenzen unserer Haut ziemlich in Unterzahl: Für jede Körperzelle haben wir in ca 10 Mikroorganismen in unserem Körper. 
Das sind ca 100 Billionen fremde Lebewesen in Dir. Anders gesagt: 90% in Dir ist also gar nicht Deine eigene, sondern fremde DNA.

Bevor sich jetzt jemand schlangengleich in Ekel windet: 
Das ist gar nicht falsch, sondern lebenswichtig und gut so, wie es ist. 
Wir sollten einen guten Teil dieser kleinen Wesen eigentlich ziemlich lieb haben.

Denn die Gäste in unseren Körpern sorgen durch ihre Arbeit zu einem beträchtlichen Teil dafür, dass wir überhaupt "funktionieren". 
Ein paar hundert Abläufe in unserem Körper werden von ihnen mehr oder weniger stark beeinflusst. 

Um einige speziell für uns interessante zu nennen:
Sie helfen bei der Verdauung, helfen, Dich satt zu fühlen, helfen bei der Kontrolle Deines Immunsystems - sogar beim Umgang mit - Stress.


Natürlich gibt es auch welche, die es nicht so gut mit uns meinen, die uns krank machen oder Entzündungen in unserem Körper erzeugen. Aber konzentrieren wir uns mal hauptsächlich auf die Guten...

Für uns Abnehmwillige ist die Bedeutung der Zusammensetzung dieser Wesen tatsächlich sehr gross. Denn eine Veränderung dieser Zusammenstellung hat einen bemerkenswerten Einfluss darauf, ob mal besser oder weniger gut abnehmen kann. In Mäuseexperimenten hat der Übertrag der Darmflora von gesunden auf übergewichtige Mäuse bei danach gleichgebliebener Ernährung für eine spürbare Gewichtsveränderung nach unten gesorgt.

Das soll jetzt nicht verleiten, sich massenweise und wie wild Mikroben zu verabreichen.
Diese kommen durch ganz natürliche Ernährung, über die Haut, durch die Luft ohnehin schon von alleine in unsere Körper... Stellt das Bakterienkultur-Becherchen also getrost wieder zurück ins Kühlregal. Alles gut soweit. Von selbst.

Aber es wäre doch ziemlich naiv zu glauben, dass die ganzen hemmenden Konservierungsstoffe, die in vorgefertigter Nahrung für eine längere Haltbarkeit sorgen, so gar keinen Einfluss auf die Lebenswelt in uns selbst haben, nicht wahr? 

Das gleiche gilt natürlich für die Antibiotika, die in der Tierhaltung eingesetzt werden. 

Zur Erinnerung: 50% der weltweit produzierten Antibiotika werden in der Nutztierhaltung eingesetzt. Und Zweck von Antibiotika ist nun mal, Mikroorganismen abzutöten, richtig?
Klar, gedacht sind sie für die "Bösen" - leider erwischt es aber eben auch teilweise die "Guten".

Wenn man sich jetzt noch vor Augen hält, dass die Menschen in Ländern, deren Esskultur überwiegend frei von Konservierungsmitteln ist, deutlich weniger mit Allergien und Lebensmittel-Unverträglichkeiten zu kämpfen haben, 

wenn man jetzt noch in Erinnerung ruft, wie viele unserer KK-Mitglieder nach einiger Zeit der KK-Ernährungsweise von positiven Veränderungen bei der Gesundheit und vor allem über den Wegfall einiger allergischen Beschwerden berichten,

dann ergibt das doch ein ziemlich rundes, sehr deutliches Bild.

Und die Schlussfolgerung daraus könnte lauten, wo immer das möglich ist, das Vorgefertigt-Futter gegen ehrliches, naturbelassenes Essen zu tauschen, das auf diese Chemie verzichtet.


Bis später.

Freitag, 12. Dezember 2014

Frische Theke vs abgepackte Ware


KK-Warenkunde
Fleischtheke vs Abgepackt?
Was ist eigentlich tatsächlich besser?  






Eine spannende Frage, die man sich stellen kann, wenn man im Supermarkt ist:
Was ist eigentlich besser: 
Das Fleisch an der Fleischtheke, oder das abgepackte im Kühlregal?

In der generellen Wahrnehmung ist das Fleisch an der Theke frischer.
Aber stimmt das auch?! 

Wird dem abgepackten Fleisch etwas beigemischt, das dafür sorgt, dass es länger haltbar ist, als das Fleisch an der Theke? Konservierungsstoffe?

Immerhin ist das Fleisch an der Theke oftmals höher im Preis, aber bedeutet das auch, dass es besser ist? 








So sieht es wirklich aus:

In den meisten Supermärkten kommt das Fleisch aus einer Grossmetzgerei oder aus grossen Schlachthöfen. 

Mittlerweile trifft das sogar auf einen guten Anteil der Auslagen in einer kleineren Metzgerei zu. Der Zwang zur Wirtschaftlichkeit lässt die Eigenschlachtung oft nur noch in Ausnahmefällen zu, um überhaupt wettbewerbsfähig zu sein.

Interessanterweise kommt das abgepackte Fleisch aus der gleichen Grossschlachterei wie das Fleisch an der Theke. Deshalb ist die Qualität bei Messungen im Labor auch die gleiche. Es ist das gleiche Fleisch. Der Unterschied, wie es am Supermarkt angeliefert wird, ist nur die Grösse der Verpackung. 

Konserviert wird das Fleisch über Vakkumieren oder sogar viel öfter durch eine sogenannte Schutzatmosphäre. Dabei wird ein Gemisch aus Kohlendioxid, Stickstoff und Sauerstoff in einer luftdichten Verpackung um das Fleisch gegeben, das vermeiden soll, dass sich Bakterien und Sporen vermehren können. 

Um das zu erreichen wird vor allem der Sauerstoff entzogen. 
Eine relativ gute Sache, eigentlich. 

Leider gab es auch zu dieser Konservierungsmethode wieder ein paar schwarze Schafe, die diese für ihre Zwecke missbraucht haben. Denn - niemand kontrolliert die Zusammensetzung dieser Schutzatmosphären.
Und - macht man das Gegenteil, und erhöht den Sauerstoffanteil, dann bleibt das Fleisch länger rosig oder rot, und erscheint auch dann noch frisch, wenn es das tatsächlich gar nicht mehr ist. Abgesehen davon, dass das Fleisch dann schneller verdirbt, schmeckt es natürlich schlechter, vor allem das enthaltene Fett oxidiert und wird ranzig.







Ausgehend von der optimistischen Hoffnung, nicht auf einen solchen Betrug hereinzufallen, ist im Vergleich Frischetheke und abgepackt also Folgendes der Fall:

Beide Fleischsorten werden in der gleichen Schutzatmosphäre an den Supermarkt geliefert. Lediglich die Verpackungseinheiten für die Theke sind wesentlich grösser, alles andere ist gleich. 

Um das Fleisch in der Auslage zu präsentieren wird das Fleisch allerdings für die Theke aus der Schutzverpackung genommen. Und somit der Luft im Supermarkt ausgesetzt.

Deshalb ist das Fleisch an der Theke im Gegensatz zum allgemeinen Glauben eigentlich weniger "frisch" als das Schutzverpackte im Kühlregal.

Es gibt also qualitativ absolut keinen Unterschied beim Fleisch. 

Woher kommt dann der Preisunterschied? 
Immerhin braucht es ja sogar weniger Verpackung, also müsste das günstiger sein?
So wirklich offen spricht natürlich niemand über die Kalkulation, aber ich glaube, ich kann auch so eine relativ vernünftige Erklärung herleiten: 
Erstens kostet das Personal hinter der Theke Geld, und zweitens muss der Supermarkt das ausgelegte Fleisch abschreiben, wenn es verdirbt, bevor es verkauft wird.





Fazit:
Es gibt sachlich eigentlich keinen vernünftigen Grund, der das Vorziehen der Fleischtheke gegenüber dem abgepackten Fleisch rechtfertigt. 

Wer sich gerne an der Theke beraten lassen will, der ist dort natürlich besser aufgehoben. 
Allerdings habe ich bei meinen letzten Supermarktbesuchen neben der Fleischtheke kaum jemanden gesehen, der sich beraten lassen hat, die meisten wussten schon sehr genau, was sie wollten.



Was allerdings nach wie vor nachdenklich machen sollte, sind der Einsatz von Antibiotika und der Einfluss der Futtermittel, denen die Tiere vor der Schlachtung ausgesetzt werden und die sich beide nachhaltig auf unsere Gesundheit auswirken können.

Wer also wirklich auf Qualität und Gesundheit achten möchte, muss erheblich mehr Geld ausgeben als nur den kleinen Preisunterschied an der Theke. Und das Fleisch dort kaufen, wo sichergestellt ist, dass die Tiere natürlich ernährt worden sind.



Bis später.

Samstag, 29. November 2014

KKWISS - Auflösung: Wie viel Vitamine sind in Gemüse?

KKWISS-Auflösung
Vitamin C in Paprika - und andere
Sind wir KKler womöglich unterversorgt!?



Ich hatte in unserer Facebook-Gruppe gerade ein kleines Wissensquiz vorgestellt:





** Neues Feature bei KK: Das KKWISS **
Ich habe mir etwas Neues ausgedacht, dass ich Euch gerne anbieten möchte. Das KKWISS. Ich stelle Euch eine Frage, die Ihr - wenn Ihr mögt - in den Kommentaren spontan beantwortet, ohne nachzuforschen, einfach aus dem Bauch heraus. 

Nach einiger Zeit schreibe ich Euch dann die Antwort. 
So erzeugen wir spielerisch echtes, solides Wissen, das nicht nur interessant ist, sondern auch bei unseren Zielen hilft.

Die heutige Frage beschäftigt sich damit, ob wir uns mit der KK-Ernährung trotz des Ausschlusses von Obst über die Alternative Gemüse ausreichend mit Vitaminen versorgen können. 
Dies am Beispiel des populären Vitamin C.

Hier die erste Frage:
* Was denkt Ihr: Wie viele Paprikaschoten sind nötig, um den kompletten Tagesbedarf an Vitamin C für einen durchschnittlichen Erwachsenen zu decken? *

Viel Spass!



Eure Antworten:
Zwischen einer halben bis 5 war alles vertreten, im groben Überflug lag die Mehrheit irgendwo bei einer bis zwei Paprikaschoten.

Ein interessantes Ergebnis, aus dem man viel lernen kann:
Wir wissen zwar, wie wichtig Vitamine für unsere Ernährung sind, das wurde uns nun ja auch jahrelang förmlich eingebläut. Aber wir haben keine Ahnung, was ausreichend ist, unseren Tagesbedarf  zu decken. 


Der eine oder andere lässt sich verunsichern, weil die KK-Ernährung Obst ausschliesst.
Kann ja nicht gut sein, oder? Obst hat doch Vitamine?

Und so mancher hat das ungute Gefühl, insgesamt zu wenig Gemüse (oder Obst) zu sich zu nehmen, weshalb es dann aus Ausgleich mal der Multivitamin-Saft sein darf, oder andere teure Multivitamin-Produkte in Form von Pulver, Pillchen oder Brausetabletten.


Aber was stimmt denn jetzt?!
Sind wir KKler womöglich unterversorgt, weil wir auf Pillchen und Obst verzichten?
Kann man wirklich seinen Vitaminbedarf aus Gemüse allein bestreiten?


Zeit für die Fakten:




Ja! Richtig gelesen! So wenig!
Eine halbe Paprika reicht schon aus
, um den kompletten Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C zu decken. Die Farbe ist dabei übrigens Nebensache, da kann man sich reinen Gewissens den eigenen Vorzügen hingeben, die Unterschiede fallen nicht ins Gewicht.

Sehr ähnlich verhält es sich auch mit den anderen lebenswichtigen Vitaminen wie A, B, E.
Es reichen schon ganz gewöhnliche Mengen an gesunden natürlichen Lebensmitteln aus, um den Bedarf zu decken:

Neben der Paprika sind Fleisch, Fisch, Blattgemüse, Eier, Grünkohl, Erbsen, Blumenkohl, Kürbis, Sauerkraut und gute Fette/Öle - sofern man ein bisschen variabel und nicht ständig das Gleiche isst - vollkommen ausreichende Lieferanten für alles, was wir brauchen, um gesund zu sein. Ganz ohne jeden Vitamin-Mangel.

Und wer unten dem ersten Link zu Wikipedia folgt, wird ziemlich erstaunt sein, wie selten Obst in der Spalte "Vorkommen" in der Tabelle auftaucht.

Fairerweise sei gesagt: Tatsächlich gibt es Obstsorten, die uns versorgen könnten.
Doch leider stecken in Obst eben auch Inhaltsstoffe, die unsere Abnahme bremsen. 
Uns also bei unserem Ziel behindern, und das - vollkommen unnötig.
Denn alles, was wir brauchen, ist in unseren erlaubten Lebensmitteln absolut ausreichend vorhanden.

Und so ist es auch: Viele Experten vertreten die Meinung, dass eine Unterversorgung und Mangelerscheinungen in unserem Lebensumfeld praktisch ausgeschlossen sind.

Ausnahmen
Ausnahmen sind Sondersituationen wie z.B. Schwangerschaft oder bei schweren Krankheiten, Alkoholismus oder Chemotherapien, aber dort ist man im Regelfall ohnehin in ärztlicher Behandlung/Überwachung.

Ein bisschen mehr aufpassen (aber ganz ohne Panik, bitte!) müssten ältere Menschen, Raucher und Veganer und Vegetarier. Gerade bei ersteren wird leider viel zu schnell zu Präparaten gegriffen, die vollkommen unnötig sind. Oftmals ohne die tatsächlichen Versorgungswerte je gemessen zu haben...


VITAMIN D - der Sonderfall
Eine Sonderstellung hat Vitamin D, das eigentlich in der Gruppe Vitamine überhaupt nichts verloren hätte. Die Bezeichnung "Vitamin" ist für die Funktionen dieses Stoffes im Körper unzutreffend, es müsste zutreffender "Prohormon" D genannt werden, da es sich hierbei um die Vorstufe des Hormons Calcitriol handelt. 

Bei Vitamin D ist ernährungstechnisch Fisch der Freund des Gesunden.

Aber man könnte Fisch essen bis man selbst Kiemen bekommt - das alles nutzt gar nichts, wenn man nicht genug Tageslicht abbekommt. Denn der Körper stellt es selbst her, und braucht dazu UV-Licht. 
Deshalb können z.B. Schichtarbeiter und Stubenhocker tatsächlich ein wenig in einen Mangel kommen. Der hat dann ja aber weniger mit den Lebensmitteln oder KK zu tun - sondern viel mehr mit den Lebensumständen und - mit Licht. Eine halbe Stunde Sonnenstrahlen auf Gesicht und Arme täglich wirken da jedoch bereits wahre Wunder.



Und jetzt noch ein wichtiger Punkt, bei dem ich eine vollkommen verzerrte Wahrnehmung erlebe:

Das Denken, Vitamin = gesund
führt bei einigen zu dem Irrglaube 
mehr Vitamine = mehr gesund.

Vor dieser Gleichung kann man nur warnen!
Tatsächlich ist eine hohe Überdosierung über einen längeren Zeitraum sogar sehr schädlich! Bei Männern, die langfristig Multivitaminprodukte einnahmen wurden z.B. eine erhöhte Rate von Blasen- und Prostata-Krebs festgestellt und auch bei Frauen sind verschiedene schwerwiegende Krankheitsbilder häufiger aufgetreten, wenn sie lang zuviel davon hatten.



FAZIT
Keine Panik!
Wer sich variabel mit echten KK-Lebensmitteln ernährt - wird keinen Mangel erleiden, die paar Sondersituationen sind ohnehin nah ärztlich überwacht.

Obst ist nicht nötig und spielt bei der Vitaminversorgung genauso eine untergeordnete Rolle wie die zugesetzten Vitamine in Zuckerbomb-ons, die man so gerne den Kindern antut.

Und wenn ab heute die besorgte Mutti, halbinformierte Freunde oder der einmillionste gekaufte Bericht in einer Zeitschrift meint, Ihr würdet doch Vitaminmangeln, könnt Ihr entspannt und selbstbewusst antworten, dass das nicht den Fakten entspricht.

Weil Ihr es jetzt besser wisst.

Bis später.



Mittwoch, 26. November 2014

KK und Eigen-Motivation: Wie kann ich sie stärken?

KK-Tipp: Eigen-Motivation
Wie man Eigenmotivation ganz einfach stärken kann
Ein Tipp, der nicht nur für das Abnehmen Gold wert ist

Heisse Maroni beim Markt, Weihnachtsplätzchenduft in der Küche, Winterstoffwechsel im Blut, Marzipan für die Sinne und Glühweinduft in der Nase. Wenn das nicht eine grosse Konkurrenz ist für das Ziel, gesund abzunehmen, dann weiss ich auch nicht.



Der Schatzkistchen-Tipp: Fokus!


Noch mehr weil wir Menschen tendenziell sehr gefangen sind in Kindheitserinnerungen, und die sind gerade in Bezug auf die Weihnachtszeit für eine überwältigende Mehrheit unter uns extrem stark.

Auch wenn ich sicher recht habe mit dem Hinweis, dass diese in der Kindheit erlernten Muster ihren Beitrag für unsere Gewichtsentwicklung geleistet haben und teilweise noch immer leisten... Die Erinnerung an diese wunderbare Zeit, in der alle in harmonischer Eintracht unterm Weihnachtsbaum die Gans zerteilten und man kurze Zeit später das Geschenkpapier in kleinkindlicher Ungeduld in Fetzen riss ist ein gehöriges Pfund auf der Waagschale der Motivation.


So hat es mich nicht verwundert, dass bereits gegen Mitte November jemand aus unserer Facebookgruppe meinte, dass sie sich in den KK-Weihnachtsurlaub begeben würde, sie käme nicht dagegen an. Es sei dahingestellt, ob sie sich damit einen Gefallen tut, gleichwohl fällt es mir nicht schwer, ein gewisses Verständnis dafür aufzubringen, wenn die Waage unter der Last in eine Richtung kippt.

Auf der anderen Seite wurde ich neulich kurz und knapp gefragt:
"Nico, hast Du einen Tipp für mehr Motivation?"


Vielleicht gibt es keinen besseren Zeitpunkt als diesen, sich dieser Frage anzunehmen.


Und ich starte das mit einem interessanten Experiment, das ein paar findige Wissenschaftler sehr aktuell ins öffentliche Interesse gerückt haben:

Man gab ein paar Probanden ein Gewicht mit der Aufgabe, dieses bei gemessener Zeit zu einer Zielmarkierung zu tragen. Kurz vor dem Startschuss
 bat man sie noch einzuschätzen, wie weit dieses Ziel vom Startpunkt entfernt sei.

Wenig erstaunlich war, dass die fitteren Probanden die Entfernung zum Ziel als weniger weit entfernt einschätzten als die unfitteren. Massstab für die gemessene Fitness war die sogenannte Waist-to-Hip-Ratio, also das Verhältnis des Taillen- zum Hüftumfang. 


In einer Reihe weiterer Versuche testete man die Motivation von ein paar Probanden, in dem man sich anschaute, wie früh sie aufgaben und wie wenig bereit sie waren, über diese gefühlte Grenze hinaus noch weitere sportliche Aktivitäten zu unternehmen.
Und wiederholte mit ihnen den ersten Test.

Jetzt ergab sich ein vollkommen neues, sehr erstaunliches Bild:
Vollkommen unabhängig von der gemessenen Fitness schätzten die höher motivierten das Ziel subjektiv als viel näher ein!

Verblüffend hier:
Einige der am wenigsten fitten Probanden sahen das Ziel sogar näher vor Augen als ihre gemessen fitteren Mitstreiter in diesem kleinen Wettbewerb.

Die Kraft der eigenen Wahrnehmung ist also in gewisser Weise messbar viel stärker, als die tatsächlichen körperlichen Gegebenheiten. Und das Zauberwort heisst: Motivation.


Nun suchten die Sozialwissenschaftler anhand einiger Studien zur visuellen Wahrnehmung eine einfache Möglichkeit, wie man diese Motivation messbar stärken könnte, und taten das mit einem sehr einfach Satz:

"Keep your eyes on the prize." - zu deutsch sinngemäss:
"Halte Deinen Blick auf die Belohnung gerichtet."


Sie empfahlen dabei, das nicht nur im bildlichen, sondern auch im wortwörtlichen Sinn einzuhalten. Während eine Testgruppe gesagt bekam, sie solle ausschliesslich das Zielbanner während der Aufgabe ansehen, liess man diese Empfehlung bei einer zweiten Testgruppe weg, und liess bei ihnen zu, dass sie sich auf dem Weg zum Ziel von anderen Dingen ablenken liessen, die am Wegesrand so auftauchten.

Der Vergleich der Testergebnisse war bemerkenswert eindrucksvoll: 

Die auf das Zielbanner fokussierten Teilnehmer empfanden die gestellte Sportaufgabe

um 17% einfacher

als ihre abgelenkten Pendants in der anderen Testgruppe.

Und noch viel wesentlicher war ein weiteres Ergebnis:

Die Fokussierten erreichten im Schnitt ihr Ziel sogar um

23% schneller

Wahnsinn, nicht wahr!?


So deutlich und messbar ist der Unterschied, wenn man sich alleine darauf konzentriert, welches Ziel man am Ende einer Aufgabe erreichen will. 

Und dieser eine Satz kostet weder Geld, noch Zeit, noch gibt es sonst einen vernünftigen Grund, der dagegen spricht, sich diesen immer dann ins Gedächtnis zurück zu rufen, wenn man gerade eine harte Zeit hat, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Die Kraft steckt in uns selbst und wir alleine entscheiden über Erfolg und Misserfolg, und wenn wir den Erfolg suchen, dann ist die Konzentration auf das Zielband eine unschätzbare Hilfe, ganz gleich, wie dieses Ziel für uns aussieht oder nicht. Sofern wir uns nicht Frust aufladen, weil das Ziel unerreichbar hoch bzw unrealistisch gesteckt wird, werden sogar die körperlichen Gegenheiten zur Nebensache, wie das Experiment eindrucksvoll gezeigt hat.

Es ist unser Leben. Wir entscheiden, wovon wir uns ablenken lassen und wovon nicht.

Ob es eigentlich unwichtige Emails bei der Arbeit sind, die gefühlte Notwendigkeit, jede SMS sofort lesen zu müssen, die unser Smartphone blippst und dabei den Fokus zu verlieren, oder ob es die Schokoladenweihnachtsmänner am Strassenrand sind.

Alles ist leichter, wenn wir das Wesentliche, den "Prize" nicht aus den Augen verlieren.

In diesem Sinne:




Für KK ist es unerheblich, ob Euer persönlicher Prize die verlorenen Kilos, die bessere Figur, das gestärkte Selbstbewusstsein oder die deutlich verbesserte Gesundheit ist.
Sucht Euch das doch danach aus, was Euch persönlich am Wichtigsten ist.
Denn das Ergebnis wird das selbe sein.

Bis später.





Weiterführende Links
TED-TALK
"
Emily Balcetis: Why some people find exercise harder than others"
Sprache: Englisch, Dauer 14:08 min

Link: https://www.youtube.com/watch?v=QeIrdqU0o9s 

Mittwoch, 5. November 2014

EU Regulierungswahnsinn: Jetzt geht's an Selbstgemachte

KKommentar
Die scheinheilige Vernunft der EU-Regulierer
Wann reicht es eigentlich endlich?

Da ist es doch tatsächlich soweit, dass die Damen und Herren vollkommen den Realitätssinn verloren haben. Oder spielen da wirtschaftliche Gedanken eine Rolle? 


Das Ärgernis beginnt am 13. Dezember 2014, wer also noch ein paar Weihnachtsplätzchen verschenken möchte, ohne dass die Handschellen klicken sollte das möglichst vor diesem Datum erledigen. Ich übertreibe. Aber nur ein bisschen:

Denn ab diesem Datum verlangt die neue Lebensmittelinformationsverordnung, dass auch Privatleute, die Kekschen backen und diese wild ketzernd am Arbeitsplatz den Kollegen auf den Schreibtisch ein Weihnachtsgrüsschen tun, dieses nicht ohne die vollständige und exakte Zutatenliste tun. Das gleiche gilt für die beliebten Kuchenspenden für Schulen und Vereine, die gerade auf den Weihnachtsmärkten gemeinsam mit Glühwein und Co verkauft werden.

Nein, das ist kein Aprilscherz, wir haben November. 


Gehören ab 13.12. Taschenrechner und Kalorientabelle zu den Backutensilien?!


Ich musste auch erst zwei Mal nachlesen, ob das eine Ente ist und tatsächlich gibt es unterschiedliche Auffassungen in der Presse und selbst bei den Verantwortlichen.

Das ist Ländersache, heisst es. Und zumindest das Landwirtschaftsministerium Nordrheinwestfalens ist der Auffassung, dass das auch für Privatpersonen zu gelten hat.

Anderswo heisst es, nur wenn man als "Lebensmittelunternehmer" handelt und nicht als "Ehrenamtler", wobei sich selbst da die Frage der Abgrenzung schon stellt, denn ist der Plätzchenverkauf für 2 Euro am Stand des Tennisvereins auf dem Weihnachtsmarkt nun ein wirtschaftliches Handeln, oder nicht? Wiederkehrend muss es sein, heisst es. Ok. Dann besser nur an Weihnachten und sonst lieber nicht? Ja, was denn nu? Und wer weiss es wirklich, wie das geht? Und wer übernimmt die Verantwortung, wenn die Aussagen nicht stimmen?

Eine Quelle behauptet sogar, es müssen die Kalorien auf 100gr angegeben werden.
Und dass das auch den Glühwein und die Salatspenden gleichsam betreffe, weil das für ALLE Produkte gelte...

Zweck dieser Idee solle der Schutz vor Allergenen sein.
Und zwar die der 14 häufigsten, das sind 



1. Glutenhaltige Getreide und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
- Glucosesirup auf Weizenbasis einschließlich Dextrose;
- Maltodextrine auf Weizenbasis; Glucosesirup auf Gerstenbasis;
- Getreide zur Herstellung von Destillaten oder Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke.

2. Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse

3. Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse

4. Fisch und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
- Fischgelatine, die als Träger für Vitamin- oder Carotinoidzubereitung verwendet wird;
- Fischgelatine oder Hausenblase, die als Klärhilfsmittel in Bier und Wein verwendet wird.
- Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse

5. Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
- vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett;
- natürliche gemischte Tocopherole (E 306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches D-alpha-- -  Tocopherol azetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsukzinat aus Sojabohnenquellen;
- aus pflanzlichen Ölen aus Sojabohnen gewonnene Phytosterine und Phytosterineester;
- aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester aus Sojabohnenquellen.

6. Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
- Molke zur Herstellung von Destillaten oder Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke;
- Lactit.

7. Schalenfrüchte, d. h. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pekannüsse, Paranüsse, 


8. Pistazien, Makadamianüsse, Queenslandnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer

-. Schalenfrüchte für die Herstellung von Destillaten oder Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke.

9. Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse.

10. Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse.

11. Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse.

12. Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg ausgedrückt als SO2.

13. Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse.

14. Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse.


Spannende Liste, nicht wahr?! 

Und was ich auch spannend finde sind manche der Ausnahmen.
Vor allem, wenn man versteht, welche Umsatzinteressen da teilweise dahinter stecken könnten, die manche Sachen nicht mehr und eben vielleicht nur "ein bisschen" allergen machen.

Umsatz. Guter Punkt:
Wieviele Menschen würden sich die Mühen sparen, zu der ohnehin schon aufgewendeten Zeit fürs Plätzchen backen auch noch rauszufitzeln, welche Zutaten wieviel Kalorien auf 100 Gramm haben etc.?
Und stattdessen einfach schnell was im Laden kaufen?
Von den besonders gesunden Sachen, auf denen schon die Zutatenliste aufgedruckt ist?

Spekuliert da jemand auf steigende Spekulatius-Verkäufe? Konjunktur-Kurbel Kuchenkauf?



Wieso gehen die Regulierungswüter nicht einmal auf das los, was schon längst überfällig ist?
Ehrliche Zutatenlisten, ohne Ausnahmen, ohne Schönfärbereien, damit wir vertrauen können, dass wir wissen, was wir essen? Clean Label, die ihrem Namen Ehre machen?

Ach.... Umsatz... Hm.


Bis später.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Warum ich mir manchmal die Hölle zurück wünsche

KKritik
Warum ich mir manchmal die Hölle zurück wünsche
Wie junge Menschen ihr Selbstbild verlieren können 




Da ist dieses blutjunge Mädchen, irgendwo auf der Welt. 
Eines wie unzählige andere auch.
Unsicher über ihre Wirkung, unsicher ob sie hübsch ist . 


Wie viele anderen in dem Alter, in dem man beginnt sich zu finden - ist ihr wichtig, was andere von ihr denken. 

Also beschliesst sie, ein Video von sich zu machen und lädt es auf YouTube hoch.
Teilt ihre Unsicherheit mit und fragt die Internette Welt, ob sie hübsch oder hässlich sei. 


Was folgt ist eine endlose Schimpftirade von grausamen, gedankenlosen Menschen, die ihr in den Kommentaren in teilweise unerträglich beleidigender Art und Weise mitteilen, wie hässlich sie doch sei.

Teilweise empfehlen ihr die Kommentatoren sogar Dinge wie, sie möge sich plastischer Chirurgie unterziehen.



Der Grund, warum in den letzten Tagen auch ein paar positivere Kommentare hinzugekommen sind ist, weil dieses Video einige Aufmerksamkeit durch ein paar öffentliche Diskussionen bekommen hat, und diejenigen, die darauf aufmerksam gemacht haben einmal deutlich herausgestellt haben, wie daneben und unüberlegt solche Kommentare sind.


Aber wenn man die ersten Kommentare liest, bevor das passiert ist, dann dreht sich einem der Magen um... 

Wer momentan noch nicht folgen kann, was diese Geschichte auf einem Blog wie diesem verloren hat - nun, das ist ein gutes Beispiel, wie leicht man in jungen Jahren heute in puncto Gewicht allzu leicht auch in die andere falsche Richtung gedrängt werden kann. 

Es geht hier zwar vornehmlich ums Abnehmen, aber das eben als Rückführung aus ungesundem Übergewicht, und nicht um dünner und krank zu werden, weil man sich selbst falsche Massstäbe setzt.

Und wenn junge Mädchen im Web oder auch in den Schulen von anderen Jugendlichen derart angegangen werden, brauchen wir uns nicht wundern, wie so etwas leicht ausser Kontrolle geraten kann.


Natürlich kann man trefflich darüber streiten, ob ihre Eltern das besser hätten kontrollieren können, ob dieser Weg, den sie für sich ausgesucht hat der richtige ist.

Die meisten von uns werden zwischenzeitlich die Erfahrung im Web gemacht haben, dass das keine gute Idee war und hätten ihr sicher auch abgeraten, das zu tun. 


Aber dieses Mädchen war 12 Jahre alt. Woher sollte sie ahnen, was da passiert? 
In dem Alter hat man noch nicht die nötige Reife.
Und die Eltern?! Wieso kontrollieren sie nicht ihren Laptop?
Sie hat neben einem Internetzugang vermutlich auch ein Smartfon und es wäre sicher für sie auch einfach gewesen, auf diesem Weg ein Video hochzuladen. 


Man KANN das als Eltern kaum kontrollieren. Und man kann als Eltern auch nicht davor schützen, was ausserhalb der schützenden 4 Wände daheim in Schulen und in der Freizeit unter Gleichaltrigen passiert. Oder in irgendwelchen Onlineforen oder in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Diese Gefahr ist real, und man sollte dringend mit seinen Kindern über so etwas sprechen. 
Bevor etwas passiert. 

Auch wenn man den jungen Menschen als Eltern nicht die nötige Sicherheit mitgeben kann, die sie sich vielleicht wünschen, weil das Urteil der Eltern wie man aus dem Video erfährt nicht ausreicht, dann sollte man zumindest klar stellen, dass da draussen ein paar unglaublich grausame Volltrottel unterwegs sind, auf deren Meinung sie nichts geben dürfen.





Ich sehe mich nicht als ein Anhänger einer bestimmten Religion, und ich stehe vielem diesbezüglich auch sehr kritisch gegenüber. Zuviel wird und wurde in der Geschichte unter dem Deckmantel Religion an Schlechtem und Furchtbarkeiten gerechtfertigt.

Und es war sicher ein geschickter Schachzug, Menschen klein und demütig zu halten, in dem man ihnen mit der Ewigen Hölle gedroht hat, wenn sie etwas verbrochen haben.
Auch das gefällt mir nicht besonders.


Aber damals, als die Menschen noch eingeschüchtert waren vom Gedanken an die Hölle, hätten sie sich vermutlich nicht so grausam verhalten, wie sie das heute im Internet an allen Ecken und Enden tun. 

Von dem her wünsche ich mir tatsächlich manchmal die Hölle zurück.



Bis später.




Weiterführende Links:
Das Video des Mädchens (englisch)


Dienstag, 28. Oktober 2014

Bisch Du n Bio, odderwas!?

KKommentar
BISCH DU N BIO, ODDAWAS!?
Eine interessante Frage - intensiv beantwortet



Neulich fragte mich ein junger Mann beim Blick in meinen Einkaufswagen im besten Gangsta-Deutsch: "Ey, bisch Du'n Bio, odderwas?!"

Für die Eher-Bausparer unter uns übersetzt: 
"Hallo. Bist Du ein Mensch, der nur von Bioprodukten lebt?" 

Da war dieser - vorwurfsvolle Unterton... 
Du Müsli! Du ... Öko!... Du .... Birkenstockträger! Du ... Uncool, eben.

Irgendwie fand ich ganz interessant zu spüren, was in dem Moment mit mir passiert ist. 

Ich hatte dieses Sofortgefühl, mich rechtfertigen zu müssen, 
ja mehr noch, ich wollte mich instinktiv "von dieser Sorte Müsli-Mensch" abgrenzen.




Da ich recht schnell festgestellt habe, dass dieser junge Mensch nicht zwingend meine Sprache spricht (kennt Ihr diesen Blick in die Unendlichkeit, den Menschen bekommen, wenn man ihnen etwas sagt und sie einen nicht verstehen?) habe ich die Diskussion mangels Erfolgsaussicht dann auch zügig beendet. 

Wie sollte ich auch jemanden in 2 Minuten etwas über Überzeugendes zu Salatgurken sagen, wenn in seinem Einkaufswagen ein 2-Liter-Flaschenkasten Co(o)la Zero steht? 
 
Ich fürchte sogar, dass ihm Topinambur und Pastinaken gänzlich Unbekannte sind.

Ich bin froh, dass das passiert ist, denn im Nachgang beschäftigte mich diese Begegnung noch eine Weile... Da waren ein paar Punkte, an denen ich hängen blieb.

Man ist anscheinend nur mit Burgerresten in den Backentaschen cool.

Oder mit roten Bullen im Blut. 
Und - da wir alle das Bedürfnis haben, irgendwo dazu zu gehören, stehen wir vor der Wahl: 
Mitmachen und cool sein oder bleiben lassen und uncool sein. 

Das kenne ich ja nun schon eine Weile, denn mit dem Alkohol verhält sich das ähnlich. Wenn man konsequent Wein oder Bier ablehnt, bekommt man diese... mitleidigen Blicke...

Interessant, dass das Marketing der daran Geld verdienenden Firmen genau darauf ausgerichtet ist: Gemeinschaftsgefühl (Come together), Sportsgeist (Sail away, Flüügel) und Coolness (Zerohubschrauber).





Aber ich schweife ab. Es geht um "Bio"....
Bin ich "Bio"? 


Mit dem Gedanken habe ich tatsächlich ein Problem.
Denn Bio ist für mich so eine Sache...

Ich habe das Gefühl, dass das Wort ein bisschen falsch verstanden wird. 
Zumindest sehe ich das anders, als die Wahrnehmung, die ich beobachte.
Hier ein paar Gedanken, wieso ich das glaube:

Was heisst BIO überhaupt?
Bio heisst für mich nicht automatisch = gesund. 
Bio heisst für mich eher "moralisch vertretbar(er) erzeugt".
Und das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. 

Bio ist keine Garantie, dass die Lebensmittel für sich genommen tatsächlich auch gesund sind, wenn man sie isst.

Nur das Gewissen beruhigt?
Ich denke viele kaufen ab und an mal Bio ein um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen. Und so ist das halt nicht: Bloss weil ich einen Apfel esse, der nicht mit mehreren Schichten Wachs aufpoliert ist und ein paar Druckstellen hat, werden ja nicht alle möglichen Gesundsheitsprobleme aufgehoben, die mir Fertigfutter dazwischen möglicherweise aufbrummt.

Wenn der Gewinn mehr zählt als ehrliches Essen...
Und ich kann mich auch des Eindrucks gelegentlich nicht erwehren, dass einige mehr interessiert sind an der höheren Marge, die diese Produkte erzielen als an dem Grundgedanken, der eigentlich dahinter stecken sollte. 

Das beobachte ich vor allem, wenn grosse Markennamen von bekannten Konzernen dahinter stehen. Oder deren Pendants, die von den grossen Konzernen beim Discounter unter Eigenmarken vertrieben werden.

Biosiegel und Biosiegel...
Bio ist ein EU-weit geschützter Begriff. Das klingt nach Sicherheit. 

Aber leider ist dem, wie bei vielen dieser Dinge eben nicht so. 

Denn auch hier sind die Kriterien in bestimmten Bereichen wieder so aufgeweicht, dass man mal wieder nicht auf 100% vertrauen kann.

So DARF knapp 1% gentechnisch verarbeitetes Material verarbeitet sein, und es DÜRFEN 5% Inhaltsstoffe enthalten sein, die nicht aus Ökoanbau stammen. Wer die Szene ein bisschen verfolgt, der wird sich der Möglichkeit kaum verschliessen, dass die spitzen Bleistift-Rechner des einen oder anderen Konzerns diese Grenzwerte relativ sicher zu ihrem Vorteil ausreizen, wenn es darum geht, Gewinnmargen weiter in die Höhe zu treiben.


Dann ist das noch das deutsche Biosiegel, das ein bisschen schärfere Regeln zugrunde liegen hat, das aber z.B. ebenfalls die 5% Ausnahmebestandteile zulässt. 
Wieder keine 100%. Positiv hier ist aber, dass zumindest das genetisch manipulierte Material draussen bleibt. Das ist eine echte Erleichterung, ich komme gleich noch einmal darauf zurück.

... und Biosiegel
Zusätzlich gibt es in Deutschland noch ein paar weitere Biosiegel, die von verschiedenen Erzeugerverbänden vergeben werden. Auf Basis der Kriterien des deutschen Siegels, aber mit teilweise noch weiter gehenden Anforderungen, die zumindest vom Lesen her Sinn machen, aber eben alle individuell studiert werden müssen, wenn man wirklich Bio nach den eigenen Kriterien möchte.


Bio ist unübersichtlich und nicht aussagekräftig
All diese Sonder-Regelungen und Ausnahmen haben meiner Meinung nach das Bio im Bio so aufgeweicht und unübersichtlich gemacht, dass es nicht die Aussagekraft hat, die ich mir persönlich als Verbraucher wünschen würde. 
Ich hätte gern lieber ein Logo, das ich mir einprägen kann von dem ich dann 100% überzeugt sein kann, dass ich etwas natürlich erzeugtes - wie damals noch unsere Grosseltern - essen kann. 
So weit ich das nachforschen konnte, gibt es so etwas leider nicht. 
Statt dessen fühle ich mich wieder gezwungen, je nach Produkt genau nachlesen zu müssen, ob nicht wieder irgend eine Ausnahme dahinter ist oder nicht.

Das alles wird vielleicht bald gar nichts mehr zählen, denn...
da ist ja noch TTIP. Mit dem Abkommen dürfen dann ja aus den Vereinigten Staaten von Amerika Waren eingeführt werden, die unseren eigenen Standards nicht entsprechen müssen. Klar, darf da kein deutsches Biosiegel drauf, aber ich wette, wir werden ein paar neue sehen, die das suggerieren, aber wieder ganz andere, noch weichere Kriterien haben werden. Und das ist wirklich eine Katastrophe, die da naht, denn...

Schlimmer als Nicht-Bio ist genmanipuliert
Es gibt eine Unzahl von Wissenschaftlern, die vor genmanipulierten Lebensmitteln warnen.

Sie weisen auf Nettigkeiten hin wie Entzündungen im Darm, Allergien und eine Menge anderer Krankheiten, auf die man wirklich gerne verzichten kann. 

Die amerikanische Bevölkerung kämpft seit geraumer Zeit -nicht einmal gegen die genmanipulierten Lebensmittel - sondern einfach nur dafür, dass diese gekennzeichnet werden müssen. Denn das ist dort nicht der Fall. Ein paar sprechen meiner Meinung nach nicht ganz zu Unrecht vom grössten medizinischen Experiment an Menschen, mit schon jetzt erkennbar schlimmen Auswirkungen. 

Treffen diese ungekennzeichneten Lebensmittel auf den deutschen Markt, müssen wir schon jetzt ernsthaft befürchten, dass sich der allgemeine Gesundheitszustand bei uns noch wesentlich verschlechtert, was bei der ohnehin schon nicht sehr rosigen Lage ein echtes Desaster werden dürfte.




Was tun, sprach...

Nach allem, was ich momentan an Informationen gesammelt habe, würde ich grundsätzlich empfehlen:

- absolut und ausnahmslos KEINERLEI Soja-Produke, die nicht zuverlässig mit "ohne Gentechnik" oder vergleichbarem gekennzeichnet sind - das "Bio" hat hier in meinen Augen keinerlei zuverlässigen Wert, das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen scheint hoch

- Milchprodukte ausschliesslich wenn klar ist, dass im kompletten Herstellungsprozess keinerlei Gen- oder sonstige Manipulation angewendet wurde, weder beim Futter noch Wachstumshormone, von denen offensichtlich eine grosse Gefahr zu Brustkrebserkrankungen auszugehen scheint. Derzeit sind sie ja noch verboten, aber TTIP wird's im Worst-Case richten. Gegen uns, nämlich.


Beide Punkte für den echten KKler ja gottseidank kein Problem. Aber weiter:


- Wer es mit "Bio" ernst meint, der kommt nicht umhin, die einzelnen lokalen Biosiegel und die dahinter liegenden Kriterien eingehend zu studieren und sich daraus dann jene auszusuchen, die ihm das bestmögliche Ergebnis liefern im Vergleich zu dem, was man sich eigentlich selbst unter Bio vorstellt.




Und.... was ist nu? Bist Du Bio, oder was?!
Nein. Das trifft es nicht für mich. Eher so ist es richtig:

Ich habe eine immer stärker werdende Sehnsucht nach ehrlichem Essen, bei dem ich nicht einen Doktor brauche, um die Zutatenliste zu studieren. 

Und bei dem ich nicht unser Lebensmittelgesetz nebendran legen muss um die Fussangeln zu erkennen, die die scheunentorgrossen Löcher darin ermöglichen, Marketingausdrücke zu verwenden, die mir die Augen wischen oder Sachen clean zu labeln, die die Drucktinte für das Label selbst nicht wert sind. 

Ich möchte für mich, mein Umfeld und meine Vielleichteinmalkinder eine sichere Umgebung, in der ich darauf vertrauen kann, dass mich mein Essen nicht morgen oder in ein paar Jahren sterbenskrank werden oder den Verstand verlieren lässt.

Und ich habe es satt zu sehen, dass wir zwischenzeitlich ein Umfeld erreicht haben, in dem wirtschaftliche Interessen billigend in Kauf nehmen, dass Kunden an Produkten erkranken oder sterben - für den Profit.



Bis später.




Weiterführende Links:
Startpunkt zur Eigenrecherche zu Biosiegeln

Absolute Kaufempfehlung: DVD Der Gen-Food Wahnsinn








Mittwoch, 24. September 2014

KK und Dropbox

KK-Tipp
KK und die Dropbox
Dateien und Fotos speichern, von überall erreichbar



Dropbox: Ein guter Weg zur Datensicherung, 
um Dateien auf verschiedenen eigenen Geräten 
zu synchronisieren oder um Dateien zu teilen


Vor kurzem habe ich in der Gruppe einen Tipp gegeben, der dort einigen positiven Anklang fand. Deshalb gebe ich ihn auch gerne hier noch weiter...


Es geht um die Möglichkeit, Dateien im Web relativ einfach und geschützt abzulegen, um sie dann entweder mit den eigenen Geräten abzuholen und hin und her zu schieben, oder auch über einen Link dann anderen zur Verfügung stellen.

Wir werden einige unser Downloads künftig darüber zur Verfügung stellen, da es sehr praktisch ist und -weitgehend- geräteunabhängig ganz gut auch für die mobilen Lösungen funktioniert.

Was kann EUCH das nutzen? 

Stellt Euch vor, Eure Festplatte geht kaputt oder Euer Handy geht verloren, und Ihr verliert auf einen Schlag alle schönen Fotos, die ihr besitzt.... Wären sie auf der Dropbox gesichert, dann hättet ihr sie wieder, trotz Reparatur oder Verlust Eures Gerätes.

Neben den privaten Fotos oder auch der Sicherung einiger Dateien, die man gerne behalten möchte könnt Ihr dort z.B. auch eine Rezeptsammlung anlegen. Oder Euer Offline-Erfolgstool. 
Die Möglichkeiten sind grenzenlos...

In Bezug auf die Sicherheit sei erwähnt, dass ich dort jetzt nicht superwichtige Schriftwechsel, ein Testament oder meine Geburtsurkunde ablegen würde - Dinge, bei denen ich ganz sicher nicht möchte, dass das andere bekommen - die lege ich dort nicht ab. Auch wenn es bisher noch nicht zu Vorfällen kam, es gibt zwischenzeitlich doch ein paar richtig grosse Firmen, die als sicher galten und es doch nicht waren... Für viele Dateien trifft das aber nicht zu...

Ansonsten ist das für mich seit einiger Zeit schon ein unabdingbares Werkzeug, das ich nicht mehr missen möchte auf meinem täglichen Weg durchs Internet.


Das ganze ist kostenlos - nur wenn Ihr richtig viel Speicher benötigt, dann könnt Ihr gegen eine Gebühr den Speicherplatz erweitern. Im Regelfall kommt man mit dem zur Verfügung stehenden Platz aber relativ lange ganz gut aus...

Hier könnt Ihr Eure Version der Dropbox kostenlos holen und installieren:
JETZT DROPBOX HOLEN


Hoffe, der Tipp hilft Euch weiter.

Bis später.

Dienstag, 16. September 2014

Nachgedacht: Gesundes Krankensystem oder krankes Gesundheitssystem?

Persönlich, Meinung, Rage against the "machine"
Wie Medizin tatsächlich satt macht - aber anders
Bzw warum ich den Zustand satt habe


"Chefarztbehandlung? Da steht eine Woche täglich Chefarztbehandlung in meiner Krankenhausrechnung. Das ich nicht lache! Das zahlt ihr aber nicht! 
Die Chefarztbehandlung sah so tatsächlich aus: Montag kam er mit einem Tross Jungärzte vorbei, schüttelte kurz meine Hand und fragte mich, wie es mir geht. 
Die restlichen Tage der Woche folgte er lieber einer Einladung in ein Golfhotel in Ägypten als nach mir zu sehen. Das hat er selbst noch stolz erzählt...Und das soll mehrere tausend Euro kosten? Neeee...." 
- Kommentar eines Privatpatienten beim Einreichen einer Krankenhausrechnung - 


Und welchen Antrieb hat DEIN Arzt?


Ich kann nicht mehr anders. Ich muss mir jetzt mal Luft machen.


Mehr als 2 Jahre überzeugter Kampf gegen Übergewicht haben irgendwie ziemlich selbstverständlich dafür gesorgt, dass ich immer mal wieder mit Erzählungen zu Arztbesuchen und Behandlungsversuchen in Berührung kam. 
Von Symptomen, die das Übergewicht der Menschen nun mal teilweise mit sich bringt. 

Und - da ich selbst in meinem Leben dankenswerterweise relativ selten krank war - habe ich einen sehr viel intensiveren Einblick in den Zustand unseres Gesundheitssystem bekommen als je zuvor. Was ich sah, gefällt mir nicht.

Und ich habe es satt! 
In diesem Blog gibt es nicht sehr viele Ausrufezeichen, aber das hier, das meine ich richtig ernst: Ich habe es SATT!

Wir haben kein Gesundheitssystem mehr, sondern ein Krank-system. 
Und ein System, das Krankheit erhält, statt zu heilen.

Was für ein Mist läuft hier eigentlich? Das ist unerträglich.

Ein kleiner Auszug von dem, was mich masslos stört:

Krankenkosten
Es ist etwas über 40 Jahre her, da lag der Krankenbeitrag noch bei 8,2%, aktuell sind wir bei 15,5%, das ist fast das Doppelte. Wieso? Sind wir jetzt tatsächlich doppelt so krank?
Und mit welchem Recht kostet eine Packung Tabletten mit gleichem Inhalt bei uns teilweise das 200-fache als anderswo? 2008 haben wir knapp 30 Milliarden für Medikamente ausgegeben. NUR für Medikamente, ohne die Behandlungskosten, wohlgemerkt...


Das hier kostet so viel weil Bla bla bla einfach kostet...
Und weil der Dumme zahlt, ohne zu wissen, wieviel eigentlich...

Ausbildung
Wir bilden Ärzte aus, 6 Jahre lang, Fachärzte dann nochmal 3 Jahre extra. 
Das kostet die Gesellschaft Geld. Und was passiert mit diesen Ärzten? Sie gehen nach Grossbritannien oder in die Schweiz, denn dort kann man ungleich viel mehr Geld verdienen. Bei oftmals besseren Arbeitsbedingungen. Kein Vorwurf meinerseits, wer würde nicht so handeln? Beim Leben und beim Verdienst ist sich ja zunächst jeder selbst der Nächste.
Aber es liegt an uns - wir haben das Umfeld geschaffen, in dem die von uns bezahlt ausgebildeten Ärzte ins Ausland abwandern, während dann aus anderen Ländern die Ärzte zu uns kommen, bei denen wir NULL Einfluss auf die Ausbildungsqualität haben. 

Warum schauen wir da zu?

Abrechnung
Die Patienten haben doch absolut keine Ahnung, was der Arzt abrechnet und was deren Medikamente eigentlich kosten, wenn sie die Krankenkassenkarte am Emfang abgeben. 
Es wäre zumindest nicht auszuschliessen, dass man mit einer harmlosen Erkältung beim Arzt vorstellig wird, und dieser dann -versehentlich- eine wesentlich teurere Behandlung abrechnet. Wieso schliessen wir das nicht aus? Das wäre so einfach!
In meiner kaufmännischen Ausbildung habe ich das Prinzip des Lieferscheines kennengelernt, oder das Aufträge unterschrieben werden, die man erteilt. Ein Zettel mehr, der bei der Abrechnung angehängt werden müsste, ein wertvoller Zettel mit der Unterschrift des Patienten, der sicherstellt, dass er die Behandlung bekommen hat, die da abgerechnet wird.
JA, das müsste dann auf Deutsch da stehen, nicht auf Arztdeutsch bzw Latein, So what? Das ist sowieso ein Problem, zu viele Menschen unter 30 Jahren verstehen ihren Arzt sowieso nicht mehr. An diese Gegebenheiten sollte man sich beizeiten anpassen. Falls einer der Verantwortlichen eine Anregung zur nächsten Überarbeitung der Lehrpläne in der Schule braucht - hier wäre eine!




Wohl dem, der gesund ist und gesund bleibt. Werden wir krank gepflegt?

Eigenverantwortung zulassen
Im Übrigen habe ich in meiner beruflichen Laufbahn dann auch einmal die andere Seite kennengelernt. Die Privatversicherten. Die wissen nämlich, was Behandlung und Medikamente kosten. Und ja, tatsächlich, es gibt dort Menschen, die verantwortungsvoll darauf hinweisen, wenn eine Abrechnung nicht den Tatsachen entspricht. Geben wir uns doch die Chance! Und noch etwas anderes: Wenn man mal sieht, was die Medikamente so kosten, die man zwar noch in der Apotheke abholt, die dann aber unverbraucht im Medizinschrank verrotten, dann regt sich vielleicht doch auch beim einen oder anderen einmal so etwas wie ein Gewissen. Da bin ich sicher.

Bedarfsermittlung
Ein Arztgespräch sieht heute ziemlich anders aus, als früher. Ich habe das so erlebt, dass ein Arzt gehetzt den Behandlungsraum betritt, um dann angestrengt mit der neuen Praxis-Software zu kämpfen. Wenn ich richtig erinnere, hat er mir während der gesamten "Behandlung" nicht ein einziges Mal in die Augen gesehen. Und das ist, was passiert:
Er fragt nach Symptomen. Und dann beginnt das grosse Raten. Nicht beraten. Als erstes wird das probiert, was am wahrscheinlichsten ist, dafür gibt's ein paar Pillen, dann die Aufforderung, wieder zu kommen, wenn es nicht besser wird. Das war's, Arztbesuch nach ca 15 Minuten beendet. Oder auch nicht. Denn wenn die Standards nicht ziehen, beginnt das grosse Hin- und-Her-geschickt-werden. Von Arzt zu Arzt zu Arzt. Bei denen sieht die "Beratung" oder die Bedarfsermittlung auch meistens nicht viel besser aus. 


Es gibt auch die guten... doch - wie häufig?

Weiterbildung
Ich lasse mich gerne korrigieren, aber hier ist meine Wahrnehmung der Tatsachen: 
Wer einmal als Arzt niedergelassen ist, hat keinerlei Verpflichtung zu Weiterbildungen mehr. Er kann in Würde ergrauen, mit all dem alten Wissen, das die Wissenschaft teilweise jedoch mehrfach überholt. Die einzigen, die sich um die Weiterbildung rührend kümmern, sind die Pharmafirmen, die ihre Pillen verkaufen wollen. Das passiert natürlich vollkommen ohne wirtschaftlichen Interessen und rein unter wirtschaftlichen - äh 'tschuldigung, netter Verschreiber - wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Und mir ist zu Ohren gekommen, dass diese Weiterbildungen dann auch gelegentlich dadurch interessant gemacht werden, in dem der Seminarort irgendwo an einem ganz warmen Platz in einem angenehm vornehmen Hotel stattfinden soll. Vor allem dann, wenn sich die Praxis oder das Krankenhaus über den Verkauf eines bestimmten teuren Medikamentes mehrfach ausgezeichnet hat. Natürlich ist das ein wunderbarer Anzeiger, wie interessiert der Arzt an eben diesen Krankheiten ist. Da muss man dann schon mal in Florida oder Ägypten weiter bilden. Ist klar.

Was für ein Gewinn für die Gesellschaft das sein könnte...
Man stelle sich vor, wie viel mehr Zeit und Lebensqualität die Menschen hätten, wenn die Behandlung schneller anschlagen würde, weil man genauer hinsehen würde.
Wie viel sicherer wäre der Arbeitsplatz, wenn wir produktiv sein könnten statt unnötig lange mit Symptomen zu kämpfen, die lieber gehegt als in der Ursache behandelt werden. 


Mögliche Lösungsansätze
Ein paar Dinge habe ich ja oben schon erwähnt, aber ich kritisiere nur ungern Zustände so ganz ohne Lösungsvorschläge oder Denkansätze für eben solche.

Die Gesellschaft bekommt, was sie bezahlt
Wir bezahlen Arztbesuche nach deren Anzahl. Und nach der Krankheit.
Schade. Es wäre sehr interessant zu sehen, wie sich unsere Welt verändern würde, wenn wir eine winzig kleine Veränderung im System einbringen würden. Und entweder statt oder ergänzend nach dem Erfolg der Behandlung entschädigen würden.



Sieht so die Artzpraxis im Jahr 2020 aus?

Was ein Arzt immer fragen sollte. Immer.
Heute wissen wir, dass das Umfeld eines Patienten einen 2x höheren Einfluss auf seine Gesundheit hat, als seine genetischen Anlagen. Dabei ist unberücksichtigt, dass es ja ebenfalls die Lebensumstände das sind, was die Epigenetik selbst beeinflusst.
Auch wissen wir, dass 60% der vermeidbaren Todesfälle allein im Lebensumfeld der Patienten begründet sind. Schon deshalb sollten die Fragen sich immer auch intensiv auf das Lebensumfeld konzentrieren. Unter anderem z.B. auch die Ernährungsgewohnheiten.

Oder krankheitsspezifisch: Wenn jemand Asthma beklagt, dann kann man schon mal eindringlich nach Schimmelbefall fragen. 
Die Trefferquote dürfte sehr hoch sein. 
Und solche kleinen Dinge wären doch sinnvoll als erstes auszuschliessen, noch lange vor teuren MRTs CTs oder schmerzvollen Entnahmen von Nervenwasser, weil jemand dauerhaft über Kopfschmerz klagt.

Weiterbildung zum Pflichtfach
Wir brauchen mehr sinnvolle Weiterbildung. Das sollte verpflichtend werden. Oder von mir aus auch für die richtigen Betroffenen wirtschaftlich interessant. Allerdings glaube ich, das liegt momentan in den vollkommen falschen Händen. Hier muss dringend mehr Unabhängigkeit zu wirtschaftlichen Interessen Dritter geschaffen werden.

Attraktivität steigern

Ich sehe einen dringenden Handlungsbedarf die Attraktivität von Gesundheit statt Krankerhaltung zu erhöhen. Und die Arbeit im Gesundheitssystem mit einer angemessene Entlohnung zu honorieren. Schon um die Menschen bei uns zu halten, die wir teuer ausbilden.

Zum guten Schluss
Ja, es gibt sie. Die engagierten Ärzte, die ihren Beruf ernst nehmen und - was noch viel wichtiger ist - ihre Patienten ernst nehmen. Und ihre Berufung. 
Allerdings sah ich in den letzten beiden Jahren, dass sie augenscheinlich in der Minderheit sind. 

Das ist schade, unerträglich und eigentlich auch nicht hinnehmbar. 

Deshalb werden wir mittelfristig einen Weg suchen und finden, damit unsere Mitglieder diese engagierten Ärzte mindestens leichter finden und weiterempfehlen können.


Es wird Zeit, dass unsere Gesellschaft das wieder in die Hand nimmt. 

Und nicht weiter die Aktien-Gesellschaft.


Bis später.