Donnerstag, 10. November 2016

Trump - One more Thing. A big one.

Ergänzung zum vorherigen Beitrag
DAS ANDERE NINE - ELEVEN - [NACHTRAG]
Unvorhergesehen. Wichtig.

Da ist es nun passiert. Wie ich vorhergesagt habe. 

Mr. President Donald J. Trump.

Ich habe ja den Interessierten schon ein paar Dinge beschrieben, wie ich sie sehe, wo das herkommt.


Und im vorangegangenen Artikel meinen Standpunkt geäussert, wie sich die Wahl auf unsere Lebensmittelsicherheit auswirken könnte.






Heute muss ich das ergänzen, weil sich gestern neben ein paar Dingen wie die Legalisierung von Marihuana (schauen Sie genau hin, Frau Mortler!) und die Erlaubnis für Todkranke zur Sterbehilfe in einem Staat noch etwas ganz Elementares verändert hat. 

Ausser einem republikanischen Präsidenten Trump hat sich durch die anderen Wahlergebnisse die Machtachse zusätzlich in allen relevanten Schlüssel-Säulen der amerikanischen Demokratie verschoben.  

Ausser den Präsidenten stellen die Republikaner nun auch eine Mehrheit im Senat, im Repräsentantenhaus und wohl auch sehr bald im Obersten Gerichtshof.
Ich denke mal, dass nicht jeder meiner Leser das amerikanische politische System kennt und versteht, was das bedeutet.

Deshalb versuche ich das in möglichst einfachen Worten zu umschreiben:
Alle Kontrollorgane der Macht sind jetzt in der Hand einer einzelnen Partei.
Einer die dafür bekannt ist, gesundheitliche Risiken prinzipiell unter die Umsatzinteressen der Firmen zu stellen.


Während Obama einige Dinge nicht durchsetzen konnte, weil sie im Senat geblockt wurden, hat Trump den Luxus, dass seine Entscheidungen jetzt recht wahrscheinlich durchgewunken werden.
Anders herum hat der Präsident ein Veto-Recht für Entscheidungen aus der Gesetzgebung. Auch diese Richtung wird kaum Widerstände von Trump erwarten lassen.


Warum muss ich deshalb meine Einschätzung in Sachen Lebensmittelsicherheit ergänzen?

Es gibt zwei wesentliche Entscheidungen, die angekündigt oder in der Pipeline waren, auf die man besonders zu achten hat nach der Vereidigung:

Sowohl die Umweltbehörde EPA als auch die für die im vorherigen Bericht erwähnte Regulierungsbehörde FDA sollen nach Trumps Wünschen abgeschafft werden. Nochmal: ABGESCHAFFT.


Selbst wenn das nicht offiziell umgesetzt wird bedeutet es aber auf jeden Fall, dass - wie schon zuvor in der Geschichte - an den Schlüsselpositionen der Behörden Leute eingesetzt werden, die den Konzernen und Firmen nicht im Weg stehen. 

Und es gibt Dank den Wahlergebnissen kein Kontrollorgan mehr, welches das aufhalten könnte.

Für uns in Europa bedeutet das - in klare Worte gefasst:
Diese Deregulierung wird nicht nur den Klimawandel für mindestens weitere 4 Jahre anheizen und bereits erreichte Fortschritte pulverisieren, 

sondern auch alle Produkte mit möglichen gesundheitlichen Gefahren unkontrolliert auf den Markt gelangen lassen, hinter denen viel Geld oder ein mächtiger Konzern steckt - auch gentechnisch veränderte Lebensmittel und vor allem die gesamte Agrar-Chemie. Bereits errungene kleinere Fortschritte wie Pläne, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu kennzeichnen - vorbei. Over. Done. Gone. Weg.

Wie wir wissen ist diese Regulierung in der Zuverlässigkeit für bestehende Herbizide und andere Mittel schon in der Vergangenheit mehr als fragwürdig gewesen.
Diese Situation wird sich nun um ein Vielfaches verschlechtern.


Das bedeutet: 

- Wer ab nächstem Jahr Lebensmittel aus dem Herkunftsland USA bezieht: Viel Glück.
- Wer ab nächstem Jahr Lebensmittel bezieht, die Rohstoffe aus dem Herkunftsland USA beinhalten: Viel Glück!
- Da das bei vielen Artikeln, die wir vermeintlich von deutschen Firmen kaufen, die Zutaten aus den USA beinhalten - uns allen: Viel Glück!



Und das bedeutet auch - und das ist noch viel wichtiger:

Wenn wir jetzt nicht eiligst ernsthafte Anstrengungen unternehmen,

- unsere eigene EU-Lebensmittelbehörde EFSA und 
- die landeseigenen Behörden wie unser Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit den angegliederten 
- Bundesamt für Verbraucherschutz und das 
- Bundesinstitut für Risikobewertung 

auf die Reihe zu bekommen,  

+ und wir es nicht schaffen, 

- in alle wichtigen Köpfe der Entscheider zu bekommen, dass Einstufungen ab dem kommenden Jahr, die aus den USA kommen keinerlei Sicherheitsgarantie für uns mehr darstellen...
- oder die uns via CETA oder TTIP und Schiedsgerichten aufgezwungen werden

.... uns allen - Viel Glück!



Bis später.


Weiterführende Informationen:
Lass mal giftig bleiben, Baby






Dienstag, 8. November 2016

DAS ANDERE NINE - ELEVEN - UND DANN?!

KKommentar
DAS ANDERE NINE - ELEVEN - UND DANN?!
Was bedeutet die US-Wahl für uns in Sachen Lebensmittel? - Eine Betrachtung


Heute Nacht schlafen eine ganze Menge unruhig. Auch in den USA.
Denn wenn morgen Vormittag am 09.11.2016 der Durchschnitts-Amerikaner aufwacht, 

dann mit einer neuen Präsidentin - oder einem neuen Präsidenten. 
Und wie es aussieht - es wird knapp wie nie.

Man könnte ein Buch darüber schreiben, was jede der beiden Optionen wohl für die Zukunft der gesamten Welt bedeutet.

Was mich heute hier aber viel mehr interessiert ist die Betrachtung, was das wohl für uns in Sachen Lebensmittel bedeuten dürfte. Wer wäre auf diesen kleinen Ausschnitt wohl die bessere Wahl? Gibt es überhaupt eine bessere?

Dieser Frage bin ich die letzten Monate recht intensiv nachgegangen und habe jede Menge Interviews, Zeitungsberichte und Videos analysiert.

Eines ist klar: 
Auf dieses Thema bezogen spielt es auf jeden Fall auch bei uns eine Rolle, wenn ein Sack güldner Reis in Amerika umfällt.

Schauen wir doch mal näher hin:






Zunächst einmal kurz etwas zur Frage: Was geht uns das an?
Dazu gibt es nur eine Antwort: Jede Menge.


Erster Grund: 
Eine ganze Reihe an Konzernen, die unsere Lebensmittelproduktion beeinflussen ist amerikanisch oder wird direkt oder indirekt aus Amerika gelenkt.

Zweiter Grund: 
Die für die Lebensmittelsicherheit in Europa zuständige Behörde EFSA verlässt sich ohne ernsthaft zu prüfen auf Erkenntnisse, anhand derer die amerikanische Behörde FDA Entscheidungen über Zulassung, Einstufung oder Grenzwerte von schädlichen Inhaltsstoffen trifft. Ein Freibrief der FDA zieht so meist auch einen Freibrief der EFSA nach sich.

Es gibt auch noch ein paar weitere Gründe, aber beschränken wir uns mal nur auf diese beiden bedeutsamen.

Was bedeutet der Ausgang der Wahl für uns?


Wenn Hillary Clinton gewinnt


Wenn sich Frau Clinton eines nachsagen lassen muss, dann sind es tiefe Verstrickungen von Korruption und Gefallen gegen Geld. Lange Zeit waren das nur Vermutungen, die immer wieder mit halbseidenen Argumenten abgeschmettert wurden, aber je tiefer die Einblicke in diese Verstrickungen durch die aktuellen Veröffentlichungen von WikiLeaks werden, desto klarer ist: Sie ist absolut auf der Seite derer, von denen sie Geld erhält.
Nicht - wie sie vorgibt - eine Frau des Volkes. Und die Liste der Lebensmittel-Industrie auf ihrer Tanzkarte ist endlos.

Sie befürwortet Handelskonstrukte wie TTIP, und es steht zu erwarten, dass sie die bisherigen Verhandlungen entgegen ihres Wahlversprechens zu Ende führen wird. Und TTIP Realität wird. Rechtfertigen wird sie das Nichteinhalten mit kleinen Änderungen hier und da, die die Auswirkungen des Handelsabkommens auf die Lebensmittelsicherheit jedoch in keiner Weise verringern werden. Ob das noch eine Rolle spielt oder nicht sei dahingestellt, aber da komme ich gleich nochmal darauf zurück.

Ein hochkarätiger Manager ihres Wahlkampfes, dem man gute Chancen einräumt, seinen Platz in einer Clinton-Regierung zu bekommen - ist ein Monsanto-Mann.
Die Wahrscheinlichkeit, dass dies keine negative Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit hat sehe ich gegen Null. Insbesondere das Pushen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Agrar-Chemie ist mehr als wahrscheinlich.

Da zu erwarten steht, dass Frau Clinton die Alliierten in Sachen Militärausgaben stärker beteiligen will, werden bestehende und künftig zu erwartende neue militärische Vorhaben ein sehr einfache Mittel der Erpressung - hust, Entschuldigung - Entscheidungshilfe werden.

Ein Tipp an Frau Merkel: Wenn Sie Frau Clinton ab Januar anrufen wollen, überweisen Sie bitte zuerst 1 Million US-Dollar an die Clinton-Foundation. Vorher wird Ihnen auch die Tatsache nicht helfen, dass Sie beides Frauen sind.


Fazit: In Sachen Lebensmittelsicherheit gewinnen wir mit Frau Clinton alles andere als eine verlässliche Partnerin und da sie bekannt dafür ist, dass sie ihre Vorhaben sehr zielstrebig ohne langwieriges Abwägen der Folgen durchsetzt, ist eine weitere Verschlechterung mehr als wahrscheinlich.



Wenn Donald Trump gewinnt

Was für ein Mann, der Herr Trump. Noch jemand, der sich freut, dass dieser selbsternannte Sonnenkönig ab Januar den Daumen über dem roten Nuke-Button haben könnte?

Aber - eines muss man ihm lassen: Er ist gegen TTIP und würde sich gerne wieder mehr auf Amerika konzentrieren als auf die grosse Welt da draussen. Hoffnung? Mitnichten.
TTIP spielt nach der Unterzeichnung von CETA gar keine grosse Rolle mehr, ein amerikanisches Unternehmen wird seine Interessen jetzt über Filialen in Kanada durchsetzen.

Der andere Punkt ist - ich traue ihm kaum den Überblick zu, wichtige Entscheidungen alleine zu treffen. Das ist Arbeit, und arbeiten lassen hat er in seinem Leben immer nur die anderen. Das bedeutet, dass seine Person über die Dauer der Amtszeit relativ sicher irrelevant wird, wenn es um Fragen wie Lebensmittelsicherheit geht, denn da wird er von seinen Berater eingesetzte Spezialisten ranlassen, und woher die kommen, dürfte klar sein.

Wirklich bedenklich sind Aussagen während des Wahlkampfes, dass er Regulierung im allgemeinen nicht besonders toll findet. Er geht sogar so weit, dass er die Umweltbehörde für überflüssig hält und sie abschaffen will. Das wird ihm dann vielleicht jemand ausreden, aber in Bezug auf die ohnehin schon unterfinanzierte FDA wird das relativ sicher heissen, dass die nicht wie benötigt mehr Geld für ihre Arbeit bekommen, sondern weniger.

Fazit: Hier ist gar nicht er als Person das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass es ihm relativ egal sein wird, was wer innerhalb der Regierung macht. Hauptsache, es kostet nicht "unnötig" Geld. Und der eine oder andere Freund aus den Reihen der konzern-affinen Republikaner wird sich mit ihm ganz sicher an Schlüsselpositionen wiederfinden.
Auch mit ihm wird es nicht besser, mit Sicherheit aber chaotischer.



Mir persönlich tun die Amerikaner in diesem Wahlgang leid. 

Die Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten ist in etwas so, wie der Kabarettist Volker Pispers einmal gesagt hat:
Man kann einem die Pistole an den Kopf halten und sagen "Clinton oder Trump?!".
Die Antwort ist: "Ach komm, drück ab!".


Das wäre fast wie wenn wir bei einer Bundestagswahl die Wahl zwischen einem Kandidaten hätten, der alles aussitzt und damit Chaos verursacht oder einem, der auf Seiten der Firmen seine und des Volkes Seele verkauft.

Achso.
Aua.

Mist.



Bis später.




Freitag, 4. November 2016

Schlankheitspillen: Dem grossen Nepp auf der Spur

AufgedecKKt
Schlankheitspillen - einem Mords-Nepp auf der Spur
Über das Zeug mit eingebauter Neppomatik

Es klingt wunderbar. Da hat man über die Jahre ein bissl Fett auf den Hüften angesammelt.

Oder man ist weiblich, recht jung und steht auf den coolen Max in der Schulklasse.
Fühlt sich aber schrecklich unattraktiv beim Blick in den Spiegel.

Und dann blitzt sie auf. Die Rettung. Auf Facebook.
Oder in den Anzeigen an der Seite der Tagespresse. 



Irgendjemand ist "schockiert", wie wunderbar das doch funktioniert:
Eine Pille einwerfen, und innerhalb von wenigen Wochen hat man wieder eine Taille.
Das kann man sich dann schon auch mal was kosten lassen. 

Starterpakete mit den Pillen gibt es um die 50 Euro, und wenn man auf den Nepp hereinfällt, ist man auch schnell mal ein Vielfaches davon los.

Versprochen: Das Einzige, was davon abnimmt ist der Geldbeutel.
Schlimmstenfalls sogar die Gesundheit.

Ich schreibe diesen Bericht heute, um möglichst viele vor dieser Riesendummheit zu bewahren.

Denn eines steht fest. Ohne genügend Internet-Kungfu sind viele der Nepp-Anzeigen so gut aufgemacht, dass man sich durchaus der Hoffnung hingeben kann, das wäre etwas für einen.

Auch wenn ich überzeugt bin, das fast alle meiner Leser nicht im Traum auf so einen Unsinn hereinfallen, habe ich die letzten Jahre schon immer mal wieder jemand gehabt, der mit mir Kontakt aufgenommen hat, und um Argumente gebeten hat, wie man das der besten Freundin oder der Tochter wohl am Besten ausreden kann. Nun. Hier sind sie. Die Argumente.

Zunächst einmal ganz klar zu den Pillen selbst: 
Es gibt zwei Sorten Pillchen und Pülverchen, die man sich mit solchen Angeboten einfängt.
Die mit Wirkstoff. Und die ohne.

Glück hat man, wenn man die ohne jeden Wirkstoff erwischt, dann bleibt man nur dick.
Und nur um Geld ärmer.
Pech kann man haben, wenn man die mit Wirkstoff erwischt. 
Dann wird man vielleicht krank. Oder gerne auch mal - tot. 

Oder man kackt sich unfreiwillig stinkend-braune Streifen in die Hosen.

Was jetzt die Attraktivität für den coolen Max auch nicht sonderlich steigern dürfte.
Und am Ende ist man dann übrigens tatsächlich auch nicht dünner, wie dieses Video zeigt:



Der unbedachte Umgang mit diesen teils rezeptfreien Nahrungsergänzungsmitteln wie im Film gezeigt hat sich übrigens bis heute nicht verändert.

Allein: Abgelaufene Patente und veränderte Namen bieten in den Apotheken heute nicht nur eine dezente Auswahl, sondern auch ein Milliardengeschäft. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Und kurzfristigen, sich per Jojo schnell wieder auf der Waage relativierenden "Erfolg"saussichten.


Das Einzige, was sich gelegentlich ein wenig ändert ist die Werbestrategie.
Wenn man z.B. nach entsprechenden Abmahnungen jetzt nicht mehr mit Doktoren wirbt, sondern mit Möpsen. 

Was angesichts der Zusammensetzung (die Hälfte ist Soja, in denen von Okötest Gentechik festgestellt wurde) und dem Bericht hier eine spannende Doppeldeutigkeit bekommt. Wohl dem, der die Kinderplanung schon erfolgreich oder ernüchtert abgeschlossen hat. Auch Ökotest stellt in diesem Zuge wohl nicht zu unrecht fest:  "Diätdrinks - Keinen Schuss Pulver wert".

Die Werbeanzeigen im WWW
Im Internet grassiert momentan auch noch etwas anderes.
Anzeigen, die aussehen als seien sie von vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen wie Apotheken-Zeitschriften, bekannten Gesundheits- oder Lifestyleratgebern wie Men's/Women's Health, Elle und Co.

Der Aufbau ist immer sehr ähnlich. Eine fast schon reisserisch wirkende Überschrift, Erfahrungsberichte, Vorher-Nachher-Fotos, pseudowissenschaftliche Erklärungen, warum das gerade eben erst entdeckte pflanzliche Mittel in den Tiefen des (schwindenden) Regenwaldes eine natürliche, unglaublich sensationelle Wirkung auf den Schlank-Baustein des Gehirns hat (das war Ironie, nur zur Sicherheit...). Gefolgt von vermeintlichen, aktuellen Social-Media-Berichten von Anwendern, die bestätigen, wie toll das Produkt wirkt. Überzeugend, wenn andere das sagen, stimmts?

Aber hallo!
Das Ganze stellt sich in der näheren Betrachtung dann doch ein bisschen anders dar:


Bauchweh könnte einem ja eigentlich schon das Impressum geben.
Dass die "Apotheken-Nachrichten" jetzt schon in Ägypten verfasst werden könnte einem ja schon mal sachte zu denken geben. Aber wer klickt schon (ausser mir) auf das Impressum, wenn man sich seinem Ziel schon so nah wähnt und glaubt, die Dum(m)pf-Pille streichelt besagten Schlank-Baustein? 

Versteckt wird das meistnes hinter wohlklingenden Namen wie Gesundheitsnews, Apothekennachrichten, Fitnessbla oder Muskelblubb... 

Oder dann sogar ganz dreist, als echte Fälschungen:

Die Markenpiraten
Auf der Suche nach weiteren Indizien für einen Betrug auf solchen Seiten mag man fündig werden, wenn man feststellt, dass die Dinger dann zwar teilweise ausschauen als seien sie z.B. die Modezeitschrift ELLE, sich aber die Links auf die anderen spannenden Themen wie  Rezepte oder Yoga dann gar nicht klicken lassen. 

Denn ausser den Anschein zu erzeugen haben die Seiten mit dem gleichnamigen Magazin absolut nichts zu tun.

Während meiner Recherchen hatte ich bei einer ähnlichen Anzeige dann auch Kontakt mit der Women's-Health-Redaktion. Die machte ich auf den Missbrauch ihres markengeschützten Logos aufmerksam. 

Die Antwort der Redaktion war entschuldigend, dass sie sich dieses Missbrauchs durchaus bewusst seien, der da mit ihrem guten Namen stattfindet.
Aber dass sie eben kaum eine Handhabe haben, wie sie den windigen Geschäftemachern das Handwerk legen können. Für jede Internetadresse, die sie schliessen lassen, kommen 3 neue hinzu...


Stoppmalkurz
Vielleicht sollte man jetzt schon einen kurzen Augenblick gedanklich innehalten und sich fragen, ob man Menschen, die sich solcher kriminellen und windigen Methoden bedienen das Vertrauen schenkt? 
Nur mal so dazwischen geworfen.


Das Abnehm-Augenpolster-Zahn-Genie
Und dann ist da ja noch Michael. Aus Sindelfingen.
Ein Spezialist auf allen Gebieten. 
Ihr findet ihn unten als vierten in den Sozial-Kommentaren. Und - oh boy - ist das ein Tausendsassa...

Michael ist überall dabei und weiss immer Rat. Interessanterweise timed er seine Beiträge dann auch immer gerade so, dass er zielgenau zwischen C(l)ara und Laura passt.
Zufälle gibt's...

Der Mann ist soviel unterwegs, dass er sich vor lauter Ratgeberstress dann manchmal mit dem eigenen Namen irrt. Er heisst dann auch schon mal  Benjamin. Dann Miguel.
Auf japanisch heisst er dann Toshiki. Oder wohnt dort. Mein japanisch ist begrenzt.
Fast schon lustig ist die spontane Geschlechtsumwandlung auf "Rosana". Da war wohl der Fake-Seiten-Bauer im Stress?

Tja, Michael kennt sich nicht nur aus in der Welt, die schöner macht, sondern er ist auch ein wahres Sprachen-Multi-Talent.

Und nach allen Kombinationen, die er zwischenzeitlich ausprobiert hat suchen sie ihn heute noch zwischen den Buchseiten seiner Bibel. Sooo dünn ist er zwischenzeitlich.

Tipp: Macht das Licht aus, dann seht ihr die weissen Zähne blitzen...
Hachz - ich lasse mich schon wieder hinreissen...

Natürlich ist das Quatsch. Der Mann heisst nicht Michael.
Und auch nicht Benjamin oder sonstwie.
Er heisst Tom Brownson und ist ein Erfolgscoach in den USA.
Und weiss vermutlich nicht mal von dem Missbrauch seines Fotos.
Oder vielleicht doch? Man weiss es nicht... 





Wer schreibt, bleibt - oder auch nicht
Ähnlich magisch verhält es sich übrigens auch mit der "Autorin" oberhalb der Berichte. 
Je nach Sprache heisst sie anders und das Bild ist das gleiche. Oder der Nachname ist der gleiche. Oder auch mal wieder nicht.




Zurück in die Wirklichkeit
Allerspätestens jetzt sollte auch der Person mit dem stärksten Wunsch zur Wunderpille klar geworden sein: Hier geht etwas so gar nicht mit rechten Dingen zu. 

Und solchen Arschgeig... Aasgeiern nicht nur das sauer verdiente Geld hinterher zu werfen sondern auch die eigene Gesundheit zu riskieren kann keine gute Idee sein, nicht wahr?!


Finden wir uns damit ab: Es ist, wie es ist.
Übergewicht hat seine Gründe.
Und die sind in den Lebensmittelgewohnheiten zu suchen, die man an den Tag legt.
Liegt man da halt daneben, steigt die Zahl auf der Waage unaufhörlich, daran kann weder mittel- noch langfristig ein Pillchen oder Pülverchen aus dem Web noch aus der Apotheke etwas ändern.
Und schon gar nicht eine noch so verlockende Werbeanzeige auf Facebook.
Oder wo Ihr Euch halt sonst so herumtreibt.


Apropos rumtreiben.
In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Berichte von gutmeinenden Ratgebern aus Fleisch und Blut, die sich ihre Opfer ganz gezielt auf Facebook suchen. 


Der Gute-Freundin-Facebook-Trick
Plötzlich bekommt man eine nett klingende private Nachricht von jemandem, der vorgibt, es gut mit einem zu meinen. Dann bekommt man ein Vorher-Nachher-Foto der Person zu sehen. Und ist beeindruckt. Wow. Wie hast Du das gemacht? Toll! 

Dann kommt eine von deren Chef geskriptete Abfolge von Einwickelmassnahmen, wie das typisch ist für diese Multi-Level-Marketing-Schneeball-Abzock-Systeme.

Um dann am Ende z.B. für einen jenseitsmässig überteuerten Shake oder Pillchen aus eingedampftem Obst zu werben.

Persönlich enttäuscht.
Besonders frech und sehr enttäuschend ist das dann für Leute wie mich.
Da habe ich offensichtlich manchen von ihnen kostenlos und seit Jahren Hilfestellungen gegeben, die ihnen mit KK einen entscheidenden Beitrag erhalten haben, der ihnen die eindrucksvollen Vorher-Nachher-Fotos überhaupt erst ermöglicht hat.

Und dann verwenden sie diese Fotos als Werbung für ihren Strukturvertrieb, der ihnen die manipulativen Mittel beibringt, um dann damit achso viel Geld zu verdienen. 
Auf Kosten anderer.

Wie es scheint werden diese Leute über ihre Vorher-Nachher-Bilder rekrutiert.
Die sie Dank uns oder anderen Konzepten erreicht haben, und von denen sie dann vorgeben, sie seien mit ihrem Scheiss-Teuren-Mittel erst so geworden.

Ich habe kaum Worte, wie armselig ich diese Abzocke finde. Pfui.
Schämt Euch in Grund und Boden, bitteschön.


Eine Alternative
Wer abnehmen will und das langfristig beibehalten will, sollte bereit sein, die Dinge nach und nach aus dem Leben zu verbannen, die einen erst in die missliche Lage Übergewicht gebracht haben.
Dazu muss man verstehen, welche Lebensmittel das sind und warum sie das Plus auf der Waage erzeugen. Und sie dann halt meiden, so gut das eben möglich ist.

Alles andere ist teuer. Für den Geldbeutel. Oder die Gesundheit. Oder beides.

Ich lade deshalb alle gerne ein, denen ich die Pille aus dem Kopf drehen konnte:
14 Tage KK, kostet nix, und ist tausendfach erprobt erfolgreich. Bei uns lernt Ihr etwas über die Ursachen und was man nachhaltig gegen das Übergewicht tun kann. Und wie über 100 Bluttests unserer Mitglieder belegen: Bei guten Aussichten auf eine bessere Gesundheit.


Du kriegst den Max vielleicht auch so
Und noch ein letztes Wort an "weiblich, recht jung" vom Anfang. 
Wenn man so jung ist wie Du vielleicht dann ist niemand wichtiger als Dein Schwarm Max.
Das haben wir alle durch, die wir älter sind. Man hängt scheu zwischen den Seilen, traut sich nicht "seinem" Max in die Augen zu schauen und zweifelt an sich selbst.

Aber mal nur unter uns beiden - auch wenn Du das nicht hören willst:
Wenn Max nichts anderes im Sinn hat, als den Umfang Deiner Taille, dann kann er Dir gestohlen bleiben.

Denn nichts, absolut rein gar nichts ist es Wert, dass man für einen solchen Schwachsinn wie Pillchen und Pülverchen so einen Riesenhaufen Taschengeld ausgibt und dabei vielleicht sogar am Ende draufgeht.

Auch Max nicht.


Bis später



Weiterführende Links 
Diesmal im Text verarbeitet, zusätzlich ergänzend, weil Finger weg!
WIKI Sibutramin

Donnerstag, 3. November 2016

Rezept: Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken

Rezept
Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken
inkl ein klein bisschen Lebensmittelkunde

Mal wieder ein klein bisschen Abwechslung in der KKüche schafft die sogenannte Schwarze Karotte oder auch Ur-Karotte. Sie enthält bis zu 40% mehr Betacarotin als die gewöhnliche orange Karotte.






Gesundheitsaspekt
Die dunkle Farbe bekommt sie vom Pflanzenfarbstoff Anthocyan, welcher auch für die Farbe in Brombeeren oder Johannisbeeren verantwortlich zeichnet. Den Anthocyanen wird bescheinigt, dass sie antioxidativ und blutdrucksenkend wirken, und somit vorbeugend gegen Krebs oder Herzinfarkte sind.

Was zu beachten ist
Unbelehrbare Fett-Angsthasen sollten wissen, dass sich die Vorteile der Urkarotte erst entfalten können, wenn man sie zusammen mit Fett aufnimmt. Denn Betacarotin ist fettlöslich. Heisst: Ohne Fett bekommt der Körper nix ab davon.
Was schade ist, denn es ist die Vorstufe zu Vitamin A, das ziemlich viele sinnvolle Funktionen im Körper übernehmen kann.

Und einige davon sind ein Gegenspieler von einigen typischen Gesundheitsproblemen, die gerne mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht werden.


Verfügbarkeit

Man bekommt sie in der Saison manchmal auch direkt im Discounter, ansonsten sind sie in der Gemüseabteilung von Bauernmärkten oder Bioläden zu finden. Bei der Herkunft  lohnt es sich ähnlich den Süsskartoffel auf das Ursprungsland zu achten. 

Serviervorschlag/Rezept

Rösti von der Urkarotte und Pastinake

Zutaten
Schwarze Karotten / Urkarotten
Pastinaken
Eier
Petersilie
Kokosöl/Virgin Coconut Oil (VCO)
Pfeffer
Salz

Zubereitung
Die Karotten und die Pastinaken mit einem Gemüsehobel in Stifte raspeln.
Eier mit einem Quirl schaumig schlagen und unterheben. Im abgebildeten Beispiel wurden der Bindung halber 3 komplette Eier verwendet.






Petersilie hacken. Das war die verwendete Menge:



Petersilie unterrühren. Salzen und pfeffern nach Gusto. Ich fand, dass diese Mischung recht viel Salz verträgt, wobei man das zur Sicherheit ja auch nachträglich zugeben kann. Übersalzen ist so schlecht rückgängig zu machen ;) 




Die Masse in Fladen in einer Pfanne auf hoher Hitze anbraten, und dann gegebenenfalls ein bisschen herunterschalten. Öl der Wahl war VCO. Das verträgt die nötige Hitze am Besten.






Zwischendurch kurz wenden, beidseitig schön kross braten.





Dazu eignet sich ein kleiner Salat, evtl auch Guacamole.

So lecker es ist, zwei oder drei davon machen nicht unbedingt lange satt, das sollte man in der Gesamtplanung des Tages berücksichtigen. Es ist neben dem Genuss für die Momente gedacht, in denen Euch die Regelmässigkeit nicht so leicht fehlt, weil Ihr wenig Hunger habt. Dafür ist es perfekt.
Guten Appetit.

Eignung Tageszeiten:
Morgens, mittags, Zwischenmahlzeit: Hervorragend geeignet. Geht auch kalt.
Abends würde ich das ähnlich behandeln, wie wir das z.B. mit Kürbis oder Süsskartoffeln halten: nicht öfter als 2x (alles eingeschränke kombiniert) oder weglassen, wenn Ihr einen bremsenden Effekt bemerkt.


Ebenfalls perfekt geeignet für unsere Vegetarier.
Und natürlich auch sehr interessant für Schwangere und Stillende wegen dem erhöhten Vitamin-A-Bedarf und dem höheren Gehalt in den dunklen Karotten.

Bin gespannt, wozu Euch das so anregt.


Lasst doch Eure Phantasie spielen und probiert die dunklen Rüben doch auch mal, so als Abwechslung... Bin auf Eure Rezepte sehr gespannt.



Bis später.




Weiterführende Links:
Wiki: Vitamin A
Wiki: Anthocyane


















Samstag, 29. Oktober 2016

Gib endlich auf!

DenKKmal-Schubserle
Gib endlich auf!
Über Dein ureigenes Recht auf freie Entscheidung und Gesundheit


Am Mittwoch las ich in unserer Gruppe einen Beitrag, in dem eines unserer Mitglieder fragte, ob auch andere sich für ihre Entscheidungen bezüglich der Lebensmittelauswahl rechtfertigen müssen. Das sei gelegentlich doch recht anstrengend. 


Einige nette aufmunternde Beiträge und gute Ideen für den Umgang damit...

Dann kommt ein Beitrag, in dem eine Mutter beschreibt, wie sie innerhalb der eigenen Familie regelrecht gemobbt wird. Das geht weiter über das Rechtfertigen hinaus. 
So weit, dass sie sich mittlerweile gar nicht mehr traut gegen das ständige sich Lustigmachen anzugehen. Und noch schlimmer: Das gesunde Essen findet jetzt im Geheimen statt. Wenn keiner schaut.

Was für eine verkehrte Welt!




Da ist dann noch die Omma, die Ihrem Enkelchen in die Backe kneift und sagt:
"Jetzt bist Du aber dünn genug, das sieht ja nicht mehr gut aus!"

Wie lieb gemeint von der Omma. 

Tatsächlich hat Enkelchen voll motiviert wunderbare Fortschritte gemacht.
Und ist von einem BMI über 40 auf 32 geschrumpft, was leider immer noch ungesund zu viel ist. Aber Enkelchen ist verunsichert. 
Obwohl Enkelchen nun schon ein paar Jahre ziemlich erwachsen ist und eigentlich schon ziemlich im Leben steht.

Keine Frage. 
Es ist sehr viel einfacher durchs Leben zu gehen und sich keine Gedanken zu machen, was man alles in den Einkaufswagen packt. Und wie schwer sich mancher Partner tut, habe ich ja in der Serie KK und die Rolle des Partners schon beschrieben. Da steht auch, warum das wohl so ist und ich habe vorgeschlagen wie man damit umgehen kann.

Aber eigentlich sagt einem das Gegenüber nichts anderes als: "Gib auf!"

Marathon
Ich weiss nicht was Ihr empfindet bei dem Gedanken, Ihr lauft einen Marathon und am Strassenrand stehen Zuschauer, die ständig rufen: "Gib auf!" 

Aber ich kann Euch sagen, wie das für mich aussieht:
Erstens ist das tatsächlich unglaublich demotivierend, wenn man ohnehin selbst schon zu kämpfen hat - ab Kilometer 11,2 fängt man da dann bestimmt mal an darüber nachzudenken, ob man das schafft.
Und zweitens macht es mich fast schon wütend mir vorzustellen, wie unfair das Verhalten der Zuschauer doch ist. 


Jetzt kann man sich fragen, wie sinnvoll es eigentlich ist, sich in Berlin, New York, Boston oder bei einer Olympiade mit so vielen anderen an eine Startlinie zu stellen und den Körper zu schinden, bis man Blasen an den Füssen und womöglich den Zustand totaler Erschöpfung erreicht.

Aber kann man das auch bei der Entscheidung, gesunde Lebensmittel den eher ungesunden vorzuziehen? Ehrlich? Wie könnte man!?

Was man gewinnt
Mit unserer Ernährungsumstellung haben wir seit Jahren nachweislich genügend solide Belege, dass die Mitglieder bei KK nicht nur abnehmen, sondern sich auch alle gesundheitlichen Anzeiger wie Blutwerte stark verbessern. Und das liegt nicht allein an der Gewichtsreduzierung, sondern auch an der sinnvollen Zusammenstellung der Lebensmittel an sich. Und dem Meiden von ungünstigen Lebensmitteln, die unser aller Gesundheit keinen Gefallen tun.

Unsere konsequenten Mitglieder gewinnen an Lebensqualität, Gesundheit und verlieren eine Menge Zipperlein, die sie vorher plagten, als sie sich noch keine Gedanken gemacht haben, was im Einkaufswagen landete.


Mit welchem Recht stellt sich also der Ehemann, die neidische Arbeitskollegin oder die Omma, deren Ernährungsverständnis noch von den Folgen des zweiten Weltkriegs geprägt ist und die verpasst hat, was in all der Zeit aus unseren Lebensmitteln wurde... Mit welchem Recht stellen sich diese Leute neben Deinen Weg und rufen Dir zu "Gib endlich auf!"? 
Mit welchem Recht?!

Ja verdammt. Das demotiviert. Ist doch logisch. Verunsichert. 
Und je nachdem, wie man persönlich gestrickt ist reagiert man dann unterschiedlich.
Man gibt auf. Man wird trotzig und sagt sich: "Jetzt erst Recht...". Manche werden vielleicht dermassen aggressiv auf dieses Unrecht, dass sie sich in Kämpfe verstricken und darüber dann ihr eigentliches Ziel vor Augen verlieren.


Was wissen diese Leute eigentlich über Ernährung? Über Lebensmittel...?
Genau das, was uns alle kranker macht(e) und dicker. Toller Weg. "Fach"-Publikum.

Die perfekte Welt
In einer perfekten Welt könnte man diesen Buh-Rufern vermutlich erklären, wieso man das macht, welche Vorteile man daraus hat und wieso es sinnvoll ist.
Aber im Smartphon-Zeitalter ist die Aufmerksamkeitsspanne bei Nullkommadrei.
Sehr wahrscheinlich bekommt man die Gib-auf-Rufer nicht einmal annähernd dazu, dass sie sich mit dem Thema so auseinandersetzen, wie Ihr das tut. 


In einer perfekten Welt würden sie verstehen, dass es hier nicht um dumpfes, ungesundes Runterhungern mit eingebautem Jojo-Effekt handelt. 

In einer perfekten Welt würden nicht jene "Gib auf" rufen, die am Strassenrand Deines Weges stehen, sondern die, die verstanden haben, dass der unbefangene Umgang mit dem Einkaufswagen die ersten Schritte zu Diabetes, Alzheimer, Parkinson und einer Menge anderer teurer Krankheiten sind. Und wie einfach man das doch meiden könnte. 
Wenn man nur versteht.  

Aber ganz so perfekt ist unsere Welt nicht. 
Wir müssen lernen, mit dem umzugehen, was wir haben.

Mit dem Selbstbewusstsein, das uns zusteht. Weil wir das Richtige tun.
Wir haben das Recht über unsere Gesundheit zu entscheiden. 
Es ist unser Körper. Unser Leben.

Und das ist jetzt noch wichtiger, wo immer klarer wird, wie wenig sich tatsächlich die um sichere Lebensmittel kümmern, auf die wir bewusst oder unbewusst vertrauen wollten.

Und wie wenig von der Sicherheit noch übrig ist.


Reprise Am Donnerstag las ich dann nochmal einen Beitrag von der gleichen Frau.
Ein Arzt stellte fest, dass in 3 Untersuchungen in den letzten 9 Monaten die Werte der Thrombozyten über 300.000 liegen. Und sie der perfekte Spender wäre. So perfekt, dass der Arzt sie gleich dafür da behalten wollte. Und sie blieb. Spendete Blut, das Krebspatienten besonders nötig haben.


Also nochmal: Wer hat Recht?! Verdammt!

Bis später.




Weiterführende Links:
KK und die Rolle des Partners - Teil 1
KK und die Rolle des Partners - Teil 2
Der papierdünne Grat zu einem Krankheitsbild, das alles verändert

Freitag, 28. Oktober 2016

Sie haben eine eigene Abteilung dafür

KKWissen
Sie haben eine eigene Abteilung dafür
und ich glaube, es wäre ihnen lieber, wenn ihr nicht davon wisst.


Neulich traf ich einen Mann auf einer Geburtstagsfeier.
Wir sitzen beieinander, ich höre ihm so zu und merke, dass er sich ein bisschen Sorge macht, was mit unseren Lebensmitteln so passiert. Das macht mich natürlich hellhörig. Klar. 


Wir kommen also ein bisschen ins Gespräch, er fragt, was ich so mache, ein Wort gibt das andere, und dann war ich erstmal für eine Weile sprachlos.

Zunächst einmal eines vorweg ausgeräumt.
Für mich ist der Mann über jeden Zweifel erhaben, was seine Schilderung betrifft.


Erstens hatte er schon das Lebensalter überschritten, in dem man sich mit Horrorstories wichtig machen muss, zweitens hatte er ganz offensichtlich wirklich eine Menge an Insiderwissen, das habe ich an den vewendeten Fachbegriffen bemerkt und drittens ist er schon von berufs wegen eher in die Kategorie "absolut glaubwürdig" einzustufen. 


Und was er erzählte betrifft gar nicht ihn selbst, sondern den Beruf - seiner Frau.


Die hat ebenfalls ein akademisches Studium hinter sich gebracht und arbeitet jetzt hier in einer Nachbarstadt bei einer ziemlich bekannten Menschen-Massen-Futter-Fabrik, deren Erzeugnisse ihr in der Fertigfutter-Abteilung von jedem Supermarkt findet.

Und sie arbeitet in einer ganz speziellen Abteilung des Konzerns. 

Die hat nur eine einzige Aufgabe:
Sie soll - nein, genauer - sie muss Wege finden, wie bestehende Produkte noch gewinnbringender gestaltet werden können. 





Mit anderen Worten: Bereits bestehende Rezepte sollen in ihrer Zusammensetzung so verändert werden, dass günstigere Zutaten das gleiche Ergebnis bringen, was den Geschmack betrifft. Ohne die Verkaufszahlen zu beeinträchtigen, bitteschön. 

Das bedeutet, der Gewinn wird gar nicht mehr wie man das vielleicht eher vermuten würde allein durch den Einkauf eines Unternehmens, geschickte Verhandlungen mit Lieferanten und die grossen Chargen bestimmt. 

Sondern tatsächlich betreibt der Konzern eine eigene relativ teure Abteilung, die bestehende "Erfolgs"-Rezepte hinsichtlich des Gewinns weiter "optimieren" soll. 

Und der Druck auf diese Abteilung ist ganz schön hoch. 
Klar - deren Erfolg oder Misserfolg ist ziemlich einfach zu messen. Jedes einzelne Produkt, dass von denen "bearbeitet" wird ist einzeln im Umsatz und Ertrag messbar.

Die Reihenfolge der Priorität für die Rezeptveränderung ist wie folgt:

Priorität A: günstigere Zutaten
Priorität B: gleicher oder besserer Geschmack


In Versuchsreihen dürfen ein paar Testesser ankreuzen, wie sie den Geschmack bewerten.
Und was durchgeht - geht durch.
Fertig.

Merkt Ihr, was da fehlt?!


Richtig. Über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Veränderungen macht sich niemand Gedanken. Abgesehen davon, dass sie natürlich kein Arsen reinpacken, was in der Menge die Angehörigen der Testesser doch ein paar Fragen stellen lassen würde sind die Proben natürlich viel zu klein, um irgendetwas daran festzustellen. 

Und natürlich äussern sich dann die echten Auswirkungen auf die Gesundheit der Kunden erst am realen Produkt auf dem Markt, viel später und ist durch die vielen anderen Nebenprodukte, die man so über einen längeren Zeitraum zu sich nimmt gar nicht mehr nachvollziehbar.

Und wenn man zwischen den Zeilen genauer hinschaut, dann hat das sogar Kalkül.
Wieder und wieder sagen Verbandssprecher und Lobbyisten der Lebensmittel-Industrie bei Stoffen, die infrage stehen, gesundheitliche Nachteile zu erzeugen ein und dasselbe:


Das muss man erst einmal nachweisen. Da könnte alles mögliche andere verantwortlich sein.

Wenn Ihr Euch also fragt, wieso all diese seltsamen Unverträglichkeiten, Allergien etc auf einmal mehr und mehr um sich greifen, dann habt diese Abteilung mal im Hinterkopf.


Denn irgendwie fängt dort alles an. Man kann nicht erwarten, dass man den letzten Tropfen Umsatz aus einem ohnehin schon nicht idealen Produkt herausquetscht, ohne dass das irgendwann den Punkt erreicht, wo das Folgen hat.

Und ganz offensichtlich haben wir - was den Umgang mit Lebensmitteln betrifft - diesen Punkt schon eine ganze Weile überschritten. Und ein Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.


Windows könnte das jetzt eigentlich ganz gut für uns zusammenfassen:


"Es ist ein schwerwiegender Systemfehler aufgetreten. Es werden einige Fehlerinformationen gesammelt, dann wird das System neu gestartet."
Wenn das nur mal rechtzeitig so der Fall wäre.
Aber das ist eben leider eine Gemeinsamkeit, die beide Systeme haben.

Der Kunde von heute ist nur noch der Betatester. Wie es ihm mit dem Produkt geht, interessiert heute in der immer zynischer werdenden Managerwelt niemand mehr.

Nur - bei einem geht es um Eure Gesundheit.



Bis später.



An die Leute, die in solchen Abteilungen arbeiten:
Seid doch mal ehrlich: Tief im Innern wisst Ihr, dass das alles ein Spiel mit dem Feuer ist. Ein paar von Euch machen das um ein Auskommen zu haben, nicht mehr und nicht weniger. Und ein paar von Euch haben noch so etwas wie ein Gewissen. Schreibt mich doch mal an. Diskretion ist selbstverständlich. Ihr verliert Euren Job, wenn Ihr öffentlich macht, was Ihr tagtäglich seht. Ich - nicht.






Donnerstag, 27. Oktober 2016

Der Grat zu Insulinresistenz und Diabetes 2 ist sehr viel schmaler als gedacht

KKnowHow
Insulinresistenz, Diabetes 2 und süsse Getränke

Der papierdünne Grat zu einem Krankheitsbild, das alles verändert

Seit ich diese Zahlen kenne, über die ich heute schreibe, gehen sie mir nicht mehr aus dem Kopf.


Sie kommen wieder, wenn ich beim Einkaufen bin, wenn ich an meinen Billiard-Spiel-Partner und seinen Sohn denke, bei der Fernsehwerbung. 

Und gelegentlich wenn ein neues Mitglied zu uns stösst und sich zu Beginn schwer tut zu verstehen, warum wir die eine oder andere Sache bei uns weglassen. 

Vor allem Sachen, die im generellen Bewusstsein der Bevölkerung als gut oder harmlos angesehen werden. Oder - dank geschicktem Marketing womöglich sogar - als gesund.

Aber - der Grat zu Insulinresistenz und Diabetes 2 ist sehr viel schmaler als so gut wie alle das bisher gedacht haben:




Ich habe über die letzten Jahre meine eigene Sichtweise auf die Krankheit Diabetes 2 entwickelt. Vieles von dem, was man liest passt nicht mit dem zusammen, was wir bei KK erleben und sehen. Und für mich wiegen Tatsachen einfach schwerer als ein Bericht in der Apotheken-Umschau.

Und die Tatsache, dass wir z.B. eine nennenswerte Anzahl an bereits diagnostizierten Diabetikern heute bei uns haben, die laut deren Arzt als geheilt gelten gibt mir wohl recht.
Über Diabetes hört oder liest man vieles, aber absolut nicht den ganzen Teil der Wahrheiten zu dieser Krankheit. Und eines scheint hinter allem zu stehen: Die Behandlung muss Geld einbringen. O-Ton: "... die Krankheit muss richtig verwaltet werden."


Als Bestätigung oder Kontrast zu meinen Erfahrungen habe ich gestern um die Meinungen unserer Mitglieder zu ergründen eine kleine Umfrage gestartet.

Ein bisschen erstaunt hat mich, wie weit sich die meine Sichtweise auf die Einschränkungen, die diese Krankheit mit sich bringt und die möglichen Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen von einigen Antworten unterscheiden.

Mir persönlich macht es tatsächlich Angst vorzustellen, dass da einen eine Krankheit lebenslang im Griff hat, die dafür sorgt, dass man ständig Medikamente einnehmen oder spritzen muss.

Ich bin tatsächlich eher einer von denen, der das lieber gar nicht erst wissen wollen würde und schon deshalb um einen Test wirklich einen Bogen machen würde.
Sicher hätte man das ohnehin auch bei anderen Untersuchungen schon festgestellt, aber extra testen? Nie im Leben! Egal, wie unverantwortlich oder dumm das vielleicht ist.
Ich hasse Spritzen.

Aber dann: Schlaganfälle (2-3x häufiger), Erblinden (das sind immerhin jetzt schon 2.000 Menschen im Jahr /D), Amputationen (40.000) oder der Tod (jede Stunde(!) 3 Menschen)...
Das erscheint mir nicht harmlos genug, um es zu ignorieren.

2009 hat unsere Gesellschaft für Diabetes und die Folgeerkrankungen allein in Deutschland 48 Milliarden Euro ausgegeben. Neuere Zahlen waren für mich bisher nicht zu finden, was komischerweise immer dann der Fall ist, wenn irgendeine mächtige Industrie viel Geld mit etwas verdient.
Geht uns halt nichts an, man könnte ja anfangen, Fragen zu stellen.

Nachdem die Zahlen der Erkrankten in den letzten 7 Jahren aber stark angestiegen sind dürfen wir davon ausgehen, dass die Zahlen heute tatsächlich auch sehr viel höher sind als "lächerliche" 48 Milliarden Euro.

Um das mal in eine andere, leichter zu verstehende Zahl umzurechnen: 48 Mrd verteilt auf 80 Mio Einwohner bedeutet, dass jeder im Jahr ca 600 Euro dafür ausgibt, geht man davon aus, dass jeder dieser 80 Mio Krankenkassenbeiträge bezahlt.

Weil das nicht der Fall ist, zahlst DU entsprechend mehr. Wäre es nicht fein, wenn Du dieses Geld für irgendetwas anderes ausgeben könntest? Ich frag ja bloss...
Nicht, dass ich naiv genug wäre zu glauben, dass sie Dir das Geld lassen würden, denn da gibt es ja dann bestimmt irgendeine andere Geldkuh, die man mit Deinen 600 Euro lieber füttert, als sie in Deiner Tasche zu belassen. Sie sind ja eh weg, und Du scheinst zufrieden damit zu sein.



Da ich erfreulicherweise niemand direkt in der Familie habe, der an einer diagnostizierten Diabetes-Krankheit leidet muss ich ein wenig um mich schauen. Da ist mein guter Freund und Billiard-Partner. Der hat seinen Sohn alleine aufgezogen. Mit Diabetes. Seit das Kind 8 Jahre als war. 

Jedes Mal, wenn ich mit ihm irgendwo weg war, hat er mindestens einmal das Telefon in die Hand genommen, und seinen Sohn besorgt nach den Blutzuckerwerten gefragt.
Und mir jedes Mal entschuldigend erklärt, dass er diesen Kontakt braucht, weil - Kinder...

Nun ja. Es sind Kinder. Die wissen zwar, dass sie schlimmstenfalls ohnmächtig in einer Ecke liegen und sich klammheimlich leise von der Welt verabschieden könnten, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt. Aber. Es sind Kinder. Die vergessen die Zeit, vergessen zu messen, nehmen es manchmal nicht so genau.
Ich habe ihn so wahrgenommen, dass es ein ständiges angespannt sein war.
Bis der Sohn dann irgendwann eine automatische Insulin-Pumpe bekam.
Das hat zwar entlastet. Erstmal.


Aber ein echtes Happy End blieb aus. Denn kürzlich wurde nun bei ihm der Verdacht auf MS festgestellt. Und es ist gruselig präzise, wie sehr Diabetes, MS, Depression und Hirn-Geschichten wie Demenz, Alzheimer und Parkinson in diesen gesamten Spiel irgendwie zusammenhängen.

Nein. Diabetes ist mir  nicht harmlos genug, um es zu ignorieren.

Und angesichts der Tatsache, wie schmal der Grat nach einer neuesten klinischen Studie tatsächlich ist, sollte es das für Euch auch nicht sein. 

Auch - und gerade nicht - für Eure Kinder.

Die meisten KKler von Euch machen das ohnehin schon richtig. Und die, die es bis jetzt noch unterschätzt machen haben jetzt die Chance, das zu ändern.

Und wenn man samstags im Supermarkt in die Einkaufswagen der anderen schaut, wenn man weiss, dass einige Eltern ihren Kindern in die Schule eine Einskommafünf-Liter-Cola mitgeben, und das ja noch lange nicht alles ist, was wissentlich und unwissentlich an Zucker in den Kinderkopf wandert, wenn der Tag lang ist....

... dann wird einem angesichts der Zahlen, wie papierdünn der Grat eigentlich ist, auf dem viele wandern, die vollkommen unbedacht durchs Ernährungsleben gehen doch ein bisschen mulmig.

Zumindest, wenn man ein Herz hat.

Bis später. 


Weiterführende Links:
Klinische Studie (englisch/Original) Insulinresistenz und Diabetes bei regelmässiger Aufnahme von gesüssten Getränken 

Sonntag, 16. Oktober 2016

Wie viel Illusion lässt Du zu und wie viel Realität verträgst Du?

DenKKmalschubserle
Illusion vs Realität  
Wie viel Einfluss lässt frau zu?

Als jemand, der mit Medien und Werbung ab und an beruflich zu tun hat kommt man in der heutigen Zeit kaum am neuen Berufsbild "Youtuber" vorbei.

Die Chancen stehen ziemlich gut, dass - so Ihr jemand zwischen 12 und 16 Jahren in Eurem Lebensumfeld habt - dieser junge Mensch anstatt "Astronaut" oder "Feuerwehrmann" mit grossem Abstand viel eher "Youtuber" werden will, wie mir eine kleine Umfrage belegt, die ich neulich bei ein paar Schulkindern gemacht habe.

Die meisten wissen das, aber für die, die nicht - kurz erklärt:
Youtuber sind Menschen, die davon leben, kleine Filme auf Youtube hochzuladen um dann von den Werbeeinnahmen zu leben, oder -wenn sie dann mal berühmter sind - von Firmen bezahlt werden, bestimmte Produkte vorzustellen.





Eine relativ berühmte und preisgekrönte Youtuberin aus Grossbritannien ist Zoella.
Während ich diesen Bericht hier schreibe hat sie knapp über 11,1 Millionen Abonnenten. Das ist einer der Masstäbe, an denen die Popularität von Youtubern gemessen wird.
Und ihre ist sehr respektabel hoch.

In ihrem Kanal gibt sie Schminktipps, erzählt ein bisschen aus ihrem Leben, stellt Produkte vor und hat sich selbst zwischenzeitlich schon derart als eigene Marke etabliert, dass es sogar schon Produkte zu kaufen gibt, auf denen ihr Name Zoella steht.

Das mal zur groben Orientierung.

Ich halte sie aus verschiedenen Gründen für erwähnenswert, denn einmal ist sie ein sehr typisches Produkt des aktuellen Zeitgeistes, dem wir gerade unterliegen, dann hat sie ein bisschen was von dem Hochglanz-Schön, dass unsere Medienwelt prägt und zu guter Letzt hat offensichtlich auch eine ziemliche Anziehungskraft auf die Menschen, sonst hätte sie nicht so viele Abonnenten. 

Als ich nun während meiner Expedition durch diese Youtube-Welt unterwegs war und versucht habe, das Phänomen Youtuber ein bisschen besser zu verstehen, stiess ich - mehr oder weniger durch Zufall - auch auf ein Video von ihr.

Und das eignet sich meiner Meinung nach dermassen,
etwas zu demonstrieren, dass ich es gerne mit Euch teilen möchte:





Ihr müsst dieses Video nicht ganz anschauen (falls Euch der Inhalt nicht interessiert oder Ihr nicht englisch könnt). Darum geht es mir ja auch gar nicht.

Worum ich Euch aber bitte:
Schaut das Mädchen am Anfang kurz an und spult dann auf das Ende

Ist es nicht verblüffend, wie gross der Unterschied ist?

Und - ist es nicht ein starkes Symbol dafür, wer wir natürlicherweise eigentlich sind und wie etwas Maskerade etwas komplett anderes aus uns machen kann?

Am Anfang sehen wir die Realität. So sehen Menschen halt nun mal aus.
Ein paar Pickelchen hier, ungleichmässige Haut, ein paar Augenringe.

Und auch wenn es am Ende meiner Meinung nach sehr schön anzusehen ist:  

Nüchtern betrachtet ist es nicht mehr als eine Maske, die das wahre Mädel verbirgt.
Ich will jetzt hier nicht über Sinn und Unsinn von Makeup schreiben, wer sich damit besser fühlt soll das bitte gerne machen, und das Ergebnis kann sich ja wirklich sehen lassen und ist hübsch anzusehen...

Nein. Stattdessen möchte ich dieses Beispiel vielmehr verwenden um zu demonstrieren, dass wir in unserer Werbe-Geprägten Welt immer mit der Illusion bombardiert werden, dass Zoellas Nachher unser Vorher sein soll. Das ist Quatsch. So ist es nämlich nicht.


Ich ziehe ehrlich meinen Hut vor ihr, dass sie ihr Vorher so offen zeigen kann.
Zeugt es doch von einem gesunden Selbstbewusstsein. Denn gerade in einer Welt, in der unter jedem Video ein Kommentarfeld eine dermassen grosse Angriffsfläche auf die eigene Würde bietet, und von der sie aus ihren Erfahrungen weiss, dass diese all zu oft intensiv missbraucht wird - sie macht es trotzdem.

Und so ähnlich wie mit dem Makeup ist es auch mit dem "Schönheitsideal schlank".


Auch wenn sich der Trend in den letzten Jahren immer mal wieder den eigentlichen Gegebenheiten angepasst hat, und es ab und zu auch als schick gilt, XL-Models auf den Laufsteg zu schicken (darüber hatten wir in unserer Facebook-Gruppe ja heute eine kurze Diskussion) - die Realität sieht doch leider ganz anders aus. 


Vor nicht einmal einem Monat titelt der Spiegel:
"Dicke werden in Deutschland ausgegrenzt"
Ich stimme zwar einigen Inhalten - z.B. was die genannten Auslöser des Problems sind - absolut nicht zu - aber insgesamt kann man sehr viele Infos ableiten, wie es um die Wahrnehmung von "Dick" bei uns tatsächlich bestellt ist. 

Und die Wahrheit ist verheerend. Entmutigend. Deprimierend. 

Aber. Eben. Realität.

Im Fernsehen sehen wir viel öfter Zoellas Nachher - und die Wahrscheinlichkeit, dass neben Dieter Bohlen eine dünne perfekt Geschminkte das Supertalent aussuchen darf ist sehr viel höher als Erna Huber aus Buxtehude mit einem BMI von 40+.

Wir Menschen befinden uns im Leben ständig in einem Prozess des Abgleichens.
Wo stehen wir, wo stehen andere - und wie gut kommen wir in der Gesellschaft zurecht, wenn wir so sind, wie wir wahrgenommen werden? Das ist ein ganz natürlicher, aus der Tatsache 
erwachsener Überlebensinstinkt, dass wir Rudeltiere und somit auf die Sympathie anderer angewiesen sind.

Die Frage, ob wir nun der Zoella-Nachher-Illusion aus der bunten TV/Werbe/Hochglanz-Magazinwelt mehr Raum geben wollen als der auf die meisten von uns viel mehr zutreffenden Zoella-Vorher-Realität - kann sich vermutlich jeder nur selbst gut beantworten.

Ich persönlich glaube ein gesundes Mass an Realität ist auch gesünder für uns selbst.


Ich habe da neulich ein Zitat gefunden, dass ich Euch gerne übersetzen möchte:
"Dein Körper ist nicht Dein Meisterstück. Man suggeriert uns eine Million Mal am Tag, unsere Körper seien unser Projekt. Das sind sie nicht. Unsere Leben sind es. Unsere Beziehungen. Unsere Arbeit. Hört auf damit, wie besessen Eure Körper zu perfektionieren. Als wäre das das einzige, was Ihr der Welt zu bieten habt."

Da steckt viel Wahrheit drin, ich ergänze das aber noch um ein paar Gedanken, die mir da fehlen: 


Für mich ist es das gesunde Mittelmass, das zählt. 

Und ein gesunder Körper kann mehr. Hält länger. Gibt uns mehr Lebensqualität. Mehr Kraft. Hat seinen eigenen Teil am Selbstbewusstsein.

Es nützt nichts, wenn man sich in die eigenen Tasche lügt.
Ob man dazu eine Maske von Lancome aufsetzt, oder sich eine Familienpackung 

Form-Unterhemden oder Bodyshaper kauft.

Wenn am Abend Schminke und Klamotten fallen und wir in den Spiegel schauen werden wir alle mehr oder weniger das gleiche feststellen: Wir sind, wie wir sind.
Kein Hochglanz. Keine Perfektion. Menschen, halt.

Das darf aber eines nicht überdecken:
Trotzdem können wir sehr viel mehr vom Leben haben, wenn wir frei von gesundheitlichen Folgen in einem gesunden Körper stecken. Das klappt dick nicht so toll. Und manchmal ist die Rückkehr zu normal auch unbequem. Aber lohnenswert. Auch eine Realität.

Attraktivität kann auch ganz von alleine kommen, wenn wir uns 
positiv und mit Elan und Passion um die Dinge kümmern, die uns eigentlich ausmachen und die eigentlich wirklich im Leben zählen. 

Was das dann wirklich ist muss jeder für sich selbst herausfinden und entscheiden.
Denn da ist wirklich jeder anders.


Bis später.




Weiterführende Information:
Das angesprochende Video Zoella
Der angesprochene Spiegel-Bericht