Montag, 16. Januar 2017

Sind Hülsenfrüchte ungesund?

KK-Wissen
Hülsenfrüchte - wie gefährlich sind sie wirklich?
Ein umfassender, verantwortungsvoller Blick auf die Hülsen-Kritik. 

Hülsenfrüchte sind ein wesentlicher Bestandteil der KK-Ernährung.
Sie halten uns länger satt, geben ihre Energie über vernünftige Zeiträume ab und halten unseren Blutzuckerspiegel in akzeptablen Höhen.


Sie helfen uns damit in unschätzbarer Weise beim effizienten Abnehmen.
Deshalb empfehlen wir auch innerhalb des Zeitraums Frühstück und Mittagessen
insgesamt eine Mindestmenge von 5 Esslöffeln in den täglichen Ablauf einzubauen.
Bei Bedarf gerne mehr, je nach Konstitution reicht das eventuell nicht aus.
Aber natürlich - wie sonst auch - nicht über das Sattgefühl hinaus...

Nun gibt es aber von einigen Seiten in der Ernährungswelt kritische Stimmen zu dieser Vorgehensweise. Darauf möchte ich heute einmal umfassend eingehen.  

Bevor ich zu den Hülsenfrüchten komme, möchte ich Euch kurz eine grundsätzliche Empfehlung ans Herz legen, die mir persönlich sehr wichtig ist:
Wann immer jemand etwas Kritisches zu unserer Ernährungsweise zu wissen scheint, nehmt das zunächst einmal ernst. 

Das tun wir nämlich auch. Zu gross ist die Verantwortung für so viele Teilnehmer. 
ABER: Seid bitte nicht zu vorschnell mit Eurem Urteil. 

Denn oft liegen die Dinge einfach anders, und viele Dinge basieren auf einer reichlich dünnen Beweislage, die sich absolut nicht mit dem deckt, was wir über die letzten Jahre mit KK erlebt haben.

Und wenn Euch je etwas länger auf der Seele brennt, dann fragt doch einfach mal nach.
Das bitte dann aber ganz sachlich, frei von Panik, denn wir wollen ja eine stressfreie Umgebung erhalten. Da hilft es nicht, wenn man die Pferde schon scheu macht, bevor man überhaupt erst aufgesattelt hat.


Wie dünn eine Beweislage sein muss um massive Auswirkungen im Ernährungsverhalten eines gesamten Landes zu haben erläutere ich gerne kurz in einem Beispiel:

Wisst Ihr, wie beschlossen wurde, dass Deutschland mit Jod unterversorgt ist?
EINE Studie, mit 300 Schulkindern in Dortmund.

Das reichte um zu entscheiden, dass GANZ Deutschland zu wenig Jod aufnimmt.

Keine Berücksichtigung von eventuell vorhandenen regionalen Gegebenheiten, und eigentlich verdammt wenig Teilnehmer. Und nur Kinder. Keine Berücksichtigung auf mögliche Unterschiede zu den Erwachsenen.

Ja, werden die jetzt sagen, wir haben nachgebessert. Stimmt.
Bis Mai 2013 waren es dann 1.500 Menschen, sogar einige Erwachsene dabei.
Aber immer noch regional, und immer noch - verdammt wenige Teilnehmer.

Und trotzdem reicht es aus, überall Jod mit reinzupacken.
Teilweise auch, weil man es in der Produktion braucht und gar nicht wüsste, wie man es aus den Lebensmitteln dann heraushält. Gute Idee - für die 1.500 in Dortmund.
Aber ist es das auch für den Rest Deutschlands? Wirklich? Woher wollen wir das wissen?!
Wir reden von rund 0,001875 % der Bevölkerung, regional ausgewählt.
Bevor Ihr jetzt fragt: Was haben denn Hülsenfrüchte mit Jod zu tun? Nichts.

Es geht mir darum zu erklären, wie manche Verhaltensweisen entstehen und welche Minizahlen und meiner Meinung nach mangelhafte Studiendesigns heute ausreichen, um eine Doktrin zu erstellen. 
Ich halte das für inakzeptabel ungenügend und kritisiere scharf, dass man solche Dinge nicht regelmässiger auf den Prüfstand nimmt.

Aber diese fragwürdige Vorgehensweise zieht sich leider im Gegenteil in manchen Bereichen der Lebensmittelforschung durch wie ein roter Faden.


Ich halte deshalb solche Ergebnisse grundsätzlich für hinterfragenswert. 

Und wenn sich dann Unstimmigkeiten und Widersprüche ergeben, dann finde ich mich im Gegensatz zu vielen nicht damit ab, sondern grabe tiefer. Und vergleiche. Zum Beispiel mit anderen Ländern und deren Ernährungsgewohnheiten. 


Spannend, manchmal - der Blick über den Tellerrand...




Über den Tellerrand geschaut: Indien
Indien hat heute ungefähr eine Bevölkerungszahl von 1.3 Milliarden Menschen.
Indien ist der weltgrösste Produzent von Hülsenfrüchten.
Und obwohl sie so viel davon produzieren sind jüngst trotzdem noch auf Importe angewiesen gewesen. Da gehen eine Menge Linsen, kichernde Erbsen und Co über den Tresen, nicht wahr?


Es gibt Leute, die halten Hülsenfrüchte für bedenklich
Und wenn man nun den Warnhinweisen einiger Glauben schenken möchte, dann müsste sich die Bevölkerungszahl drastisch reduzieren und dort alle krank sein.
Aber das Gegenteil ist der Fall.
Mit diesem Widerspruch sollte man doch dann mal hinterfragen, ob die Warnungen denn alle so stimmen, richtig? Richtig. Dann wollen wir mal...


Die "bösen" Stoffe, die den Hülsenfrüchten wiederkehrend angedichtet werden sind
Lektine, Phytate und das Purin.

SOJA - ein Sonderfall
Und - bei Soja kommen noch die Isoflavone/Phytoöstrogene hinzu.
Das können wir aber gleich klären, denn Soja findet bei KK nicht statt.
Denn die halte ich persönlich tatsächlich für bedenklich und den Eingriff in den Hormonhaushalt schon bei geringen Dosen für nicht hinnehmenswert.

Ganz abgesehen davon sind 90% der Weltproduktion von Soja heute gentechnisch verändert, und obendrin getränkt in Glyphosat. Dermassen getränkt, dass man Rückstandswerte drin hat, die im leider wahrsten Sinne des Wortes die eine oder andere Kuh umhauen. 

Es gibt da noch ein paar andere Dinge zu bedenken, weshalb Soja und alle Abwandlungen bis auf wenige Ausnahmen für mich nicht Bestandteil von etwas ist, das sich gesunde Ernährung nennt. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen. 


Bleiben also noch die bösen Lektine, Phytate und das Purin.

Erste Frage: Sind die überhaupt drin? Unbestritten.
Zweite Frage: Sind die gefährlich? Möglich. Kommt aber eben drauf an...

Lektine
Wer sich mit der Ernährungsform Paleo auseinandersetzt wird auf seinem Weg fast zwangsläufig über Warnhinweise zu Lektinen stolpern. Und so sehr ich die Parallelen unserer Konzepte schätze und mich darüber freue, wenn deren Anhänger ebenfalls gesundheitliche Verbesserungen spüren - das ist das - neben unserer Konzentration auf effiziente Abnahme - einer der ganz grossen Unterschiede zu uns.
Aber hier sehe ich das eben auch einfach begründet anders.

Erstens sind Lektine per se ja nicht nur in Hülsenfrüchten, sondern auch in vielen Gemüsesorten ohnehin vorhanden und somit ja zwangsläufig schon ein gewöhnender Bestandteil einer einigermassen gesunden Ernährung. Ganz sicher aber einer der Paleos.

Zweitens stimme ich zu: Es gibt einige Lektine, die für Mensch und Tier roh als giftig anzusehen sind. Das ist aber nichts Neues. Schon die Oma wusste, dass man z.B. Gartenbohnen nicht roh verzehren darf sondern kochen muss.

Was zu drittens führt: Das Lektin-"problem" lässt sich supereinfach lösen...

Und eben weil Hülsenfrüchte so wichtige Dienste auf dem Weg zurück zum Normalgewicht leisten können, ist es diesen Aufwand auch wert:

Wer den Lagerungsvorteil vor die Zeitersparnis stellt und getrocknete Hülsenfrüchte verwendet sollte sie ausreichend lange einweichen. Mit 12 Stunden ist man dabei eigentlich auf der sicheren Seite, weshalb viele das über Nacht erledigen.
Während dem Einweichen empfiehlt es sich zusätzlich, das Wasser mehrmals abzugiessen und frisches nachzufüllen. In jedem Fall wichtig ist es, das abgegossene Wasser selbstverständlich NICHT irrtümlich zum Kochen zu verwenden.
Nach dieser Prozedur ziehen wir jetzt ja mit den frischen, den Dosen- und den TK-Hülsis gleich.

Und ab da heisst es: Kochen. Nicht blanchieren. Kochen. Das inaktiviert Lektine.
Das ist per Hülsenfrüchtsorte unterschiedlich lang, ein kurzer Klick ins Google-versum gibt zuverlässig Auskunft, wie lange das für welche Sorte ist. Kidneys zum Beispiel (Chili con Carne) brauchen ca 45 - 60 Minuten. 


Extra-Tipp: Wem das alles zu umständlich klingt, das für jede Einzelportion zu durchlaufen... Man kann vorgekochte Hülsenfrüchte wunderbar einfrieren. Klug, wer das gleich in Portionen abpackt. Wer aus Platzgründen eher dazu neigt, das in einem Einzelbehälter aufzubewahren sollte sie nach dem Kochen sehr gut abtropfen lassen, damit die Kochwasserreste die Hülsis nicht in einen undurchdringlichen Einzelblock zusammenfrieren.


Phytate

Ebenfalls in der Kritik - gerade bei den Paleo-Anhängern - stehen die sogenannten Phytate.
Hier könnte man eigentlich mal nachfragen, wieso die in der Paleo-Meinung viel höheren Gehalte in Paranüssen plötzlich keine Rolle mehr spielen, wenn sie doch in Hülsenfrüchten als problematisch angesehen werden. Oder in Gemüse. Es gibt Gemüsesorten, in denen sich mehr Phytate befinden, als in Hülsenfrüchten. Und trotzdem sind es Bestandteile der Paleokost. Wieso?! Ein Widerspruch.

Was also ist dran an dem Phytinsäure-Problem?

Nichts. Erstmal. Ein gesunder Mensch mit einem funktionierenden Magen und einem einigermassen intakten Darm knackt die Verbindungen bereits mit der Magensäure. Fertig.

Problematisch allerdings wird es dann unter Umständen tatsächlich, wenn man einen durchlässigen Darm hat. Leaky gut, Zöliakie, zum Beispiel.
Mein Punkt ist allerdings hier, dass sich diese Problematik auf eine dermassen hohe Anzahl anderer Lebensmittel als Schwierigkeit auswirkt, dass es deshalb ohnehin erst einmal die erste Priorität für ein gesünderes Leben sein sollte, diesen Zustand zu beenden.
Da könnte man dann zum Beispiel mal versuchen, Alkohol ganz wegzulassen. Der macht im übertragenen Sinn gesagt faustdicke Löcher in den Darm. Und weiters: die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Da komme ich unten gleich nochmal drauf zurück.

Ich will aber nochmal einen Umstand beleuchten, den ich für mehr als Bemerkenswert finde.
Die Begründer der Paleo-Bewegung heissen Loren Cordain und Robb Wolf.

Beides US-Amerikaner. Also der amerikanischen Ernährungsumgebung ausgesetzt.
Und ihre wesentlichen Veröffentlichungen über Paleo fanden in einem Zeitraum nach 2000 statt. Warum das brisant ist, erkläre ich weiter unten. In jedem Fall haben sie eines gemeinsam. Beide leiden/litten an Zöliakie und damit verbundenen Autoimmunerkrankungen. Und - sagte ich ja, dann ticken die Hülsenuhren ein bisschen anders. Trotzdem - diese Auflösung bewahre ich mir für den Schluss. Bleibt gespannt.


Purin/Gicht/Nierenprobleme
Wer vom Arzt heute Gichtsymptome oder Nierenprobleme bescheinigt bekommt, erhält dort fast immer Ernährungsempfehlungen an die Hand, auf die ich gerne einmal in einem anderen Beitrag zurückkommen werde, denn ich halte sie für überwiegend falsch und kontraproduktiv. In jedem Fall sind auch dann die Hülsenfrüchte wieder Thema, denn da geht man davon aus, dass die hohen Purinwerte problematisch seien.
Auch hierauf gehe ich nochmal zum Ende hin darauf ein, wenn sich der grosse Kreis schliesst.


Dauerpupsen - wenn's im Bäuchlein windet und zwickt
Ebenfalls als unangenehm werden von einigen ungeübten Hülsenfrüchte-Vertilgern die damit einhergehenden Leibeswinde empfunden. Das hat aber nichts ungesundes, sondern eher damit zu tun, dass sich die Darmflora noch nicht angepasst hat. Das dauert ein bisschen, ist aber nach einer Weile kein Problem. Weil das aber gelegentlich auch ein bisschen im Bäuchlein zwickt, ist hier für die Übergangsphase tatsächlich die Einnahme der Hilfsmittelchen sab simplex oder Lefax eine gute Idee, um diese Effekte im Zaum zu halten.


Prägung/Abneigung
Es gibt auch einige neue Teilnehmer, die kommen zu uns und haben schlichtweg eine Abneigung gegen Hülsenfrüchte. Das kann aufgrund der Prägung sein, Gewohnheit oder auch Unwissen, wie reichhaltig der Hülsenfrüchte-Sorten-Tisch eigentlich von der Natur gedeckt ist. Ich habe Verständnis, wenn jemand etwas nicht mag, empfehle aber in diesem speziellen Fall wirklich mit Nachdruck, hier ein bisschen über den eigenen Schatten zu springen. Spätestens bei Zuckerschoten sollte man seinen Frieden mit den Hülsis schliessen können. Aber es gibt da noch viel mehr. Und - sofern es mit der Prägung begründet ist - nicht alles, was wir als Kinder nicht mochten, ist auch im Erwachsenenalter noch so. Es empfiehlt sich, das eine oder andere nochmal zu probieren und zu sehen, wie gut man sich damit arrangiert. Weglassen ist jedenfalls die schlechteste aller möglichen Alternativen im Umgang damit. Dafür sind die Hülsenfrüchte einfach ein zu starker Helfer auf dem Weg zu dünner.



Wie jetzt?! Gut für den Cholesterinspiegel?!
Tja. Die kleinen "Teufels"-Dinger. Wohl doch nicht so ganz Krankheitstreiber?
Nein. Gar nicht. Tatsächlich gibt es eine Metastudie, die sich 140 andere Studien vorgeknöpft hat, Soja aussen vor gelassen hat und zum Ergebnis kommt, dass Hülsenfrüchte sich positiv senkend auf den LDL-Cholesterinspiegel auswirken.
Das ist der, den man wenn er zu hoch ist, mit Herzinfarkten und Schlaganfällen verbindet.
Spannend, gell? Vielleicht mal lieber die Hülsis, statt der weitgehend wirkungslosen Statine? Nur so ein Gedanke...


Der Hammer zum Schluss - als der Kreis sich schloss...
Und jetzt kommen wir zu einem Bereich, der bei all den Kritikern bitte sehr für grosse Aufmerksamkeit sorgen sollte. Denn wir teilen hier heute unsere Erfahrungen aus 5 Jahren Hülsenfrüchte-Konsum auf eine Art und Weise, die noch viel zu wenige auf dem Zettel haben. Und der Kreis schliesst sich auf eine vielleicht unerwartete, aber sehr bemerkenswerte Art und Weise...


Ich habe mich im vergangenen Jahr sehr intensiv mit Pestizid-Rückständen, insbesondere von Glyphosat in unseren Lebensmitteln auseinandergesetzt. Und das mit Erfahrungsberichten und Interviews innerhalb der Gruppe von Teilnehmern, die Probleme mit Hülsenfrüchten abgeglichen. Und siehe da...

Hülsenfrüchte werden leider immer mehr der unguten Praxis der Vorernte-Reifung / Sikkation unterzogen. Unabhängige Institutionen wie die deutschen CVUAs (Chemisches und Veterinärunersuchungsamt) haben dann auch folgerichtig in einer ganzen Reihe von Hülsenfrüchten Rückstände von Glyphosat gefunden. Das sowohl bei einheimischer Produktion, als auch fremdländischer, was unsere türkischen Mitglieder bitte auf dem Schirm haben sollten, wenn sie vertrauensvoll beim Türkenladen ihren Bedarf decken.
Auch dort, meine lieben. Leider auch dort...

In ausnahmslos ALLEN Fällen, in denen mit Mitglieder von Beschwerden berichtet haben, die über den Gewöhnungseffekt der Darmflora hinausgingen konnten wir mit der Empfehlung, auf Bioqualität der Marken Demeter, Bioland oder Naturland umzusteigen wahr Wunder bewirken. Keine Beschwerden mehr. Obwohl die Hülsenfrüchte ja bezüglich der kritisierten Inhaltsstoffe identisch waren. Schon das sollte einen vollkommen neuen Blick auf die Gesamtproblematik erlauben.


Die beiden Paleo-Amerikaner begannen ihre Publikationen in einem Zeitraum, in dem in den USA bereits die tonnenweise Anwendung von Glyphosat üblich zu werden begann, ich würde wetten, dass ihre Zöliakie-Beschwerden ebenfalls in dem Zeitraum begannen, als die ersten Auswirkungen der unsäglichen RoundUp-Ready-Praxis begann.
Wieso ich da eine Verbindung sehe, habe ich ja bereits in meinem Video "Gift im Darm" erklärt.

Zöliakie heisst in Medizinerkreisen heute die "Clownkrankheit" oder "Chamäleon", weil man sie so schwer einordnen kann, was die Ursachen betrifft. Und sie gilt als nicht heilbar. Wirklich?! Klar sind die Ursachen verschleiert. Nicht jeder nimmt gleich viel an Rückständen von Glyphosat auf, und die Belastung schwankt mit der Lebensmittelwahl. Jeden Tag.
Das MUSS die Auswirkungen ja schwer nachvollziehbar machen. Mich wundert das nicht.
Und ich würde den Ärzten, Heilpraktikern und sonstigen Nicht-Medizynikern da draussen gerne die Empfehlung aussprechen, den Versuch zu unternehmen, die Patienten auf Biokost mindestens in allen fraglich belasteten Lebensmitteln umzustellen und parallel dazu die Darmflora aufzubauen. Ich freue mich sehr zuversichtlich auf Euer positives Feedback...


Eines unserer Labore hat einen merklichen Anstieg an Purin-Gehalt festgestellt, sobald eine Belastung durch Glyphosat-Rückstände im Urin dokumentiert werden konnten, und diese zeigte sich in direkter Verbindung mit dem Anstieg. Hohe Rückstandswerte an Glyphosat bedeuteten auch einen Anstieg an Purin-Messwerten.

Anders herum ist das als Gichtverursacher vermeintlich identifizierte Purin in der Lebensmittelumgebung Indiens ja nicht minder enthalten. Und doch hält diese Theorie den aktuellen Zahlen mit einer verschwindend geringen Gicht-Quote von 0,12% der indischen Bevölkerung einfach nicht stand.

Das gleiche Labor stellt ebenso Veränderungen an den Nieren fest, sobald Glyphosat ins Spiel kommt. Was mich zu der möglichen Schlussfolgerung führt, dass die Nierenprobleme nicht zwingend mit den Hülsenfrüchten oder dem Purin zusammenhängen, sondern vielmehr mit den mitgelieferten Herbizid-Rückständen.


Und wenn also die Beschwerden bei rückstandsfreien Hülsenfrüchten in der angesprochenen Bioqualität fernbleiben, dann sollte man sich ab heute und hier die ernsthafte Frage stellen, ob die gesundheitlichen Probleme tatsächlich mit den Worten "Lektin", "Phytat", "Purin" zu erklären sind, oder ob der eigentliche Übeltäter schlicht und einfach tatsächlich "Glyphosat", "Pestizidrückstand" oder "Herbizidrückstand" heisst.



Das Fazit: Meine Empfehlungen an unsere KK-Teilnehmer

Wer sich durchschnittlich gesund (wie ja von uns explizit vorausgesetzt) an unsere Ernährungsempfehlungen wagt, der sollte sich von Warnhinweisen nicht allzu sehr beeindruckt zeigen, sondern frohen Mutes erst einmal ausprobieren, wie er selbst damit klar kommt. Ernstzunehmende Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, dazu machen wir das mit 5 Jahren einfach schon zu lange und mit jetzt 15.000 auch einfach mit zu vielen.
Gäbe es da tatsächlich Schwierigkeiten, hätten wir das längst in Form von Feedback alle mitlesen können, die Teilnehmer der Facebook-Gruppe sind. Aber - Fehlanzeige.

Eventuell vorhandenen Abneigungen würde ich mit einer Wissensauffrischung begegnen, was überhaupt alles Hülsenfrüchte sind und mich erst einmal durchprobieren, dazu sind die Dinger einfach zu wichtig, wenn man effizient und gesund bleiben will.

Wer tatsächlich über die Gewöhnungszeit der Darmflora hinaus Beschwerden bei sich bemerkt, sollte auch nicht sofort die Flinte ins Korn werfen, sondern - wie oben angesprochen - einmal versuchen, speziell die Hülsenfrüchte in echter Bioqualität zu kaufen und beobachten, was es mit ihnen macht.

Sollten dann wieder erwarten noch immer Probleme auftreten, oder hat man tatsächlich bereits diagnostizierte Erkrankungen, die mit einer durchlässigen Darmwand in Verbindung zu bringen sind, dann bleiben als gute Alternative immer noch Wurzelgemüse.
Selbstverständlich und gerade dann sollte man darauf achten, dass diese unbelastet sind.
Und es muss Euch klar sein, dass wir dies deshalb nicht ohnehin als Empfehlung haben, weil es schlichtweg weniger effizient beim Abnehmen ist. Es wird also bei Euch etwas länger dauern mit dem Erfolg.


Schlusswort

Lassen wir also doch die Inder, die Chinesen, die Mexikaner und die Brasilianer weiterhin ihren Energiebedarf hauptsächlich über Hülsenfrüchte decken, und nehmen wir uns ein Beispiel daran. Immerhin gibt's die Völker nun auch schon eine ganze Weile und deren Bevölkerung nimmt ja jetzt auch trotz Hülsenfrüchte-Genuss nicht ab.

Und selbst den Schwaben mag das erfreuen.
Wie ungut wäre es denn auch, wenn er plötzlich dank eines Paleo-Berichts feststellen müsste, seine geliebten Linsen mit Spätzle seien tödlich giftig?

Freispruch. Das sind sie nicht.
Zumindest, wenn man sie - wo nötig kocht. Und die Pestizide darin weglässt.


Bis später.

Freitag, 16. Dezember 2016

Lebensmittelsicherheit 2017 - Teil 3

AusbliKK
Lebensmittelsicherheit: Das kommt 2017 - TEIL 3
Eine Betrachtung wesentlicher Einflüsse auf 

die Lebensmittelsicherheit im kommenden Jahr

(3) Glyphosat im Essen und kein Ende in Sicht

Prognose: 
70% der Deutschen pinkeln heute schon Glyphosat. 
Eigentlich wäre Ende 2017 eine erneute Chance, das Gift aus unserem Essen zu halten. Aber.

Die meisten werden schon mitbekommen haben, dass meine Vorhersage, der Name Monsanto sei schon bald Geschichte auf einem guten Weg ist, einzutreffen. Das war lange überfällig.
Leider kommt es jedoch anders als es sich viele wünschen, die die Geschichte des Konzerns ein bisschen näher kennen. Anstatt einfach vom Globus zu verschwinden wird die Firma wohl von der Bayer AG übernommen und damit auch die Mitarbeiter, die Patente und - da würde ich wetten - auch einen guten Teil des unrühmlichen Geschäftsgebarens. 


Wenigstens ehrlich: Die CDU deklariert
auch nach 2017 Glyphosat im Essen als Wahlversprechen.


Verhindern könnte das jetzt noch die Politik. 
Denn eigentlich gab es einmal ein ganz sinnvolles Kartellverfahren, dass prüfen und verhindern soll, dass sich zu viel Marktmacht auf einen einzelnen Konzern konzentriert. 
Und bei den zu erwartenden Auswirkungen wäre das die einzig richtige Entscheidung:
Diese Elefantenhochzeit darf nicht stattfinden.


Jetzt ist es aber so, dass die Politik solchen Machtgebilden seit einiger Zeit nichts mehr entgegenzusetzen weiss, und anstatt die ohnehin schon starken Firmen nicht noch stärker zu machen, zementiert sie das sogar eher, durch Genehmigungen solcher Zusammenschlüsse.

Und da jetzt schon eine Menge Banken für die Finanzierung involviert sind und die Aktionäre ihr ok gegeben haben, will man der ganzen Vorarbeit natürlich auch nicht im Weg stehen.
Lieber gibt man die Zukunft des Saatgutes und der Pestizid-Wirtschaft alles in eine Hand.
Ironischerweise dann auch noch die gleiche Hand, die die gesundheitlichen Folgen mit den Pillen aus dem eigenen Haus zu behandeln weiss. Was für ein unguter Interessenmix da dann entsteht... 


Nun könnte man hoffen, Bayer würde vielleicht von sich aus von der Geldmaschine Glyphosat abrücken, weil... Moral. Und so. Immerhin hatte die Firma vor Jahrzehnten einmal so etwas wie einen Kodex. Der ist zwischenzeitlich allerdings gründlich abhanden gekommen.

Und so habe wir jetzt schon glasklare Aussagen von verantwortlichen Bayer-Mitarbeitern, die fest davon ausgehen, dass das Mittel auch nach Ende 2017 eine weitere Zulassung erhält.


Berücksichtigt man die Tatsache, dass unsere deutschen Ämter ja schon für ein amerikanisches Unternehmen tief in die Trickkiste gegriffen haben und alle zum Narren hielten (ein paar Spezialisten nennen das Vorgehen Betrug) - wie wahrscheinlich ist es wohl, dass sie das dann für ein deutsches Unternehmen genauso tun? Richtig. Sehr. Wahrscheinlich.

Und so kommt es denn, dass ein EU-Kommissar, der seinen vorherigen Job aufgrund Korruption verloren hat und eine sehr eigenwillige Ansicht davon hat, welcher Wissenschaft er vertraut relativ sicher auf die Kumpelei der Bundesregierung hoffen darf. Sofern es noch die gleiche bleibt.

Denn die CDU lässt keinen Zweifel daran, dass - sollten wir den Fehler begehen, sie im Herbst wieder zu wählen - das Gift auch weiter unser Essen und unser Grundwasser belasten darf.


Es ist bei uns zu entscheiden, ob wir das wollen. 

In dem Fall haben wir tatsächlich buchstäblich - die Wahl.

Bis später.



Montag, 12. Dezember 2016

Lebensmittelsicherheit 2017 - Teil 2

AusbliKK
Lebensmittelsicherheit: Das kommt 2017 - TEIL 2
Eine Betrachtung wesentlicher Einflüsse auf 

die Lebensmittelsicherheit im kommenden Jahr

(2) Das Ende der Regulierung 

Prognose: 
Neue Produkte, ungetestet. Und ein paar alte, die es bisher niemals geschafft hätten.
Ich habe ja schon in diesem Blog ein paar Zusammenhänge zwischen der amerikanischen Lebensmittelsicherheit und der unseren in Europa erklärt. Und im vorletzten Blog schon anklingen lassen, was die Trump-Wahl möglicherweise bedeutet.

Zwischenzeitlich hat President-erect Trump seinen Ministerien und Behörden Namen zugeordnet, und wer sich da einmal näher mit beschäftigt, dem muss ein sehr mulmiges Gefühl zurück bleiben. 


Es ist ein bisschen so, als hätte man ihm eine Liste mit Namen gegeben, deren Überschrift lautet: "Diese Menschen wären für diese Ämter absolut ungeeignet", und er diese Überschrift überlesen hätte und die Namen aufgerufen hat, die darauf stehen.

Das Ergebnis: Ein Grusel-Kabinett.



Die Deregulierung in den USA birgt auch für Europa ein ordentliches Loch im Zaun

Bezogen auf die Lebensmittelsicherheit und das Umweltamt bedeutet das tatsächlich wie ich im vorletzten Beitrag vorausschauend angenommen habe: 

Die Leitung wird an Menschen gegeben, die die Regulierung und Prüfung von Lebensmitteln, Zusatzstoffen und dem ganze anderen Chemie-Kram, mit dem man Lebensmittel heute aus wasauchimmerfürgründen verändert - für absolut überflüssig halten.

Das heisst, wir werden dort Einschnitte erleben, sowohl was die finanzielle Ausstattung betrifft und natürlich auch die Sorgfalt, mit denen eingehende Zulassungsanträge bearbeitet werden.

Ich denke, dass wird ziemlich oft nach dem Motto "Sie wünschen, wir spielen" ablaufen.
Sofern man mit jenen gut bekannt ist und sich gut gestellt hat, die das alles jetzt in den Abgrund leiten.


Ein erster bereits beschlossener Vorgeschmack wie das aussehen wird - ist schon einmal ein rechter Dampfhammer aus der Abteilung "Holy $hit":

Die FDA hatte unlängst beschlossen, eine umfangreiche Untersuchung aller Lebensmittel auf Glyphosat-Rückstände in den USA durchzuführen. 

Endlich so etwas wie eine veritable Chance einmal zu begreifen, woher die positiven Urin-Proben kommen und weiter zu forschen, welche Folgen sich daraus belegen lassen.
Und eventuell daraus zu lernen, wie schlimm die Situation tatsächlich ist.

Nun. Nicht mehr.
Diese Tests sind verschoben auf unbestimmte Zeit.
Um nicht zu sagen: Für immer.


Was für eine $chei$$e.

Das alles ist deshalb kritisch, weil die Importe von Rohstoffen und Produkten aus den USA so gut wie gar nicht untersucht werden und die Europäische Lebensmittelsicherheit EFSA Entscheidungen der FDA anscheinend blind übernimmt, wenn man die bisherige Historie betrachtet. 
Was für uns bedeutet, dass wir nun indirekt mit dereguliert werden.

Hier ist es unbedingt erforderlich, dass unsere Politik diese Veränderung schnellstmöglich begreift - und entsprechend auch eingreift. Die ohnehin schon fragwürdige Rolle der EFSA darf nicht noch unterstützt werden durch den Mangel an vernünftigen Vorgaben in den USA.

Und das mit dem begreifen gilt natürlich ebenfalls für unsere Bürger.

Naja. Fangen wir heute damit an.

Du weisst das ja jetzt schon mal...


Bis später.


Teil 3 demnächst hier auf diesem Blog





Sonntag, 11. Dezember 2016

Jetzt noch wachsamer bleiben: Lebensmittelsicherheit in 2017 - TEIL 1

AusbliKK
Lebensmittelsicherheit: Das kommt 2017 - TEIL 1
Eine Betrachtung wesentlicher Einflüsse auf 

die Lebensmittelsicherheit im kommenden Jahr

(1) Der "neue" Zucker

Prognose: Deutschland wird noch dicker, Diabetes noch häufiger
Es ist ja nicht so, dass 1.000 neue Diabetes-Diagnosen pro Tag in Deutschland bereits viel zu viel wären. 


Nein. Jetzt kommt es noch dicker. 
Im wahrsten Doppel-Sinne des Wortes. 

Wer damals in Kitzingen beim Zuckervortrag dabei war, weiss es schon. 
Ich habe davor gewarnt. Jetzt wird es Realität. 

Ab 2017 werden die Lebensmittelproduzenten auf eine neue Zuckersorte zurückgreifen können. Die EU hatte die eigenen Zuckerproduzenten bisher durch Zölle und eine Mengenbegrenzung geschützt. Diese Mengenbegrenzung fällt zum 01.01.2017 jetzt weg.

Und damit fliesst die bräunliche Brühe nun ungebremst über den Atlantik und wird auch bei uns das eine oder andere Hirn "verkleben".

Der Name ist Isoglukose, in den USA auch bekannt unter High Fructose Corn Sirup (HFCS).




Der Stoff, aus dem die feuchten Träume der Lebensmittelindustrie sind:
Kostet nur ca. 30% vom bisher verwendeten Zucker, hat ein noch höheres Suchtpotential und lässt sich, weil flüssig - besonders gut industriell verarbeiten. In Getränken z.B. 


Wer einmal aufmerksam normalsterbliche Menschen bei Fernsehübertragungen aus den USA beobachtet, der wird feststellen, dass dort nicht nur eine unglaublich hohe Zahl an Menschen mit Übergewicht zu kämpfen hat (aktuell bekannte Zahl: 70% der Bevölkerung), sondern vor allem auch, in welchem Ausmass. Denn Menschen mit 150 kg Körpergewicht oder gar viel mehr sind dort alles andere als eine Seltenheit geworden. Von ein paar Ausnahmeregionen, die den Körperkult besonders pflegen abgesehen, wie z.B. Kalifornien.

Für mich persönlich steht ausser Frage, dass die Verwendung von dem flüssigen Maiszucker einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat. Denn nicht nur, dass die Zahlen mit Einführung dieses Stoffes drastisch anstiegen, nein - man beobachtet das gleiche auch in Ländern, in die diese "geniale" Grundidee exportiert wurde.

Mexiko, zum Beispiel. Die haben irgendwann verstanden, dass das irgendwie zusammen hängt, wollten den schrecklichen Irrtum wieder rückgängig machen, als dann die US-Firmen die gleichen Schiedsgerichte angerufen haben, die man uns per TTIP gerne aufs Auge drücken möchte. Die Folgen: Der Ausflug Richtung Vernunft wurde teuer für Mexiko, sinnvolle Änderungen mussten wieder rückgängig gemacht werden und so grassieren Übergewicht und Diabetes dort nun munter vor sich hin.

Meine Prognose: Ausser dass sich die Statistik mittelfristig bei so netten Dingen wie Gallenkoliken, Herzinfarkten, Schlaganfällen, Diabetes nach oben verschieben wird werden wir in den kommenden Jahren mehr und mehr ahnungslose Verbraucher in den Fussgängerzonen sehen, die jenseits der 100 kg - Marke und schwerer unterwegs sind.

Was man noch erwähnen könnte ist, dass die Grundstoffe der Import-Klebrigkeit natürlich gentechnisch veränderte Pflanzen sind, die um es den Farmern einfacher zu machen gerne mal mit Glyphosat und Co behandelt werden. Und wir diese Importe sehr wahrscheinlich ohne jede Untersuchung und Tests auf den Markt lassen. Was nochmal eigene unerwünschte Effekte erzeugen wird. Schönen Dank, EU. Hast Du fein gemacht.


Der Automatismus, den die Tatsache erzeugt, dass der neue Zucker so sehr viel billiger und an einigen Stellen auch in der Produktion Vorteile für die Industrie hat, liegt auf der Hand:

Es wird nicht lange dauern, bis sich dieser auch bei uns überall durchgesetzt hat.
In den USA gibt es jedenfalls jetzt schon kaum Produkte zu kaufen, in denen der nicht irgendwie eingesetzt wird, das haben mir ein paar unserer Mitglieder, die dort wohnen unabhängig voneinander bestätigt.

Und deshalb kommen wir gerne noch einmal in 2, 3 Jahren auf diesen Blogpost zurück, wenn wir in Deutschland und Europa auf einmal einen unerklärlichen Anstieg an noch mehr und noch dickeren Dicken, Diabetes und Herzkrankheiten statistisch zu erfassen haben.
Und die damit einhergehenden Krankheiten grassieren.

Um ein Beispiel zu den Auswirkungen zu machen:
Wer heute bei 100kg liegt und regelmässig auf Süssgetränke mit diesem neuen Zucker zurück greift und nicht auf sich achtet, wird schon 2019 bei 140kg - 150kg liegen.

Ohne, dass er sonst grossartig etwas an seinen Gewohnheiten verändert hat.
Und wird sich schon deshalb wundern, was er denn falsch macht.

Nein. Er hat nichts falsch gemacht.
Das waren andere.

Bis später.



Hier geht es zu Teil 2 - Deregulierung


Donnerstag, 10. November 2016

Trump - One more Thing. A big one.

Ergänzung zum vorherigen Beitrag
DAS ANDERE NINE - ELEVEN - [NACHTRAG]
Unvorhergesehen. Wichtig.

Da ist es nun passiert. Wie ich vorhergesagt habe. 

Mr. President Donald J. Trump.

Ich habe ja den Interessierten schon ein paar Dinge beschrieben, wie ich sie sehe, wo das herkommt.


Und im vorangegangenen Artikel meinen Standpunkt geäussert, wie sich die Wahl auf unsere Lebensmittelsicherheit auswirken könnte.






Heute muss ich das ergänzen, weil sich gestern neben ein paar Dingen wie die Legalisierung von Marihuana (schauen Sie genau hin, Frau Mortler!) und die Erlaubnis für Todkranke zur Sterbehilfe in einem Staat noch etwas ganz Elementares verändert hat. 

Ausser einem republikanischen Präsidenten Trump hat sich durch die anderen Wahlergebnisse die Machtachse zusätzlich in allen relevanten Schlüssel-Säulen der amerikanischen Demokratie verschoben.  

Ausser den Präsidenten stellen die Republikaner nun auch eine Mehrheit im Senat, im Repräsentantenhaus und wohl auch sehr bald im Obersten Gerichtshof.
Ich denke mal, dass nicht jeder meiner Leser das amerikanische politische System kennt und versteht, was das bedeutet.

Deshalb versuche ich das in möglichst einfachen Worten zu umschreiben:
Alle Kontrollorgane der Macht sind jetzt in der Hand einer einzelnen Partei.
Einer die dafür bekannt ist, gesundheitliche Risiken prinzipiell unter die Umsatzinteressen der Firmen zu stellen.


Während Obama einige Dinge nicht durchsetzen konnte, weil sie im Senat geblockt wurden, hat Trump den Luxus, dass seine Entscheidungen jetzt recht wahrscheinlich durchgewunken werden.
Anders herum hat der Präsident ein Veto-Recht für Entscheidungen aus der Gesetzgebung. Auch diese Richtung wird kaum Widerstände von Trump erwarten lassen.


Warum muss ich deshalb meine Einschätzung in Sachen Lebensmittelsicherheit ergänzen?

Es gibt zwei wesentliche Entscheidungen, die angekündigt oder in der Pipeline waren, auf die man besonders zu achten hat nach der Vereidigung:

Sowohl die Umweltbehörde EPA als auch die für die im vorherigen Bericht erwähnte Regulierungsbehörde FDA sollen nach Trumps Wünschen abgeschafft werden. Nochmal: ABGESCHAFFT.


Selbst wenn das nicht offiziell umgesetzt wird bedeutet es aber auf jeden Fall, dass - wie schon zuvor in der Geschichte - an den Schlüsselpositionen der Behörden Leute eingesetzt werden, die den Konzernen und Firmen nicht im Weg stehen. 

Und es gibt Dank den Wahlergebnissen kein Kontrollorgan mehr, welches das aufhalten könnte.

Für uns in Europa bedeutet das - in klare Worte gefasst:
Diese Deregulierung wird nicht nur den Klimawandel für mindestens weitere 4 Jahre anheizen und bereits erreichte Fortschritte pulverisieren, 

sondern auch alle Produkte mit möglichen gesundheitlichen Gefahren unkontrolliert auf den Markt gelangen lassen, hinter denen viel Geld oder ein mächtiger Konzern steckt - auch gentechnisch veränderte Lebensmittel und vor allem die gesamte Agrar-Chemie. Bereits errungene kleinere Fortschritte wie Pläne, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu kennzeichnen - vorbei. Over. Done. Gone. Weg.

Wie wir wissen ist diese Regulierung in der Zuverlässigkeit für bestehende Herbizide und andere Mittel schon in der Vergangenheit mehr als fragwürdig gewesen.
Diese Situation wird sich nun um ein Vielfaches verschlechtern.


Das bedeutet: 

- Wer ab nächstem Jahr Lebensmittel aus dem Herkunftsland USA bezieht: Viel Glück.
- Wer ab nächstem Jahr Lebensmittel bezieht, die Rohstoffe aus dem Herkunftsland USA beinhalten: Viel Glück!
- Da das bei vielen Artikeln, die wir vermeintlich von deutschen Firmen kaufen, die Zutaten aus den USA beinhalten - uns allen: Viel Glück!



Und das bedeutet auch - und das ist noch viel wichtiger:

Wenn wir jetzt nicht eiligst ernsthafte Anstrengungen unternehmen,

- unsere eigene EU-Lebensmittelbehörde EFSA und 
- die landeseigenen Behörden wie unser Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit den angegliederten 
- Bundesamt für Verbraucherschutz und das 
- Bundesinstitut für Risikobewertung 

auf die Reihe zu bekommen,  

+ und wir es nicht schaffen, 

- in alle wichtigen Köpfe der Entscheider zu bekommen, dass Einstufungen ab dem kommenden Jahr, die aus den USA kommen keinerlei Sicherheitsgarantie für uns mehr darstellen...
- oder die uns via CETA oder TTIP und Schiedsgerichten aufgezwungen werden

.... uns allen - Viel Glück!



Bis später.


Weiterführende Informationen:
Lass mal giftig bleiben, Baby






Dienstag, 8. November 2016

DAS ANDERE NINE - ELEVEN - UND DANN?!

KKommentar
DAS ANDERE NINE - ELEVEN - UND DANN?!
Was bedeutet die US-Wahl für uns in Sachen Lebensmittel? - Eine Betrachtung


Heute Nacht schlafen eine ganze Menge unruhig. Auch in den USA.
Denn wenn morgen Vormittag am 09.11.2016 der Durchschnitts-Amerikaner aufwacht, 

dann mit einer neuen Präsidentin - oder einem neuen Präsidenten. 
Und wie es aussieht - es wird knapp wie nie.

Man könnte ein Buch darüber schreiben, was jede der beiden Optionen wohl für die Zukunft der gesamten Welt bedeutet.

Was mich heute hier aber viel mehr interessiert ist die Betrachtung, was das wohl für uns in Sachen Lebensmittel bedeuten dürfte. Wer wäre auf diesen kleinen Ausschnitt wohl die bessere Wahl? Gibt es überhaupt eine bessere?

Dieser Frage bin ich die letzten Monate recht intensiv nachgegangen und habe jede Menge Interviews, Zeitungsberichte und Videos analysiert.

Eines ist klar: 
Auf dieses Thema bezogen spielt es auf jeden Fall auch bei uns eine Rolle, wenn ein Sack güldner Reis in Amerika umfällt.

Schauen wir doch mal näher hin:






Zunächst einmal kurz etwas zur Frage: Was geht uns das an?
Dazu gibt es nur eine Antwort: Jede Menge.


Erster Grund: 
Eine ganze Reihe an Konzernen, die unsere Lebensmittelproduktion beeinflussen ist amerikanisch oder wird direkt oder indirekt aus Amerika gelenkt.

Zweiter Grund: 
Die für die Lebensmittelsicherheit in Europa zuständige Behörde EFSA verlässt sich ohne ernsthaft zu prüfen auf Erkenntnisse, anhand derer die amerikanische Behörde FDA Entscheidungen über Zulassung, Einstufung oder Grenzwerte von schädlichen Inhaltsstoffen trifft. Ein Freibrief der FDA zieht so meist auch einen Freibrief der EFSA nach sich.

Es gibt auch noch ein paar weitere Gründe, aber beschränken wir uns mal nur auf diese beiden bedeutsamen.

Was bedeutet der Ausgang der Wahl für uns?


Wenn Hillary Clinton gewinnt


Wenn sich Frau Clinton eines nachsagen lassen muss, dann sind es tiefe Verstrickungen von Korruption und Gefallen gegen Geld. Lange Zeit waren das nur Vermutungen, die immer wieder mit halbseidenen Argumenten abgeschmettert wurden, aber je tiefer die Einblicke in diese Verstrickungen durch die aktuellen Veröffentlichungen von WikiLeaks werden, desto klarer ist: Sie ist absolut auf der Seite derer, von denen sie Geld erhält.
Nicht - wie sie vorgibt - eine Frau des Volkes. Und die Liste der Lebensmittel-Industrie auf ihrer Tanzkarte ist endlos.

Sie befürwortet Handelskonstrukte wie TTIP, und es steht zu erwarten, dass sie die bisherigen Verhandlungen entgegen ihres Wahlversprechens zu Ende führen wird. Und TTIP Realität wird. Rechtfertigen wird sie das Nichteinhalten mit kleinen Änderungen hier und da, die die Auswirkungen des Handelsabkommens auf die Lebensmittelsicherheit jedoch in keiner Weise verringern werden. Ob das noch eine Rolle spielt oder nicht sei dahingestellt, aber da komme ich gleich nochmal darauf zurück.

Ein hochkarätiger Manager ihres Wahlkampfes, dem man gute Chancen einräumt, seinen Platz in einer Clinton-Regierung zu bekommen - ist ein Monsanto-Mann.
Die Wahrscheinlichkeit, dass dies keine negative Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit hat sehe ich gegen Null. Insbesondere das Pushen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Agrar-Chemie ist mehr als wahrscheinlich.

Da zu erwarten steht, dass Frau Clinton die Alliierten in Sachen Militärausgaben stärker beteiligen will, werden bestehende und künftig zu erwartende neue militärische Vorhaben ein sehr einfache Mittel der Erpressung - hust, Entschuldigung - Entscheidungshilfe werden.

Ein Tipp an Frau Merkel: Wenn Sie Frau Clinton ab Januar anrufen wollen, überweisen Sie bitte zuerst 1 Million US-Dollar an die Clinton-Foundation. Vorher wird Ihnen auch die Tatsache nicht helfen, dass Sie beides Frauen sind.


Fazit: In Sachen Lebensmittelsicherheit gewinnen wir mit Frau Clinton alles andere als eine verlässliche Partnerin und da sie bekannt dafür ist, dass sie ihre Vorhaben sehr zielstrebig ohne langwieriges Abwägen der Folgen durchsetzt, ist eine weitere Verschlechterung mehr als wahrscheinlich.



Wenn Donald Trump gewinnt

Was für ein Mann, der Herr Trump. Noch jemand, der sich freut, dass dieser selbsternannte Sonnenkönig ab Januar den Daumen über dem roten Nuke-Button haben könnte?

Aber - eines muss man ihm lassen: Er ist gegen TTIP und würde sich gerne wieder mehr auf Amerika konzentrieren als auf die grosse Welt da draussen. Hoffnung? Mitnichten.
TTIP spielt nach der Unterzeichnung von CETA gar keine grosse Rolle mehr, ein amerikanisches Unternehmen wird seine Interessen jetzt über Filialen in Kanada durchsetzen.

Der andere Punkt ist - ich traue ihm kaum den Überblick zu, wichtige Entscheidungen alleine zu treffen. Das ist Arbeit, und arbeiten lassen hat er in seinem Leben immer nur die anderen. Das bedeutet, dass seine Person über die Dauer der Amtszeit relativ sicher irrelevant wird, wenn es um Fragen wie Lebensmittelsicherheit geht, denn da wird er von seinen Berater eingesetzte Spezialisten ranlassen, und woher die kommen, dürfte klar sein.

Wirklich bedenklich sind Aussagen während des Wahlkampfes, dass er Regulierung im allgemeinen nicht besonders toll findet. Er geht sogar so weit, dass er die Umweltbehörde für überflüssig hält und sie abschaffen will. Das wird ihm dann vielleicht jemand ausreden, aber in Bezug auf die ohnehin schon unterfinanzierte FDA wird das relativ sicher heissen, dass die nicht wie benötigt mehr Geld für ihre Arbeit bekommen, sondern weniger.

Fazit: Hier ist gar nicht er als Person das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass es ihm relativ egal sein wird, was wer innerhalb der Regierung macht. Hauptsache, es kostet nicht "unnötig" Geld. Und der eine oder andere Freund aus den Reihen der konzern-affinen Republikaner wird sich mit ihm ganz sicher an Schlüsselpositionen wiederfinden.
Auch mit ihm wird es nicht besser, mit Sicherheit aber chaotischer.



Mir persönlich tun die Amerikaner in diesem Wahlgang leid. 

Die Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten ist in etwas so, wie der Kabarettist Volker Pispers einmal gesagt hat:
Man kann einem die Pistole an den Kopf halten und sagen "Clinton oder Trump?!".
Die Antwort ist: "Ach komm, drück ab!".


Das wäre fast wie wenn wir bei einer Bundestagswahl die Wahl zwischen einem Kandidaten hätten, der alles aussitzt und damit Chaos verursacht oder einem, der auf Seiten der Firmen seine und des Volkes Seele verkauft.

Achso.
Aua.

Mist.



Bis später.




Freitag, 4. November 2016

Schlankheitspillen: Dem grossen Nepp auf der Spur

AufgedecKKt
Schlankheitspillen - einem Mords-Nepp auf der Spur
Über das Zeug mit eingebauter Neppomatik

Es klingt wunderbar. Da hat man über die Jahre ein bissl Fett auf den Hüften angesammelt.

Oder man ist weiblich, recht jung und steht auf den coolen Max in der Schulklasse.
Fühlt sich aber schrecklich unattraktiv beim Blick in den Spiegel.

Und dann blitzt sie auf. Die Rettung. Auf Facebook.
Oder in den Anzeigen an der Seite der Tagespresse. 



Irgendjemand ist "schockiert", wie wunderbar das doch funktioniert:
Eine Pille einwerfen, und innerhalb von wenigen Wochen hat man wieder eine Taille.
Das kann man sich dann schon auch mal was kosten lassen. 

Starterpakete mit den Pillen gibt es um die 50 Euro, und wenn man auf den Nepp hereinfällt, ist man auch schnell mal ein Vielfaches davon los.

Versprochen: Das Einzige, was davon abnimmt ist der Geldbeutel.
Schlimmstenfalls sogar die Gesundheit.

Ich schreibe diesen Bericht heute, um möglichst viele vor dieser Riesendummheit zu bewahren.

Denn eines steht fest. Ohne genügend Internet-Kungfu sind viele der Nepp-Anzeigen so gut aufgemacht, dass man sich durchaus der Hoffnung hingeben kann, das wäre etwas für einen.

Auch wenn ich überzeugt bin, das fast alle meiner Leser nicht im Traum auf so einen Unsinn hereinfallen, habe ich die letzten Jahre schon immer mal wieder jemand gehabt, der mit mir Kontakt aufgenommen hat, und um Argumente gebeten hat, wie man das der besten Freundin oder der Tochter wohl am Besten ausreden kann. Nun. Hier sind sie. Die Argumente.

Zunächst einmal ganz klar zu den Pillen selbst: 
Es gibt zwei Sorten Pillchen und Pülverchen, die man sich mit solchen Angeboten einfängt.
Die mit Wirkstoff. Und die ohne.

Glück hat man, wenn man die ohne jeden Wirkstoff erwischt, dann bleibt man nur dick.
Und nur um Geld ärmer.
Pech kann man haben, wenn man die mit Wirkstoff erwischt. 
Dann wird man vielleicht krank. Oder gerne auch mal - tot. 

Oder man kackt sich unfreiwillig stinkend-braune Streifen in die Hosen.

Was jetzt die Attraktivität für den coolen Max auch nicht sonderlich steigern dürfte.
Und am Ende ist man dann übrigens tatsächlich auch nicht dünner, wie dieses Video zeigt:



Der unbedachte Umgang mit diesen teils rezeptfreien Nahrungsergänzungsmitteln wie im Film gezeigt hat sich übrigens bis heute nicht verändert.

Allein: Abgelaufene Patente und veränderte Namen bieten in den Apotheken heute nicht nur eine dezente Auswahl, sondern auch ein Milliardengeschäft. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Und kurzfristigen, sich per Jojo schnell wieder auf der Waage relativierenden "Erfolg"saussichten.


Das Einzige, was sich gelegentlich ein wenig ändert ist die Werbestrategie.
Wenn man z.B. nach entsprechenden Abmahnungen jetzt nicht mehr mit Doktoren wirbt, sondern mit Möpsen. 

Was angesichts der Zusammensetzung (die Hälfte ist Soja, in denen von Okötest Gentechik festgestellt wurde) und dem Bericht hier eine spannende Doppeldeutigkeit bekommt. Wohl dem, der die Kinderplanung schon erfolgreich oder ernüchtert abgeschlossen hat. Auch Ökotest stellt in diesem Zuge wohl nicht zu unrecht fest:  "Diätdrinks - Keinen Schuss Pulver wert".

Die Werbeanzeigen im WWW
Im Internet grassiert momentan auch noch etwas anderes.
Anzeigen, die aussehen als seien sie von vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen wie Apotheken-Zeitschriften, bekannten Gesundheits- oder Lifestyleratgebern wie Men's/Women's Health, Elle und Co.

Der Aufbau ist immer sehr ähnlich. Eine fast schon reisserisch wirkende Überschrift, Erfahrungsberichte, Vorher-Nachher-Fotos, pseudowissenschaftliche Erklärungen, warum das gerade eben erst entdeckte pflanzliche Mittel in den Tiefen des (schwindenden) Regenwaldes eine natürliche, unglaublich sensationelle Wirkung auf den Schlank-Baustein des Gehirns hat (das war Ironie, nur zur Sicherheit...). Gefolgt von vermeintlichen, aktuellen Social-Media-Berichten von Anwendern, die bestätigen, wie toll das Produkt wirkt. Überzeugend, wenn andere das sagen, stimmts?

Aber hallo!
Das Ganze stellt sich in der näheren Betrachtung dann doch ein bisschen anders dar:


Bauchweh könnte einem ja eigentlich schon das Impressum geben.
Dass die "Apotheken-Nachrichten" jetzt schon in Ägypten verfasst werden könnte einem ja schon mal sachte zu denken geben. Aber wer klickt schon (ausser mir) auf das Impressum, wenn man sich seinem Ziel schon so nah wähnt und glaubt, die Dum(m)pf-Pille streichelt besagten Schlank-Baustein? 

Versteckt wird das meistnes hinter wohlklingenden Namen wie Gesundheitsnews, Apothekennachrichten, Fitnessbla oder Muskelblubb... 

Oder dann sogar ganz dreist, als echte Fälschungen:

Die Markenpiraten
Auf der Suche nach weiteren Indizien für einen Betrug auf solchen Seiten mag man fündig werden, wenn man feststellt, dass die Dinger dann zwar teilweise ausschauen als seien sie z.B. die Modezeitschrift ELLE, sich aber die Links auf die anderen spannenden Themen wie  Rezepte oder Yoga dann gar nicht klicken lassen. 

Denn ausser den Anschein zu erzeugen haben die Seiten mit dem gleichnamigen Magazin absolut nichts zu tun.

Während meiner Recherchen hatte ich bei einer ähnlichen Anzeige dann auch Kontakt mit der Women's-Health-Redaktion. Die machte ich auf den Missbrauch ihres markengeschützten Logos aufmerksam. 

Die Antwort der Redaktion war entschuldigend, dass sie sich dieses Missbrauchs durchaus bewusst seien, der da mit ihrem guten Namen stattfindet.
Aber dass sie eben kaum eine Handhabe haben, wie sie den windigen Geschäftemachern das Handwerk legen können. Für jede Internetadresse, die sie schliessen lassen, kommen 3 neue hinzu...


Stoppmalkurz
Vielleicht sollte man jetzt schon einen kurzen Augenblick gedanklich innehalten und sich fragen, ob man Menschen, die sich solcher kriminellen und windigen Methoden bedienen das Vertrauen schenkt? 
Nur mal so dazwischen geworfen.


Das Abnehm-Augenpolster-Zahn-Genie
Und dann ist da ja noch Michael. Aus Sindelfingen.
Ein Spezialist auf allen Gebieten. 
Ihr findet ihn unten als vierten in den Sozial-Kommentaren. Und - oh boy - ist das ein Tausendsassa...

Michael ist überall dabei und weiss immer Rat. Interessanterweise timed er seine Beiträge dann auch immer gerade so, dass er zielgenau zwischen C(l)ara und Laura passt.
Zufälle gibt's...

Der Mann ist soviel unterwegs, dass er sich vor lauter Ratgeberstress dann manchmal mit dem eigenen Namen irrt. Er heisst dann auch schon mal  Benjamin. Dann Miguel.
Auf japanisch heisst er dann Toshiki. Oder wohnt dort. Mein japanisch ist begrenzt.
Fast schon lustig ist die spontane Geschlechtsumwandlung auf "Rosana". Da war wohl der Fake-Seiten-Bauer im Stress?

Tja, Michael kennt sich nicht nur aus in der Welt, die schöner macht, sondern er ist auch ein wahres Sprachen-Multi-Talent.

Und nach allen Kombinationen, die er zwischenzeitlich ausprobiert hat suchen sie ihn heute noch zwischen den Buchseiten seiner Bibel. Sooo dünn ist er zwischenzeitlich.

Tipp: Macht das Licht aus, dann seht ihr die weissen Zähne blitzen...
Hachz - ich lasse mich schon wieder hinreissen...

Natürlich ist das Quatsch. Der Mann heisst nicht Michael.
Und auch nicht Benjamin oder sonstwie.
Er heisst Tom Brownson und ist ein Erfolgscoach in den USA.
Und weiss vermutlich nicht mal von dem Missbrauch seines Fotos.
Oder vielleicht doch? Man weiss es nicht... 





Wer schreibt, bleibt - oder auch nicht
Ähnlich magisch verhält es sich übrigens auch mit der "Autorin" oberhalb der Berichte. 
Je nach Sprache heisst sie anders und das Bild ist das gleiche. Oder der Nachname ist der gleiche. Oder auch mal wieder nicht.




Zurück in die Wirklichkeit
Allerspätestens jetzt sollte auch der Person mit dem stärksten Wunsch zur Wunderpille klar geworden sein: Hier geht etwas so gar nicht mit rechten Dingen zu. 

Und solchen Arschgeig... Aasgeiern nicht nur das sauer verdiente Geld hinterher zu werfen sondern auch die eigene Gesundheit zu riskieren kann keine gute Idee sein, nicht wahr?!


Finden wir uns damit ab: Es ist, wie es ist.
Übergewicht hat seine Gründe.
Und die sind in den Lebensmittelgewohnheiten zu suchen, die man an den Tag legt.
Liegt man da halt daneben, steigt die Zahl auf der Waage unaufhörlich, daran kann weder mittel- noch langfristig ein Pillchen oder Pülverchen aus dem Web noch aus der Apotheke etwas ändern.
Und schon gar nicht eine noch so verlockende Werbeanzeige auf Facebook.
Oder wo Ihr Euch halt sonst so herumtreibt.


Apropos rumtreiben.
In letzter Zeit erreichen mich vermehrt Berichte von gutmeinenden Ratgebern aus Fleisch und Blut, die sich ihre Opfer ganz gezielt auf Facebook suchen. 


Der Gute-Freundin-Facebook-Trick
Plötzlich bekommt man eine nett klingende private Nachricht von jemandem, der vorgibt, es gut mit einem zu meinen. Dann bekommt man ein Vorher-Nachher-Foto der Person zu sehen. Und ist beeindruckt. Wow. Wie hast Du das gemacht? Toll! 

Dann kommt eine von deren Chef geskriptete Abfolge von Einwickelmassnahmen, wie das typisch ist für diese Multi-Level-Marketing-Schneeball-Abzock-Systeme.

Um dann am Ende z.B. für einen jenseitsmässig überteuerten Shake oder Pillchen aus eingedampftem Obst zu werben.

Persönlich enttäuscht.
Besonders frech und sehr enttäuschend ist das dann für Leute wie mich.
Da habe ich offensichtlich manchen von ihnen kostenlos und seit Jahren Hilfestellungen gegeben, die ihnen mit KK einen entscheidenden Beitrag erhalten haben, der ihnen die eindrucksvollen Vorher-Nachher-Fotos überhaupt erst ermöglicht hat.

Und dann verwenden sie diese Fotos als Werbung für ihren Strukturvertrieb, der ihnen die manipulativen Mittel beibringt, um dann damit achso viel Geld zu verdienen. 
Auf Kosten anderer.

Wie es scheint werden diese Leute über ihre Vorher-Nachher-Bilder rekrutiert.
Die sie Dank uns oder anderen Konzepten erreicht haben, und von denen sie dann vorgeben, sie seien mit ihrem Scheiss-Teuren-Mittel erst so geworden.

Ich habe kaum Worte, wie armselig ich diese Abzocke finde. Pfui.
Schämt Euch in Grund und Boden, bitteschön.


Eine Alternative
Wer abnehmen will und das langfristig beibehalten will, sollte bereit sein, die Dinge nach und nach aus dem Leben zu verbannen, die einen erst in die missliche Lage Übergewicht gebracht haben.
Dazu muss man verstehen, welche Lebensmittel das sind und warum sie das Plus auf der Waage erzeugen. Und sie dann halt meiden, so gut das eben möglich ist.

Alles andere ist teuer. Für den Geldbeutel. Oder die Gesundheit. Oder beides.

Ich lade deshalb alle gerne ein, denen ich die Pille aus dem Kopf drehen konnte:
14 Tage KK, kostet nix, und ist tausendfach erprobt erfolgreich. Bei uns lernt Ihr etwas über die Ursachen und was man nachhaltig gegen das Übergewicht tun kann. Und wie über 100 Bluttests unserer Mitglieder belegen: Bei guten Aussichten auf eine bessere Gesundheit.


Du kriegst den Max vielleicht auch so
Und noch ein letztes Wort an "weiblich, recht jung" vom Anfang. 
Wenn man so jung ist wie Du vielleicht dann ist niemand wichtiger als Dein Schwarm Max.
Das haben wir alle durch, die wir älter sind. Man hängt scheu zwischen den Seilen, traut sich nicht "seinem" Max in die Augen zu schauen und zweifelt an sich selbst.

Aber mal nur unter uns beiden - auch wenn Du das nicht hören willst:
Wenn Max nichts anderes im Sinn hat, als den Umfang Deiner Taille, dann kann er Dir gestohlen bleiben.

Denn nichts, absolut rein gar nichts ist es Wert, dass man für einen solchen Schwachsinn wie Pillchen und Pülverchen so einen Riesenhaufen Taschengeld ausgibt und dabei vielleicht sogar am Ende draufgeht.

Auch Max nicht.


Bis später



Weiterführende Links 
Diesmal im Text verarbeitet, zusätzlich ergänzend, weil Finger weg!
WIKI Sibutramin

Donnerstag, 3. November 2016

Rezept: Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken

Rezept
Rösti von Schwarzen Ur-Karotten und Pastinaken
inkl ein klein bisschen Lebensmittelkunde

Mal wieder ein klein bisschen Abwechslung in der KKüche schafft die sogenannte Schwarze Karotte oder auch Ur-Karotte. Sie enthält bis zu 40% mehr Betacarotin als die gewöhnliche orange Karotte.






Gesundheitsaspekt
Die dunkle Farbe bekommt sie vom Pflanzenfarbstoff Anthocyan, welcher auch für die Farbe in Brombeeren oder Johannisbeeren verantwortlich zeichnet. Den Anthocyanen wird bescheinigt, dass sie antioxidativ und blutdrucksenkend wirken, und somit vorbeugend gegen Krebs oder Herzinfarkte sind.

Was zu beachten ist
Unbelehrbare Fett-Angsthasen sollten wissen, dass sich die Vorteile der Urkarotte erst entfalten können, wenn man sie zusammen mit Fett aufnimmt. Denn Betacarotin ist fettlöslich. Heisst: Ohne Fett bekommt der Körper nix ab davon.
Was schade ist, denn es ist die Vorstufe zu Vitamin A, das ziemlich viele sinnvolle Funktionen im Körper übernehmen kann.

Und einige davon sind ein Gegenspieler von einigen typischen Gesundheitsproblemen, die gerne mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht werden.


Verfügbarkeit

Man bekommt sie in der Saison manchmal auch direkt im Discounter, ansonsten sind sie in der Gemüseabteilung von Bauernmärkten oder Bioläden zu finden. Bei der Herkunft  lohnt es sich ähnlich den Süsskartoffel auf das Ursprungsland zu achten. 

Serviervorschlag/Rezept

Rösti von der Urkarotte und Pastinake

Zutaten
Schwarze Karotten / Urkarotten
Pastinaken
Eier
Petersilie
Kokosöl/Virgin Coconut Oil (VCO)
Pfeffer
Salz

Zubereitung
Die Karotten und die Pastinaken mit einem Gemüsehobel in Stifte raspeln.
Eier mit einem Quirl schaumig schlagen und unterheben. Im abgebildeten Beispiel wurden der Bindung halber 3 komplette Eier verwendet.






Petersilie hacken. Das war die verwendete Menge:



Petersilie unterrühren. Salzen und pfeffern nach Gusto. Ich fand, dass diese Mischung recht viel Salz verträgt, wobei man das zur Sicherheit ja auch nachträglich zugeben kann. Übersalzen ist so schlecht rückgängig zu machen ;) 




Die Masse in Fladen in einer Pfanne auf hoher Hitze anbraten, und dann gegebenenfalls ein bisschen herunterschalten. Öl der Wahl war VCO. Das verträgt die nötige Hitze am Besten.






Zwischendurch kurz wenden, beidseitig schön kross braten.





Dazu eignet sich ein kleiner Salat, evtl auch Guacamole.

So lecker es ist, zwei oder drei davon machen nicht unbedingt lange satt, das sollte man in der Gesamtplanung des Tages berücksichtigen. Es ist neben dem Genuss für die Momente gedacht, in denen Euch die Regelmässigkeit nicht so leicht fehlt, weil Ihr wenig Hunger habt. Dafür ist es perfekt.
Guten Appetit.

Eignung Tageszeiten:
Morgens, mittags, Zwischenmahlzeit: Hervorragend geeignet. Geht auch kalt.
Abends würde ich das ähnlich behandeln, wie wir das z.B. mit Kürbis oder Süsskartoffeln halten: nicht öfter als 2x (alles eingeschränke kombiniert) oder weglassen, wenn Ihr einen bremsenden Effekt bemerkt.


Ebenfalls perfekt geeignet für unsere Vegetarier.
Und natürlich auch sehr interessant für Schwangere und Stillende wegen dem erhöhten Vitamin-A-Bedarf und dem höheren Gehalt in den dunklen Karotten.

Bin gespannt, wozu Euch das so anregt.


Lasst doch Eure Phantasie spielen und probiert die dunklen Rüben doch auch mal, so als Abwechslung... Bin auf Eure Rezepte sehr gespannt.



Bis später.




Weiterführende Links:
Wiki: Vitamin A
Wiki: Anthocyane