Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Sache mit den Portionen

KKWissen
Das Portionen-Problem und ein Lösungsvorschlag

Vom Aufessen und vom Sattsein

Mindestens wer in meiner Generation aufgewachsen ist kennt noch Sprüche wie "Iss auf - die Kinder in Afrika wären froh, sie hätten überhaupt etwas zu essen".

Ich gehe mal davon aus, dass das heute nicht mehr so oft der Fall ist, denn für die Kinder in Afrika ist ja zwischenzeitlich bestens gesorgt.

Dank Futter-Giganten wie Nestlé, die sie nicht mehr nur mit ihrem eigenen Wasser teuer beglücken, sondern auch den ganzen Kontinent nach und nach mit all den Ernährungsgewohnheiten impfen, die uns schon kaputt gemacht haben.

Und dank Bundeslandwirtschaftsminister-Darsteller Christian Schmidt. 

Der sorgt für Milchpulver, Milch und Schweineohren vor Ort. 
Das macht zwar den einheimischen Bauern jetzt das Geschäfts kaputt und die deutsche Investion aus Steuergeldern in eine teure Molkerei aus Entwicklungshilfe-Geldern, die nun still steht, aber wen kratzt das schon. Wir werden das erst merken, wenn die EU die Mauer gen Süden noch ein Stückchen höher bauen muss, weil sich der arbeitslose Milchbauer in den Norden aufmacht, auf der Suche nach neuen Perspektiven...

Allein Monsanto bleibt da ein bisschen auf der Strecke der hilfsbereiten Weltkonzerne, die sich um das Wohl der Afrikaner kümmern. Denn so richtig klappt das Konzept nicht. Dort werden jetzt mehr Menschen durch den ganzen Aggro-Chemie-Kram krank, und statt mehr Ernte wie Monsanto verspricht gibt es jetzt weniger...

Aber zurück zum Thema: Iss auf!





In jedem Kochbuch steht irgendwo klein in der Ecke sowas wie "Für 2 Personen".

Auf Fertigfutter-Dosen und -pappschachteln findet sich gerne mal der Aufdruck 2-3 Portionen.


Und Mutti? Meint es gut. Sehr gut. 
Im schwäbischen heisst das dann "Iss was, damit de was wirsch".
Und je nach Mutti klappt das auch mit dem "was werden". 
Manchmal wird man was, und manchmal sogar dick.

Ich kann Euch gar nicht mehr sagen wie oft ich nun schon besorgte Muttis dabei beobachtet habe, die ihrem Kind noch den vierten Zucker-Keks zwischen die noch nicht vorhandenen Zähne rammen. Obwohl die Körpersprache des Kindes schon beim zweiten deutlich rebellierte und gesagt hat: "Mama, es reicht!" Ich habe aufgehört, das zu zählen...

Essen ist toll!
Es entspannt, macht glücklich und zufrieden.

Das Hormoncocktail, das uns der Körper zur Belohnung dafür ausschüttet, dass wir ihn mit Nachschub versorgen, kümmert sich da wirklich ganz rührend um uns. 


Aber unter Zwang?!

Steckt nicht in diesem ganzen Portionen-Gedöns und Für-X-Personen-Vorgaben ein riesiger Denkfehler?!

Erklärt mir doch bitte mal, mit welchem Recht ein Hersteller 2 Portionen darauf schreibt?


Beispiel:

Maria ist 1,60m gross, 55 kg schwer und sitzt den ganzen Tag an der Nähmaschine.


Währenddessen schiebt Urs seine stattlichen 1,90m und seine durch den Job als Zimmermann bestens durchtrainierten 86 Kilo reinster Muskelmasse täglich stundenlang über die Dächer der Stadt.

Wieso glauben wir, dass unter diesen dermassen unterschiedlichen Voraussetzungen die Portion für beide richtig ist?

Gingen Maria und Urs zusammen in eines dieser Feinschmecker-Restaurants hätte Maria wahrscheinlich tatsächlich nach dem dritten Gang genug, während Urs flehentlich den Teller anhebt und darunter nachschaut, ob das wirklich schon alles war...



Ich verstehe das. Man braucht einen groben Massstab. 
Etwas, an dem wir uns orientieren können. Deshalb der Aufdruck auf der Packung.
Deshalb die Bemerkung in den Kochbüchern.

Aber das geht doch im wahrsten Sinne des Wortes am Bedarf vorbei.

Und wenn man dann noch den Geist der Mutter auf der Schulter sitzen hat, der flüstert "Iss auf!", dann wird das Portionendenken zum Problem. 

Denn statt satt werden wir voll, aus den eigentlich von der Natur geplanten Gefühlen wie Glück, Entspanntheit und Zufriedenheit werden so erstaunlich oft eher "Nicht satt" oder "Ranzenspannen".

Bei den KK-Rezepten auf unserer Seite haben wir diese Portionsangaben nicht.
Was öfters für Rückfragen sorgt. Aber statt Euch vorzugeben, wieviel Ihr essen sollt ist unsere Philosophie eine andere:
Nicht wir bestimmen die Menge, Euer Hunger bestimmt das.

Weil wir nicht wissen können, ob Du eher eine Maria bist, oder eher ein Urs, der unsere Rezepte liest und nachkocht.

Aber bei dem bin ich komplett auf Eurer Seite: 
Essen wegschmeissen ist doof. Hungern sogar noch doofer, das wisst Ihr ja.

Hier ist mein Vorschlag, wie Ihr damit umgehen könnt, Euren ganz persönlichen, eigenen Massstab zu finden:

Visualisiert Euer Essen! 

Das Bild da oben habe ich heute am Vormittag geschossen, als ich mir mein Frühstück gemacht habe. Ich habe alle Zutaten auf den Tisch gelegt (das mache ich natürlich nicht immer ganz so sehr ordentlich wie für das Foto), und habe in mich gehorcht: 

Wie viel davon könnte ich mir jetzt in diesem Moment im Rohzustand vorstellen, davon zu essen? 


Dann eine Tomate dazu, ein Karöttchen weg, ein paar der Zuckerschoten zurück in den Vorratsbehälter. 

Wenn ich mir anhand des Blickes auf die Rohzutaten vorstelle, wieviel ich in diesem Augenblick davon verdrücken könnte, liege ich fast immer genau richtig. 

Klar, bei ein paar Lebensmitteln muss man berücksichtigen, dass sie noch Wasser verlieren, bei ein paar ist das Gegenteil der Fall und sie ziehen Wasser.
Berücksichtig man diesen Umstand mit, kommt man auf einen guten Massstab.

Der ist aber im Unterschied zum Aufdruck von Herrn Dr. Oetker ganz auf meinen individuellen, persönlichen Bedarf zugeschnitten. 
Und zwar sogar auf den, den ich just in diesem Moment verspüre, wenn ich mit dem Kochen anfange.


Und schon ist das Portionen-Problem nicht mehr meins.
Probiert das doch auch mal aus!


Bis später.


PS - Nicos Bonus-Tipp: 
Wer sich schon öfters geärgert hat, dass Eier gerne von der Arbeitsplatte kullern und wer wenig Spass daran findet, die Sauerei auf dem Boden wegzuwischen... Auf dem Foto sieht man das Küchenhandtuch bei den Eiern. Das ist nicht nur für das Foto so, das mache ich tatsächlich so: Kleines Kissen draus formen, Eier drauf legen. 
Ich fluche seither sehr viel seltener...


Weiterführende Links:

ZDF Planet)e: Globale Dickmacher (deutsch, 28:29 min) 
Wie die Lebensmittelindustrie die Armen verführt

Nestlé: Bottled Life - WDR die Story (deutsch, 44:47 min) 
Wie Nestlé in Afrika den Menschen das Wasser wegnimmt um es ihnen dann wieder teuer zu verkaufen

ZDFzoom: Der Irrsinn mit der Milch (deutsch, 28:59 min)




Dienstag, 14. Februar 2017

Wir brauchen nur eine Million

- Wichtig ! - 
Wir brauchen nur eine Million Stimmen!
EU-Petition zum Verbot von Glyphosat u.a.

Liebe Leute, 


wir haben letztes Jahr gemeinsam mit freiwilligen KK-Mitgliedern und einem renommierten Labor in einer privaten Initiative getestet, wie viele Menschen bereits das Totalherbizid Glyphosat im Körper haben.


Das Resultat war verheerend: 

70 % - egal ob Mann, Frau, Kind, Säugling, Schwangere ...

hatten Werte im Körper, die zwischen dem 5 bis rund 41-fachen über das hinaus gingen, 

was die EU selbst als Rückstand für Trinkwasser als Obergrenze akzeptiert.
Diese Werte waren im Urin der Menschen. Ob sie das wollten, oder nicht.

Die genau Verteilung der aktuell verfügbaren Daten könnt Ihr hier einsehen:
Live-Karte Ergebnisse der privaten Initiative GTEST, Ergebnisse


Wir konnten in einem anschliessenden Fragebogen eine Tendenz feststellen, dass Menschen, die mit einem hohen Glyphosat-Gehalt getestet wurden, signifikant oft mit entzündlichen Krankheiten und ähnlichem zu Kämpfen haben. 






Nicht nur wir
Beunruhigend ist auch, dass vollkommen unabhängig zu uns eine weitere Initiative zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung diesen Test ebenfalls von sich aus gemacht hat, in einem anderen Labor. Die Ergebnisse waren praktisch deckungsgleich. 
Auch hier über 70% der Teilnehmer positiv. Bei ihnen war der gemessen Höchstwert 42fach.

Krebsgefahr

Der "Golden Standard" der Welt-Krebsrisikoforschung, das IARC, hat dieses Mittel als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, und auch wenn es anderslautende Nachrichten gab, habe ich keine Zweifel, dass das mehr als ernst zu nehmen ist.

Es ist nicht nur Krebs...

Ich persönlich gehe sogar noch weiter, Krebs ist eigentlich sogar unser kleinstes Problem.
In meinem Film beschrieb ich schon zu Beginn 2016 welche möglichen Folgen dieses Gift in unserem Körper verursacht und bin seither von unabhängigen Seiten nur bestätigt worden.

Die EU-Kommission verhält sich seltsam
Normalerweise sollte in der EU das Vorsorgeprinzip greifen, es sieht allerdings so aus, als würde die EU-Kommission diese einstmals so wichtigen Werte nicht mehr achten.

Und entgegen ihrer Aufgabe den Umsatz einiger weniger Konzerne über das wichtigste Gut, die Gesundheit der Bürger stellen.
Und das, obwohl in vielen Ländern so viele Menschen protestiert und ihre Stimmen abgegeben haben, dass bei mehreren Entscheidungsterminen auch mehrere Länder eine Wiederzulassung ablehnten. Demokratie sieht für mich eigentlich anders aus.
Hier soll das Wohl von 508 Mio EU-Bürgern gefährdet, der Wille einer Mehrheit ignoriert werden.

Ein Netzwerk an Aktionen vereint sich
Im vergangenen Jahr habe ich gemeinsam mit ein paar Institutionen, die die Gefahren ebenfalls für inakzeptabel halten eng kommuniziert und zusammengearbeitet.
Aus dieser Zusammenarbeit aller beteiligten europäischen Aktivisten ging nun eine "Europäische Bürgerinitiative Stop Glyphosat" (EBI) hervor, 

die jüngst von der EU als offizielles Instrument anerkannt werden musste.
Die Petition
Diese Initiative will nun eine Petition an die EU richten. 
Bekommen wir 1 Million Stimmen zusammen, MUSS die EU darauf reagieren.
Und die Chancen stehen mehr als gut, denn wir hatten letztes Jahr ja schon in anderen Unterschriftensammlungen wesentlich mehr als "nur" eine Million.

Die Forderungen
- Die EU soll den Mitgliedstaaten ein Verbot von Glyphosat vorschlagen 
- Das bisherige System zur Genehmigung von Pestiziden soll reformiert werden
- Die EU soll für die Mitgliedstaaten verbindliche Ziele vorgeben, die eine Reduktion des Einsatzes der Gifte haben, die man uns übers Essen kippt.

Das macht Ihr mit Eurer Unterschrift zu Eurer Forderung an die EU:
Original-Text, deutsche Fassung

Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden
Wir rufen die Europäische Kommission auf, den Mitgliedstaaten ein Verbot von Glyphosat vorzuschlagen, das Genehmigungsverfahren für Pestizide zu reformieren und EU-weit verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden festzulegen.

Verbot von Herbiziden auf Glyphosat-Basis, deren Exposition mit Krebs beim Menschen in Verbindung gebracht wurde und zu einer Verschlechterung des Zustands von Ökosystemen geführt hat; Sicherstellung, dass die wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden für die Genehmigung durch die Regulierungsbehörden der EU allein auf der Grundlage veröffentlichter Studien erfolgt, die von den zuständigen Behörden und nicht von der Pestizidindustrie in Auftrag gegeben wurden; Festlegung EU-weit verbindlicher Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden mit Blick auf die Erreichung einer pestizidfreien Zukunft.


Ihr seht, das sind vollkommen vernünftige Forderungen, die jeder mit etwas Verstand - und der nicht Geld damit verdient, das Gift über unser Essen zu kippen - nicht ablehen kann.

Wir brauchen Euch trotzdem

Auch wenn die Chancen sehr gut stehen, die Million Unterschriften zusammen zu bekommen liegt es an uns allen, hier einen Unterschied auszumachen.

Ihr alle kennt die Petitionen von Campact und Co.
Diese hier ist anders. Diese hier hat eine offizielle, politische Dimension. 

Eure Unterschrift geht direkt von einer anerkannten Bürgerinitiative als offizielle Petition an die EU. 

Wenn Ihr also nicht weiter zu denen gehören wollt, die in den kommenden Jahren dieses unsägliche Gift in ihrem Essen haben mit umfangreichen Schäden für Eure Gesundheit, 
dann ist dies Euer Moment, einen einfachen aber sehr wirksamen Beitrag zu leisten.

Tragt Eure Daten ein (ein Hilfstext steht nebendran)
und schickt das ab. Fertig ist Eure offizielle Unterschrift unter die Forderungen.

Die Daten sind verschlüsselt, sie werden nicht an Dritte weitergegeben und wieder gelöscht, wenn die Aktion zu Ende ist.


Es gibt keinen vernünftigen Grund zu zögern.
Es sei denn, Ihr gehört zu den Zynikern, die ihr Geld damit verdienen, anderen Gift übers Essen zu kippen. 


Klickt also hier, wenn Ihr Eure Stimme gegen Glyphosat gehört wissen wollt.
Im Namen aller Betroffenen, die ich letztes Jahr kennenlernen durfte, sage ich Danke dafür.



Bis später.



Weiterführende Links:
Zur Onlinepetition der EBI
Zur Karte der Belastungen aus der Aktion GTEST
Zur Auswertung der parallel gelaufenen Aktion mit der Bertelsmann Stiftung

Diese Krankheiten können mit Glyphosat über Krebs hinaus in Verbindung stehen
Alle diese Lebensmittel sind mit hoher Wahrscheinlichkeit belastet
GTEST2 - Falls Ihr selbst wissen wollt, ob Ihr Glyphosat in Eurem Körper habt 



Sonntag, 12. Februar 2017

Von Leaky Gut, Pestbeulen und grünen Pflastern

KK-Basiswissen
"Leaky Gut" - Der undichte Darm

Betrachtungen zu einem Gesundheitsproblem auf dem Vorm arsch

- Zustand: Gereizt - 

Ein absolutes Indiz, dass wir in unseren Breitengraden flächendeckend etwas bei der Darmgesundheit sehr im argen liegen haben ist ein TV-Spot, den Ihr wahrscheinlich kennt. Denn der wird mittlerweile gefühlt allabendlich über unsere Schirme geflimmert: 
Kijimea Reizdarm - das Pflaster für den gereizten Darm

Und das ist gar nicht das einzige Mittel dieser Art, das mehr und mehr beworben wird.
Ich habe diesen Spot nur bevorzugt ausgesucht, weil er mit der Glasröhre ein Problem für uns recht anschaulich darstellt. Diese kleinen Schäden an der Darmwand. 

Kommen wir gleich nochmal drauf zurück...

Ich kann weder etwas für noch etwas gegen die Wirksamkeit dieses Mittel sagen, ich finde allerdings bedenklich, dass der Spot suggeriert, dass man "immer wieder mal" Blähungen, Durchfall und Verstopfung mit diesem Pflaster zu reparieren habe.


Die Passage "es KANN ein gereizter Darm sein" wird sicher von vielen Zusehern nicht beachtet. Und weia - haben viele von denen ab und zu Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Wie viele werden das sein? 99,9998 % der Bevölkerung?
Ihr seht meinen Kritikpunkt an dem Spot?




© 2017 NicoDaVinci


Jemand, der wirklich einen gereizten Darm hat, weiss das in der Regel sehr gut.
Denn das merkt man. 
Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa / Morbus Crohn und solche mit einem Reizdarm leiden im Alltag sehr darunter.
Ein diagnostizierter Reizdarm-Patient mit dem ich mal sprach plante seinen Arbeitsweg z.B. so, dass er jeweils wusste, wo die nächste für ihn erreichbare Toilette ist. 

Um peinliche, entwürdigende Unfälle zu vermeiden. 

Das ist eine echte Last im Leben, die wesentlich darüber hinaus geht, 
als die "immer wieder mal Blähungen" aus dem Spot.

Tatsache scheint jedenfalls zu sein, da ist irgendetwas, das in unseren Körpern derzeit für einen Anstieg an Entzündungen sorgt. Sonst müsste man keine "grünen Pflaster" erfinden und vermarkten.


- Zustand: "Leaky" - 
Wer auf Wikipedia das Wort "Leaky Gut" sucht wird auf der deutschen Seite momentan nicht fündig. Auf der englischen gibt es einen interessanten Artikel, der darauf verweist, dass dieses Syndrom von der Schulmedizin derzeit nicht anerkannt sei, sondern ein Phänomen sei, das überwiegend in den Kreisen von Ernährungswissenschaftlern und Alternativmedizinern diskutiert werde. 

Die würden als Behandlung unter anderem die Gabe von probiotischen Lebensmitteln, die Reduzierung des Zuckerkonsums, die Reduzierung der Aufnahme von kurzkettigen Kohlenhydraten (sogenannten FODMAPs) sowie den Verzicht auf Gluten anraten.


Ein erstes Achtungszeichen für all jene, die meine Arbeit über die letzten Jahre ernsthaft mitverfolgt haben. Ihr könnt den Nebenverweis dort auf der Seite zu Autismus gerne nochmal aus Eurem Hinterkopf holen...

Nun mag man sich wundern, wieso Schulmedizin und die Pharma-Industrie sich so eine fette Gelegenheit entgehen lassen. 
Ein Syndrom, das bei normaler Betrachtung des Befindens einer so rasant ansteigenden Patientenzahl durchaus plausibel erscheint, und bei dem auch noch das Wort Gluten vorkommt wäre doch prädestiniert, flächendeckend quasi mit Flugzeugen teure grüne Pflaster über der Bevölkerung abzuwerfen und dabei den Aktionären tropfend-feuchte Hände und Lefzen zu versprechen? 

- Zustand: Widerwärtig -
Noch verwunderlicher wird es, wenn man weiss, dass der im englischen Wikipedia-Artikel genannte Kritiker Stephen Barrett Mitglied im ACSH ist. 

Also im "American Council on Science and Health", einer industrienahen Organisation, die so ziemlich alle Wissenschaftler stellen, die mit ihren Veröffentlichungen vorsichtig formuliert "dem Umsatz der grossen Konzerne" einen sehr guten Dienst erweisen. 

Themen wie Klimawandel, Zucker, GMO, Glyphosat, Fracking sind deren Ding, um Beispiele zu nennen. 

Die wissenschaftliche PR-Taskforce, die immer sofort zur Stelle ist, wenn man wieder irgendwo aus unerfindlichen Gründen die Leukämie ausbricht und der damit verbundene Umsatz zu schützen ist. 

Alles was Rang und Namen hat ist ihn diesem Verein beieinander, um unartige Wissenschaftler zu diskreditieren, die ihren Job noch ernst nehmen und mit ethischem Grundsatz zu Werke gehen. 

Die Methoden haben sogar gelegentlich für jemand mit Hirn fast schon Unterhaltungswert... Wenn Witze auf Kosten von Leukämie-Erkrankten nicht so dermassen schäbig wären...

Also... gerade Stephen Barrett müsste doch ganz im Gegenteil das Wort "Leaky Gut" von seinen Auftraggebern in Gold giessen lassen und bei jeder Gelegenheit öffentlich handstreicheln? 

Aber nein - macht er nicht... Warum?!


- Zustand: Selbst ist der Mann - 
Lassen wir doch die Wissenschaftler und Ärzte sich weiter unproduktiv streiten und gehen wir der Sache einfach mal selbst näher auf den Grund... 

Nehmen wir uns dazu aus dem wachsenden Pool an Autoimmunkrankheiten doch einmal eine Krankheit vor, bei der sich auch die renommierten Topleute (Focus-Award 2017, siehe oben rechts) der Schulmedizin eher mit den anderen einig sind.

Autoimmune Pankreatitis.
 

Der Moment, wenn das Immunsystem verrückt spielt und die eigenen Bauchspeicheldrüsen-Zellen angreift. Unklar, sagen die, wo es herkommt.
Aber die Schulmediziner stellen öffentlich fest, dass eine Parallele da ist zu entzündlichen Darmerkrankungen. Wieder ist die Rede von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa... 

Spannend, nicht wahr?

Was wenn - "unklar" - eben doch die Durchlässigkeit des Darmgewebes wäre? 
Und so Eiweissstoffe in den Körper gelangten, die dann wiederum Antikörper erzeugen, die dann später irrtümlich ähnlich "aussehende" Bauchspeicheldrüsen attackieren? 
So wie das Ernährungswissenschaftler und Alternativmediziner annehmen?

Und die begleitenden Symptome für diese Durchlässigkeit eben die chronischen Entzündungen sind. 
Wieso redet Kijimea von "kleinen Schädigungen" an der Darmwand? Sind die nur oberflächlich? Wieso sollte man die dann "schliessen"? Mutmassungen?
- Zustand: Paleo -
Die Anhänger der Paleobewegung haben sich ebenfalls mit der Thematik "Leaky Gut" auseinandergesetzt. Für mich nicht verwunderlich, denn wie hier schon beschrieben litten die beiden US-amerikanischen Begründer dieser Bewegung Loren Cordain und Robb Wolf beide an Zöliakie, also einer Gluten(!)-Unverträglichkeit, die "sowohl Merkmale einer Allergie als auch einer Autoimmunerkrankung" aufweist. Und - die mit einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut einher geht... 

Ein paar zwischenzeitlich ältere Berichte wie dieser hier stellen lose einen Zusammenhang zwischen Nachtschattengewächsen und "Leaky Gut" her, bleiben die Erklärung dann aber schuldig, wieso sie den Zusammenhang sehen. 

Die findet man dann auf anderen Seiten, da geht es dann wieder um die Lektine, diesmal in den Nachtschattengewächsen. 
Wer dort dann aber näher hinschaut stellt fest, dass es doch sehr herausragende Hinweise gibt, dass es bei dem Lektin-Problem in diesem speziellen Zusammenhang um Weizen geht.

Während wir bei KK Tomaten, Zucchini und Auberginen zum Beispiel sehr regelmässig konsumieren und in den letzten Jahren keinerlei Beschwerden daraus resultierten, können wir das für die Pausentag-Kartoffeln wiederum bestätigen, ein Umstand, der seine eigene Brisanz in sich trägt. Eine Verbindung zwischen Nachtschattengewächsen kann - schon auch aufgrund der Blutbilder einiger KK-Teilnehmer - praktisch ausgeschlossen werden. 




Was ist also dran, am "Leaky Gut"?

Irren alle Ernährungsmediziner, die längst danach behandeln?

Was ist mit den Alternativ-Medizinern? Irren die auch alle?
Haben sie ihre Behandlungserfolge nur aus - Zufall?!
Oder eben doch, weil die Empfehlungen stimmen?

Was ist mit uns? 
Bei KK sehen wir andauernd Blutwertverbesserungen, die einen Rückgang an Entzündungen nahelegen, die vorher ja gemäss den Berichten der Teilnehmer vorhanden waren. Wir sehen Darm-Beschwerden, die sich nach einer Weile in Luft auflösen, zum Teil nach jahrelangen fruchtlosen vorangegangenen Behandlungen der Schulmedizin. 
Und machen Beobachtungen von klaren Unterschieden von Weizenerzeugnissen aus Bioanbau zu konventioneller Produktion an unserem Pausentag. Ist das alles - Zufall?!


Oder ist es hier eben doch die Schulmedizin, die irrt? 

Und die zu zögerlich ist einzugestehen, dass da wohl doch etwas dran ist? 

Lag deren grosses Vorbild Hippokrates vielleicht doch näher bei der Wahrheit, als sie?
"Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein."- Hippokrates, *460 v.Chr, Begründer der Medizin als Wissenschaft - 



- Zustand: Fazit & Einschätzung -
Nach allem, was ich die letzten 5 Jahre erlebt, gesehen, gelesen und gelernt habe, 
werden wir nach meiner Einschätzung eines gar nicht allzu fernen Tages einig sein, dass sie stimmt, die "Leaky Gut"-Theorie. Schon allein, weil alle Ernährungsempfehlungen zu den damit verbundenen Krankheiten eine klare Sprache sprechen, die alle in eine Richtung zeigen.

Und dann wird auch der wissenschaftliche Widerstand von gesellschaftlichen Pestbeulen wie "Herrn" Stephen Barrett und seinen Kumpanen in sich zusammenbrechen. 

Denn der besteht - wenn Ihr mich fragt - nur aus einem einzigen logischen Grund:

WEIL ICH RECHT HABE.



Das Schlusswort hat nochmal Hippokrates.
"Der Darm ist der Vater aller Trübsal."
Wie könnte ich dem noch was hinzufügen?


Bis später.




Weiterführende Links:
Zöliakie und Glutenintoleranz, Pfad zu neuen Krankheiten II 
(Studie, englisch)



Donnerstag, 9. Februar 2017

Der Skandal um Schwangerschaftsdiabetes

Skandal
Wichtige Info zur Schwangerschaftsdiabetes
Eine abenteuerliche Wahrheit kommt ans Licht


Als ich mit meiner Arbeit rund um Übergewicht und Adipositas begann hatte ich das Wort Schwangerschafts-Diabetes noch nie gehört. Dann immer öfter, ich ging aber immer davon aus, dass das mit der tatsächlich ja ansteigenden Anzahl an übergewichtigen Frauen und dem damit verbundenen erhöhten Risiko zu tun hat. 
Anscheinend sollte ich irren...

Wie es der Zufall so will ist gerade zu der Zeit als ich anfing - 2012 ein neues Screening-Verfahren auf den Weg gebracht worden, mit dem die Frauen flächendeckend auf Diabetes getestet werden. Vorher tat man das nur mit Schwangeren, die offensichtliche Risikofaktoren hatten.

Nun mag man sagen: Ok, logisch, wenn mehr getestet werden, dann wird auch mehr entdeckt. Der hier verlinkte Bericht  zeigt uns nun aber eine andere Wahrheit:

(Ein Must-see für Schwangere!)



https://www.zdf.de/politik/frontal-21/diabetes-in-der-schwangerschaft-100.html



LINK: ZDF Mediathek - frontal 21 - Diabetes in der Schwangerschaft - deutsch (8:14 min)

Da werden also Frauen, die eigentlich gesund sind in Panik versetzt. In einem solch kostbaren Augenblick ihres Lebens. 
Und müssen - wie die eine Dame sagt "die Küche in ein Labor verwandeln"... 
WEIL ES DRUCK VON "INTERESSENGEMEINSCHAFTEN" GAB?! 

Ein willkürlich festgelegter Wert ohne wissenschaftlichen Hintergrund und hinreichende Studien schafft ein solches RISIKO?!

Ab Minute 7 im Filmbeitrag spricht Helmut Kleinwechter ein paar Dinge an, die man besonders beachten sollte: 

Er sagt da sinngemäss:
"Die unnötige Gabe von Insulin kann sogar für Wachstumsverzögerungen bei den Kindern sorgen und ein höheres Risiko an Stoffwechselproblemen und Übergewicht in der Pubertät oder dem späteren Erwachsenenalter."


Das kann ich von meiner Arbeit auch bestätigen, diesen Zusammenhang sehe ich auch.
Und das ist nebenbei bemerkt auch der Grund, warum man in der Schwangerschaft auch dringend moderat mit Zucker umgehen sollte...

Aber - um das Gesehene in einfache Worte zusammenzufassen:
Für das Interesse, Umsätze zu steigern verängstigt und verstört man einen offensichtlich doch sehr nennenswerten Anteil der Schwangeren - um dann am Ende in 12 - 16 Jahren eine weitere unerklärliche Welle an Übergewicht zu haben. 


Entschuldigt, aber das ist ein Skandal! 
Und noch skandalöser ist, dass das in einem Rahmen gezeigt und besprochen wird, der an viel zu vielen der Fernsehzuschauer vorbei geht. Das wäre eigentlich was für die Talkshows, die Tagesschau und sämtliche Printmedien, was da für eine Sauerei stattfindet.
Ich jedenfalls finde, das muss dringend unter die Leute. 

Dank an der Stelle an die frontal21-Crew, mal wieder einen super Job gemacht!

Und eigentlich müsste man - nachdem das gleiche Gremium mit einer sehr ähnlichen Entscheidung auf einmal Abertausende durch die Verschiebung eines Grenzwertes plötzlich auf Bluthochdruck gesetzt hat, die vorher noch als gesund galten - die aktuelle Praxis dieser Einstufungen einmal näher beleuchten und dringend auf den Prüfstand stellen. 

Denn da stimmt was nicht.

Ich denke wir alle sehen, dass Gier und Finanzinteressen immer öfter jede Moral vergessen lassen. Bankenskandale, VW... Ihr wisst, was ich meine. 

Aber irgendwann ist doch mal die eine dicke rote Linie überschritten? 

Und mit Schwangeren und Kindern ist das doch irgendwie erreicht? 

Das waren mal allseits anerkannt die Schutzbedürftigsten unserer Gesellschaft. 
Und jetzt ist auch diese Grenze überschritten.

Wie lange schauen wir da noch zu?! Wie lange...?



Bis später.




Weiterführende Links:
ZDF Mediathek - frontal 21 - Diabetes in der Schwangerschaft - deutsch (8:14 min)



Forever. Not. Yours.

Meinung
Nahrungsergänzungsmittel. Kasse machen mit Struktur.
Wie klug ist es, Mahlzeiten mit Soja-Protein-Shakes zu ersetzen?

Während meiner Arbeit begegne ich leider fast zwangläufig auch immer wieder dieser besonderen Sorte Mensch: 

Leute, die wie ferngesteuert euphorisiert durch einen Strukturvertrieb wie 
FLP Forever Living Products oder JuicePlus durch das Internet fräsen. 

Auf der Suche nach willigen Opfern, um ihnen ihre überteuerten Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. Ohne Rücksicht auf Verluste, nur damit sie die nächste Stufe in ihrem Multi-Level-Marketing erklimmen können. Um dann noch reicher, noch schöner und noch erfolgreicher zu werden. Was so gut wie nie Wirklichkeit wird. Ich kenne jedenfalls nur Leute, die damit scheitern... 


Gestern hatte ich mal wieder die Gelegenheit zu einer spannenden Unterhaltung mit einem solchen Menschen und - wow - sind die überzeugt, von dem was sie (sich) da (an)tun. Am Ende der Chatunterhaltung versprach ich ihr, mich dem Thema mal anzunehmen, und meine Sichtweise darauf niederzuschreiben. Versprochen ist versprochen. Here we go...

Während der Unterhaltung kamen wir auf zwei der Produkte zu sprechen. 
Das eine war ein Soja-Shake, der beschreibungsgemäss in 300 ml 0,3% Magermilch aufzulösen sei, und dann per Tag bis zu 2 Mahlzeiten ersetzen soll. Dies mit dem Zweck, abzunehmen. Das andere war ein Calcium-Produkt, das ihre weichen Nägel endlich schön hart gemacht habe. 

Aber der Reihe nach...



Symbolfoto: Das Bild zeigt nicht die eigentliche Verpackung. 
Wäre mir zu stressig. Und zu teuer. Die Sympathie-Träger.



Lasst uns zunächst mal die Shake-Idee von einem ganz sachlichen nüchternen Ernährungsstandpunkt betrachten. Werfen wir dazu einmal gemeinsam einen Blick in die Zutatenliste eines solchen Produktes.

Wer es selbst im Web nachvollziehen möchte - das Produkt heisst "Forever Ultra Vanille". 

Vertrieben wird es über den Strukturvertrieb FLP Forever Living Products, mit Hauptsitz in Amerika, für Deutschland aktuell in Frankfurt am Main und München (schönes Schloss, Respekt! Muss ja gut laufen...) 

Ein 375-Gramm-Beutel kostet während ich das schreibe satte 24,50 Euro, das entspricht einem Kilopreis für das Pulver von 65,33 Euro. 
Stolzer Preis für ein Pülverchen. 
Geht man davon aus, dass man pro Mahlzeit 25 Gramm verwendet soll und das zwei Mal am Tag, ist so ein Shakebeutel nach gut einer Woche leer. 
Was könnte man für tolle Lebensmittel für 98 Euro im Monat... 
Lassen wir das. Zurück zu den


Zutaten (Quelle, Herstellerseite, 08.02.2017)

Soja Protein Isolat, Fructose, Färberdistelöl-Pulver, natürliches Vanille Aroma, Sonnenblumenöl-, Pulver, Kaliumphosphat, Fructooligosaccharide, Guarkernmehl, Magnesiumoxid, Emulgator (Sojalecithin), Süßungsmittel (Sucralose), Calciumcarbonat, Vitamin C (L-Ascorbinsäure), Eisenfumarat, Vitamin E (D-alpha, Tocopheryl Acetat), Niacin, Kaliumiodid, Zinkoxid, Mangansulfat, D-biotin, Pantothensäure, Vitamin, A (Retinylpalmitat), Kupfersulfat, Hefe, Vitamin, B6 (Pyridoxinhydrochlorid), Vitamin D (Cholecalciferol), Vitamin B1 (Thiaminhydrochlorid), Vitamin B2 (Riboflavin), Folsäure, Vitamin B12, (Cyanocobalaminsäure), Selen.

Ok, dröseln wir das mal auf, wo es zählt:

Soja Protein Isolat
"Tolle" Idee. Wo 90% des weltweiten Anbaus von Soja heute genmanipuliert erfolgt, damit die Pflanzen Glyphosat vertragen... Natürlich entnimmt ein amerikanisches Unternehmen das Isolat aus den übrigen, teureren 10% an nicht verändertem Soja... 

Das darf man doch voraussetzen bei Firmen, die deutlich profitorientiert sind und wie in dem Fall deren Gründer Rex Maughan mit 600 Mio US-Dollar auf Rang 368 der Forbes-Weltrangliste (2002) der reichsten Leute katapultiert hat. 

Aber halt! Entwarnung?! 
Der Hersteller schreibt beschwichtigend zu seinem Produkt "auf der Basis von nicht gentechnisch verändertem Soja-Eiweiß". Klingt doch gut?!

Was ist denn nun genau nicht gentechnisch verändert? Das Soja-Eiweiss? 
Oder die Pflanze, aus der es gezogen wird? Wieso schreiben die das dann nicht so?

Grundsätzlich ist das - gentechnisch manipuliert oder nicht - ernährungstechnisch die erste meiner Meinung nach dümmliche Idee an dem Produkt, denn Soja-Protein-Isolat hat sich in Studien als "den Fettstoffwechsel zum Nachteil verändernd" herausgestellt. 
Verständlich ausgedrückt: Es bremst Abnahmebemühungen.
Tatsächlich ist daher mit diesem Stoff als Hauptzutat nicht eine Abnahme, sondern schlimmstenfalls eine Zunahme zu erwarten. 
Die getesteten Ratten sahen das wohl genauso. [FIG 1]

Fruktose
Es gab eine Zeit, da gab man Diabetikern als Zuckerersatz reine Fruktose, weil die den Insulinspiegel nicht ansteigen lassen. Die hat's gefreut, denn Fruchtzucker ist sogar 20x süsser als gewöhnlicher Zucker und wie sehr Menschen süss mögen - nun, das brauche ich Euch nicht zu erzählen. 

Heute weiss man jedoch gesichert, dass das keine gute Idee war, und zwischenzeitlich schreibt sogar das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), dass eine "Fructoseaufnahme ungünstige Wirkungen auf den Stoffwechsel entfaltet".  Und in einer sehr technischen Ausführung weiter, dass es Übergewicht erzeugt, Bluthochdruck, den Fettstoffwechsel stört (schon wieder) und selbst für Insulinresistenz und im weiteren Verlauf dann zu Diabetes 2 führt (Metabolisches Syndrom). 

Der Mechanismus dahinter ist sogar verdammt logisch: Da kommt zwar Energie in den Körper, wird aber mangels Insulinausschüttung nicht als solche erkannt. Für den, der das aufnimmt fühlt sich deshalb so an, als würde man - trotz Energieaufnahme - bei lebendigem Leib verhungern. Wir kennen die Folge daraus dann als Heisshungerattacke.
Somit ist diese Beigabe, die sogar als zweite auf der Zutatenliste erscheint, in einem Produkt zur Unterstützung von Abnahmebemühungen eine ziemlich dumme Wahl. 

Sukralose (E955)
Wer nun schon bei den ersten beiden kritisierten Zutaten das Gefühl bekam, dass das eigentlich für eine Abnahme überhaupt nicht geeignet ist, der kann sich jetzt anschnallen, und bitte Helm auf! 


Auf der Suche nach einem Zuckerersatzstoff patentierte Tate&Lyle, das war damals der zweitgrösste Zuckerhersteller der Welt 1976 eine Zucker-Chlor-Verbindung als Süssungsmittel. Diese Verbindung ist chemisch gesehen als Organochlorverbindung in der gleichen Substanzklasse zu finden wie Lindan und DDT, also zwei hochgiftigen Insektiziden, die ihre ganz eigene Geschichte hatten, bevor sie endlich verboten wurden. Zugelassen wurde dieser Süssstoff aber trotzdem, 1999 in den USA und 2004 in der EU.

Der Zulassungsprozess hat meiner Meinung nach eher beunruhigende Parallelen zur Freigabe von Aspartam, auch hier wurden Warnzeichen in der vorgelegten Bewerbungsstudie geschönt und unter den Teppich gekehrt.
So traten bei Ratten einige gesundheitlichen Probleme auf: Vergrösserte Leber und Niere, eine Beeinträchtigung des Immunsystems, Verkleinerung der Milz und der Thymusdrüse.

Sei's drum, dachten sich die Entscheider in der EU, legen wir einen ADI fest (täglich akzeptable Aufnahmemenge) und schauen wir einfach mal, was passiert... Hail Mary...

Und passiert ist zwischenzeitlich viel... 
Man weiss zum Beispiel, dass der künstliche Süssstoff, den es so in der Natur nicht gibt, in grossen Mengen in unsere Abwässer gelangt und selbst mit teuerster Klaranlagentechnologie nicht herauszufiltern ist. 
Wir haben diese Verbindung daher heute bereits in jedem Fluss, in jedem See - und natürlich auch in unserem Trinkwasser. 
Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt wurden nie untersucht. 
Was einem bei der chemischen Nähe zu Lindan und DDT schon einmal zu denken geben könnte. Aber wen schert schon die Umwelt... 

Viel spannender ist vielleicht zu wissen, dass der Hersteller bei der Zulassung noch getönt hat, dass der Stoff zu 100% unverdaut durch den Körper geht. Soviel zur Glaubwürdigkeit von Herstellerangaben, denn zwischenzeitlich ist nachgewiesen, dass eben doch 15% im Verdauungssystem aufgenommen und gespeichert werden. Wie der Stoffwechsel reagiert? Weiss man nicht.
Man weiss, dass es irgendwie trotzdem dick macht.
Und was man auch weiss ist, dass der ph-Wert im Darm steigt, und dass Sucralose das Potential hat, die Darmflora um bis zu 50% zu beschädigen

Und das, meine Lieben, ist - WAHNSINN! 

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass wir mittlerweile fast allabendlich TV-Spots der Pharmaindustrie sehen, in dem ein gereizter Darm (Leaky Gut) mit Pillen geflickt werden soll? Achtet da mal drauf... Wer dieses Warnzeichen übersieht, dass da ein dermassen grosser Bedarf entsteht, dass man so eng aneinander Spots schalten kann...
Beschäftigt Euch mal bitte damit, was für verheerende Auswirkungen das haben kann - z.B. in Sachen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder auf die Bauchspeicheldrüse!


Auch hier wieder werden die guten Bakterien im Darm geschädigt während die schlechten unbeeinflusst den freiwerdenden Raum einnehmen. Das hatten wir doch schon mal?!
Richtig. Hier... Die Folgen habe ich ja in dem Film erklärt, die das nach sich zieht.

Und wenn schon die Bakterien im Darm davon sterben, dann will ich wirklich lieber nicht wissen, was das Zeug in unseren Gewässern erreicht!

Aber die Forevers kippen Euch das als Nahrungsersatz in den Kopf! 
Vollkommen grundlos wird hier das Leaky-Gut-Problem weiter verschärft.
Und dann behaupten sie dabei noch, die Shakes könnten "dabei helfen, sich bewusst und gewichtskontrolliert zu ernähren". Wie verantwortungslos kann man nur sein!?

Und Abnehmen!?
Klar - mit schön Milch dabei, damit das mit dem Abnehmen noch weniger klappt.

Hauptsache 0,3% Fett!

Vom niederkalorischen Prinzip, das der Shake-Ersetzt-Mahlzeit-Idee zugrunde liegt mal ganz zu schweigen, denn der Abfall in den Hungerstoffwechsel erzeugt wie wir ja alle wissen allenfalls kurzfristig eine Abnahme, gefolgt von Ausgleich oder gar Zunahme.

Und Zucker hat in einem Abnahmeprodukt genau NULL verloren.

Kurz: Dieses Produkt ist eine grenzenlose Dummheit, und gnadenlos überteuert dazu, weil man den ganzen Apparat dieses Strukturvertriebs mitfüttern muss.

Forever? Not yours. Never. Ever.


Das Forever-Kalzium-Produkt.

90 kleine Pillen erhält man da für - während ich das schreibe - 32 Euro.
Nett. 4 Pillen am Tag seien einzunehmen, weiss das Produktdatenblatt.
Das heisst, der Kalzium-Pillen-Vorrat reicht für 22 Tage, nicht mal einen ganzen Monat, selbst wenn er Februar heisst. Selbst in der Apotheke gibt es Kalziumprodukte, die günstiger sind.
"Jaaa", sagt der Multi-Leveler... "So kannst Du das nicht sehen, unseres wirkt besser!"

Aha. Die Rede ist von Bioverfügbarkeit, also der tatsächlichen Fähigkeit des Körpers, den Stoff überhaupt erst aufzunehmen. 

Man könnte jetzt aber auch einfach vernünftige Lebensmittel davon kaufen, 
die man ja sowieso braucht, wenn man nicht verhungern will...

Eine ganz natürliche TOP-Bioverfügbarkeit bieten zum Beispiel:
Artischocken, Brokkoli, Brunnenkresse, Butternutkürbis, Eier, Fenchel, Fisch, grüne Bohnen, Grünkohl, Kohlrabi, Kresse, Lauch, Leinsamen, Mandeln, Okraschoten, Pak Choi, Petersilie, Sardinen, Sesam, Spargel, Spinat, Rindfleisch, Rosenkohl, Rucola, Zwiebeln...

Lediglich bei Leinsamen und Sesam müsste man etwas mehr davon essen, weil die enthaltene Oxalsäure die Aufnahme hemmt.

Vielleicht kann man ja die 32 Euro für die 22 Tage auch einsparen und stattdessen in Bioqualität investieren? Nebenbei: Kein einziges davon macht dick...

Wir haben Dutzende von Berichten in unserer Gruppe, die beschreiben, wie toll auf einmal die Nägel der KK-Damen geworden sind. Der Auszug an kalziumhaltigen Lebensmitteln da oben mag ein guter Grund dafür sein.   


"Ja, aber schau mal, bei uns ist ja noch Magnesium..." Och komm bitte - verschone mich! 
Schlag die Gehalte im Internet nach, nimm einen Taschenrechner.
Oder frag einfach unsere erfolgreichen, konsequenten KKler nach ihren Blutwerten. 
Mängel? Fehlanzeige! Ganz ohne teure Pillen.


FAZIT / Ein direktes Wort an unsere KK-Mitglieder:

Leute, ich möchte an dieser Stelle eine liebgemeinte Warnung aussprechen. 
Ich weiss, diese Struktur-Pulveranten kommen wiederholt mit tollen Versprechen auf Euch zu. Lasst Euch bitte nicht einlullen und das Geld aus der Tasche ziehen. 

Diese Menschen werden geschult, mit Euren Einwänden gegen deren Produkte umzugehen"Tricks", nennt das der junge MLM-Mann, der uns hier allen erklärt, warum ein Strukturvertrieb kein Schneeballsystem ist. Das ist die Art, wie diese Leute ausgebildet werden. Es geht um "Kontern", "Austricksen" und "Verkaufen". 

Das tatsächliche Wissen, was in den Produkten drin ist, und was für Euch daraus entstehen kann, ist spärlich bis gar nicht vorhanden. 
Wie das aber tatsächlich ausschaut, habe ich ja nun oben an einem Beispiel demonstriert...

Und wo das endet, wenn Ihr Euch auf diesen Quatsch einlasst, könnt Ihr an diesem Beispiel hier sehen - es ist zwar teilweise Schweizerdeutsch, aber Ihr bekommt eine gute Ahnung.
Reich werden die Leute, die in der Kette ganz oben stehen nicht ihr. 

Und die Dame in dem Film blieb auf Waren im Wert von mehreren tausend Franken sitzen.
Lasst Euch nicht blenden. 

Kein Pillenpresser ist besser als die Natur.
Und wie Abnehmen langfristig geht, das wisst Ihr ja sowieso.


Bis später.



Weiterführende Links:
SRF Kassensturz undercover: In den Fängen einer Networkfirma (Forever Living Products)
Einblick in die Methoden - und die Folgen

Wertvoller, entspannend: a-ha Forever not yours   ;) 




Montag, 16. Januar 2017

Sind Hülsenfrüchte ungesund?

KK-Wissen
Hülsenfrüchte - wie gefährlich sind sie wirklich?
Ein umfassender, verantwortungsvoller Blick auf die Hülsen-Kritik. 

Hülsenfrüchte sind ein wesentlicher Bestandteil der KK-Ernährung.
Sie halten uns länger satt, geben ihre Energie über vernünftige Zeiträume ab und halten unseren Blutzuckerspiegel in akzeptablen Höhen.


Sie helfen uns damit in unschätzbarer Weise beim effizienten Abnehmen.
Deshalb empfehlen wir auch innerhalb des Zeitraums Frühstück und Mittagessen
insgesamt eine Mindestmenge von 5 Esslöffeln in den täglichen Ablauf einzubauen.
Bei Bedarf gerne mehr, je nach Konstitution reicht das eventuell nicht aus.
Aber natürlich - wie sonst auch - nicht über das Sattgefühl hinaus...

Nun gibt es aber von einigen Seiten in der Ernährungswelt kritische Stimmen zu dieser Vorgehensweise. Darauf möchte ich heute einmal umfassend eingehen.  

Bevor ich zu den Hülsenfrüchten komme, möchte ich Euch kurz eine grundsätzliche Empfehlung ans Herz legen, die mir persönlich sehr wichtig ist:
Wann immer jemand etwas Kritisches zu unserer Ernährungsweise zu wissen scheint, nehmt das zunächst einmal ernst. 

Das tun wir nämlich auch. Zu gross ist die Verantwortung für so viele Teilnehmer. 
ABER: Seid bitte nicht zu vorschnell mit Eurem Urteil. 

Denn oft liegen die Dinge einfach anders, und viele Dinge basieren auf einer reichlich dünnen Beweislage, die sich absolut nicht mit dem deckt, was wir über die letzten Jahre mit KK erlebt haben.

Und wenn Euch je etwas länger auf der Seele brennt, dann fragt doch einfach mal nach.
Das bitte dann aber ganz sachlich, frei von Panik, denn wir wollen ja eine stressfreie Umgebung erhalten. Da hilft es nicht, wenn man die Pferde schon scheu macht, bevor man überhaupt erst aufgesattelt hat.


Wie dünn eine Beweislage sein muss um massive Auswirkungen im Ernährungsverhalten eines gesamten Landes zu haben erläutere ich gerne kurz in einem Beispiel:

Wisst Ihr, wie beschlossen wurde, dass Deutschland mit Jod unterversorgt ist?
EINE Studie, mit 300 Schulkindern in Dortmund.

Das reichte um zu entscheiden, dass GANZ Deutschland zu wenig Jod aufnimmt.

Keine Berücksichtigung von eventuell vorhandenen regionalen Gegebenheiten, und eigentlich verdammt wenig Teilnehmer. Und nur Kinder. Keine Berücksichtigung auf mögliche Unterschiede zu den Erwachsenen.

Ja, werden die jetzt sagen, wir haben nachgebessert. Stimmt.
Bis Mai 2013 waren es dann 1.500 Menschen, sogar einige Erwachsene dabei.
Aber immer noch regional, und immer noch - verdammt wenige Teilnehmer.

Und trotzdem reicht es aus, überall Jod mit reinzupacken.
Teilweise auch, weil man es in der Produktion braucht und gar nicht wüsste, wie man es aus den Lebensmitteln dann heraushält. Gute Idee - für die 1.500 in Dortmund.
Aber ist es das auch für den Rest Deutschlands? Wirklich? Woher wollen wir das wissen?!
Wir reden von rund 0,001875 % der Bevölkerung, regional ausgewählt.
Bevor Ihr jetzt fragt: Was haben denn Hülsenfrüchte mit Jod zu tun? Nichts.

Es geht mir darum zu erklären, wie manche Verhaltensweisen entstehen und welche Minizahlen und meiner Meinung nach mangelhafte Studiendesigns heute ausreichen, um eine Doktrin zu erstellen. 
Ich halte das für inakzeptabel ungenügend und kritisiere scharf, dass man solche Dinge nicht regelmässiger auf den Prüfstand nimmt.

Aber diese fragwürdige Vorgehensweise zieht sich leider im Gegenteil in manchen Bereichen der Lebensmittelforschung durch wie ein roter Faden.


Ich halte deshalb solche Ergebnisse grundsätzlich für hinterfragenswert. 

Und wenn sich dann Unstimmigkeiten und Widersprüche ergeben, dann finde ich mich im Gegensatz zu vielen nicht damit ab, sondern grabe tiefer. Und vergleiche. Zum Beispiel mit anderen Ländern und deren Ernährungsgewohnheiten. 


Spannend, manchmal - der Blick über den Tellerrand...




Über den Tellerrand geschaut: Indien
Indien hat heute ungefähr eine Bevölkerungszahl von 1.3 Milliarden Menschen.
Indien ist der weltgrösste Produzent von Hülsenfrüchten.
Und obwohl sie so viel davon produzieren sind jüngst trotzdem noch auf Importe angewiesen gewesen. Da gehen eine Menge Linsen, kichernde Erbsen und Co über den Tresen, nicht wahr?


Es gibt Leute, die halten Hülsenfrüchte für bedenklich
Und wenn man nun den Warnhinweisen einiger Glauben schenken möchte, dann müsste sich die Bevölkerungszahl drastisch reduzieren und dort alle krank sein.
Aber das Gegenteil ist der Fall.
Mit diesem Widerspruch sollte man doch dann mal hinterfragen, ob die Warnungen denn alle so stimmen, richtig? Richtig. Dann wollen wir mal...


Die "bösen" Stoffe, die den Hülsenfrüchten wiederkehrend angedichtet werden sind
Lektine, Phytate und das Purin.

SOJA - ein Sonderfall
Und - bei Soja kommen noch die Isoflavone/Phytoöstrogene hinzu.
Das können wir aber gleich klären, denn Soja findet bei KK nicht statt.
Denn die halte ich persönlich tatsächlich für bedenklich und den Eingriff in den Hormonhaushalt schon bei geringen Dosen für nicht hinnehmenswert.

Ganz abgesehen davon sind 90% der Weltproduktion von Soja heute gentechnisch verändert, und obendrin getränkt in Glyphosat. Dermassen getränkt, dass man Rückstandswerte drin hat, die im leider wahrsten Sinne des Wortes die eine oder andere Kuh umhauen. 

Es gibt da noch ein paar andere Dinge zu bedenken, weshalb Soja und alle Abwandlungen bis auf wenige Ausnahmen für mich nicht Bestandteil von etwas ist, das sich gesunde Ernährung nennt. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen. 


Bleiben also noch die bösen Lektine, Phytate und das Purin.

Erste Frage: Sind die überhaupt drin? Unbestritten.
Zweite Frage: Sind die gefährlich? Möglich. Kommt aber eben drauf an...

Lektine
Wer sich mit der Ernährungsform Paleo auseinandersetzt wird auf seinem Weg fast zwangsläufig über Warnhinweise zu Lektinen stolpern. Und so sehr ich die Parallelen unserer Konzepte schätze und mich darüber freue, wenn deren Anhänger ebenfalls gesundheitliche Verbesserungen spüren - das ist das - neben unserer Konzentration auf effiziente Abnahme - einer der ganz grossen Unterschiede zu uns.
Aber hier sehe ich das eben auch einfach begründet anders.

Erstens sind Lektine per se ja nicht nur in Hülsenfrüchten, sondern auch in vielen Gemüsesorten ohnehin vorhanden und somit ja zwangsläufig schon ein gewöhnender Bestandteil einer einigermassen gesunden Ernährung. Ganz sicher aber einer der Paleos.

Zweitens stimme ich zu: Es gibt einige Lektine, die für Mensch und Tier roh als giftig anzusehen sind. Das ist aber nichts Neues. Schon die Oma wusste, dass man z.B. Gartenbohnen nicht roh verzehren darf sondern kochen muss.

Was zu drittens führt: Das Lektin-"problem" lässt sich supereinfach lösen...

Und eben weil Hülsenfrüchte so wichtige Dienste auf dem Weg zurück zum Normalgewicht leisten können, ist es diesen Aufwand auch wert:

Wer den Lagerungsvorteil vor die Zeitersparnis stellt und getrocknete Hülsenfrüchte verwendet sollte sie ausreichend lange einweichen. Mit 12 Stunden ist man dabei eigentlich auf der sicheren Seite, weshalb viele das über Nacht erledigen.
Während dem Einweichen empfiehlt es sich zusätzlich, das Wasser mehrmals abzugiessen und frisches nachzufüllen. In jedem Fall wichtig ist es, das abgegossene Wasser selbstverständlich NICHT irrtümlich zum Kochen zu verwenden.
Nach dieser Prozedur ziehen wir jetzt ja mit den frischen, den Dosen- und den TK-Hülsis gleich.

Und ab da heisst es: Kochen. Nicht blanchieren. Kochen. Das inaktiviert Lektine.
Das ist per Hülsenfrüchtsorte unterschiedlich lang, ein kurzer Klick ins Google-versum gibt zuverlässig Auskunft, wie lange das für welche Sorte ist. Kidneys zum Beispiel (Chili con Carne) brauchen ca 45 - 60 Minuten. 


Extra-Tipp: Wem das alles zu umständlich klingt, das für jede Einzelportion zu durchlaufen... Man kann vorgekochte Hülsenfrüchte wunderbar einfrieren. Klug, wer das gleich in Portionen abpackt. Wer aus Platzgründen eher dazu neigt, das in einem Einzelbehälter aufzubewahren sollte sie nach dem Kochen sehr gut abtropfen lassen, damit die Kochwasserreste die Hülsis nicht in einen undurchdringlichen Einzelblock zusammenfrieren.


Phytate

Ebenfalls in der Kritik - gerade bei den Paleo-Anhängern - stehen die sogenannten Phytate.
Hier könnte man eigentlich mal nachfragen, wieso die in der Paleo-Meinung viel höheren Gehalte in Paranüssen plötzlich keine Rolle mehr spielen, wenn sie doch in Hülsenfrüchten als problematisch angesehen werden. Oder in Gemüse. Es gibt Gemüsesorten, in denen sich mehr Phytate befinden, als in Hülsenfrüchten. Und trotzdem sind es Bestandteile der Paleokost. Wieso?! Ein Widerspruch.

Was also ist dran an dem Phytinsäure-Problem?

Nichts. Erstmal. Ein gesunder Mensch mit einem funktionierenden Magen und einem einigermassen intakten Darm knackt die Verbindungen bereits mit der Magensäure. Fertig.

Problematisch allerdings wird es dann unter Umständen tatsächlich, wenn man einen durchlässigen Darm hat. Leaky gut, Zöliakie, zum Beispiel.
Mein Punkt ist allerdings hier, dass sich diese Problematik auf eine dermassen hohe Anzahl anderer Lebensmittel als Schwierigkeit auswirkt, dass es deshalb ohnehin erst einmal die erste Priorität für ein gesünderes Leben sein sollte, diesen Zustand zu beenden.
Da könnte man dann zum Beispiel mal versuchen, Alkohol ganz wegzulassen. Der macht im übertragenen Sinn gesagt faustdicke Löcher in den Darm. Und weiters: die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Da komme ich unten gleich nochmal drauf zurück.

Ich will aber nochmal einen Umstand beleuchten, den ich für mehr als Bemerkenswert finde.
Die Begründer der Paleo-Bewegung heissen Loren Cordain und Robb Wolf.

Beides US-Amerikaner. Also der amerikanischen Ernährungsumgebung ausgesetzt.
Und ihre wesentlichen Veröffentlichungen über Paleo fanden in einem Zeitraum nach 2000 statt. Warum das brisant ist, erkläre ich weiter unten. In jedem Fall haben sie eines gemeinsam. Beide leiden/litten an Zöliakie und damit verbundenen Autoimmunerkrankungen. Und - sagte ich ja, dann ticken die Hülsenuhren ein bisschen anders. Trotzdem - diese Auflösung bewahre ich mir für den Schluss. Bleibt gespannt.


Purin/Gicht/Nierenprobleme
Wer vom Arzt heute Gichtsymptome oder Nierenprobleme bescheinigt bekommt, erhält dort fast immer Ernährungsempfehlungen an die Hand, auf die ich gerne einmal in einem anderen Beitrag zurückkommen werde, denn ich halte sie für überwiegend falsch und kontraproduktiv. In jedem Fall sind auch dann die Hülsenfrüchte wieder Thema, denn da geht man davon aus, dass die hohen Purinwerte problematisch seien.
Auch hierauf gehe ich nochmal zum Ende hin darauf ein, wenn sich der grosse Kreis schliesst.


Dauerpupsen - wenn's im Bäuchlein windet und zwickt
Ebenfalls als unangenehm werden von einigen ungeübten Hülsenfrüchte-Vertilgern die damit einhergehenden Leibeswinde empfunden. Das hat aber nichts ungesundes, sondern eher damit zu tun, dass sich die Darmflora noch nicht angepasst hat. Das dauert ein bisschen, ist aber nach einer Weile kein Problem. Weil das aber gelegentlich auch ein bisschen im Bäuchlein zwickt, ist hier für die Übergangsphase tatsächlich die Einnahme der Hilfsmittelchen sab simplex oder Lefax eine gute Idee, um diese Effekte im Zaum zu halten.


Prägung/Abneigung
Es gibt auch einige neue Teilnehmer, die kommen zu uns und haben schlichtweg eine Abneigung gegen Hülsenfrüchte. Das kann aufgrund der Prägung sein, Gewohnheit oder auch Unwissen, wie reichhaltig der Hülsenfrüchte-Sorten-Tisch eigentlich von der Natur gedeckt ist. Ich habe Verständnis, wenn jemand etwas nicht mag, empfehle aber in diesem speziellen Fall wirklich mit Nachdruck, hier ein bisschen über den eigenen Schatten zu springen. Spätestens bei Zuckerschoten sollte man seinen Frieden mit den Hülsis schliessen können. Aber es gibt da noch viel mehr. Und - sofern es mit der Prägung begründet ist - nicht alles, was wir als Kinder nicht mochten, ist auch im Erwachsenenalter noch so. Es empfiehlt sich, das eine oder andere nochmal zu probieren und zu sehen, wie gut man sich damit arrangiert. Weglassen ist jedenfalls die schlechteste aller möglichen Alternativen im Umgang damit. Dafür sind die Hülsenfrüchte einfach ein zu starker Helfer auf dem Weg zu dünner.



Wie jetzt?! Gut für den Cholesterinspiegel?!
Tja. Die kleinen "Teufels"-Dinger. Wohl doch nicht so ganz Krankheitstreiber?
Nein. Gar nicht. Tatsächlich gibt es eine Metastudie, die sich 140 andere Studien vorgeknöpft hat, Soja aussen vor gelassen hat und zum Ergebnis kommt, dass Hülsenfrüchte sich positiv senkend auf den LDL-Cholesterinspiegel auswirken.
Das ist der, den man wenn er zu hoch ist, mit Herzinfarkten und Schlaganfällen verbindet.
Spannend, gell? Vielleicht mal lieber die Hülsis, statt der weitgehend wirkungslosen Statine? Nur so ein Gedanke...


Der Hammer zum Schluss - als der Kreis sich schloss...
Und jetzt kommen wir zu einem Bereich, der bei all den Kritikern bitte sehr für grosse Aufmerksamkeit sorgen sollte. Denn wir teilen hier heute unsere Erfahrungen aus 5 Jahren Hülsenfrüchte-Konsum auf eine Art und Weise, die noch viel zu wenige auf dem Zettel haben. Und der Kreis schliesst sich auf eine vielleicht unerwartete, aber sehr bemerkenswerte Art und Weise...


Ich habe mich im vergangenen Jahr sehr intensiv mit Pestizid-Rückständen, insbesondere von Glyphosat in unseren Lebensmitteln auseinandergesetzt. Und das mit Erfahrungsberichten und Interviews innerhalb der Gruppe von Teilnehmern, die Probleme mit Hülsenfrüchten abgeglichen. Und siehe da...

Hülsenfrüchte werden leider immer mehr der unguten Praxis der Vorernte-Reifung / Sikkation unterzogen. Unabhängige Institutionen wie die deutschen CVUAs (Chemisches und Veterinärunersuchungsamt) haben dann auch folgerichtig in einer ganzen Reihe von Hülsenfrüchten Rückstände von Glyphosat gefunden. Das sowohl bei einheimischer Produktion, als auch fremdländischer, was unsere türkischen Mitglieder bitte auf dem Schirm haben sollten, wenn sie vertrauensvoll beim Türkenladen ihren Bedarf decken.
Auch dort, meine lieben. Leider auch dort...

In ausnahmslos ALLEN Fällen, in denen mit Mitglieder von Beschwerden berichtet haben, die über den Gewöhnungseffekt der Darmflora hinausgingen konnten wir mit der Empfehlung, auf Bioqualität der Marken Demeter, Bioland oder Naturland umzusteigen wahr Wunder bewirken. Keine Beschwerden mehr. Obwohl die Hülsenfrüchte ja bezüglich der kritisierten Inhaltsstoffe identisch waren. Schon das sollte einen vollkommen neuen Blick auf die Gesamtproblematik erlauben.


Die beiden Paleo-Amerikaner begannen ihre Publikationen in einem Zeitraum, in dem in den USA bereits die tonnenweise Anwendung von Glyphosat üblich zu werden begann, ich würde wetten, dass ihre Zöliakie-Beschwerden ebenfalls in dem Zeitraum begannen, als die ersten Auswirkungen der unsäglichen RoundUp-Ready-Praxis begann.
Wieso ich da eine Verbindung sehe, habe ich ja bereits in meinem Video "Gift im Darm" erklärt.

Zöliakie heisst in Medizinerkreisen heute die "Clownkrankheit" oder "Chamäleon", weil man sie so schwer einordnen kann, was die Ursachen betrifft. Und sie gilt als nicht heilbar. Wirklich?! Klar sind die Ursachen verschleiert. Nicht jeder nimmt gleich viel an Rückständen von Glyphosat auf, und die Belastung schwankt mit der Lebensmittelwahl. Jeden Tag.
Das MUSS die Auswirkungen ja schwer nachvollziehbar machen. Mich wundert das nicht.
Und ich würde den Ärzten, Heilpraktikern und sonstigen Nicht-Medizynikern da draussen gerne die Empfehlung aussprechen, den Versuch zu unternehmen, die Patienten auf Biokost mindestens in allen fraglich belasteten Lebensmitteln umzustellen und parallel dazu die Darmflora aufzubauen. Ich freue mich sehr zuversichtlich auf Euer positives Feedback...


Eines unserer Labore hat einen merklichen Anstieg an Purin-Gehalt festgestellt, sobald eine Belastung durch Glyphosat-Rückstände im Urin dokumentiert werden konnten, und diese zeigte sich in direkter Verbindung mit dem Anstieg. Hohe Rückstandswerte an Glyphosat bedeuteten auch einen Anstieg an Purin-Messwerten.

Anders herum ist das als Gichtverursacher vermeintlich identifizierte Purin in der Lebensmittelumgebung Indiens ja nicht minder enthalten. Und doch hält diese Theorie den aktuellen Zahlen mit einer verschwindend geringen Gicht-Quote von 0,12% der indischen Bevölkerung einfach nicht stand.

Das gleiche Labor stellt ebenso Veränderungen an den Nieren fest, sobald Glyphosat ins Spiel kommt. Was mich zu der möglichen Schlussfolgerung führt, dass die Nierenprobleme nicht zwingend mit den Hülsenfrüchten oder dem Purin zusammenhängen, sondern vielmehr mit den mitgelieferten Herbizid-Rückständen.


Und wenn also die Beschwerden bei rückstandsfreien Hülsenfrüchten in der angesprochenen Bioqualität fernbleiben, dann sollte man sich ab heute und hier die ernsthafte Frage stellen, ob die gesundheitlichen Probleme tatsächlich mit den Worten "Lektin", "Phytat", "Purin" zu erklären sind, oder ob der eigentliche Übeltäter schlicht und einfach tatsächlich "Glyphosat", "Pestizidrückstand" oder "Herbizidrückstand" heisst.



Das Fazit: Meine Empfehlungen an unsere KK-Teilnehmer

Wer sich durchschnittlich gesund (wie ja von uns explizit vorausgesetzt) an unsere Ernährungsempfehlungen wagt, der sollte sich von Warnhinweisen nicht allzu sehr beeindruckt zeigen, sondern frohen Mutes erst einmal ausprobieren, wie er selbst damit klar kommt. Ernstzunehmende Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, dazu machen wir das mit 5 Jahren einfach schon zu lange und mit jetzt 15.000 auch einfach mit zu vielen.
Gäbe es da tatsächlich Schwierigkeiten, hätten wir das längst in Form von Feedback alle mitlesen können, die Teilnehmer der Facebook-Gruppe sind. Aber - Fehlanzeige.

Eventuell vorhandenen Abneigungen würde ich mit einer Wissensauffrischung begegnen, was überhaupt alles Hülsenfrüchte sind und mich erst einmal durchprobieren, dazu sind die Dinger einfach zu wichtig, wenn man effizient und gesund bleiben will.

Wer tatsächlich über die Gewöhnungszeit der Darmflora hinaus Beschwerden bei sich bemerkt, sollte auch nicht sofort die Flinte ins Korn werfen, sondern - wie oben angesprochen - einmal versuchen, speziell die Hülsenfrüchte in echter Bioqualität zu kaufen und beobachten, was es mit ihnen macht.

Sollten dann wieder erwarten noch immer Probleme auftreten, oder hat man tatsächlich bereits diagnostizierte Erkrankungen, die mit einer durchlässigen Darmwand in Verbindung zu bringen sind, dann bleiben als gute Alternative immer noch Wurzelgemüse.
Selbstverständlich und gerade dann sollte man darauf achten, dass diese unbelastet sind.
Und es muss Euch klar sein, dass wir dies deshalb nicht ohnehin als Empfehlung haben, weil es schlichtweg weniger effizient beim Abnehmen ist. Es wird also bei Euch etwas länger dauern mit dem Erfolg.


Schlusswort

Lassen wir also doch die Inder, die Chinesen, die Mexikaner und die Brasilianer weiterhin ihren Energiebedarf hauptsächlich über Hülsenfrüchte decken, und nehmen wir uns ein Beispiel daran. Immerhin gibt's die Völker nun auch schon eine ganze Weile und deren Bevölkerung nimmt ja jetzt auch trotz Hülsenfrüchte-Genuss nicht ab.

Und selbst den Schwaben mag das erfreuen.
Wie ungut wäre es denn auch, wenn er plötzlich dank eines Paleo-Berichts feststellen müsste, seine geliebten Linsen mit Spätzle seien tödlich giftig?

Freispruch. Das sind sie nicht.
Zumindest, wenn man sie - wo nötig kocht. Und die Pestizide darin weglässt.


Bis später.