Samstag, 1. September 2018

Es gibt [keinen] Reis, Baby.

Lebens(!)mittel-Lupe
Es gibt [keinen] Reis, Baby.
Zumindest bei uns [nicht]. Und hier ist wieso.


Die Intention ist toll! 
Mütter, die ihren Kinderbuggy-Insassen anstatt einem Nestel-Kinder-Keks-Quatsch mit 8 integrierten Würfelzuckern als Knisper-Knusper-Spass lieber alternativ eine Reiswaffel in die Patschehändchen drücken. Mit dem guten Gefühl, etwas Vernünftiges zu tun.

Und wieder landen wir unsanft auf dem Boden der Realität, wenn wir nur etwas näher hinschauen. Verdammt aber auch!





Etwas über zwei Jahre ist es nun her, da ist eine Meldung leider eher untergegangen, die eigentlich viel lieber alle erreichen hätte sollen. 

Unser Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte damals fest, dass da beim Reis wohl etwas schief läuft.

Um es klarzustellen: Ich mag den BfR-Laden aus sehr guten Gründen überhaupt nicht und ich zögere sehr, ihn zu zitieren. Und das nicht zuletzt deswegen hier.

Aber wenn selbst DIE einmal vor Lebensmitteln warnen, dann lohnt der nähere Blick auf das Problem meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Selbst wenn natürlich der Gedanke aufkommen könnte, dass unsere Landwirte vor Ort eher zurückhaltend beim Reis-Anbau sind und das BfR nunmal dem Bundesland-wirtschafts-ministerium untersteht. 


Also: Da sagen, die doch dass Reis und Reisprodukte ziemlich viel Arsen enthalten.
Und Arsen ist jetzt mal nicht unbedingt das, was man in Lebens(!)mitteln erwarten würde.
Es sei denn, man hat einen neidischen nahen Verwandten mit Spitzenhäubchen - und man selbst hat gross im Lotto gewonnen.


Und weiter sei bei den Untersuchungen aufgefallen, dass "zum Beispiel Reiswaffeln höhere Gehalte an anorganischem Arsen aufweisen als Reiskörner". 

Und in diesem Dokument schrieben sie dann

"Der zweithöchste Gehalt an anorganischem Arsen wurde für die Gruppe der Säuglingsnahrung auf Reisbasis ermittelt".

Was natürlich blöd ist, wenn - wie sie ebenfalls feststellen - ausgerechnet die kleinsten der kleinen auf Arsen in wesentlich weniger hohen Dosen schon wesentlich weniger vorteilhaft reagieren.

Es wurden dann von der EFSA ( = Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit) mal wieder Grenzwerte festgelegt und gehofft, die Lebensmittel-Industrie würde das schon selbst und in Eigenverantwortung regeln...



Und - OH WUNDER - wie man nun erfährt sind (die Grenzwerte so festgelegt worden, dass die Industrie diese für Arsen) in einer aktuellen Untersuchung tatsächlich bei allen getesteten Produkten unterschritten.

Jubel? Friede, Freude, Reiskuchen? Feierabend?
Äh... nein, leider noch lange nicht.


Denn die Stiftung Warentest verpasst aktuell bei gleich 6 von 31 Produkten die Note mangelhaft. Und die Begründung, die hat es wirklich in sich!


Phosphan, Tricyclazol, Carbendazim, Thiamethoxam,  Aflaxtoxin B1 und Methylbromid...
Pestizidrückstände, wohin das tränende Auge reicht.

Bei zwei der Sorten waren die Grenzwerte derart überschritten, dass man den Reis so eigentlich gar nicht hätte verkaufen dürfen!

Das waren der 

- Basmati-Reis von Fair East (fair, soso) und der 
- Satori Asian Style Basmati-Reis gekocht (Mikrowellen-Reis) von Netto Markendiscount.

Und es geht weiter mit den Hiobsbotschaften:

- Basmati Reis Vollkorn von Alnatura (bio!) und der 

- Bio Basmati Reis Vollkorn von dm waren beide mit Phosphan belastet.

Blablabla unter Grenzwert, Ihr wisst ja > aber(!):
Phosphan ist bei Ökoreis verboten!

Mein Bauchweh gegenüber dem Alnatura-Label hat sich so erneut gerechtfertigt gezeigt. Was macht Ihr denn bitte für einen Scheiss, Ihr bringt eine ganze Branche in Verruf!?
Ja, Du auch, dm!


Aber den Knüller habe ich mir für den Schluss aufbehalten:
Die Grenzwertüberschreitung des Mikrowellenreis von Netto bei Tricyclazol kommentierte der Discounter schulterzuckend mit dem Satz "Der Reis wurde schon 2017 importiert".

Da galt der Grenzwert noch nicht. Und deshalb darf man 2018 dann seinen Kunden das bisschen Grenzwertüberschreitung zumuten. Weil man ihn ja 2017 gekauft hat.
WOW! Das leuchtet arm - äh - natürlich ein... Mann, Mann, Mann!


Fazit:
Die Stiftung Warentest kauft ihre Testprodukte aus den Regalen der Händler ein.


Das bedeutet: Die selben Produkte hättet Ihr genauso im Einkaufswagen gehabt, wie sie ins Labor gegeben worden sind. Und es waren nur Stichproben.

Ich schliesse also daraus,

- 1 -
dass die Lebensmittelkontrollen bei Reis absolut unzureichend sind.

- 2 -
Und weiter ist klar, dass die aktuellen Produktionsmechanismen von Reis, der bei uns in Deutschland verkauft wird offenbar besonders anfällig auf Pestizid-Rückstände sind, und zwar mit Überschreitung der Grenzwerte (die nebenbei bemerkt ohnehin viel zu oft zu hoch sind).


- 3 -
Arsen ist zwischenzeitlich akzeptiertes Beiwerk, und die Grenzwerte von der EU festgelegt, da kann man ja mal überlegen, ob man denen vertrauen will oder nicht. Ich eher nicht, nach allen Erfahrungen der letzten Jahre... Ausserdem scheint klar, dass das Eindampfen (Babynahrung) und die Verarbeitung (Reiswaffeln) den Gehalt von Arsen anheben, ganz ähnlich, wie man das auch bei Glyphosat beobachtet. Rice-Crispies dürften demnach dem selben Schicksal unterliegen.

- 4 - 
Das Biolabel (mindestens von dm und Alnatura) bietet hier keinen Schutz.

- 5 -
Und wenn es gesetzlich ok ist, dann gibt es doch tatsächlich Händler, die ihren Kunden den Reis auch mal über Grenzwert servieren. Was für eine Frechheit!


Pestizid-Rückstände können problematisch für die Gesundheit sein, das ist uns allen klar, denke ich. Aber vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sind die negativen Effekte wirklich sehr oft besonders ausgeprägt. Spätere Lernschwierigkeiten und andere Fehlentwicklungen sind typisch bei einer Exposition, auch wenn die Kinder oft nicht direkt Symptome zeigen sind es oft die Langzeitwirkungen von chronischen Aufnahmen, die uns Sorgen bereiten sollten.


Deshalb Baby, gibt es - zumindest bei uns - keinen Reis.



Mein Schlusswort widme ich jenen, die ich eingangs erwähnte habe.
Das Schlusswort geht an das BfR...

Ihr schreibt da ganz richtig in Eurer Arsen-Einschätzung - Zitat :
"Verbraucher können nicht erkennen, wie hoch die Arsengehalte in ihren Lebensmitteln sind."

Richtig. Das können die Verbraucher bei Glyphosat leider auch nicht. Nicht wahr?!


Bis später.




Weiterführende Links:
BfR - Arsen und Reis Dokument 1
BfR - Arsen und Reis Dokument 2 (ausführlich)
Unabhängige Einschätzungen zu Arsen und Reis von foodwatch

Stiftung Warentest (inkl paylink 2 Euro): Reis
Pressebericht t-online

Pressebericht t-online (Historie, von 2010)
Pressebericht WAZ



Und noch ein Hinweis exklusiv an unsere aktiven KKler:
Reis ist abgesehen von den obengenannten Gründen für Abnahmebemühungen leider hinderlich und sollte - falls trotzdem gewünscht - nur am Pausentag verzehrt werden. 

Die kurzkettigen Kohlenhydrate wirken sich ähnlich ungünstig wie bei Brot, Getreideprodukten allgemein, Pasta, etc. aus. 
Für die Wirkung, die wir uns allerdings vom Pausentag erwarten ist Reis tatsächlich eine gute Wahl. Am besten eben ohne Pestizide, der Testbericht nannte zunächst "Golden Sun" von Lidl zum Testsieger, allerdings haben die zwischenzeitlich die Sorte und Herkunft geändert, und die sind nicht getestet worden. Andere Marken, die gut abschnitten: Tilda, Davert, Le Gusto (Aldi Süd). K-auft K-lug.

Die Kokosöl-Reprise

NachgehaKKT
Die Kokosöl-Reprise
Kokosöl-Kontroverse: revisited.



Nun ist ja seit dem Vorfall, der die Kokosnüsse in der ganzen Welt erbeben liess, zwischenzeitlich schon etwas Rhein den Bach runter geflossen, doch die Gemüter haben sich noch immer nicht wirklich allenthalben beruhigt.






Die gute Frau Professor Dr. Dr. Karin Michels hat da wirklich einen erstaunlichen Erfolg hingelegt. Immerhin hat das viral verbreitete Video derzeit über 1,3 Millionen Klicks. (Dazu noch etwas am Ende...).

Was einigen vielleicht entgangen ist, sei hier kurz noch nachgetragen.

1) Die Uniklinik Freiburg hat im Nachgang ein Video geschaltet, das Ihr hier anschauen könnt.


Aha! "Pointiert und zugespitzt". "Nicht verunsichern". "Unglückliche Wortwahl".
Gut, man hat wohl ein Einsehen.
Aber... was ist denn nun mit den verstopften Blutgefässen?
War das auch "unglückliche Wortwahl" und "pointiert"?



2) Abgesehen von diesem Rück-Ruderer gibt es auch ein relativ bemerkenswertes Statement von der Frau Professor, das Ihr hier anschauen könnt.

Dort hat sie wohl versucht, den unangenehmen Teil der Reaktionen ein wenig zu besänftigen. Enthalten sind unter anderem auch die Quellen, auf die sie sich bezieht.
Und dann steht da "Seit einiger Zeit ist das Gerücht aufgekommen, dass gesättigte Fettsäuren nicht der Gesundheit schaden."

Gerücht. Soso. Können wir uns wenigstens darauf einigen, dass es sich um ein mit Studien hinterlegtes "Gerücht" handelt, Frau Professor?

Ich vermute mal, sie hat ihre eigenen Literatur-Quellen im Vertrauen darauf 
geteilt , dass niemand reinschaut. Hm. Hab ich aber.

Und dort steht - wenn man dem Dokument zur Fussnote 3 folgt - doch glatt:
"These limited data raise the possibility that coconut oil may not increase LDL-C as much as predicted" und weiter "These data suggest that cholesterol synthesis is lower during diets rich in coconut fat[...] compared with diets rich in butter


Auf Normal-Deutsch: 
"Die Test zeigten, dass mit Kokosöl der unerwünschte Cholesterin-Anteil weniger stark anstieg als erwartet" und "Die Daten legen nahe, dass die Cholesterin-Bildung geringer ausfällt als bei einer Ernährungsweise, die stärker auf Butter setzt".

Okay. Also. Selbst wenn man immer noch feste an das Cholesterin-Märchen glaubt, was hoffentlich immer weniger tun - wäre Kokosfett IMMER NOCH weniger unvorteilhaft als Butter. 


Uuuund... wer hatte die Butter nochmal mit viel teurem PR-Aufwand verteufelt?
Achja, das war die Margarine-Industrie...

Also die, die jetzt auf ihre Produkte Warnhinweise für Schwangere, Stillende und kleine Kinder anbringen. 
Nun.... ja.

Jetzt stehen wir also noch vor dem Rätsel, wieso die Wissenschaftlerin mit dem Hang zur Kokosöl-Phobie zu so eisenharten Rückschlüssen kommt. 
Obwohl ihre eigenen Quellen das Gegenteil beinhalten von dem, was sie werbewirksam losgetreten hat. Oder zumindest begründete Zweifel beinhalten, da es ja gegenteilige Ergebnisse gibt.



Ich bleibe dabei: Ich sehe keinen Anlass, sich das Kokosöl vom Löffel stehlen zu lassen.
Und die Butter ebenso wenig.

Vielleicht ist Kokosöl ja später auch für die anderen wieder ok, z.B. wenn man einen Weg gefunden hat, sie genetisch zu verändern und ein Patent darauf anmelden durfte.


Ich schliesse die Reprise mit der nachdenklichen Bemerkung:
Ich habe ja auch Kontakte zu anderen Ernährungs-Menschen überall auf der Welt.
Und wisst Ihr, was komisch ist? Die erzählen doch glatt alle, das zufällig zur gleichen Zeit wie das Video seinen Siegszug begann auch bei ihnen - also quasi überall auf der Welt -
gleichzeitig irgendein Wissenschaftler den Anti-Kokosöl-Blues losgetreten hat.

Tja - Zufälle gibt's.
Manchmal auch nicht.


Bis später.




PS/Bonustipp: 

Kostenlose unfehlbare Anleitung für ein virales Video
Gebe Deinem Video den Titel "________ ist das reine Gift"
und setze an die leere Stelle irgendetwas ein, das gerade von vielen in der Küche sehr gerne verwendet wird. Achtung: Avocado war schon letztes Jahr...
Gerngeschehen. Nicht dafür.




Mittwoch, 15. August 2018

Ist Kokosöl das neue Gift?

KKommentar
Kokosöl ist das reine Gift. Oder?!
Eine Reaktion auf den Fachvortrag Ernährungsmythen von Frau Prof Dr. Dr. Karin Michels


Ernährung ist ein Thema, das immer zieht. Sagt sie.
In einem sehr selbstbewusst und überzeugend vorgetragenen Auftritt, der derzeit in den sozialen Medien die Runde macht leitet uns Frau Professor durch den Irrgarten der Ernährungsmythen.


Eine ganze Reihe von ihren Aussagen zu den Ernährungsmythen würde ich so oder in leicht abgewandelter Form auch sofort mit unterschreiben. 


Ihre Ansichten zum Mikrobiom, gegen verarbeitete Lebensmittel mit endlosen Zutatenlisten, dass sie Nüsse toll findet, die Warnung vor dem Fruktoseanteil im Zucker und die Verbindung zur Fettleber, der wiederholte Fingerzeig auf nicht ungefährliche Pestizid-Rückstände, der Hinweis auf den Umstand, dass die Hälfte der Bevölkerung einen Vitamin-D-Mangel hat, und der Argwohn gegenüber dem Wort "Superfood"...


Alles gute Punkte, die eines Vortrags mit der Überschrift "Prävention für ein gesundes Leben" absolut würdig sind.


Aber dann ist da diese Aussage, die besonders Furore macht und - gemäss der Reaktionen im Netz, und im Publikum dort - wohl eine Menge Leute zweifeln lässt, ob ihr Glas Virgin Coconut Oil (VCO) oder eben einfachdeutsch: Kokosöl denn jetzt in den Abfall gehört oder nicht.

Sie ist davon ja sehr überzeugt, denn sie sagt

"Kokosöl ist eines der schlimmsten Nahrungsmittel, das sie überhaupt zu sich nehmen können"


und weiter

"Kokosöl ist reines Gift"


Ein Raunen geht durchs Publikum.
Auch ich wippe hippelnd auf meinem Stuhl vor der YouTube-Aufzeichnung.
- Wieso denn das jetzt auf einmal?!

Herzinfarktgefahr...
- Aha. Und wie das?


Kokosöl enthalte besonders viele gesättigte Fettsäuren. Deshalb.
- Ah. Das.


Und die AHA (American Heart Association) hat ein Statement herausgegeben, das das bestätigt, was sie schon länger sagt. 
- Oha. Die. Soso.


Während sie bei einigen Ernährungsdingen wie Eier/Cholesterin und Fruktose auf relativ taufrischem Stand zu sein scheint, führt sie uns ausgerechnet bei den Fetten also wieder ganz auf Anfang. Auf den Anfang, der die Fettphobie in die Köpfe und die Lightprodukte in unsere Regale gespült hat. Weia.

Die gesättigten Fette sorgen für einen höheren Cholesterin-Spiegel und somit zu einem höheren Herzinfarkt-Risiko. Das ist das Ancel-Keys-Märchen vom bösen Fett, wiederbelebt. Wie schade.

Ich dachte wie wären endlich weiter in dieser Angelegenheit. Aber nein. Immer noch...

Wenn wir von Daten sprechen, dann haben wir bei uns in den letzten sieben Jahren trotz wiederkehrenden Einsatzes von Kokosöl bei den Blutwerten der Teilnehmer zigfach das Gegenteil gesehen. Sämtliche Marker, die auf ein Herzinfarkt-Risiko hinweisen würden haben sich mit der Ernährungsumstellung überwiegend - und vor allem bei den kkonsequenten - verbessert. 
Wieso das, wenn sie Recht hätte?

Und wieso ist das aktuell noch immer wie Smarties verschriebene Gegenmittel Statine gegen das Cholesterin-Problem denn dermassen unwirksam, dass man 300 Menschen ein Jahr mit Statinen malträtieren muss (NNT=300!!!), um bei einer Person überhaupt den Herzinfarkt zu verhindern, wenn das stimmen würde? Ist das nicht ein ernster Hinweis darauf, dass man die Cholesterin-Lüge jetzt endlich mal ad acta legen sollte, selbst wenn man wie Frau Prof. Michels in Harvard seine Sporen verdient hat?

Ja, aber die AHA. Die haben ein Statement... Ein Statement. Genau. 
Es gibt da ein paar Berichte zu Sponsoren der AHA, die aufmerken lassen und eine unvoreingenommene Einstellung infrage Stellen. Da wären Coca Cola. Und die Soja-Industrie.
Die einen, die vermeiden wollen, dass man auf Zucker als Hauptverursacher schaut. Und die anderen, vielleicht auf der Suche nach neu geschaffenen Absatzmärkten für Soja-Öl? Die Einflussnahme auf solche Organisationen ist immens und in der Vergangenheit hat sich wieder und wieder gezeigt, dass man mit Sponsorengeldern Gefallen wie "Statements" durchaus gerne mal durchwitschen lässt.

Und im Bereich der Ernährung tobt in den USA sehr aktuell ein PR-Kampf, dessen Ausmass so noch nie da war. GMO (Gentechnisch veränderte Organismen) ist toll. Zucker ist harmlos.
Organic (Bio) ist schlecht. Avocado ist schlecht und jetzt - ist Kokosöl schlecht.

Alles wird dort allzuoft übrigens von den selben "Spezialisten" kolportiert, die nebenbei auch Plastik gut reden, den Klimawandel infrage stellen, obwohl wir einen Hitzerekord nach dem anderen verzeichnen und Glyphosat harmlos finden.
In Personal-Union. Die gleichen Leute. Selbstverständlich ohne jede Verbindung zur Industrie. Bis man sie ihnen nachweist. Falls sie in den sozialen Medien überhaupt unter ihrem echten Namen auftreten. Und ihre Follower tragen das dann weiter und entwickeln teils sogar echten Fanatismus dabei. So, wie wir das bei uns auch in Deutschland sehr ähnlich bei Glyphosat erleben.

Es wird nicht lange dauern, bis das auch zu uns herüberschwappt, Teile davon erleben wir ja bereits, und ich fürchte - so richtig Frau Professor Michels bei den anderen Mythen zum Teil liegt - hier ist sie exakt in den Sog dieser Welle geraten, offenbar in Kombination mit ihrem eigenen Vorurteil, denn sie hielt ja nach eigenen Aussagen Kokosfett ja schon immer für schlecht.


Ich gebe Ihr recht: Transfette. Unbesehen. Nicht gut.
Künstlich gehärtet. Böse.

Aber das mit den gesättigten Fetten... Sorry. Nope.
Da waren wir wirklich schon weiter. 


Und was mich extrem verwundert: Über Palmfett, das immer mehr in den stark verarbeiteten Lebensmitteln stattfindet und selbst in sonst industrienahen Institutionen wie der EFSA aus ganz anderen - meiner Meinung nach berechtigten Gründen - seinen Gegner findet - verliert sie kein Wort? Warum?


Nein - alles, was ich in den letzten sieben Jahren sah, deckt sich nicht mit diesem "fetten" Teil des Vortrages, wenngleich ich ihr für die Aufmerksamkeit gratuliere, die sie damit erzeugt hat.

Ich empfehle im Kontrast das Video hier, da unterschreibe ich jedes Wort, das zum Thema Fett gesagt wird.


Ich halte ihre Empfehlung, mit Olivenöl anzubraten auch für gar keine gute Idee, da ist Kokosfett einfach besser geeignet. Kalt und im Salat in vernünftiger Qualität (meist um die 15 Euro der Liter) ist Olivenöl - wenn man auch hier die Pestizid-Rückstände irgendwie meiden kann - eine gute Idee.

Fazit:
Ich sehe also keinen Anlass, unsere Empfehlung pro Kokosöl (VCO) abzuändern, im Gegenteil, unsere Datenlage ist absolut konträr zu dem, was uns die Frau Prof Michels erzählen will. Keinen Grund, das Glas in die Tonne zu werfen, keinen Grund, die Lieferung VCO abzubestellen. Wer Herzinfarktrisiken meiden will kontrolliert seinen Zuckerkonsum und lässt das Rauchen bleiben. Halte ich für wesentlich wirkungsvoller.


Aber was ich gerne noch von ihr sehen möchte ist, wie sie auf die Aussage kommt, dass Fette, die bei Raumtemperatur fest werden sich eher in den Blutbahnen ablagern. Dazu habe ich nämlich überhaupt gar nichts gefunden. Und es deckt sich auch überhaupt nicht mit der mir bekannten Logik, die in der Verstoffwechslung der Fette liegt.

Bis später.




Bonus-Kritik/Ergänzungen zu ihrem Vortrag:
Hier endet erst einmal der Teil mit dem Kokosfett, aber ein paar Mal musste ich während ihres sonst teils wirklich guten Vortrages dennoch zucken...

Kalorien:
Vielleicht sollte sie sich das mit den Kalorien nochmal näher ansehen, die hält sie ja für eine Gewichtsregulierung ebenfalls als das Mass der Dinge. Würde das stimmen, dann würde man bei einer unterkalorischen Versorgung nicht zunehmen können. Das geht aber. Sobald man den Insulin-Spiegel regelmässig zu den Mahlzeiten in die Höhe treibt.

Fischöl:
Ich würde mich mit einer Empfehlung für Fischöl bei den aktuellen Herstellungspraktiken nicht aus dem Fenster lehnen, während man Ethoxyquin als Pflanzenschutzmittel aus gutem Grund vom Markt genommen hat, landet es über Fischprodukte und als Öl ziemlich sicher in konzentrierter Form wieder in unseren Körpern, weil es ja als Konservierungsmittel für Tierfutter und Brandschutzmittel für den Transport auf See achso gut geeignet ist. Diese Empfehlung kann meiner Meinung nach tatsächlich ein Schuss nach hinten werden.


HFCS - High Fructose Corn Sirup
Sie verdammt diesen Stoff vollkommen zurecht, auch die Hinweise auf Fruktose und Fettleber halte ich für zutreffend. Allerdings zeigt sich hier ihre Nähe zur USA - denn in der EU war HFCS lange Zeit durch eine Einfuhrbeschränkung auf 3% der Zuckerproduktion reduziert. Gleichwohl gab es auch dort schon Vorkommen von Fettleber bei Jugendlichen. Diese Beschränkung ist erst kürzlich gefallen, weshalb sich diese Entwicklung sehr wahrscheinlich beschleunigen wird. Dass die Fettleber vorher schon da war, sollte man als klare Warnung sehen, dass der allgemein hohe Zuckerkonsum und die von ihr erwähnte Hälfte Fruktose im gewöhnlichen Haushalts-/Industriezucker und Honig bereits ausreicht für den Schaden. HFCS ist übrigens - weil im Gerede bei uns auf den Zutatenlisten so nicht zu finden, das heisst Isoglukose oder einfach nur Glukose-Fruktose-Sirup oder Fruktose-Glukose-Sirup, je nachdem, was überwiegt. Nebenbei freue ich mich übrigens auf den Tag, wo jemand mal auf die Idee kommt zu hinterfragen, wieviel von dem Genmais über diesen Umweg jetzt trotz Verbot desselben jetzt in unsere Lebensmittel und Getränke Einzug hält. Nebst den dazugehörigen Pestizid-Rückständen, versteht sich.


Vitamin-D-Mangel
Sehr gut, dass sie das anspricht, das passiert mir noch viel zu wenig.
Erstaunlich die Zahl, dass die Hälfte der Bevölkerung betroffen ist. Erstaunlich auch, dass sie die Sonne für das Heilmittel hält. Denn in etwa die gleiche Zahl der Menschen leidet sowohl in Italien und Spanien am Vitamin-D-Mangel. Wieso, Frau Professor? Hier meine Sichtweise


Glutenfreie Ernährung
Zitat: "Aber es geht mir doch so gut, das höre ich immer wieder".
Ja, das höre ich auch immer wieder. Wäre es nicht einmal hinterfragenswert, warum das wohl stimmt? Hinweis: Es ist nicht das Gluten, dessen Meidung den Unterschied macht.

Vita
Ich möchte ein paar meiner Leser - die sich sofort angesprochen fühlen werden - auf die in der Vita genannten Veröffentlichungen/Studien hinweisen, die ihren Namen tragen. Das nur als Ergänzung.
Ihr wisst, was ich meine - wer nicht, nicht schlimm. 


Mikrobiom
100% korrekt - und ein sehr spannendes ergänzendes Video fürs Fachpublikum vom gleichen Kanal wie ihr Video - meine Empfehlung

Schluss für heut.

Montag, 16. Juli 2018

Next-Level-Propaganda gegen Muttermilch

NachdenKKlich
Die Propaganda gegen Muttermilch

Über die Macht internationaler Konzerne und ihre Auswüchse

Wie irgendwo hier schon einmal auf dem Blog erwähnt ist Muttermilch das einzige Lebensmittel, von dem man ein Leben lang überleben könnte, ohne irgend ein anderes hinzuzufügen.

Zahlen aus Untersuchungen in Bayern belegen, dass Kinder, die mit Babypulver aufgezogen werden ein bis zu 4x höheres Risiko auf Übergewicht im späteren Leben haben als jene, die bis anderthalb Jahre gestillt worden sind. Somit ist Muttermilch ein wichtiger Präventionsfaktor gegen die grassierende Übergewichtsepidemie.

Das weiss auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die zieht Muttermilch der Ersatznahrung vor und besteht mindestens im ersten halben Jahr auf das Stillen.





Wer heute eine beliebige Pulvermilch-Herstellerseite aufruft, wird einen immer ähnlich lautenden Hinweis lesen können, das Stillen das Beste für das Baby sei.

Dieser Hinweis auf den Webseiten geschieht nicht unbedingt freiwillig, eher widerwillig. 


Massgabe für die Werberichtlinien ist eine EU-Richtlinie (2006/141/EG, 22.12.2006), die den Herstellern klare Vorgaben machen, was die Werbung zur Ersatznahrung darf und was nicht. Grundlage für diese EU-Entscheidung war der Internationale Kodex zur Vermarktung von Muttermilch-Ersatzprodukten der WHO, zu dem man hier interessantes in den FAQ nachlesen kann. Die war damals schon eine Reaktion auf aggressive Werbestrategien, die Müttern einreden sollte, Muttermilch zu geben wäre etwas Schlechtes, Pulvernahrung sehr viel besser.




Jetzt ist das natürlich dem Milliarden-Geschäft der Hersteller wie Hipp, Danone, Nestlé und Co natürlich nicht zuträglich. Klar, es hindert ein wenig. Vor allem ist der Weg schon dann besonders steinig, wenn man auch nur Ersatznahrung zur falschen Zeit schon zufüttert. Die Kleinen sind dann nur noch schwer für das natürlichste Lebensmittel der Welt zu begeistern.

Immer, wenn irgendwo viele Milliarden verdient werden, dann steigt damit natürlich auch Macht und Einfluss derer, die diese Umsätze einsammeln.


Wie weit dieser politische Einfluss nun geht, konnten wir in der letzten Woche beobachten.

Im Frühjahr wollten hunderte von Delegierten bei der UN-Weltgesundheitsversammlung die Erkenntnisse um die Vorzüge der Muttermilch in einer Resolution einbringen.
Federführend waren 6 Länder, eines davon war Ecuador.

Die US-Offiziellen versuchten allerdings, weitreichende Passagen des Textes zu verhindern oder zu verwässern. 
Unter anderem ging es um Textpassagen wie 
"[...]Regierungen dazu auffordern, das Stillen zu schützen, zu fördern und zu unterstützen" und
"die Förderung von Lebensmittelprodukten zu beschränken, von denen viele Experten sagen, dass sie schädliche Auswirkungen auf junge Kinder haben"


Das, so die US-Delegierten, ginge gar nicht und sei abzuändern. 
Der Änderungswunsch wurde abgewiesen.

Und jetzt kommt's: 

Als das nicht funktionierte, begannen die US-Delegierten Druck auf jene Länder auszuüben, deren wirtschaftliche Macht geringer war, als Erstes bedrohte man Ecuador. Denen wurde recht unverblümt angedroht, dass man "wirtschaftliche Strafmassnahmen entfesseln würde und wesentliche militärische Hilfe zurücknehmen würde", sofern sie auf der Resolution bestünden.
Ecuador knickte ein.

Der anwesende Direktor der Interessenvertretung Baby Milk Action Patti Rundall meinte dazu:

"Was da vor sich ging, war gleichbedeutend mit Erpressung. Die USA nahmen die Welt als Geisel, und versuchten, nahezu vierzig Jahre des Konsens über den besten Weg die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern zu kippen 
- Patti Rundall, Direktor Baby Milk Aktion, UK


Am Ende verdanken wir es Russland, dass die Resolution dann doch noch fast im ursprünglichen Wortlaut eingebracht wurde und diese Erpressungsaktion scheiterte.

Dass dieser US-Vorstoss gerade jetzt kam, dürfte kaum ein Zufall sein.

Die US-Regierung, finanziert über Wahlkampfspenden von Milliardären und Grosskonzernen ist gerade unter Donald Trump vollkommen aus dem Ruder gelaufen.

Wesentliche Schlüsselpositionen im Kabinett, bei den Beratern und in anderen Regierungsfunktionen haben Trump und seine Leute mit Lobbyisten besetzt, der gerade zurückgetretene Scott Pruitt der Umweltagentur EPA ist mit seinen Skandalen da nur die Spitze des Eisbergs. Wer nach dessen Rücktritt auf Veränderungen hofft, wird enttäuscht, ersetzt wurde der Umwelt-Behörde-Boss durch einen Kohle-Lobbyisten.

Unter Trump haben diese Konzerne sozusagen die Blüte der Macht erreicht, und die Verquickung derer wirtschaftlicher Interessen mit internationaler Politik ist stärker denn je.


Kaum auszudenken, wenn jetzt die Freihandels-Mächte via TTIP schon so umgesetzt wären, wie das einst vorgesehen war.

Aber auch in Deutschland treibt der Kampf gegen die Muttermilch seltsame Blüten.
So gibt es eine wiederkehrende, sehr merkwürdige Empfehlung der Zahnärzte, deren kleine Patienten mit Molaren Inzisiven Hypomineralisation (MiH) bzw Kreidezähne oder Bröselzähne vorstellig werden. 


Diese wird als "Babyflaschen-Karies durch Stillen" (kann man sich mal auf der Zunge zergehen lassen) missinterpretiert, und den Müttern wird dringend geraten, sofort das Stillen einzustellen. 

Etwas Widersinnigeres und falsches kann man sich kaum Vorstellen. 
Oder wie würden denn die Babys ausschauen in den Ländern, in denen der Zugang zu Ersatznahrung verwehrt oder zu kostspielig ist? Alle zahnlos... 

Das allerdings ist mit einer MIH-Quote von aktuell 38% der Kinder unter 12 ein "Privileg" der Industrienationen.


Es bleibt dabei:
Muttermilch ist durch nichts zu ersetzen. Es gibt keine Überlegenheit von Ersatzprodukten und Mütter, die Probleme beim Stillen haben sollten sich in jedem Fall an kostenlose Helfer wie Vertreter der La Leche Liga oder die Hebammen wenden und gemeinsam mit ihnen versuchen, gleich zu Beginn den Stillprozess auf die richtige Bahn lenken.

Das beugt nicht nur Allergien vor, schont den Geldbeutel und sorgt für klügere Kinder, sondern erspart ihnen auf lange Sicht auch das Martyrium bei der Gewichtskontrolle.



Bis später.




Weiterführende Links:
Zugehöriger New-York-Times-Artikel


Deutsche Artikel:
Süddeutsche - Heilpraxis.net - RT Deutsch 

Wikipedia: Babynahrung
Hilfe bei Stillproblemen: La Leche Liga









Mittwoch, 16. Mai 2018

Erneut bestätigt: Glyphosat beeinträchtigt Darmflora, stört die Gene und die sexuelle Entwicklung

KKracher
Neue Studie bestätigt:
Glyphosat in als sicher geltenden Dosen bereits eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit

Betroffen sind auch Rattenwelpen von Muttertieren, die selbst keine Symptome zeigten

In einer neuen Studie belegt das Institut Ramazzini in Zusammenarbeit mit dem italienischen Gesundheitsministerium und der Universität Bologna negative gesundheitliche Effekte durch Glyphosat, und zwar bereits in Dosen, die von den Regulierungsbehörden als harmlos eingestuft werden. Und die wir in unserer bereits zwei Jahre andauernden eigenen unabhängigen Studie aufgrund der Ergebnisse auch in Menschen beobachten.






Hier die freie Übersetzung eines Artikels, der dazu heute im Guardian veröffentlicht wurde:


Neue Studie des Ramazzini-Institut:
Glyphosat stört nachweislich die Darmflora bei Dosierungen 'auf sicherem Niveau', so deren neueste Studie.


Neue Studie mit Ratten zeigt, dass die Chemikalie Glyphosat, die der ausgewiesene Wirkstoff in Monsantos Roundup, ein Unkrautvernichtungsmittel ist, "ein bedeutendes Problem für die öffentliche Gesundheit" darstellt.

Glyphosat, eine Chemikalie, die Bestandteil des weltweit am häufigsten verwendeten Unkrautvernichtungsmittels gefunden wird, kann laut einer breit angelegten Pilotstudie bei Ratten störende Auswirkungen auf die sexuelle Entwicklung, Gene und nützliche Darmbakterien bereits in Dosierungen haben, die derzeit gemäss den Behörden als sicher gelten.

Glyphosat ist der Hauptbestandteil von Monsantos Roundup-Herbizid und der Gehalt im menschlichen Blut hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten um mehr als 1.000% erhöht.

Der Stoff wurde kürzlich von der EU für einen verkürzten Zeitraum von fünf Jahren neu zugelassen. Aber Wissenschaftler, die an der neuen Glyphosat-Studie beteiligt sind, sagen, dass ihre Ergebnisse zeigen, dass sie "ein bedeutendes Problem für die öffentliche Gesundheit" darstellt.

Einer der Autoren des Berichts, Daniele Mandrioli, am Ramazzini-Institut in Bologna, Italien, sagte, dass signifikante und potenziell schädliche Wirkungen von Glyphosat bei den Darmbakterien von Rattenwelpen entdeckt worden seien, die von Müttern geboren wurden, die selbst nicht betroffen zu sein schienen.

"Das sollte nicht passieren und es ist ziemlich bemerkenswert, dass es so ist", sagte Mandrioli. "Eine Störung des Mikrobioms ist mit einer Reihe von negativen gesundheitlichen Folgen verbunden, wie Fettsucht, Diabetes und diverse immunologische Probleme."

Prof. Philip J. Landrigan, von der New Yorker Icahn School of Medicine, und auch einer der Forscher, sagte: "Diese ersten deutlichen Warnungen müssen in einer umfassenden Langzeitstudie weiter untersucht werden." Er fügte hinzu, dass sich ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen der Chemikalie als langfristiges Krebsrisiko manifestieren könnten: "Das könnte eine große Anzahl von Menschen betreffen, angesichts des weltweiten Einsatzes von Herbiziden auf Glyphosatbasis."

Seit eine Agentur der Weltgesundheitsorganisation - die International Agency for Research on Cancer (IARC) - das Glyphosat im Jahr 2015 als "wahrscheinliches menschliches Karzinogen" eingestuft hat, ist es besonders umstritten.

Die US-amerikanischen und europäischen Regulierungsbehörden hielten Glyphosat dennoch für zulassungsfähig, ein Umstand, der von zahlreichen Kritikern des Stoffes nicht zuletzt wegen der bevorzugten Verwendung geheimer Industriestudien durch die Regulierungsbehörden sowie Experten mit angeblichen finanziellen Verbindungen zu Monsanto, stark verurteilt wird.

Die US-Firma, die seit Kurzem von Bayer in einem Deal im Wert von mehr als 60 Milliarden Dollar übernommen werden soll befindet, dass sie zu Unrecht von „aktivistischen Wissenschaftlern“ mit unlauteren Hintergedanken angegriffen wird.

Scott Partridge, Monsantos Vizepräsident für globale Strategie, sagte gegenüber dem Guardian:
"Das Ramazzini-Institut ist eine aktivistische Organisation mit einer Agenda, die sie im Rahmen ihrer Crowdfunding-Bemühungen nicht bekanntgegeben haben. Sie wollen ein Verbot von Glyphosat unterstützen und haben eine lange Tradition in der Abgabe von Gutachten, die jedoch nicht von Aufsichtsbehörden unterstützt werden."

"Hier geht es nicht um echte Forschung", fügte er hinzu. "Alle bisherigen Forschungen haben gezeigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs gibt."

Im Jahr 2017 wurde das Ramazinni-Institut von Mitgliedern des US-Kongress kritisiert, der das Institut mit Mitteln ausgestattet hatte. US-Kongressteilnehmer haben kürzlich auch die Finanzierung des IARC infrage gestellt.

Die neue Pilotstudie, vom Ramazzini-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Bologna und dem italienischen National Health Institute durchgeführt, beobachtete die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat auf Sprague Dawley Ratten, die mit dem von der US-EPA festgelegten sicheren Grenzwert von 1,75 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht dosiert gefüttert worden waren.

Zwei Drittel der bekannten Karzinogene seien mit der Rattenart Sprague Dawley entdeckt worden, sagte Mandrioli, weitere Untersuchungen seien notwendig, um langfristige Risiken für die menschliche Gesundheit festzustellen.

Die Pilotforschung konzentrierte sich nicht allein auf Krebs, fand jedoch jetzt schon Beweise für die Bioakkumulation von Glyphosat bei Ratten und Veränderungen in der reproduktiven Gesundheit.

"Wir sahen eine Zunahme der ano-genitalen Distanz in der Formulierung, die von besonderer Bedeutung für die reproduktive Gesundheit ist", sagte Mandrioli.
"Es könnte auf eine Störung des normalen Niveaus der Sexualhormone hindeuten."

Die drei Peer-Review-Papiere der Studie werden im späteren Mai in Environmental Health veröffentlicht, bevor eine Follow-up-Studie im Wert von 5 Mio. € durchgeführt wird, in der das sichere Niveau mit mehreren anderen Dosen verglichen wird.


Wie immer, wenn unabhängige Studien einen negativen Effekt von Monsantos Geldmaschine Glyphosat zeigen, werden nicht die Ergebnisse kommentiert, sondern auch in diesem Fall lediglich die Wissenschaftler selbst angegriffen. Offenbar gehen Monsanto in Anbetracht all der Studien, die negative Auswirkungen belegen, langsam die echten Argumente aus. 

Tatsächlich müssen wir uns allerdings die Frage stellen, wieso mehr und mehr Studien ausserhalb des Regulierungsprozesses all diese negativen Eigenschaften zeigen, aber immer noch geflissentlich ignoriert werden. Das wirft kein gutes Licht auf jene, die sich um die Sicherheit unserer Lebensmittel und die Gesundheit der Bevölkerung zu kümmern haben.

Gestern zuletzt wurde dem Bundesinstitut für Risikobewertung in einem Sonderausschuss des Europa-Parlaments erneut vorgeworfen, signifikante Vorkommen von Tumoren zunächst jahrelang einfach übersehen zu haben, und dann - beim Nachreichen einer weiteren Bewertung als Reaktion auf das IARC-Urteil - diese zwar bestätigt zu haben, aber sie dennoch ignoriert und einer Wiederzulassung trotzdem grünes Licht gegeben haben.

Der EP-Sonderausschuss PEST soll die Merkwürdigkeiten rund um den Wiederzulassungsprozess näher durchleuchten. Seine Arbeit steht noch relativ am Anfang und sollte mit Spannung verfolgt werden.

BfR-Präsident Andreas Hensel sagte in der Anhörung gestern einen bemerkenswerten Satz: "Wenn Glyphosat fällt, dann müssen wir ja alle anderen Pestizide auch nochmal näher anschauen."

Richtig, Hensel!
Aber exakt das wäre eigentlich Dein verdammter Job.

Glyphosat ist mehr als angezählt und es ist traurig zu wissen, dass viele Menschen auf dem Weg zum Verbot aufgrund der verantwortungslosen Haltung der Regulierer noch weiter gesundheitlich geschädigt werden, ohne dass der Bevölkerung das Ausmass wirklich klar ist.


Bis später.


Weiterführende Links:
Original-Artikel Guardian
Video: Gift im Darm - über die Auswirkungen von Glyphosat auf die Darmflora

Pressemitteilung des Istituto Ramazzini mit weiteren Details
Die 3 peer-reviewten Manuskripte der Studien




Freitag, 20. April 2018

Bleierne Schwere im Kopf

DuKKriegstDieTürNichtZu
Das neue Blei im Wilden Westen
Jetzt auch in Kindsköpfen

Eine Story, die zwischen Echo-Eklat, Gürtelarabern, Macron-Besuch und den bösen Russen irgendwo beinahe zwischen den Ritzen der Zeit verloren gegangen wäre, konnte ich gerade noch kurz vor dem Verschwinden im News-Nirvana am letzten Eck-Zipfel erwischen.

Und nachdem ich sie mit wachsendem Unbehagen gelesen habe, dachte ich mir sie wäre etwas für hier. Und absolut wert, übersetzt bzw kommentiert zu werden.


Da ist diese grosse amerikanische Stadt. Chicago. 
Gross im Sinne von "hier wohnen mit 2,72 Millionen so viele Einwohner, dass sie sogar die drittgrösste der gesamten Vereinigten Staaten ist". 

Und wie jede andere zivilisierte Stadt haben die Einwohner dort Zugang zu Wasser.
Leitungswasser. Hahn auf, Wasser raus, Hahn zu. Ihr kennt das alle...


Jetzt ist blöderweise irgendwann vor ein paar Jahren herausgekommen, dass an einigen Stellen richtig dolle Blei im Wasser ist. Vorangegangen war in der Nachbarschaft im Ort Flint (Michigan) eine erste Untersuchung, die gezeigt hat, dass das Wasser dort hochgradig mit Blei belastet ist.

Und so beschloss Chicago also auch, das Trinkwasser auf Rückstände zu testen.
Tausende von kostenlosen Test-Kits wurden von der Stadt an die Einwohner ausgegeben, eine Webseite sollte die Bürger zeitnah und regelmässig informieren, wie es um die Sache steht und wie die Testergebnisse ausfallen. 


Aber dann, als die ersten Resultate aus dem Labor zurückkamen, da war auf einmal das grosse "Shhh" und "Psssst" angesagt. 
Die Webseite wurde nicht mehr aktualisiert. Die Bürger nicht informiert. 
Und die Ergebnisse nicht veröffentlicht. 

So weit, so schlecht. Alles in allem sah das nach der Vertuschung der Werte aus. 
Und es gab da nicht viel, was ein einzelner Bürger hätte dagegen tun können.

Aber dann geschah etwas für uns hier Unvorstellbares... 


Die Presse dort begann Fragen zu stellen. Und die meinten das auch noch ernst...

So ernst, dass sie ab 2016 SELBST Testkits ausgegeben haben, bis heute 2.797 Stück, um genau zu sein.

Ja. Ich weiss. Unvorstellbar. Presse, die ihre Arbeit macht.
Und das auch noch wirklich investigativ.
Aber doch. Tatsache. Die haben das gemacht.

Schnell wurde klar, warum niemand mehr für die Webseite der Stadt zuständig war, denn die Ergebnisse legten nahe, dass das von der Stadt ausgegebene PR-Credo


"Chicago erfüllt und übererfüllt stets die Anforderung der Umweltschutzbehörde in Sachen Trinkwasser" 


so nicht weiter haltbar zu sein schien.

Denn der Chicago Tribune stellte fest, dass in 30% der Proben mehr Blei enthalten war, als es die US-Lebensmittelsicherheits-Dingens FDA (Food and Drug Administration) für eingeflaschtes Wasser als Oberlimit zugelassen hat. 

Und überhaupt Blei wurde sogar in 70% der Proben gefunden.


Grenzwertüberschreitungen. 

Und die einzige Art und Weise der Behörden damit umzugehen ist, 
die Ergebnisse feierlich im engsten Familienkreise zu beerdigen und tot zu schweigen.

Jetzt mag sich der Laie natürlich fragen: 

"Hey, was ist schon ein bisschen Blei im Wasser? Pffft!?"

Gute Frage. Sehr gute Frage...

Also, da wären die Kinder. Kleine Kinder. 

Die bekommen davon schwere Schäden am Gehirn und im Nervensystem. 
Ihre Entwicklung wird stark gebremst und sie bekommen Lernschwierigkeiten. 

Ausserdem kann es zu Sprach- und/oder Hörproblemen kommen. 
Vor allem aber macht es die Kinder in einer bemerkenswerten Weise agressiv.
So, dass manche sich selbst nicht wiederkennen. Und die Eltern ihre kleinen sowieso nicht mehr.


In der Folge haben sie dann einen niedrigeren IQ, haben Aufmerksamkeitsstörungen und schlechte Schulnoten: Kurz, alles was man für eine Berufskarriere mit guten Zukunftschancen nicht braucht. 

Als guter US-Bürger informiert man sich dann auf der Webseite der dafür zuständigen CDC (Center of Disease Control). Und was liest man da? 

Ausser den eben angesprochenen Entwicklungsschäden?

Richtig... 


Hauptkontaminanten sind Farbe, Feinstaub (wohl auch noch Restbestände vom verbleiten Benzin...), traditionelle Medizin(!), wie sie der spanisch-stämmige(!) Teil der Bevölkerung bei Magenbeschwerden verwendet, importierte(!) Süsswaren, importierte(!) Spielsachen, importierte(!) Kosmetik... 

Und dann irgendwo ganz weit unten in der Liste spricht man über die Möglichkeit des Trinkwassers, aber auch nur, wenn die Rohre Mist sind. Von "das kommt schon so an" ist vorsichtshalber mal nicht die Rede. Gewisse Wahrheiten würden die Bevölkerung sowieso nur beunruhigen... wir kennen das ja.


Aber richtig. In Chicago sind die Zukunftsaussichten ohnehin nicht mehr besonders rosig. Seit dem TTIP-Geschwisterchen NAFTA sind dort gegen alle Versprechen eine Menge Arbeitsplätze nach Mexiko abgewandert.

Was braucht man denn da einen lästig-hohen IQ...? 

Wieso also die Bürger warnen? 
Und ihnen womöglich die Chance lassen, etwas gegen die Dauervergiftung zu unternehmen...

Machen könnte man seitens eh nichts. Ist ja kein Geld da.

Geld wirft man statt Leben zu retten lieber dafür aus dem Fenster um Leben zu nehmen...


Hahaha! ( < setzt hier im Geiste ein bösironisches Lachen ein)
Was für eine Bananenrepublik die Amis werden. Fsss...


Gottseidank ist das bei uns anders...
Gottseidank... *lachtränchenwisch


Obwooooohl...


Nur mal so angenommen, man würde in Deutschland eine Grenzwertüberschreitung messen, sagen wir... für Ackergifte... also zum Beispiel für Glyphosat.

Und nur mal angenommen, die Grenzwerte wären hartnäckig und nicht so einfach nach oben zu korrigieren, wie man das sonst gerne mal macht, wenn Grenzwerte überschritten werden. 


Zum Beispiel, weil die Grenzwerte EU-Grenzwerte sind.

Dann würde man diese Ergebnisse in Deutschland doch niemals unter den Teppich kehren... 
Oder!? 

Nein. Man würde Massnahmen ergreifen, die Kontamination eindämmen und so lange weiter testen, bis man sicher ist, dass die Vergiftungsquelle beseitigt ist? 

Und - man würde die betroffene Bevölkerung warnen und mit Gegenmassnahmen ausstatten, richtig?!



Äh... Nein....:


(Kopiert bitte hier aus Eurem Geiste das zynisch-ironische Lachen von oben in den Arbeitsspeicher des Hirns...)

Tja. Richtig. Wir sind genauso Banane wie die Amis.

Und schon alleine, weil unsere Bundeslobby... hust... land...wirtschafts...ministerin Julia Klöckner genau da drüben von den besten gelernt hat, wird sich so ein Verhalten mit Sicherheit auch in absehbarer Amtszeit nicht verändern.

Und keine Sorge. Von der Presse kommt hier niemand auf die Idee, da irgendwas zu testen.

Auch hier wird es wieder Bürger brauchen, wie wir das HIER mit den Urintests ebenfalls selbst auf die Beine stellen mussten.

Denn Behörden sind offenbar nicht nur in den USA damit beschäftigt, ungute Wahrheiten unterm Teppich zu halten. 


Und was unsere Presse betrifft. Die kann nicht. Die ist Russland. Und Syrien. 
Und bemüht, die Armut schön zu reden, die in Deutschland mehr und mehr um sich greift.



Wir ham se nicht mehr alle...



Aber wisst Ihr, was wirklich traurig macht? DAS HIER.


Wie Ihr seht, seht Ihr nix mehr. Das ist der Quelllink zu obigem Screenshot.

Mehr muss man über den Zustand der deutschen Presse nicht sagen.
Dafür zahlt man die Medienmaut Rundfunkbeitrag. 


Haben offenbar nicht einmal die Eier, ihren eigenen Beitrag für länger als anderthalb Jahre entgegen der Widerstände online zu halten. Würg!


Bis später...




Weiterführende Links:
Original-Bericht Chicago Tribune
Sekundärquelle Vice News

Montag, 19. März 2018

Die Neue ist da! Und sie ist Scheisse.

Meinung und Ausblick
Die Klöckner: Notre Dame.
Die neue Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft.


So isser halt - weg, der Schmidt.
Der Ankündigungsminister, Verschlepper, Lobbylover, Kükenschredderer, Weinköniginnenküsser und Käswürfelchen-Stipfer Christian Glypho-Schmidt ist weg.

Kein Abschied, keine Trauerreden, sang und klanglos verschwunden.


Endlich!

Zeit sich mal die Neue näher anzuschauen, also diese nette CDU-Dame von nebenan.

Die Einwechselspielerin vom unfähigsten Minister, den Deutschland je in ein Amt gehievt hat, ist seit vorgestern vereidigt. 


Und oh, kann die tolle Sachen sagen...:
"Das Landwirtschaftsministerium ist das 'Lebensministerium'", tönt sie.

Klingt das nicht klasse?

Naja, sie kennt sich aus, denn sie kommt ja "zurück".
Als Parlamentarische Staatssekretärin im selben Ministerium hat sie unter 
CSU-Ilse Aigner-artig gelernt, wie die Uhren so zu ticken haben, wenn die CSU das Lebensministerium im eisernen Griff behält. 

Und jetzt ist es ihres. Hurra!

Winzertochter. Ehemalige Weinkönigin. 

Aber Gottseidank noch vor Glypho-Schmidts Amtszeit. 
Hat sie nochmal Glück gehabt, kam davon. Ohne Küssen.

Und ab hier wird's jetzt auch schon ungemütlich...

Gelernt hat sie was man als junge Leaderin so wissen muss beim American Council on Germany, einem Partnerprojekt der... richtig Atlantik-Brücke

Das ist die Brücke, die jeder kennt, der das ZDF - ausser vielleicht für ein Sportereignis - nur noch einschaltet, weil er "Die Anstalt" schauen will. Denn wann werden schon mal Inhalte des Qualitätsfernsehens frühzeitig aus der Mediathek entfernt? Hast Du mitbekommen, oder?

Wenn nicht und Du diese Brücke nicht kennst, solltest Du Dir die 6 Minuten mal schnell Zeit nehmen um die Lobbyorganisation in dem Videoausschnitt mal eben kennenzulernen

Ich warte hier so lange...

-



-

Willkommen zurück.

Also, spätestens jetzt sollte klar sein, dass die Dame perfekt auf amerikanische Interessen eingenordet ist. Oder sagt man "eingewestet"? 
Immerhin sind die Bosse ja im Westen. Ich weiss es nicht. Eingenestet.

Und was jetzt ebenfalls klar sein sollte ist, dass die Presse ihre Amtszeit vermutlich in steter Regelmässigkeit unkritisiert lassen wird. 
Eher andersherum werden die Hauptschreiberlinge, die man eben im Video sah, vermutlich brav das schreiben, was man ihnen aufträgt.

Wer jetzt ein bisschen Ahnung von Saatgut, Ackergift und Pestiziden - achja, das mag Julia nicht, das Wort. "Das heisst Pflanzenschutzmittel", findet sie... 

Wo war ich?! 

Ach ja... Ahnung von Pestizidherstellern hat, der wird sicher wissen, dass die gerade auf der anderen Seite des Atlantiks ziemlich mächtig sind. 
Behörden wurden unterlaufen, die Politik und sogar Richter gekauft und wenn man gerade mal wieder in ein Land einmarschiert, dann wird sich nicht nur Öl und andere Rohstoffe untern Nagel gerissen, sondern - zack - hat man auch schon den Fuss in der Tür und tauscht die landesüblich lästige "Normalsaat" gegen Gentechnik aus. 
Klingt wirr? Unglaubwürdig? 

Naja, ist aber so, war so im Irak, war so in der Ukraine.
Die einstige Kornkammer der Sowjetunion spricht jetzt Monsanto.
Einfach mal über den Tellerand nach Osten schauen...: Isso.


Also nochmal, die eingenordete US-Julia wird natürlich denen nicht in die Quere kommen, denen sie ihre Karriere verdankt. Soviel ist klar. 

Und so darf es nicht verwundern, dass sie schon vor dem Amtsantritt mit Geniestreichen wie diesem hier für vorfreudige Ruhe unter den Aktionären sorgt...


War schon im letzten Blog, ich weiss. Aber ich finde diese Aussage einfach dermassen bemerkenswert...


Genau, Julia! Nicht nur, dass bereits 45% der EU-Bodenfläche mit persistentem Glyphosat kontaminiert ist - nein, jetzt muss man auch noch an die letzten Reserven verbliebener guter Erde ran. Um die im Dienste der wahren Dienstherren auch noch zu besprühen.

Weil man mit dem VERLUST von Anbaufläche die wachsende Menschheit so viel besser ernähren kann. 

Um so mehr verwundert nimmt man zur Kenntnis, dass sich Frau Glyckner "vehement für den Ausstieg von Glyphosat" entscheidet.

Und? Werden die Aktionäre panisch? 

Ne, die wissen ja, wie das läuft. 

Opium fürs Volk, denn Julia bekennt Lippen, aber der Brezelbub steckt im Detail... 

Denn sie weiss ja noch nicht wann ausgestiegen wird. 
Was soviel bedeutet wie "daran festhalten so lange es geht und niemand wirklich ernsthaft protestiert, noch lieber natürlich nie... "

Und eigentlich - nur so unter uns - will sie das Mittel ja wirklich gar nicht loswerden. 

Nein!

"Glyphosat ist ein Mittel von PRofis" (*hust Monsanto-Papers *hust)
für Profis." - sagt sie.
"Glyphosat ist ein Mittel von Profis für Profis" - Julia Klöckner - 


Letztere Profis sind die, die ihre Infos bestens abgeschirmt ausschliesslich vom Bauernverband, Bauernverbandsblättchen, Giftverkäufern bekommen. Und von Influenzern aus den eigenen Reihen, 
von denen sie gar keine Ahnung haben, dass die gar nicht so unabhängig sind, wie sie vorgeben zu sein. Sondern - im Gegenteil, mit den 
überzeugtesten Lobbyisten unter einer Decke und ständiger Tuchfühlung stecken. 

Glyphosat ist ein Mittel für Profi-T-s, dann stimmts. Und zwar auf Kosten der Gesundheit der gesamten Bevölkerung mit noch nicht im Ansatz abschätzbaren Folgen für Mensch und Umwelt.


Aber die Landwirtschaft ist in Sachen Glyphosat ja auch gar nicht das Problem. 
Neeeein, meint die Julia.






Hausmeister Krause. Der mit der Flasche ausm 
Baumarkt. Der ist schuld!
Der mit spitzer Zunge den Löwenzahn vor der Garage wegspritzt, wenn gerade keiner zuschaut. DER ist der Übeltäter! Jawoll! 

Und natürlich der Dauerbauern-Sündenbock - die Bahn. 
Die Deutsche Bahn ist der grösste Einzelverbraucher... 
Ja, das stimmt sogar. Aaaaber...

Was uns die Julia nicht erzählt ist, dass die Hobbygärtner nur einen Bruchteil des Ganzen ausmachen, nämlich gerade mal 40.000 Liter.
Von einem krebserregenden Mittel immer noch dümmlich viel.

Aber nichts gegenüber dem Verbrauch der Bahn. 
Grösster Verbraucher... 
Mit 80.000 Litern. 

Auch das ist bei einem krebserregenden Totalherbizid immer noch sackdumm viel, aaaaber... 

Da sind ja dann noch die 6.000.000 Liter, die mehr oder weniger im direkten Kontakt zu unseren Lebensmitteln ausgebracht werden... Ja, die sind nicht der grösste EINZEL-Verbraucher, aber der grösste GESAMT-Verbraucher. Schicker Taschenspielertrick.
Man merkt, die Frau ist auch PRofi.





Aber jetzt muss mir die Profi-Giftsprit... die PRofit-Julia doch bitte mal erklären, wie Krauses Spritzer in meine schönen Lebensmittel kommt?!

Oder - da ich nur äusserst selten a
uf den Gleisen speise - wie das Gift der Bahn in meinem Brötchen landet... 

NA? Julia...? Nichts. Dachte ich mir.


Jetzt kommen die Influenzer und Lobbyisten und sagen (komisch die Bundes-Jule sagt das auch? Kennen die sich?!) - dass der Verbrauch ja in den letzten Jahren um 30% heruntergegangen sei... 

Zack... jetzt hab ichs aber besorgt bekommen... Volle Breitseite...

Ja. Nein. Nicht ganz. Denn was die Influenzas und die Jule uns vergessen zu erzählen ist, wie das mit den Pestizid-Statistiken so läuft. 

Die eigentlich letzten zuverlässigen Zahlen von offizieller Seite sind von 2012.
Die kann man noch einigermassen als offiziell durchgehen lassen. 

Auch wenn der Report schon damals recht halbgar ablief. 

In einer Kleinen Anfrage im Bundestag vom letzten Jahr hat die Bundesregierung den Abgeordneten und den Interessierten von uns recht umständlich versucht zu erklären, dass es jetzt eigentlich gar keine zuverlässigen Verbrauchszahlen mehr gibt. 

Man hat die Mittel so geschickt miteinander vermengt und zusammengefasst, dass es aktuell gemäss der offiziellen Auskunft vollkommen unmöglich ist, echte Vergleichszahlen zu produzieren.


Die Verbrauchszahlen von Glyphosat wurden dermassen geschickt kaschiert, dass nachvollziehbare Verbrauchszahlen überhaupt nicht mehr erhältlich sind.
mfg - Die Bundesregierung

Aber Julia weiss Bescheid. 30% runtergegangen. 

Das muss sie aus ner Glaskugel haben, die offenbar nicht einmal die Dauer-Kanzlerin hat.

Ja, ich glaube auch, dass der Verbrauch ein wenig zurückgegangen ist, denn es gibt offenbar noch ein paar Landwirte, die die Warnzeichen nicht ignorieren.


"3 Kollegen mit MS in der direkten Nachbarschaft, einer mit Parkinson..."
Der Ertrag geht zurück, Acker werden unbrauchbar.


Da wird man stutzig, wenn man nicht vollkommen in Bauernverbands-Sosse schwimmt.
Der Protest ist immer noch leise, weil man offenbar Angst hat. Und eingeschüchtert wird.
Aber er wird mehr. Und deutlicher. Gut so.


Aber die 30% glaube ich schon deshalb nicht, weil die durchschnittliche Belastung aus unserer Langzeitstudie im Urin langsam aber stetig seit 2 Jahren ansteigt. Auch nach 1200 Menschen, von denen 70%+ belastet sind, ist das nicht anders... Erst letzten Monat haben wir sogar einen neuen Rekord gemessen.

Frau Klöckner hat das gleiche Problem wie jede Figurine in dem grossen Spiel, die in der CDU gross werden will. 


Die Parteispenden gehen nicht dort hin, weil man die Nasen der CDUler besser findet. Oder sie sympathischer sind (*hust Jens *hust Spahn).

Sondern weil man sich ganz klar den Zugang zu den Entscheidern erkaufen will. Und da ist schon viel zu lange die CDU die Partei, für die die Konzerne den besten "return of invest" bekommen.


Wie schlecht diese langen Perioden einer Partei an der Macht für unsere Demokratie sind, sieht heutzutage an mehr Stellen, als und das lieb sein kann. So wird man sich selbst dann noch dunkel an den Milliardenbetrug der Automobilindustrie in Sachen Diesel erinnern, wenn man sich nicht grossartig mit den Hintergründen beschäftigt hat.



Ausblick und Julias PLAN B


Mit der Ernennung von Julia Klöckner ins "Lebensministerium" wird der längst überfällige Umbau der Landwirtschaft, wird die Agrarwende auch weiter von Stillstand geprägt sein.

Es werden weiter kleinere Betriebe den grossen konventionellen Industriebetrieben weichen müssen. 


Es werden weiter munter die Äcker in Sondermüll verwandelt und weiter wird der Bevölkerung eine wachsende Dosis an Pestiziden über die Lebensmittel zugemutet. 

Das Grundwasser wird auch weiter vergiftet werden, ebenso die Bäche, Flüsse und Seen. 


Die nötige Kehrwende in Sachen Insekten- und Vogelsterben wird vorerst ausbleiben, und auch in Sachen Bienen können wir nicht hoffen, dass da in naher Zukunft etwas besser wird.    

Mit Klöckner wird weiter viel zu viel Kunstdünger ausgebracht werden und die Nitratwerte in Böden und Wasser weiter ansteigen. Die waren zuletzt ja dermassen hoch, dass die EU Deutschland wegen der Grenzwertüberschreitungen verklagt hat.

Und wie schon ihr Vorgänger So-Isser-Halt-Weg-Der Schmidt schärfere Regeln für die Landwirtschaft verhindert hat, so wird das auch die Klöcknerin tun.
Die Geldstrafe, die das nach sich zieht werden wir dummen Bürger bezahlen und die Landwirte, die auf die vernünftige Führung einer ausgebildeten Atlantik-Brücklerin vertrauen mögen vielleicht sogar böse erwachen.

Denn was irgendwie noch keiner wirklich auf dem Zettel hat ist, dass die EU sogar so weit gehen könnte, in den Gebieten mit besonders hoher Belastung die Landwirtschaft ganz zu verbieten. Und dann lieber Bauer Schorsch, zieh mal um mit Deinem Betrieb... Nicht so einfach? Genau.
Aber Schorsch, wenn Du dann aufgewacht sein wirst, und zur Glocken-Jule rennst, dann wirst Du genauso ausgesperrt werden, wie die Milchbauern auf dem Milchgipfen.
Weil so isse dann nämlich, die Julia. 


Und was - wenn man die Julia für all ihr Handeln verantwortlich machen würde?
Dass ihr die Fähigkeit zur Selbstkritik vollkommen abgeht, das hat sie ja vor nicht allzulanger Zeit schon gezeigt. Da wars noch nicht so lange her, dass sie bei der Landtagswahl als Kandidatin krachend gescheitert war. 

Und was raten einem die Clinton-Wahlkampfberater in einem solchen Fall?

Richtig:




Nach den Beweisen gefragt kam eine verblüffend logische Antwort:
Sie hätten entsprechende Emails mit der Endung ".ru" erhalten.
Tja, das ist natürlich... 



Böse Zungen behaupten ja hinter vorgehaltener Hand, sie hätte sich von ihren Ami-Freunden eine US-Demokraten-Tastatur schicken lassen. Für den Fall aller Fälle. 
Da ist dann ein leider immer populärer werdender Knopf gleich mit eingebaut...





Diese Personalie ist eine Katastrophe.

Während Schmidt einfach nur untätig zugeschaut hat und sich von den Lobbyisten zu merkwürdigen Dingen treiben liess, so wird Julia Klöckner selbst ganz aktiv am Fortgang der Umweltkatastrophen mitarbeiten, die uns die industrielle Landwirtschaft beschert.

Und das Allertraurigste ist, dass sie jetzt nicht wie Schmidt mit Barbara Hendricks im Umweltministerium ein starkes Gegenüber verloren hat.

Dort wird sich die Neue erst einmal beweisen müssen. Ich hoffe, sie fährt auch nach Argentinien aufs Land. Das ist heilsam. Sehr heilsam.



Bis später.


Weiterführende Links:
Klöcker, die Konventionelle (Deutschlandfunk)
Glyphosatbelastung in der Bevölkerung
Insektensterben und die Folgen

Vogelsterben
Bienensterben
EU-Klage gegen Nitratbelastung
Der Russe ist schuld