Freitag, 15. April 2016

Glyphosat im Urin - eine unabhängige, privat finanzierte Ermittlung

GTEST1 - Vorabbericht - erste Auswertung
GLYPHOSAT IM URIN 

Eine unabhängige, privat finanzierte Ermittlung von Glyphosat im Urin

Nicht jeder mag wissen, was hinter der Aktion GTEST1 steckt, deshalb kurz einleitend:
Nachdem verschiedene Meldungen der Presse einen Hinweis auf Glyphosat-Rückstände im Urin gaben, wollten es einige von uns doch genauer wissen. 
Die haben sich zusammen getan, und in einer unabhängigen und privat finanzierten Aktion von einem renommierten Labor ihre eigenen Werte ermitteln lassen.

Unsere Erhebung dauert zwar noch an, ich habe hier ein jedoch bereits erstes Zwischenergebnis zusammengetragen, das ich mit Euch teilen möchte.

Die Vorabauswertung umfasst eine Anzahl von 210 Teilnehmern/Messwerten.
195 Teilnehmer sind wohnhaft in Deutschland, 7 Werte kommen aus Österreich und 8 Proben wurden in der Schweiz genommen.

Als Nachweisgrenze gelten 0,5 ng/ml. 
Werte darüber bedeuten, dass ein nennenswerter Glyphosat-Rückstand im Urin gefunden wurde, also positiv auf Glyphosat getestet wurde.

Das erste Schaubild zeigt das Verhältnis von negativen Befunden zu positiv auf Glyphosat getesteten Eingaben:





Somit sind drei Viertel der Proben als belastet gemessen.
Das ist etwas mehr, als das zuletzt offiziell für Deutschland benannt worden ist.


In Anbetracht der Tatsache, dass das Umweltbundesamt ja in einer eigenen Langzeitstudie zu Beginn der Erhebung noch 10% positiv getestet hat, 2013 60% und eine recht aktuelle Studie der Bürgerinitiative Landwende, die aktuell mit 2011 Teilnehmer ebenfalls auf einen Wert von 75% belasteten Proben kommen muss man zumindest einen Aufwärtstrend befürchten. 

Die jüngst an letzterer Studie aufgetauchten Kritikpunkte können wir nicht teilen, wir haben ein anderes Labor gewählt, sind absolut unabhängig, haben jeder unsere Labortests aus der eigenen Tasche finanziert und bestätigen damit ein nahezu identisches Ergebnis.

Das zeigt sich auch in der Verteilung der Einzelwerte:





Wir kommen auf exakt den gleichen Durchschnitt wie die Landwende-Aktion
Lediglich bei der Verteilung müssen wir festhalten, dass wir in den erhöhten Werten auf höhere Prozentzahlen kommen.

Grenzwerte / Ab wann wird es bedenklich?
Da ein Rückstand im menschlichen Körper im Ursprung wohl nicht erwartet wurde, gibt es dafür auch keinen offiziellen Grenzwert für diese Messung. 

Hilfsweise ist man nun schon verschiedentlich dazu übergegangen, den Messwert mit den 0,1 ng/ml für Trinkwasser (EU-Grenzwert) zu vergleichen. 

Auf den oben genannten Durchschnitt bezogen bedeutet das, dass dieser das 10,8fache des Trinkwassergrenzwertes darstellt.

Der normale Hausverstand wird den meisten sagen: 
Für ein Gift, was gemäss der Weltgesundheitsorganisation wahrscheinlich krebserregend ist, gibt es nur einen vernünftigen Grenzwert: Der liegt bei Null. 
Nachdem ich ein paar Arbeiten unabhängiger Wissenschaftler und Toxikologen gelesen habe, teile ich diese Auffassung. Das Gift hat im Körper nichts verloren. Punkt.

Kritischer wird es gemäss einiger Studien dann ab Werten von 1,0 und darüber.
Denn da geht es nicht mehr nur alleine um die Krebsgefahr, sondern da kann sich die Belastung auch schon in anderen Symptomen äussern:
Unerklärliche Dauermüdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Atemprobleme, Probleme mit der Haut, häufige Entzündungen und Infektionen, letzte insbesondere im Darm, Darmreizungen, häufiges Sodbrennen, depressive Verstimmungen bis hin zu Herzbeschwerden können mit einem Wert über 1,0 in Verbindung gebracht werden. 


Die wahrscheinliche Herkunft dieser Symptome habe ich ja in meinen Film "Gift im Darm - 100 Krankheiten, eine Lösung" bereits erklärt.
Zwischenzeitlich gehe ich durch die zahlreiche Zusendung meiner Zuschauer, vor allem aus der Wissenschaft zu 100% davon aus, dass der im Film benannte Mechanismus akkurat und wahrheitsgemäss dargestellt ist.

Bevor jetzt Kritiker auf die Idee kommen mir Panikmache unterstellen zu wollen:
Wer einen positiven Wert bis 1,99 hat, aber keine der genannten Symptome für sich bestätigen kann, muss sich nicht zwingend unwohl fühlen.
Denen würde ich vielleicht zur Sicherheit empfehlen, beim nächsten Blutbild ein besonderes Augenmerk auf die Werte von Mangan, Eisen, Kupfer und Zink zu legen, liegt da eine Unterversorgung vor, ist das ein Alarmzeichen. Auch 
spricht nichts gegen einen allgemeinen Gesundheitscheck beim Arzt, vielleicht gerade sogar mit einem Hinweis auf den Laborbefund. Nicht jeder Arzt wird etwas damit anfangen können, auch wenn es mehr und mehr gibt, die hier ein Problem erkennen. 

Ungemütlich wird es dann bei Werten von 2.0 und darüber. 
Die sind aus verschiedenen Gründen über die vermutete Krebsgefahr hinaus alles andere als zu ignorieren. Hier sollte man herausfinden, wo die Quelle liegt und diese zeitnah ausschliessen. Denn da sind langfristige Gesundheitsschäden durchaus möglich oder sogar wahrscheinlich. 
Und das waren bisher bei uns mit 32 Werten leider schon satte 15+% Betroffene.
Hier eine Übersicht über die 10 höchsten Werte, ergänzt um die restlichen Messungen grösser oder gleich 2.0.





Mit einigen dieser Teilnehmer habe ich schon gesprochen oder geschrieben.
Und ich teile den Frust mit ihnen, auch wenn ich selbst zu den wenigen Glücklichen mit einem Nullwert gehöre.

Der Grundtenor ist so zu beschreiben: 
Man weiss nicht, wo es herkommt. Es macht besorgt. Es macht ärgerlich.
Man fragt sich, wie es sein kann, dass man dazu verdammt sein soll hinzunehmen, einen Giftstoff, der wahrscheinlich krebserregend ist und nebenbei offensichtlich noch ganz andere gesundheitliche Auswirkungen im Gepäck zu haben scheint.

Und genau genommen muss man das auch nicht hinnehmen. 
Zumindest in Deutschland gibt es ein verfassungsmässig garantiertes Recht auf körperliche Unversehrtheit. Das aber wird hier komplett ignoriert. Und das - wie ich demnächst noch in einem anderen Beitrag belegen werde - sogar wider besseren Wissens.

Es gibt ein Wort dafür, wie man das nennt, wenn man von anderen einen Giftstoff in den Körper bekommt, den man weder freiwillig, viele noch nicht einmal wissentlich, und offensichtlich auch kaum vermeidbar. Das Wort heisst: Körperverletzung.
Das ist ein Straftatbestand.

Und ich empfehle hierzu mal folgenden Denkvorgang in Bezug auf eine mögliche von Deutschland unterstützte Wiederzulassung:
Körperverletzung > Straftaten im Amt / Amtsdelikt > Unechte Amtsdelikte > Körperverletzung im Amt.

Ich schaue da vor allem besonders auf die Herren des BfR, und natürlich auf unseren Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.  


Was kann man mit dem Ergebnis ausser der Gewissheit noch anfangen?

Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema habe ich eine Reihe von Menschen kennengelernt, die sich für sich selbst teilweise eine rechte Expertise auf dem Gebiet erarbeitet haben. Von einem von denen habe ich eine charmante Idee bekommen, die ich weitergeben möchte: 
Wendet Euch mit dem Befund an das für Euch zuständige Gesundheitsamt. 

Lasst Euch von denen den Sachverhalt erklären, fragt nach der Herkunft dieser Belastung, es ist deren Job Euch im Falle solcher ungewollten Belastungen zu unterstützen. 
Und zu schützen. Lasst Euch nicht abwiegeln, bleibt beharrlich dran, geht denen auf den Nerv damit. Denn die werden das in ihrer Hilflosigkeit im Umgang mit dem Problem nach oben weitermelden, und dann landet es früher oder später aus verschiedenen Richtungen bei den eigentlichen Verantwortlichen auf dem Dienstweg auf dem Tisch. 
Und bringt uns dem eigentlich vernünftigen Ziel eines Verbotes wieder ein Stückchen näher.

Das soll es für die erste Auswertung gewesen sein, wir werden da voraussichtlich noch anhand der Fragebogen eine zweite, etwas detailliertere Auswertung nachreichen.

Allerdings möchte ich irgendwie mit diesem Blogbericht nicht allzu negativ enden...
Es gibt noch etwas Positives zu berichten:
Wie die meisten von Euch wissen habe ich in meinen Empfehlungen speziell bei einigen Lebensmitteln darauf hingewiesen, dass Ihr Euch dort auf Bioqualität von einem der drei Label Demeter, Bioland oder Naturland verlegt.

Und tatsächlich: Es gibt einen messbaren Unterschied zwischen denen, die sich 
nach eigenen Angaben an die Empfehlung halten - die Belastung ist deutlich messbar niedriger.

Allerdings leider keine Garantie für den Wert, den wir alle anstreben sollten:
Null.

Das kann nur ein Verbot.

Was deshalb die einzige vernünftige Entscheidung ist.




Bis später.





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