Montag, 16. Mai 2016

Das WHO is WHO der Korruption

KKorruption
Die WHO hält Glyphosat für "wahrscheinlich nicht" krebserregend?

Wieso!?

Die Nachricht schlug ein wie ein kleines Bömbchen.
Zumindest bei denen, die nicht darauf vorbereitet waren...


Während die Krebsabteilung der WHO, der IARC noch deutliche Anzeichen dafür sah, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sei liest man heute in der Zeitung, die WHO selbst habe sich nun ein paar Tage vor der Abstimmung in der EU auf einmal für "wahrscheinlich nicht" krebserregend entschieden.

Was war da passiert?
Wie kommt es, dass das gleiche Haus zu zwei unterschiedlichen Ergebnissen kommt?



Wer sich die Bewertungen vom BfR und der EFSA näher anschaut, der wird feststellen, dass es da doch deutliche Anzeichen für Interessenskonflikte gibt.

So waren vor ein paar Jahren noch 9 von 13 "Experten" des BfR irgendwie wirtschaftlich mit Monsanto verknüpft. Und auch jetzt sind Mitarbeiter von Bayer und BASF ein Teil des BfR.

Sowohl Monsanto als auch die anderen beiden sind Profiteure einer Wiederzulassung.
Ob das Papier, dass vom BfR an die EFSA übermittelt wurde von diesen Mitarbeiter geschrieben wurde bleibt uns das BfR schuldig, denn die Autoren bleiben (seltsamerweise?) anonym.

Sicher ist, dass es hier sogar nicht nur fragwürdige kleinere Pannen gegeben hat, sondern recht offensichtlich eine ganz bewusste Fälschung der Ergebnisse, hin zu einem Persilschein für das Mittel. Dies berichten Dr. Clausnig und Prof. Dr. Greiser in ihren Gutachten, die doch auch für Laien recht leicht nachvollziehbar sind - und Bände sprechen, wie hier gearbeitet wurde.

Die EFSA? Nun, sie ist ohnehin schon länger in Erklärungsnöten, was den Drehtür-Effekt betrifft. Die komfortable Position die sie diesmal hatten war, dass sie sich auf die ohnehin fragwürdigen Unterlagen des BfR berufen konnten.

Und nun steht die WHO selbst in den Zeitungen. Dabei ist es genau genommen gar nicht die WHO, die hier gesprochen hat, sondern nur ein Mischgremium aus FAO und WHO, das sogenannte JMPR (Joint Meeting on Pesticide Residues).

Und jetzt wird es wieder spannend...
Mindestens 2 der Mitglieder Alan Boobis und Angelo Moretto sind über die Organisation ILSI wiederum eng mit den Glyphosat-Herstellern, hier der Lobbyorganisation CropLife und direkt mit Monsanto verbunden. Beide haben der ILSI eine Menge Geld gespendet, wie die Spenderliste belegt.

Boobis ist sogar der Vizepräsident der ILSI Europe,
Moretto ist Direktor des International Centre for Pesticides and Health Risks Prevention und das hat verschiedene von der ILSI finanzierte Projekte durchgeführt, unter anderem auch finanziert durch Monsanto.


Von einer unabhängigen Einschätzung kann hier (schon wieder) nicht die Rede sein. 

Ausserdem muss mal eines bemerkt werden:
Von "wahrscheinlich krebserregend" wurde in den letzten Monaten als Argument dermassen oft das Wort "wahrscheinlich" von den Befürwortern hervorgehoben, dass das jetzt andersherum sicherlich nicht weniger Gültigkeit hat. 


"Wahrscheinlich" nicht krebserregend heisst immer noch: Wir wissen es nicht. 

Und nicht wissen heisst immer noch - nach wie vor....
Das VORSORGEPRINZIP greift. 

Daran hat sich nichts geändert.

Es muss am Mittwoch immer noch heissen: Keine Wiederzulassung.

Alles andere stellt wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit von 508 Millionen EU-Bürger. 

Und das ist und bleibt: inakzeptabel.





Weiterführende Links:
Interessenskonflikte beim JMPR (englisch)
Fragwürdige Einstufung "wahrscheinlich nicht krebserregend" durch den JMPR(englisch) 

Mitgliederliste ILSI
Spenden 2012 an die ILSI (CropLife/Monsanto)





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