Donnerstag, 25. April 2013

KK und Soja



KK und Soja. 


Ein komplexes Thema, wie Ihr bald sehen werdet. Ich glaube das ist der längste Bericht in diesem Blog überhaupt...

Wir haben deshalb besonders lang recherchiert und auch getestet, bevor wir ein - vorläufiges *) - Statement zu Soja herausgeben können.



Soja, was ist das überhaupt?

Die Sojabohne eine Hülsenfrucht, die seit über 5 Jahrtausenden im asiatischen Raum als Nutzpflanze bekannt ist. Ihr hoher Öl- und Eiweissgehalt macht sie quasi zu einem Multifunktions-Gemüse. Interessant ist, dass Sojaeiweiss dem tierischen Eiweiss in der Qualität ähnelt, weshalb Soja gerne von Vegetariern und Veganern als Protein-Quelle genutzt wird.





Soja und ich

Ich hatte Soja vor meinen Recherchen immer als Frauending gesehen, das man überwiegend im Ökoladen bekommt, oder vereinzelt im Supermarkt. Sojabohnensprossen fand ich im chinesischen Essen toll. Aufgrund einiger Anregungen wusste ich von Tempeh, Miso und Nato, dass wir fermentierte (vergorene) Sojaprodukte dürfen, alle anderen nicht.
Auch wenn ich mit dem Frauending intuitiv richtiger lag, als ich es mir erträumt hätte, irrte ich zumindest sehr bei den Sojabohnen-Sprossen. Aber jetzt weiss ich ja mehr:







Warum Tim Ferriss etwas gegen Soja hat

Tim Ferriss, der unter anderem ja SlowCarb in seinem Buch "Der 4-Stunden-Körper" beschreibt, verbietet Soja als Lebensmittel. Warum, erfährt man am Ende des Buches in einem sehr kurzen Teil. Sein eigentliches Hauptmotiv steht aber in viel längerer Form im Internet nachzulesen. Alles zusammengefasst sieht das so aus:

- Soja enthält Isoflavone/Phytoöstrogene
Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit setzt 100mg davon mit der Wirkung einer Anti-Baby-Pille gleich.

100 Gramm eines im Volksmund Sojamilch genannten (rechtlich richtige: Sojagetränk) oder roher Sojabohnen entsprechen aufgrund ihres Gehalts an Phytoöstrogenen einer Antibabypille. Bei Tofu und Tempeh gilt das gleiche für den Verzehr von 200 Gramm für eine Pille. Und Babynahrung aus Soja erreicht den gleichen Wert bei 400 Gramm Verzehrmenge.

Ca 30 Gramm täglich, das wären ca 2 Esslöffel am Tag beeinträchtigen die Schilddrüsenfunktion. Das wurde an japanischen Testpersonen nachgewiesen.

Mit anderen Worten: Soja ist ein guter Weg, steril zu werden. Vor allem für Männer.

Aber weiter:
Während des Vietnamkrieges hatten die amerikanischen Soldaten Probleme, den gut versteckten und getarnten Feind in den Wäldern zu finden. Eine US-Firma kam auf die Idee, die Wälder zu entlauben. Diese Kampfmittel waren alles andere als gesund, viele Menschen litten unter den Nebenwirkungen. Auch lange Jahre danach noch und über mehrere Generationen. Es wurde verantwortlich gemacht für viele missgebildete Kinder, die nach dem Krieg auf die Welt kamen.

Kein glorreiches Kapitel der amerikanischen Geschichte.
Aber jeder Krieg geht einmal zu Ende, und was macht eine Firma, deren Hauptprodukt ein Kampfmittel ist, wenn es nicht mehr gebraucht wird?
Richtig. Sie ändert ihr Portfolio.
Baut Soja in den USA an und nutzt als Unkraut-Vernichtungsmittel - das Mittel.
Damit das besser klappt, verändert man das Soja mit ein paar Züchtungen genetisch so, dass es besser mit dem harten Stoff zurecht kommt. Und diese Firma ist heute für über 90% der US-Produktion von Soja verantwortlich. Ah, und interessanterweise deckt sich das mit der Zahl, die für GMO-Soja (genetically modified organism) in Amiland aufgerufen wird.
D.h. in den Vereinigten Staaten ist die Chance entsprechend hoch, genmanipuliertes Soja zu erhalten.

Auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten stellte T.F. fest, dass die Arbeitsbedingungen, unter denen Soja ausserhalb der USA angebaut werden nahezu als Sklaverei zu bezeichnen seien.

Das sind seine Gründe, warum er Soja ausschliesst. Medizinische und ethische.






Wo er Recht hat, hat er Recht - und da ist noch mehr...

Mittlerweile wird über die Hälfte der Welt-Sojaproduktion in Südamerika hergestellt.
Auch dort wird es in sehr ähnlicher Mengenverteilung genmanipuliert.ausgesäht.
Ihr werdet schon ahnen, welche  Firma dort die Saat verkauft...

Was aber noch schlimmer ist: Eine beträchtliche Menge an Regenwald wurde abgeholzt, um Flächen für den Sojaanbau zu gewinnen. Der Regenwald ist die Lunge unserer Welt, das brauche ich Euch nicht zu sagen, und wenn wir das weiter unterstützen, wird das irgendwann zu ungeahnten Folgen führen, sowohl klimatisch als auch in Bezug auf den Sauerstoff, den der Regenwald dann nicht mehr produziert. Wollen wir das unterstützen und mit vorantreiben?

Ausserdem kommen immer mehr Meldungen über Allergien im Zusammenhang mit Sojaprodukten. Der Anstieg kann natürlich damit zusammenhängen, dass immer mehr Sojaprodukte im deutschen Sprachraum verzehrt werden und das die Zahl der Meldungen ansteigen lässt. In jedem Fall können wir eins daraus lernen: Es gibt Menschen, die Soja nicht vertragen und dies mit allergischen Reaktionen bezahlen.







Was für uns nicht gilt


In Deutschland gibt es teilweise verantwortungsvollen Anbau von Soja.

Leider ist in den meisten Produkten die Herkunft nur schwer auszumachen. Wer sich die Mühe machen will, die Herkunft zu erforschen, kann zumindest diesen Teil der Probleme ausblenden und nicht den sogenannten transgenen Sojakram auf den Tisch packen.

Auch das mit der Sklaverei ist beim Kauf von deutschen Produzenten eher unwahrscheinlich. Hoffe ich doch.

Was für uns gilt


Leider sind alle anderen Dinge, die gegen Soja sprechen, vor allem die medizinischen, auch bei deutscher Herkunft nicht besser. Auch diese Pflanzen enthalten die Isoflavone.


Was man noch so alles liest

Stellt Euch vor, Euer Verdienst und Euer Leben hängt von Soja ab. Was macht Ihr dann, wenn Ihr im Web viel lest über die negativen Eigenschaften von Soja? Oder wenn Ihr aus anderen Gründen echte Soja-Fans seid?
Richtig: Ihr verfasst Gegendarstellungen.
Das habe ich zum Thema Vitaminpräparate ja auch schon festgestellt. Da haben Ärzte die Wirksamkeit bestätigt, die einen grossen Teil Ihres Gehalts mit Vitaminpräparaten verdienen.

Die Menge an verwirrenden Pro-Soja-Berichten ist sehr gross.

Ich habe lange und intensiv recherchiert, und mir versucht eine unabhängige Meinung zu bilden, deren Kernwissen auf wissenschaftlichen Ausführungen basiert, die sich mehrfach bestätigen und gegenprüfen liessen.

Bitte habt Verständnis, wenn ich keine Zeile und keine Minute darauf verwenden werde, irgendwelche Pro-Soja-Berichte zu kommentieren. Wenn Ihr denen mehr vertrauen wollt, bitte. Ich empfehle aber für diesen Fall intensive Eigenrecherchen, nur zu Eurer Sicherheit. Meine Arbeit ist mit diesem Bericht vorläufig *) getan.


KK-Empfehlungen - Das Fazit


(1) Sojaprodukte ausserhalb der unten genannten Ausnahmen waren, sind, und bleiben ausgeschlossen.

(2) Ausdrücklich nicht empfohlen werden Sojaprodukte für Schwangere, Kinder und Paare, die einen aktuellen Kinderwunsch verfolgen.

(3) Wenn Ihr zu den erlaubten Sojaprodukten greift, achtet auf die Herkunft. Kennt Ihr diese nicht, legt sie ins Regal zurück. Die Chancen sind einfach zu gross, dass Ihr Gen-Soja erwischt, wenn es nicht ausgewiesen ist. Das widerspricht unserem Grundsatz, möglichst natürlich zu bleiben bei der Ernährung. Damit meine ich nicht Bio. Natürlich. Das ist für mich ein Unterschied.
(4) Diejenigen unter Euch, die KK gewählt haben, weil es so schön einfach ist, und die Mengen nur bei ein paar wenigen Lebensmitteln begrenzt sind, sollten sich nicht auf Sojaprodukte einschiessen. Denn Soja werden wir aufgrund der Probleme, die mit diesen Produkten einhergehen, mengenmässig begrenzen. Wir wollen, dass Ihr gesund bleibt.
Wem das zu kompliziert ist: Einfach weglassen.

(5) Beobachtet sowohl Eure Erfolge als auch eventuell auftretende Allergien genau
Bemerkt Ihr, dass Euch Sojaprodukte nicht gut tun oder Euren Erfolg schmälern, reduziert Eure persönliche Wochenmenge oder lasst die Sojaprodukte ganz weg.




Lebensmittel/Produkte aus Soja, die in KK NICHT erlaubt sind 

Alle ausserhalb der unteren Ausnahmen-Liste, das betrifft unter anderem Sojabohnen, Sojasauce,  Sojadrinks, Sojajoghurt und jegliche Derivate.



Lebensmittel/Produkte aus Soja, die in KK erlaubt sind

(Bitte alle Punkte 1 - 4 des Fazits berücksichtigen!)

- Sojasprossen, Sojabohnensprossen
Die in Deutschland verkauften Sprossen sind gar nicht Soja, sondern Mungbohnensprossen, diese sind erlaubt.

- Tempeh

- Miso

- Natto (
Nattō (jap. 納豆 oder なっとう))

- Tofu
z.B. gebraten, oder in kleinen Stückchen eine gute Abwechslung zu Hackfleisch in der Bolognese. Achtung bei Marinaden, alle Inhaltsstoffe müssen KK-konform sein.

- Seidentofu
Kann ein guter Ersatz für Quark sein




Hinweis: Einige der Produkte werden nicht überall erhältlich sein, also nicht verzweifeln, wenn es die nicht im Tante Emma Laden aufm Land gibt. Das ist dann halt so.




Mengengrenzen

Pro Woche sollten in der Summe vorläufig*) nicht mehr als 400 Gramm/Woche von den zugelassenen Sojaprodukten verzehrt werden.


Puh, das war's.
Bis später.




*) Vorläufig, da wir im Rahmen einer bald kommenden Erweiterung des Konzeptes ein paar weiterführende Veränderungen in dieser Sache planen.

1 Kommentar:

Kater Wieltrin hat gesagt…

Interessante Gedanken. Problematisch finde ich, dass nicht diskutiert wird, dass die der Großteil des moralisch nicht korrekten Sojas an Tiere verfüttert wird. Und das Biotofu etc idR aus fairem Anbau ohne Regenwald stammt. Oder hast du andere Infos?

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