Montag, 18. Mai 2015

Schatz, lass uns doch ein paar Kinder töten

NachgehaKKt
Schatz, lass uns doch ein paar Kinder töten
Wo die Doppelmoral den Scheinen unerträglich weicht



Vor ein paar Tagen habe ich Euch zwei Berichte hier im Blog vorgestellt [3],[4] die durch zwei aktuelle Zeitungsartikel ein Update erfahren haben, an dem ich Euch gerne schweren Herzens teilhaben lassen möchte. 

Schweren Herzens deshalb, weil sie so viel Unmenschlichkeit in sich tragen, dass ich mich frage, wie wir unseren Kindern eines Tages noch in die Augen blicken wollen, wenn nicht langsam so etwas wie eine Gegenbewegung entsteht. Und wir mittendrin, bitteschön.

Ich hatte Euch hier [3] einen Hinweis auf ein Problem mit einem Pflanzenschutzmittel gegeben, das momentan sehr gebräuchlich ist, und von dem die WHO aktuell festgestellt hat, dass es wahrscheinlich krebserregend ist. Ungefähr 6 bis 8 von 10 von uns haben es bereits im Körper, ob wir wollen, oder nicht. 

Nun haben sich die zuständigen Verbraucherschutz-Minister der Länder vom 6.-8. Mai zu einer Konferenz in Osnabrück getroffen, und sich beraten, wie man denn in Deutschland mit diesem Problem umgehen soll.


Das Fazit der Herren Minister war nun folgendes:
"Wir fordern, die Abgabe an Privatpersonen zu verbieten. [...] Außerdem solle es ein vorläufiges Verbot von Glyphosat in Gärten, Parks und auf Kinderspielplätzen geben."[1]





Öh. Echt jetzt?! Das darf noch auf Kinderspielplätzen?! Ah, ja...
Na Gott sei Dank handeln sie wenigstens da... Oder doch nicht?!

Nein leider, denn weiter:
"
Der Vertreter der Bundesregierung, der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Robert Kloos, bremste die Erwartungen, dass das Verbot schnell komme. "Für ein Verbot fehlt uns im Moment noch die Rechtsgrundlage." Derzeit laufe ein Bewertungsverfahren durch die Europäische Union, das abgewartet werden müsse." [1]


Ja doch! Lasst uns zaudern... Es geht ja nur um... Kinder!





Nebenbei bemerkt: Die Abgabe an Privatpersonen zu verbieten ist zwar ein erster begrüssenswerter Schritt in die richtige Richtung, aber wenn jetzt ein Hausmeister den Löwenzahn damit behandelt, dann ist das eine Sache. 
Aber doch eine ganz andere, wenn ein Landwirt im massiven Einsatz über den Feldern das Gift in Wasser, Lebens- und Futtermittel fliessen lässt? 
Die eingesetzten Mengen und der Effekt ist bei zweiterem um ein Vielfaches höher! Worüber sollten wir also viel eher diskutieren? 
Naja, zumindest an zweiter Stelle gleich nach dem Irrsinn auf Kinderspielplätzen - doch sicher genau über das?! 

Aber nein, lasst uns warten, was die EU dazu sagt. Hoffentlich macht sich einmal jemand ausser mir die Mühen und schaut nach, WER dort dann die Entscheidungen trifft. Und von wessen Geld die leben... 


Ist unsere Politik tatsächlich sogar auf Ministerebene derart handlungsunfähig geworden, dass sie erst "Fordern" und "Warten" müssen, um unsere Kinder auf Spielplätzen zu beschützen? Und uns Verbraucher vor den Rückständen eines Mittels im Essen schützen, das "vermutlich krebserregend" ist? Au weia!


So, das Ding geht aber noch weiter.
Es gibt Länder, die haben etwas mehr Schneid. 

Kolumbien zum Beispiel. 

Was die wenigsten wissen: 
Es ist seit Jahren gängige Praxis, mit Flugzeugen über die Koka-Plantagen zu fliegen, und Glyphosat darüber zu sprühen, um so die Ernte dort zu vernichten.
Die Idee dazu kam von den USA, und sie haben einiges unternommen, um dies bei der kolumbianischen Regierung durchzusetzen. Nebenbei: Ein Milliardengeschäft für Monsanto.

Die Regierung dort hat sich jetzt entschieden, dass diese Praxis nicht weiter fortgeführt werden kann. 

DENN:
"
Der Verdacht, dass «Roundup Ready» nicht unbedenklich ist, wie dies sein US-amerikanischer Hersteller Monsanto behauptet, äussern die Menschen in den Gebieten Kolumbiens mit illegalen Coca-Feldern schon lange. Von Hautausschlägen, Miss- und Fehlgeburten ist die Rede." [2]

Die gleichen Symptome wie in Argentinien auf den Soja- und Tabakfeldern, die gleichen Missbildungen wie bei Dänemarks Schweinebauern aus meinem Filmschnitt.

WAS BRAUCHEN WIR NOCH AN BELEGEN, DIESEN IRRSINN ZU STOPPEN. WAS?!




Und jetzt kommt der Teil, bei dem mir meine Seele blutet.

"
Gegen das Verbot des Herbizides gibt es in Kolumbien aber Widerstand: vom amerikanischen Botschafter bis hin zur Armee – die vor einer Kokain-Schwemme warnt."[2]


Ich übersetze das mal in meine Worte: 
Es ist ok, Menschen mit Gift zu besprühen, weil es sonst zu einer Kokain-Schwemme kommt, bei der wir zu blöde sind, andere Mittel zu finden, diese einzudämmen. 

Oder noch deutlicher: Eine arme Landbevölkerung, die den Bildungsgrad nicht hat, die weitreichenden Folgen ihres Anbaus geschweigedenn die gesundheitlichen Folgen des eingesetzten Mittels Glyphosat zu verstehen darf mit einem Gift besprüht werden, das dann nebenbei unschuldige Kinder im Mutterleib tötet oder ihnen Missbildungen für den Rest ihres Lebensweges mitgibt. ...

...

Leute, das kann nicht die Welt sein, in der wir leben wollen. 
Unmöglich kann das wahr bleiben.

Neulich warf mir jemand im Zuge meiner Kommentare zu Monsanto und der Vorgehensweise der FDA und der U.S.-Regierung vor, ich wäre platt in meinem Antiamerikanismus. 

Hier meine Antwort: Mein wachsender Antiamerikanismus ist alles andere als "platt".


Wir sehen uns am 4. Juni auf dem Stachus. Genug!


Bis später.

Weiterführende Links:
[1] Quelle Pressenachlese NDR Konferenz Osnabrück
[2] Quelle Kolumbien verbietet Glyphosat

[3] Link zum Beitrag, was Glyphosat anrichtet
[4] Link zum Beitrag, was Monsanto gerade anstrebt

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Seid nett, wenn Ihr kommentiert und überlegt, was ihr schreibt.
Ich bin ein Freund von freier Meinungsäusserung, behalte mir aber vor, ungefragte Werbung, unfreundliche Äusserungen und irrelevante Kommentare zu löschen. Da ich Euch nicht zwingen will, ein Google-Konto oder ein Blogspot-Konto zu besitzen werde ich alle Kommentare zulassen, um aber Spameinträge durch Bots zu vermeiden nur moderiert veröffentlichen...