Freitag, 21. September 2012

Was für ein verrückter Tag...

Hippelig gehe ich an den PC morgens und drücke bei der noch immer offenen Trackingseite von dhl auf Aktualisieren... Es ist im Postauto... Unterwegs....

Keine Ahnung, wie oft ich die Aktualisierung gedrückt habe, aber irgendwann springt die Anzeige auf grün.
Ausgeliefert. A-u-s-g-e-l-i-e-f-e-r-t!


Ich sofort ins Auto gestiegen und ab zu meiner deutschen Postadresse. 

Der Nachbar hat das freundlich angenommen, ich glaube ich hab ihm das Paket beinahe aus der Hand gerissen.
Tief in meinem Inneren rief etwas "MEINS!". 

Das kann aber noch die Nachwirkung von Gollum gestern im TV gewesen sein...

Als ich dann das Paket in den Händen halte denke ich. Wow, jetzt ist es dann soweit.

Eine meiner kleinen Macken ist, dass ich es dann erst mal kurz hingestellt habe und angeschaut. Wirken lassen. Für einen kurzen Augenblick überlege ich, ob wohl alles gut gegangen ist mit dem Druck. Ob das Cover passt, die Schriftgrösse, der Satz.
Alles nicht so einfach, wenn man es nur am PC macht und keine 100% identische Vorschau aufm Bildschirm hat.

Nach einer kleinen gefühlten Ewigkeit halte ich es dann nicht mehr aus.
Eine kleine Schere schlitzt vorsichtig die Klebestreifen auf...
Zum Vorschein kommt etwas Knüllepapier. Und dann... Da liegt es nun.
Zusammen mit lauter anderen. Mein Buch. Alle schön in einer Schutzhülle eingeschweisst.




Ich nehme es in die Hand, und schau es an. Das Cover passt schon mal.
Wie ein Kind an Weihnachten pfrimel ich die Plastikhülle weg.
Meine Fingertapsen auf dem Hochglanzumschlag wische ich schuldbewusst mit dem Tshirt ab..

Und auf... Die Schriftgrösse ist voll in Ordnung. Nicht zu klein, gut lesbar.
Nach 10 Minuten wache ich aus dem Trancezustand auf und erwische mich dabei, wie ich die eigenen Texte wieder lese. Die, die ich nun schon 1000x gelesen habe, mindestens.

Es gibt da ein paar sehr persönliche Texte drin, die mich immer noch berühren. Packen.
Erinnerungen aufrufen. Ich denke an die Menschen, die schon einmal das Original in den Händen hatten. Handgeschrieben. Und was sie darüber gesagt haben.
"Mach es, das müssen mehr Leute lesen. Veröffentliche es!"

Wenn man sich lange mit der gleichen Sache beschäftigt hat, dann wird es so "normal", dass man überhaupt keine Einschätzung hat, wo man steht. Ich bemerke das bei Bildern, die ich mache, Webseiten, Grafiken, Texten. Und irgendwann beginnt man zu zweifeln, ob es überhaupt gut genug ist.

Ich zweifle nicht mehr. Wer heute in Anführungszeichen "Nico Szaba" in Google eingibt, der sieht, wie sehr sich die Texte verteilt haben - ganz ohne jede Werbung.
Der rührendste Moment für mich war, als ich entdeckt habe, dass ein Soldatenoffizier der Luftwaffe mein Gedicht "Krieg" gepostet hat und darunter schrieb, dass ihm das immer viel bedeutet habe. Diesen Text sollten alle Kriegstreiber in den Köpfen haben!
Und dass eine grosse Schweizer Krankenkasse meinen Aphorismus über Vorurteile auf ihrer Internetseite und einem Druckstück hat. 


Es ist gut. 
Die Menschen, die mich angetrieben haben hatten Recht.

Als ich zu Hause ankomme habe ich die Adressen der Vorbestellungen genommen und Widmungen geschrieben. Und eingetütet in Büchersendungs-Umschläge.
Am Ende waren alle weg. 2 habe ich zurückbehalten. Eines für mich, das oberste aus dem Stapel, das ich zuerst in die Hand genommen habe. MEINS. 

Und eines für einen ganz besonderen Menschen, dem ich es versprochen habe.

Alle innerhalb von 2 Stunden wieder weg.
Ausverkauft. Und alle schon unterwegs. Nach Deutschland, in die Schweiz...

Ich werde nachher noch einen zweiten Schwung bestellen, es sind weitere Bestellungen da.
Die werde ich nächste Woche auf den Weg bringen. Sobald das zweite Paket bei mir angekommen ist.

Meinem Klassenlehrer habe ich eines geschickt. Ich bin sehr gespannt, wann sie ihn aus der Ohnmacht aufgeweckt bekommen, wenn er die letzte Seite gelesen hat. Die ist seine.

Und jetzt?! Müde.
Wie nach einem Marathonlauf. Stolz, die Ziellinie erreicht zu haben, aber müde.
Und den Mut und die Idee für ein neues Buch im Kopf. Ich hoffe, ich finde bald die Zeit, es zu schreiben. Sinnigerweise geht es um Entscheidungen.

Diese Entscheidung war goldrichtig. Und sie hätte eher so getroffen sein können....


Bis später.

Nachtrag: An alle, die jetzt keines bekommen haben, aber eines möchten.
Bitte schreibt mir eine Email an nico@nicodavinci.de mit Eurer Postadresse.
Macht das gleich, es waren jetzt mindestens 3, die den ersten Schwung verpasst haben, weil sie zu spät dran waren. Und wenn Ihr es wie einige als Geschenk oder Weihnachtsgeschenk für andere wollt, dann schreibt mit den Vornamen dazu, den Ihr in der Widmung haben möchtet.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke, dass Du dieses Erlebnis mit uns teilst, Du hast mich sehr sehr neugierig auf Dein Buch gemacht und ich freue mich, auf der ersten Verteilerliste gewesen zu sein!

Sandra Schöngen hat gesagt…

Schon wieder Gänsehaut ;)

Anonym hat gesagt…

Lieber Nico,
erst einmal herzlichen Glückwunsch. :-))) Ich kann mir vorstellen, dass das ein Wahnsinns-Gefühl sein muss. Dein Bericht hat bei mir eine Gänsehaut vom Feinsten ausgelöst.... Ich freue mich auf der Verteilerliste zu sein und hibbel jetzt auch ganz schön. ^^ Wie muss es dir da erst ergangen sein???
Hach.... ich schicke dir einen ganz lieben Knuddelgruß
Birgit :-)))

Eagle Eye hat gesagt…

Ich freu mich sooo für dich! Genieße es einfach! :-)

Anonym hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch!!!

Anonym hat gesagt…

Ich freue mich so sehr, dass du es geschafft hast!♥
Alicia

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